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History of the manufacturer  

Egger-Bahn GmbH & Co KG (Lectron); München

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Name: Egger-Bahn GmbH & Co KG (Lectron); München    (D)  
Abbreviation: egger
Products: Model types
Summary:

Egger-Bahn GmbH & Co KG (Lectron); München

Herstellung und Vertrieb von Miniatur-Feldbahnen und Experimentierkästen der Marke Lectron.

Founded: 1963
Closed: 1967
Production: 1966 - 1967
History:
Das Unternehmen wurde 1963 von drei Geschwistern der Familie Egger in München gegründet, die Leitung teilten sich kurz darauf der Techniker Dipl.-Ing. Theodor Egger und der Kaufmann Johann Egger, während sich das dritte Familienmitglied wieder aus dem Unternehmen zurückzog. Das Besondere an der Produkt-Palette war anfangs die Konzentration auf Schmalspur-Feldbahnen im Maßstab 1/87 (H0) zum Betrieb auf neu eingeführten 9mm-Gleisen. Diese heute als »H0e« bezeichnete Baugröße entspricht einer realen Spurweite von 750mm. 1967 wurde die Firma wieder aufgelöst, die Bahn-Produktion wurde von der Firma Jouef (F) weitergeführt.

Ab 1966 wurde die Produktpalette um das Elektronik-Experimentiersystem Lectron erweitert, das am 18. Mai 1967 patentiert (Patentschrift 1 228 081) wurde. Georg Greger hatte das Prinzip, elektrische und elektronische Bauteile ohne Lötverbindungen zu einem Schaltungsauf- bau zu verbinden, erfunden und 1965 patentieren lassen. Die Kartonoberseite zeigte einen Großvater (die "Vater und Sohn"-Darstellung war vorbereitet, wurde aber verworfen) mit seinem Enkel bei einem Experiment, das Anleitungsbuch in Ringheftung einen typischen – unvollendeten - Aufbau auf der Basisplatte. 

Die Firma Braun übernahm im Herbst 1967 das Produkt (die Kästen 8000, 8100, 8200 und Super Lectron A=8300) und ließ durch ihren Designer Dieter Rams Verpackung und Äußeres des Anleitungsbuchs dem typischen Braun-Design anpassen. Weitere Kästen und Ausbausysteme erweiterten die Palette. Der Braun-Ingenieur Manfred Walter führte das System ab dem 1. Oktober 1972 als eigenständige Firma weiter (Lectron GmbH) und übergab diese aus Altersgründen 2001 inklusive Produktionsanlagen dem Frankfurter Verein für soziale Werkstätten als Schenkung. Die Kästen werden nun in einer beschützenden Werkstatt (RWO = Reha-Werkstätten Oberrad) bis heute hergestellt => www.lectron.de. Quellen: Wikipedia (04.04.2011), www.egger-bahn.de, www.lectron.de, sowie eigene Recherchen. 

This manufacturer was suggested by Günther Stabe.


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
67/68 Labor Lectron I 8400 AC151  Elektronische Experimente durch Legen von magnetischen Bausteinen; der Inhalt besteht aus... 
67/67 Mini-Lectron 800 AC151  Elementare Einführung in die moderne Elektronik durch Legen von 18 magnetischen Ba... 
66/67 Lectron Grund- und Ausbausystem 1 Super Lectron A 8300 AF126  Elektronische Experimente mit magnetischen Bausteinen; enthält die 69 Bausteine ... 
66/67 Lectron Aufbaukasten 1 8100 AF126  Elektronische Experimente durch Legen von magnetischen Bausteinen. Inhalt: 35 Baustei... 
66/67 Lectron Grundkasten 8000 AC151  Elektronische Experimente durch Legen von magnetischen Bausteinen.  Inhalt: 34 B... 
67/67 Lectron Aufbaukasten 2 8200 AC151  Elektronische Experimente mit magnetischen Bausteinen; Inhalt: 24 Bausteine, darunter ein... 

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

Georg F. Greger 1966 mit seiner Erfindung: Lectron Bausteinetbn_d_egger_1966_lectron_g_f_greger.jpg
Electronica 1968 in München: Lectron-Stand mit bayr. Politikern - Lectron-Demonstration; links 2. Reihe: Erfinder Georg F. Greger.tbn_d_egger_1966_electronica_muenchen_lectron_stand.jpg
Georg F. Greger erhält den ersten Preis für seine Erfindung auf der Electronica 1966 in München.tbn_d_egger_1966_electronica_muenchen_erster_preis.jpg
Der symbolische Scheck über DM 5.000,- für den ersten Preis (Lectron) auf der Electronica in München.tbn_d_egger_1966_electronica_muenchen_erster_preis_urkunde.jpg
Vermutlich der Prototyp des ersten Handbuches zu Lectron in schwarz/weiss, inkl. Logo.tbn_d_egger_lectron_s_w_ausgabe_handbuch.jpg

Forum contributions about this manufacturer/brand
Egger-Bahn GmbH & Co KG (Lectron); München
Threads: 2 | Posts: 8
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  LECTRON - ein Jubiläum und ein Erfahrungsbericht
Günther Stabe
22.Sep.11
 
  1

Heute vor 44 Jahren, 4 Monaten und 4 Tagen, am 18.05.1967, wurde das Patent Nr. 1228081 für diese Art von Schaltelementen des Georg Greger aus München (Fa. Egger) erteilt.

Die Konstruktion war der Gegenstand; der Name Lectron wurde (leider) nicht geschützt, daher findet man bei Internet-Suchen u.a. auch Kfz-Zubehör und High-End-Produkte.

Angemeldet wurde das Patent am 7.05.1965; im Jahr darauf wurden die ersten Experimentierkästen (als Egger Lectron) vorgestellt.

