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Information / Radiohistory for Netherlands

Texts for Netherlands

Auszug aus «Radios von gestern»

In Europa steht die Niederlande (bei uns Holland genannt) auf dem Kontinent in bezug auf liberale Haltung beim Radiowesen an der Spitze. Anfang 1924 zählt das Land um die 10'000 Hörer und Radio-Amateure [159]. Holland lässt nach dem Ersten Weltkrieg als erster europäischer Staat einen Rundfunksender zu - noch vor England. Unter dem Begriff "Radio-Amateure" hat man zu jener Zeit alle Personen zu verstehen, die sozusagen zu ihrem Sport oder Hobby ein Empfangsgerät betreiben - oder sogar senden wollen. Radiohörer in unserem Sinne, die möglichst bequem eine bestimmte Station empfangen wollen, kann es noch nicht geben, da vor 1920 für den Zweck einerseits keine Apparate fertig auf dem Markt zu erstehen (mit Ausnahmen) und andrerseits die später erhältlichen Geräte nicht gerade einfach zu bedienen sind. Es ist erstaunlich, wie ein einzelner Mann der Katalysator (Impulsträger) für das Entstehen der grössten Radiofirma und Gründer der ersten Rundfunkstation in Europa sein kann und den heute praktisch niemand mehr kennt: Dr. Hanso Idzerda.

Rundfunkstationen

1919 beginnt die Rundfunkstation PCGG von Idzerda eine Serie von Konzerten zu übertragen, die in der Folge einen hohen Beliebtheitsgrad - auch in den angrenzenden Ländern - erreicht. Ab 6.11.19 lässt Idzerda regelmässige Konzerte senden; das Programm veröffentlicht er jeweils zuvor in der Nieuwe Rotterdamsche Courant. Die Rundfunkstation sendet ihre Programme auf Welle 1150 m [131]. Idzerda will damit den Kauf der von ihm unter der Firma Nederlandse Radio-Industrie entwickelten und fabrizierten Radioempfänger fördern, was ihm voll gelingt. Die Sendestation errichtete die Firma Burnham & Co., London [131].

Gemäss [149] nimmt am 24.12.24 die niederländische Rundfunkgesellschaft NCRV mit dem Sender Hilversum den staatlichen Programmdienst auf. Übrigens besitzt Holland dank Philips mit der Station PCJJ eine der ersten Kurzwellenstationen. Nach der Rede der Prinzessin Juliana an die Bürger der überseeischen Besitzungen am 31.5.27 treffen hunderte von Dankesbriefen für diese Verbindung mit der Heimat ein [282].

Zeitschriften

Radio-Nieuws
Die Zeitschrift existiert seit 1919. Sie bildet das Organ der Nederlandsche Vereenigung voor Radiotelegrafie. Das monatliche Heft erscheint im Format A5.

Radioindustrie

Nederlandse Radio-Industrie
1914 beginnt Dr. Hanso Hericus Schotanus à Steringa-Idzerda, Elektroingenieur, Den Haag, Radiogeräte zu fabrizieren. 1917 bringt er ein Muster des de-Forest-Audions (Röhre) zu Philips und erhält Ende des Jahres die ersten Muster des Nachbaus, nachdem er eine Abnahmeverpflichtung von 180 Röhren pro Jahr unterzeichnete. Philips hat zuvor keine Röhren gefertigt. Der "neue" Typ heisst nach dem Auftraggeber Idzerda "Ideezet" (IDZ). Die Qualität ist gut und er verkauft 1200 Stück bis Ende 1918.

Nederlandsche Seintoestellen Fabriek, Hilversum Die Firma baut sehr früh Rundfunkempfänger. Beispielsweise importiert die Firma Oskar Huber & Co., Zürich, deren Modell Aristona 4 mit B443, E415, E415, E442, 2504 und 2506 in die Schweiz.

N.V. Philips' Gloeilampenfabrieken
Am 15.5.1891 gründen Frederik +Philips+ und sein Sohn Dr. Gerard L.F. mit 75'000 Gulden in Eindhoven eine Glühlampenfabrik mit Name Philips, N.V., Gloeilampenfabrieken; F. Philips & Sohn G.L.F. 1894 beschäftigt Philips 35 Mitarbeiter und der jüngere Sohn, Dr. Anton F. Philips, tritt als kaufmännischer Leiter ein. 1903 ist Philips die viertgrösste Glühlampenfabrik Europas. 1912 ändert man den Namen leicht. Auf Wunsch von Dr. Idzerda beginnt Philips ab 1917 für ihn Röhren zu produzieren. Im Mai 1918 stellt sie die eigene IDZ (IDEEZET) vor. Weitere Röhrenentwicklungen sind im Kapitel über Röhren aufgeführt. 1922 tritt Gerard Philips aus dem aktiven Geschäftsleben aus. Die Firma beschäftigt 6000 Mitarbeiter. Anton übernimmt die Firma alleine und dehnt das Fabrikationsgebiet auf Röntgenartikel und 1927 auch auf Radios aus. Diese Produktion lässt er ab 1924 planen, wobei die Mitarbeiter des neu errichteten Laboratoriums nach Prüfung aller Aspekte der Radioindustrie zum Ergebnis kommen, alle Einzelteile für die Empfänger selbst herzustellen [282]. Wie IBM beim Personal Computer, befasst sich Philips erst mit neuen Märkten, wenn diese reif für einen dauerhaften Durchbruch erscheinen bzw. leitet diesen mit der entsprechend neuen Technologie ein. Beim Radio entspricht dies dem Netzapparat mit Einknopfbedienung. Bei Philips entwickeln Gilles Holst und B.D.H Tellegen die wichtige Pentode, NL-Patent 14.12.26, US-Anmeldung 25.11.27 als Patent 1945040 vom 30.1.34.

1930 entwickelt Philips einen Volksempfänger und verkauft ihn 1931 auf dem Testmarkt Prag als Bausatz und als fertigen Apparat. Dem Bausatz liegt ein Anleitungsbuch von 96 Seiten bei! Der Apparat, ein batteriebetriebener 3-Röhren-2-Kreiser mit Honigwaben-Steckspulen, ist mit beiliegender Zange und Schraubenzieher zu bauen. Der Test fällt negativ aus; die Firma bleibt bei qualitativ hochwertigen Geräten [638434]. Bis August 1932 hat das Unternehmen eine Million Rundfunkempfänger produziert [282].

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