Der Erfolg blieb nicht aus; die Firma Braun AG aus Frankfurt übernahm im Folgejahr dieses System und entwickelte es weiter. 

Auch der Schulungsbereich von Raytheon (USA) entdeckte die Vorteile dieses Systems und entwickelte einige Baukästen und Anleitungen. Das Sortiment und die Experimente waren anders zusammengestellt als von Egger/Braun. 

Etwa 1974 (oder bereits Nov. 1972 ?) übernahm ein Mitarbeiter (Dipl.-Ing. Manfred Walter) die Braun Lectron-Sparte und setzte als eigene Firma (Lectron GmbH) die Entwicklung fort.

Im Jahr 2001 übergab er alles - aus Altersgründen - einer Frankfurter Behinderten-Einrichtung, wo bis heute (und auch in Zukunft) weitere Systeme, Sortimente und Anleitungen entwickelt werden. Diese und - fast - alle bisher produzierten Bausteine bzw. Kästen können dort nachgekauft werden.

Das System ist (und war) auf den ersten Blick nicht gerade "kostengünstig", gilt aber nach wie vor als unschlagbar in der Systematik, Schnelligkeit und Darstellung; es ist bereits die fertige Schaltung - mit normgerechten Schaltbildern (schwarz auf weiss)!

Keine Drähte (abisolieren, biegen - und abbrechen? -, klemmen), kein Löten, Wickeln oder Stecken, keine Spiralen, Federn oder Klammern: sinnvoll aneinander legen - fertig!

Das Material ist dauerhaft, die Bausteine sind robust - und damit unbegrenzt wiederverwendbar (...eine Anschaffung für's Leben...) und so gesehen - und gerechnet - ist ein Erwerb wieder sehr lohnend!

Wer nun einwirft, man könne damit keine "komplexeren" Schaltungen entwickeln (z.B.  mit 3D-Verdrahtung, also in der Höhe = "Drahtverhau"), dem sei gesagt: so eine Schaltung kann keiner mehr lesen! Die Lösung ist dann: Verwendung von Modulen (getestete Baugruppen - logisch zusammengehörige Bauelemente, die verschaltet sind); entweder "fertige" oder Eigenentwicklungen. Einige Beispiele sind:

UKW-Pendelaudion aus z.B. Radio-Röhrentechnik 1120

 

UKW-Radio (mit TDA7000) aus z.B. Radio-Röhrentechnik 1120

 

Eigenbau: Ge-Transitor-Endstufe (OC75, OC74, OC140)

 

Eigenbau: Endstufe mit LM386

 

Eigenbau: AM-ZF-Verstärker (3. Stufe, mit Anschluss für S-Meter); s. hierzu auch Beispiele in den Anlagen.

Im Braun Lectron Baustein-Katalog von 1972 waren 94 Bausteine unterschiedlicher Größe und Bedeutung anthalten; im aktuellen Verzeichnis von 2011 sind es 193 verschiedene, wobei - im Vergleich zu 1972 - 30 "alte" ausschieden (z.B. nicht mehr norm-/zeitgerecht: Digitaltechnik DTL/TTL, DIN 40700) und 129 neue hinzukamen. Davon wurden min. 17 (Spezial-) Bausteine in den letzten Jahren neu entwickelt (z.B. Neurophysiologie, Gen-Regulation). Letzteres ist zwar nicht unbedingt unser "Radio"-Thema, zeigt aber die praktisch unbegrenzte Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten auf.

Bisher bekannte Lectron-Kästen, deren Inhalte und Sammlerpreise findet man im RMorg mit Modell-Suche / SEARCH (derzeit 97 Kästen, wächst ständig durch neue Funde), darunter auch einige unter Verwendung von Röhren der E-/P-Serie:

Ich habe mich bemüht, zu den wesentlichen Kästen passende Beispiele als "Schema" hochzuladen; diese sind als Anregung zu verstehen und stellen nicht unbedingt den gesamten Umfang bzw. die Leistungsgrenze dar.

Einige Kästen sind scheinbar mehrfach vorhanden, d.h. der Inhalt und Umfang ist ähnlich. Das hängt aber mit der Weiterentwicklung / Version und der jeweiligen Zielgruppe (Hobby, Einzelbenutzer, Schüler, Auszubildende, Studenten, Lehrende usw.) zusammen.

Zum Erwerb solcher Bausteine genügt zu Beginn ein Grundkasten (Grundsystem) oder ein Konvolut gebrauchter Inhalte (z.B. über ein Internet-Auktionshaus), schon ab ca. 20...40 Euro für etwa 30...60 Bausteine unterschiedlicher Größe und Funktion. Gewisse Bausteine sollten nach Möglichkeit dabei sein: Transistor(en), Lautsprecher, Abstimmung MW (Drehko mit Spule) und eventuell auch Drehspulinstrument (als Mess-Baustein).

Allerdings ist dann eine Überprüfung der Bausteine auf richtige Funktion und Vollständigkeit (auch Brüche), die Reinigung (Alkohol oder Kunststoffreiniger) und eventuell eine Reparatur erforderlich. Die Kontakte sollten auf Verunreinigungen (Hautfett, Schmutz, Lötzinn, mangelhafter Magnetismus) überprüft werden.

Das liegt weniger an der Technik und Konstruktion der Bausteine, sondern an der nicht immer gute "Pflege" der Vorbesitzer. Da wird schon mal die 9V-Blockbatterie direkt am Transistor angeschlossen, um ihn zu "Glühen" zu bringen - oder mit einem Lötkolben versucht, einen Draht an die Kontakte zu löten... Solcher Vandalismus kommt sehr selten vor, aber ich warne  vor dem ersten vorbehaltlosen Einsatz gebrauchter Bausteine ohne Überprüfung. Dann werden (Schalt-)Fehler gesucht, wo eigentlich keine sind.

Die Magnete und Kontakte sind von guter Qualität und halten "ewig" - falls der Vorbesitzer nicht mit Gewalt oder Unkenntnis die Kontaktflächen zerknickt / beschädigt, die Magnete herausgeholt und falsch heruim wieder eingesetzt oder mit dem Lötkolben innen die Kontakte und das Kunststoffmaterial "zerbrutzelt" hat. Dann sollten entweder neue Kontakte (die gibt es mit den passenden Magneten im 10er-Pack) eingesetzt oder der ganze Baustein erneuert bzw. neu gekauft werden. Im Zweifelsfall: in den Mülleimer!

Beim Anbringen der Magnete ist zu beachten, dass die markierte Seite (meist mit einem Filzstift erstellter senkrechter Strich) nach aussen - zum Kontaktblech hin - einzulegen ist.

Auch ist dessen Zugkraft zu überprüfen; ein Kontakt muss einen kleinen Baustein mittig und freischwebend halten können. Falls es einmal nicht der Fall sein sollte (kommt extrem selten vor, nur bei einigen wenigen Uralt-Versionen habe ich es bisher feststellen können), ist der Magnet auszutauschen (erkennbar an einer quadratischen Vertiefung als Markierung).

Die Montageplatte - mit einer leitenden Oberfläche - ist ebenfalls erforderlich; es gibt sie in verschiedenen Größen. Das Minimum wäre DIN A4, in den größeren Kästen ist eine Platte im A3-Format beigefügt.

Auch hier ist bei Bedarf die Oberfläche zu reinigen (bei matter und teilw. korrodierter Oberfläche mit feinster Stahlwolle), falls durch lange und feuchte Lagerung ein inniger Kontakt nicht mehr gegeben ist. Die Metallfläche ist gleichzeitig das Masse-Potential. Vom Beginn bis ca. 1975 war es - wegen der Ge-Transistoren - Plus, nach - mit der Einführung von Si-Transistoren und ICs - allgemein üblich Minus.

Dazu gibt / gab es die passenden Batteriekästen (Plus oder Minus an Masse bzw. neutral); hier ist beim Experimentieren die Polarität zu beachten!

Die schonende Lagerung von Lectron-Bausteinen erfolgt in Paletten (ca. A4); diese können in passenden Kassetten oder stapelbaren Brief-/Post-Ablagefächern aufbewahrt werden. Die Paletten können bei Bedarf für wenig Geld passend (mit unterschiedlichen Facheinteilungen wegen der 5 unterschiedlichen Baustein-Größen) erworben werden:

Für Eigenentwicklungen oder Reparaturen gibt es Leer-Bausteine in folgenden Größen:

o  27 x 27 mm: max. 4 Kontakte plus Masse; für Verbindungen, kl. Bauteile etc.

o  27 x 54 mm: max. 6 Kontakte plus Masse; für ICs, ZF-Bandfilter, Spulen etc.

o  27 x 81 mm: max. 8 Kontakte plus Masse; für Ferritantenne, M/O, Verteiler etc.

o  54 x 54 mm: max. 8 Kontakte plus Masse; für Röhren, kleine Einheiten/-Stufen etc.

o  81 x 81 mm: max.12 Kontakte plus Masse; Großbaustein für komplexere Stufen/Demo

(auf dem Foto fehlt der 54x54 mm Baustein; aber in einer Anlage sieht man diesen...)

Die weiße Oberseite kann dann entweder mit wasserfestem Filzstift beschriftet oder das passende Symbol (oder Schaltung) aufgebracht werden. Mit Laserdrucker (nicht Tinte!) kann die Beschriftung auf weissem Karton oder kräftigem Papier erfolgen; auf die Oberseite kleben, mit selbstklebender Klarsichtfolie abriebfest machen - fertig! Wegen der chemischen Reaktion des Folienklebers mit Druckertinte sähe es bald sehr unschön aus...

Informationsmaterial, Preislisten, der Bauteil-Katalog und Downloads von Unterlagen und Beschreibungen gibt es hier; eine CD mit allen Anleitungen im PDF-Format ist für Euro 6,- erhältlich. Wer den Braun Bauteile-Katalog von 1972 sehen möchte (z.B. wegen der Alt-Bausteine), kann bei mir die 4 Seiten im PNG-Format anfordern. 

Allen nun Interessierten wünsche ich günstige Einkäufe und allzeit gutes "Legen".

G.S.

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Günther Stabe
07.Oct.12
  2

Als Ergänzung zu den nunmehr vollständig dokumentierten Curricula zum LECTRON-System  in Deutschland haben wir einen interessanten Zwischenstand ausserhalb Deutschlands im RMorg anzubieten:

Das Curriculum von Raytheon (USA) seit 1967 ist nun weitgehend geklärt; die entsprechenden Modellblätter sind angelegt. Es handelt sich um 17 Kästen bzw. Ergänzungs-Sets (Add-On boxes), der Inhalt besteht aus 1 bis maximal 101 Lectron-Bausteinen. Letzterer hatte eine einmalig schöne  Ausstattung im polierten Holzkoffer! Dank der Mithilfe von Michael Peters ist es gelungen, alle Inhalte (bis auf zurzeit Add-On #8 und Series 4) zu klären und zu dokumentieren. In der angehängten Darstellung ersieht man alle wichtigen Zusammenhänge, Details wären dem jeweiligen Modellblatt zu entnehmen (Modellsuche: Lectron - danach vorblättern auf Seite 2).

Bei der Suche nach weiteren LECTRON-Angeboten stiess ich in der letzten Zeit immer wieder auf Angebote von vier unterschiedlichen Anzeigen (Werbung) aus Italien. Kollege Zufall half auch noch, und so kann ich heute zumindest 8 verschiedene Experimentier-Sets - als Curriculum - anbieten (s. Anlage), wobei die Ergänzung 2005 vom Inhalt noch nicht feststeht:

Die Firma INELCO (Italien) warb ab 1973 nachweislich für ihr LECTRON serie 2000, basierend auf der italienischen Ausgabe des Braun Buchlabors; durch verschiedene Ergänzungs-Sets nebst Anleitungen (ähnlich: Raytheon Add-on #...) konnten zusätzliche Experimente durchgeführt werden. Die Gesamtzahl der Versuche belief sich lt. Werbung auf 213 (!). Offenbar wurde vom sogenannten "Zentralbaustein" (Abbildung befindet sich u.a. in Post 1) vermehrt Gebrauch gemacht. Das in einer Anzeige dargestellte MW-Radio habe ich zusammengestellt und bei diesem Modell als Muster hochgeladen.

Wer noch Informationen und Ergänzungen zu diesem Thema einbringen kann, sollte sich bei mir melden.

G.S.

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Günther Stabe
10.Dec.13
  3

Auf Anfrage von Michael Peters (w w w lectron info) und mit der Genehmigung der RWO (RehabilitionsWerkstätten Oberrad - Frankfurter Verein) durften wir die derzeitige Produktionsstätte besuchen, mit den Verantwortlichen Gespräche führen und einen Blick in die noch verbliebenen Unterlagen/Fotos aus der Braun AG- und Lectron GmbH-Ära werfen.

Daraus resultierten einige weitere Modellanlagen im RMorg, sowie exaktere Jahresangaben, Inhalte und Preise zu allen Lectron-Modellen. Die Preisgestaltung war allerdings sehr unterschiedlich und beruhte einerseits auf den gestiegenden Kosten (im Allgemeinen) und der Weiterentwicklung (ggfls. neue bzw. veränderte Zusammenstellungen).

 

Hiermit möchte ich der RWO nochmals für die hervorragende Unterstützung danken.

Die sinnvolle Beschäftigung der Mitarbeiter ist oberstes Gebot; es darf  kein Produktionsbetrieb im üblichen Sinn sein. Daher ist die Homepage (w w w lectron de) auch zurückhaltend informativ – und nicht plakativ oder kaufanreizend.

Dennoch freut sich RWO über jeden – auch kleineren - Auftrag – denke ich…denn es sind noch genügend Reserven auf Lager, und die Mitarbeiter haben eine sinnvolle Aufgabe für die Produktion, Test, Zusammenstellung und Versand der Bausteine bzw. Kästen.

Interessant war auch, dass die Deutsche Lectron GmbH München als Produzent der Bausteine (1965-1972 ?) weitere Bausteine in der Planung / Vorbereitung hatte, wie z.B. Summer, Mikrofon und Bausteine mit 3-, 6- und 8-fach-Steckvorrichtung; ebenso der Lectron-Motor, der 1965 im US-Patent erwähnt und ca. 1969 im Experimentierkasten 111 erstmals Anwendung fand (Quelle: Preisliste 1970).

Die Anzahl der im RMorg angelegten Lectron-Modelle (Experimentierkästen, Ergänzungspackungen, etc.) für Jugendliche, Schulen, Studenten und Labors beträgt heute 106; bei einigen Kursen sind Varianten (eigentlich ein eigenes Modell) im Text aufgeführt, aber nicht angelegt. Die Gründe sind u.a.: sehr ähnlich, sehr speziell, (noch) unbekannter Inhalt oder in Planung.

 

Die Verteilung auf die herausgebenden Firmen / Länder ist folgendermaßen:

 

Deutschland:

1966-1967 - Egger-Bahn, München:  6 Kästen (800, 8000, 8100, 8200, 8300, 8400)

 

1968-1972 - Braun AG, Frankfurt:  31 Kästen (incl. 6 von Egger) mit zusätzlichen Labor-Varianten, 47 Ergänzungspackungen 4xxx, 2 Bastelkästen im Lectron-Look (Radio und Wechselsprechanlage; es waren weitere in Planung); Varianten zum System 300S oder Laborsystem – sind im Text erwähnt – nicht als separates Modell.

Anleitungen waren in verschiedenen Sprachen vorrätig (englisch – s. RAYTHEON -, französisch, niederländisch, italienisch – s. INELCO -, dänisch, schwedisch, finnisch)

 

1972-2001 - Lectron GmbH (Manfred Walter), Kronberg u.a.: 11 neue Kästen (zusätzlich 19 Kästen aus der Braun-Ära), und weitere Labor-Varianten. Ab 1982 Einführung von Silizium-Halbleitern (System 500). Ab ca. 1995 Mitarbeit von RWO *.

2001-aktuell - RWO Frankfurt: 29 Kästen (Neu-Entwicklungen bzw. einige überarbeitete Alt-Ausgaben *), dazu ca. zwei im Text erwähnte - in Planung befindliche – Ausgaben: 1016  und 1109 (Teil 2 von 1108).

 

Italien:

1973-1977 - INELCO,Tavernerio:  8 Kästen bzw. Ergänzungspackungen auf der Basis „Buchlabor“ (Sistema 2000); bei der Packung 2005 kennen wir (noch) nicht den genauen Inhalt.

 

USA:

1967-1970 - Raytheon / Macalaster: 16 Kästen bzw. Ergänzungspackungen, sowie eine Sonderausgabe S822 Lectron LC III von Creative Playthings Inc. ist im Text (mit Foto) erwähnt. Von zwei Sets (Add-on #8 und Series 4) kennen wir (noch) nicht bzw. nicht genau den Inhalt.

1972-1975 - Kimble Products (Owen-Williams): 3 Experimentierkästen „Mr.Wizard’s“, vermutlich aus Beständen der Macalaster Scientific Co.

____________________________________________________________________

 

Damit konnte im November 2013 ein vorläufiger Schlussstrich unter die Dokumentation der Entwicklung von fast 50 Jahren Lectron gezogen werden. Mein Dank gilt nicht zuletzt auch Michael Peters für den ständigen Kontakt und eine hervorragende Zusammenarbeit durch Versorgung mit aktuellen Informationen.

 

Die aktuellen Diagramme zum Programm Egger, Braun AG, Lectron GmbH und RWO können unterstehend eingesehen werden. Die Diagramme von Raytheon und Inelco sind bereits in Post 2 enthalten.

 

Die Lectron-Darstellungs- und Experimentierform hat bis heute nichts von ihrer Attraktivität verloren – und erlaubt auch weiterhin viele Experimente und Eigenlösungen zum Verständnis, zur – auch persönlichen – Weiterentwicklung, Schulung und Lehrtätigkeit: von Physik allgemein über Elektrik, Elektronik, Digitaltechnik bis hin zur Biotechnik.

Die nächsten großen Jubiläen in 2015/2016 (7. Mai 1965 = 50 Jahre Patentanmeldung in Deutschland, 4. Mai 1966 dto. in USA, 5. Mai 1966 dto. in Großbritannien; 4. April 1966 Anmeldung zur Wort-/Bildmarke) und die Markteinführung Anfang/Mitte1966 – ein genaues Datum ist derzeit nicht bekannt – werden zu gegebener Zeit eine entsprechende Würdigung finden.

G.S.

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Günther Stabe
07.May.15
  4

...es gibt immer noch einen Abschluss - nach einem vorläufigen Abschluss... aus Gründen der Übersichtlichkeit habe ich einen neuen Thread eröffnet und habe weitere Fakten zu "50 Jahre Lectron" und der Entwicklung  hier zusammengestellt. 

Dort wird die Chronologie von den ersten Schritten bis zum Stand per heute in Kurzform dargelegt; es wurde etliches an Archivmaterial, Funden, Käufen und Befragungen gesammelt und ausgewertet.

Die Quellen waren u.a. BraunCollection Kronberg, RWO Frankfurt (darin: Archiv Braun/Lectron GmbH), Dietrich Lubs (ex Braun Chef-Designer) und Sammler weltweit; die Paarung von Neugier und Besessenheit (Michael Peters) und Technik-Interesse (G.S.) erzeugte einen Wust von Informationen - die englische Seite (M.P.) zu Lectron kann unter w w w lectron info eingesehen werden - dort ist eine andere Struktur, daher ergänzen sich beide Informationen perfekt.

G.S.

Günther Stabe
27.Nov.15
  5

Das Lectron-Jubiläumsjahr (man hat sich nun auf 2016 geeinigt = erste Auslieferungen im Juli 1966) wirft seine Schatten voraus:

Hier kann der interessierte Leser unter dem Punkt "Neues" einige neue Bausteine nebst einer Kurzbeschreibung sehen. Diese sind bewusst einfach gehalten und entgegen der Lectron-Physolophie nicht in viele Einzelbausteine zergliedert - da hätte man auch ein großes HF-Problem... Die Preisgestaltung ist noch nicht abgeschlossen und wird zeitnah vermittelt. Es handelt sich um limitierte Ausgaben für Sammler und / oder "Begleitmusik" für Lectron-Versuche; ein Teil der Bausteine kann auch mit Röhren-Bausteinen (z.B. Stereo-Wiedergabe) kombiniert werden.

Wie bereits hier angedeutet wurde, ist dieses nur ein Teil der Jubiläums-Aktionen; die diversen NOS-Lagerverkäufe - speziell für Sammler - sind in der Vorbereitungsphase und werden rechtzeitig bekanntgegeben.

G.S.

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Günther Stabe
27.Oct.16
  6

In den letzten Monaten habe ich wegen der Vielzahl von Bausteinen und Prototypen (Egger, Braun, M. Walter, externe Mitarbeiter), sowie der zunächst verwirrenden unterschiedlichen Nummerierung in Katalogen und Preislisten (ab 1966 bis heute, mehrere unterschiedliche Artikel-/Bestellnummern-Nummerkreise), eine Art DIN A6-Kartei im PNG-Format mit geringstmöglicher Speichergröße zwecks schnellerer Anzeige erstellt. Über eine Liste können dann diese Info-Karten angezeigt und bei Bedarf gespeichert und im A6-Format (13.5 x 9.34 cm) ausgedruckt werden.

Die Liste mit derzeit 630 Karten (entsprechend ca. 660 Artikel = Bausteine, Zubehör, Netzteile etc.) ist folgendermaßen geordnet:

1.  8xxx = Egger (Georg F. Greger)

2.  500x = Braun Modelle

3.  69040xx = Braun Bausteinsätze (Blisterpackungen)

4.  690809x = Braun Bastelsätze (geplant/realisiert)

5.  81xxxxx = Braun Nummernkreise (fortgeführt von Lectron GmbH - M. Walter)

6.  2005xx  = Inelco Sonderbausteine

7.  2xxx      = Lectron RWO ab ca. 2001 bis heute

8.  Viele Prototypen von externen Mitarbeitern (Funde, Fotos, Zeichnungen): TTL, Leistungselektronik, Steuerungs-/Regeltechnik, u.v.a.m.

Weitgehend konnte eine chronologische Reihenfolge eingehalten werden; die gespeicherten Darstellungen sind meist in der realen Größe abgebildet. Falls diese größer waren, als es der Bildbereich zuläßt, sind die realen Maße auf der Karte angegeben (Übergrößen, Demonstrationsbausteine etc.) Nicht immer war die Qualität von Scans alter s/w-Fotos ausreichend, aber mit etwas Nachbearbeitung dürfte der jeweilige Gegenstand deutlich genug erscheinen. Von einigen wenigen Netzteilen wurden bisher keine Abbildungen gefunden.

Bedeutung eines etwaigen Suffix im Bildnamen:

f = es ist mehr als ein Baustein dokumentiert (= ähnliche)

a = zusätzlich / alt

n = neuer

k = kursive Beschriftung mit wasserfester Tinte (!)

j  = IEEE-Norm (Inelco: Buchlabor für Japan)

-fg  = Franz F. Greger (Erfinder)

-mw = Manfred Walter

-js  = Joachim Schubert (Computertechnik DTL)

-hs  = Heinz Saucke (Buchlabor, Physik Experimentell)

-mg  = Maximilian Gürth (TTL, Leistungselektronik, Regelungstechnik)

-hb  = Hartmut Birett (Funktionsmodelle, physikalische Experimente)

-hd  = Dr. Hellmut Deller (DTL, TTL)

-bl  = Horst Blüm (Boolesche Algebra)

-ez  = Edzard Timmer (Kybernetik I / II)

-gk  = Gerd Kopperschmidt (Neuentwicklung von Unterlagen und Sortimenten)

(-gs  = G. Stabe)

Eine Grafik der im Laufe der Jahre erstellten Bausteine mit der Dauer des Angebots und des jeweiligen Mitarbeiters ist hier (unten rechts) zu sehen; die Grafik kann per Klick in größerer Darstellung angezeigt werden.

Die Kartei hat auch schon geholfen, bei Lectron-Angeboten den genauen Zeitraum der Fertigung von Bausteinen zuordnen zu können; damit sind auch von Dritten gefertigte Bausteine besser zu erkennen, z.B.  None-Standard-Blöcke.

Die Kartei ist nach vorläufig bestem Wissen erstellt; etwaige Fehler oder Ergänzungen werden gern noch berücksichtigt.

G.S.

 

 
Hits: 2954     Replies: 1
  50 Jahre Lectron (Patent-Antrag)
Günther Stabe
07.May.15
 
  1

Heute, am 7. Mai 2015, jährt sich zum 50. Mal der erste Patent-Antrag (Deutschland, Nr. 1 228 081) des Experimentiersystems Lectron.

Bereits hier hatte ich vor einigen Jahren einen Beitrag zu diesem System erstellt; in 3 Posts wurde das jeweils aktuelle Ergebnis von vielen Recherchen dargelegt.

Die Lectron-Geschichte:

1965 hatte Georg F. Greger (von Egger Bahn, München) eine geniale Idee: elektronische Komponenten und Verbindungen in gleichartige Würfel (Raster 27 mm bzw. ein 2- oder 3-faches davon) zu "verpacken" und über magnetische Kontakte zu verbinden. Die Bausteine waren durchsichtig mit einem weissen Deckel und darauf geprägtem Symbol.

Die Vorgeschichte:

Nach der Entdeckung des Transistors als verstärkendes Element am 24.12.1947 (Bell Labs, USA), dem ersten MW-Taschenradio als Superhet in Serienfertigung vom November 1954, dem Telefunken Versuchsmuster TR-1 (1955-1957), dem ersten sofort lieferbaren Transistorradio Deutschlands (im Ledertäschchen), und den ersten UKW-Transistorradios ab 1960 (hier als ein Beispiel von mehreren) gab es ein großes Interesse an dieser "neuen" Technik mit deren Möglichkeiten, auch in der industriellen Umgebung.

Zusammen mit der Bezahlbarkeit (und Verfügbarkeit) dieser neuen Halbleiter - aufgrund verbesserter Produktionsabläufe - wuchs der Wunsch des Bastlers, selbst einfache Empfänger bzw. Schaltungen aller Art zu erstellen und sich mit den Möglichkeiten der Elektronik vertraut zu machen. Hinzu kam der Wunsch nach einer einfach und schnell zu ändernden Anordnung der Schaltung - das war die Stunde dieser neuen Methode, die bis heute ein Novum für Experimentierfreudige darstellt. 

Die zunächst noch nicht vollends an die einige Monate später endgültige Form der Domino-Bausteine erinnernde Konstruktion wurde als deutsche Patent am 7. Mai 1965 beantragt. Hier waren noch gemeinsame Kontaktschienen für die Stromversorgung vorgesehen:

In den Folgemonaten wurde die Bauart der Steine überarbeitet, ergänzt und auf der 17. Internationalen Spielwarenmesse Nürnberg vom 13. - 18. Februar 1966 vorgestellt.

Am 4. April 1966 wurde das "Logo" (Wort-Bildmarke) Egger Lectron beantragt

(lief am 4. April 1996 aus), und am 5. Mai 1966 wurde das Patent für Amerika (3,447,249) beantragt. Der Patentantrag vom 10. Februar 1967 für Großbritannien ( 1 217 885) enthielt aber auch noch Anschlussleisten für die Verbindung zu externen Einheiten bzw. Messpunkten (=> Labor-Version).

Die ersten Auslieferungen der 4 verschiedenen Kästen (Grundkasten - 8000, Ausbaukasten 1 - 8100, Ausbaukasten 2 - 8200 und Super Lectron A - 8300) war für den Juli 1966 angekündigt.

Georg F. Greger erhielt auf der Electronica in München (20. - 26. Oktober 1966) für seine Erfindung den ersten Preis.

Ab Juli 1967 waren die Kästen Labor Lectron I - 8400 (für den Techniker, bereits 1966 präsentiert) und Mini-Lectron - 800 (für Einsteiger und Jugendliche) zusätzlich im Angebot. Angedacht waren u.a. auch abgeglichene ZF-Bausteine für Superhets, aber nicht mehr realisiert worden (Quelle: Zeitschrift hobby 18/66, 24. August 1966, Seite 99).

Weitere Bausteine, wie z.B. Mikrofon, Summer, Motoren und spezielle Bausteine mit Lötkontakten für individuelle Verwendung, waren geplant und z.T. in internen Teilelisten vorhanden.

Vermutlich wurden bereits 1967 Demonstrations-Bausteine (in dreifacher Größe) - für den Frontalunterricht an einer magnetischen Tafel - vorbereitet bzw. als Kleinstserie produziert; diese Baustein-Sets wurden auf Ausstellungen unter den Bezeichnungen (3000) / 3100 / 3200 bekannt gemacht (hierzu wurden 2014 diverse Muster aufgefunden).

Bereits in der zweiten Jahreshälfte 1967 löste die Firma Egger-Bahn München einige Bereiche auf und verkaufte sie an andere Unternehmen; das Lectron-Sortiment wurde von der Braun AG Frankfurt/M. übernommen und weitergeführt. Hier sind innerhalb kurzer Zeit neue Experimentier- und Demonstrations-Kästen mit verändertem Curriculum entwickelt worden, zumal sich auch vermehrt Schulen und Unternehmen dafür interessierten und sich einige Änderungen in der Zusammenstellung bezüglich der jeweiligen Zielgruppen bzw. Ausbildungswege - inkl. Unterrichtsmaterial - wünschten. Neben Elektrik und Elektronik war nun auch Computertechnik (von Joachim Schubert, München) und Schaltalgebra / Bool'sche Algebra (von Horst Blüm, Frankfurt) abgedeckt. Kybernetik (Phototaxis, von Edzard Timmer, Tarmstedt) war bereits vorbereitet, ist aber erst 1973 im Ausbausystem 2M (M = Motorensatz) integriert und verkauft worden.

Auf dem obigen Foto erkennt man am Bildrand oben eine Grundplatte mit einem pultförmigen Ansatz: es ist das geplante Zubehör Nr. 5002 (Mess- und Anschlussleiste, vermutlich auch mit Spannungsversorgungen) für die Laborentwicklung - ähnlich wie auch bereits Georg F. Greger sich das Anfang 1966 vorgestellt hatte...

Entwürfe von Maximilian Gürth zur Leistungselektronik und Bauteile-Technik mit Demonstration von Triac, Diac, Thyristor, Leistungstransistor etc. wurden - eventuell in anderer Form - erst ab ca. 1975 von Manfred Walter (Lectron GmbH Frankfurt) realisiert (als System 500 ?). Auch die von M. Gürth entwickelten Muster mit TTL-Technik sind u.a. bei E. Timmer erst 2015 wieder aufgefunden worden - dieses wurde weder von Braun noch Lectron GmbH jemals so umgesetzt... In diesen Zeitraum fiel auch die (von Autoren geforderte) Umstellung der Digitaltechnik-Bausteine von + auf - (Masse); die Realisierung erfolgte auch hier eher zögerlich.

Der Entwurf von Edzard Timmer eines "ferngesteuerten Fahrmodells" (1970/71) unter Verwendung von Bausteinen aus "Computertechnik" führte zur Verwendung dieses Modells zu Demonstrationszwecken auf Messen; das "Gehirn" (= digitale Steuerung) ist in einem BRAUN-Prospekt von Mai 1971 abgebildet. Ich plane derzeit einen Nachbau und werde das Ergebnis zu gegebener Zeit als Prototyp anlegen. Die Original-Entwürfe hierzu - sowie zu Kybernetik I / II - liegen vor.

Über 40 unterschiedliche Angebotsformen (einschließlich der Restverkäufe der Egger-Kästen) sowie einige Bastelsätze sind derzeit belegt (.u.a. Radio und Wechselsprechanlage) und 47 Ergänzungspackungen - die waren bereits bei Egger-Bahn angedacht worden).

Eine Sonderstellung nimmt das Buchlabor "Was ist Elektronik?" ein, mit Begleitbuch-Illustrationen von Jules Stauber (Text von Heinz Saucke, Winsen/Aller). Auszeichnungen als "schönstes deutsches Jugendbuch 1969" der Stiftung Buchkunst und die Bronzemedaille der Internationalen Buchausstellung 1971 in Leipzig, sowie rege Nachfrage bis heute, sind Beispiel für den Erfolg. Das Buchlabor erschien in sieben Sprachen; einige Ausgaben der Ur-Version in spanisch, englisch und italienisch sind kürzlich wiedergefunden worden und können noch erworben werden.

Raytheon USA (Schulungsbereich: Macalaster) übernahm ab 1967 parallel einige Sortimente mit selbst produzierten Anleitungen und eigener Verpackung - bis hin zu Edelholz-Luxuskästen, insgesamt 16 unterschiedliche Ausgaben einschl. Erweiterungspackungen.

Ab etwa 1972 wurden von Kimble Products (Owen-Williams, USA) drei verschiedene Experimentierkästen angeboten: Mr.Wizard's Experiments in Electronics / ~II / ~III.

Die Herstellung der Bausteine erfolgte durch die Deutsche Lectron GmbH München, Albert-Rosshaupter-Str. 73 (1967 - 1972); dort war bis zuletzt auch noch Georg F. Greger tätig. Ein Aussenlager in München-Allach diente zum Verpacken und dem Versand der zusammengestellten Kästen.

Nach der Übernahme der Braun AG durch Gilette USA (und dadurch erzwungene Konzentration auf den Rasierer-Markt, sowie Abstoßen nicht gewinnbringender Sparten) wurde der Geschäftsbereich Lectron am 1. Oktober 1972 an den Braun-Mitarbeiter Dipl.-Ing. Manfred Walter übertragen; der Vertrieb für Europa-Süd fiel an die Inelco IEC SrI Italia, die wiederum ein neu strukturiertes Angebot schuf. Hier war das Ziel, mit einem kleinen Startpaket (Braun Buchlabor = Serie 2000 / sistema 2000) zu beginnen und mit kleinen Ergänzungskästen (insgesamt 8 unterschiedliche Angebote) auch weniger betuchten Interessenten eine Möglichkeit zum Erlernen dieser Technik zu geben - allerdings nur Basis-Elektronik.

Manfred Walter führte die Produkte unter der Firmierung Lectron GmbH (Kronberg / Frankfurt / Niedernhausen) fort und entwickelte eine Vielzahl von Experimentierkästen und weiteren Schulversionen; derzeit sind über 40 unterschiedliche Ausgaben (zunächst einschließlich der ehemaligen Braun-Sortimente) belegt. Spezialgebiete wie Kybernetik (Curriculum I -Phototaxis- und II -Sensorik-, von Edzard Timmer, Tarmstedt), Ökologie und biologische Funktionsmodelle (Autor: Hartmut Birett, Elz) wurden abgedeckt, aber auch Elementarkenntnisse mit Physik Experimentell (Heinz Saucke).

Aus Altersgründen wurden die umfangreichen Bestände 2001 an Werkstätten des Frankfurter Vereins (aktuell: RWO - Reha-Werkstätten Oberrad) als Schenkung übergeben, die die Tradition von Entwicklung, Produktion und Versand fortführten. Auch hier beziffert sich die Vielfalt derzeit auf ca. 40 verschiedene Ausgaben (überarbeitete und neue Versionen durch einen externen Mitarbeiter).

Zusammenfassung: Selten konnte man ein so kontinuierliches Angebot - mit der Anpassung an die Erfordernisse bei gleichem Design der Bausteine - beobachten; das zeugt von der Universalität der Konstruktion bis in die heutige Zeit, wobei noch keine Grenzen dafür erkennbar sind.

Daher ist das Jubiläum "50 Jahre Lectron" (Zeitraum vom Antrag für ein deutsches Patent am 7. Mai 1965 bis zu ersten Auslieferungen im Juli 1966) ein besonderes Ereignis und man kann immer wieder dem Erfinder Georg F. Greger für seine geniale Idee danken. Auch wenn das Produkt im harten Wettbewerb zu anderen Erzeugnissen der elektronischen Experimentierkästen stand, ist die Darstellung mit den Symbolen auf den weißen Oberflächen, die die eigentliche Gesamtschaltung (Stromlaufplan / Schaltplan) zeigen, sowie die völlige Vermeidung  von Kabelverbindungen (= Fehlerquellen) wohl weltweit einmalig und gehört damit nicht zum "alten Eisen". Auch wenn der Preis für Neuware zunächst als etwas zu hoch erscheint, ist doch die Haltbarkeit neben der Möglichkeit zu eigenen und weiteren Entwicklungen ein Trumpf in der Hand des Entwicklers, Schülers, Studenten oder experimentierfreudigen Laien. Alles ist "made in Germany" - das hat seinen Preis...

Hier im Radiomuseum zeigen wir derzeit 118 Lectron-Angebote, wobei einige Varianten oder sehr ähnliche Versionen zusammengefasst wurden - da, wo es sinnvoll war.

Zu "50 Jahre Lectron" gingen verschiedene Vorschläge bei RWO ein; wir müssen abwarten, welche interessanten Angebote, u.a. NOS-Lager-Abverkäufe oder ein Sondermodell, in den nächsten Monaten bekannt gegeben werden - ich möchte noch nicht zuviel verraten...

An dieser Stelle ist für die unermüdliche Hilfe und umfangreiche Quelle von Forschungsergebnissen der Sammler-Kollege Michael Peters (USA) zu nennen; weitere Nachforschungen, insbesondere zu nicht realisierten Anleitungen / Bausteinen von Maximilian Gürth (s.o.) und Hellmut Deller, stehen zum Ende des Jahre noch an.

Zum Abschluss noch eine Darstellung meiner letzten "Legearbeit". Der Anlass: da nun auch in meiner Stadt der lokale MW-Sender abgeschaltet wurde, musste eine Lösung für einen einfachen Empfänger her, der auch entfernte Stationen ohne viel Aufwand zu Gehör bringt. Da fiel mir das KW-Retroradio-Projekt ein und so erweiterte ich einen einfachen Lectron MW-Abstimmbaustein (Antennen-Koppel-C, Drehko)  um einen Transistor BC547C, 2 Widerstände, 3 Kondensatoren, LED, KW-Spule (wahlweise umschaltbar mit MW-Spule bzw. Festinduktivität) und Poti für ein rückgekoppeltes Audion - und schon war mein leistungsstarkes Lectron-Radio mit Transistoren (BC547, AC125, AC125 [,BC307 als Lautsprecher-Treiber]) einsatzbereit! Auf der Abbildung sieht man die kleine Kopfhörer-Version, die mit nur 3 Bausteinen zur Lautsprecher-Version erweitert werden kann  (oberer Teil). Man kann mit Lectron diese Schaltung auch mit diskretem Aufbau realisieren, nur kann es Probleme wegen der HF mit den langen Verbindungswegen und der Metall-Grundplatte geben. Diese "Schaltung" wäre auch recht groß geraten - mir schwebte da eher etwas im max. A5-Format vor...

G.S.

EDIT vom 22.08.2015: einige Ergänzungen aufgrund neuester Ergebnisse, sowie Würdigung der Mitarbeit und Quellen.

 

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Ernst Erb
23.Aug.15
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Lectron-Bausteine sind immer wieder über eBay zu erhalten. Wie Günther Stabe eindrücklich zeigt, lässt sich Lectron aber auch ausbauen. Dazu gehört richtiges Löten.

Es lassen sich mit Lectron aber auch alternative Bausteine erstellen, wie den 1-Transistor-Reflex-Super. Aber auch das interessante IC MK484 und deren Derivate könnten zum Einsatz kommen.

Beim Modellblatt Retro Kurzwellen-Radio-Bausatz finden Sie eine Fülle von Informationen für den Bau von einfachen Empfängern und Hilsmittel dazu. Scrollen sie einfach beim Modellblatt herunter.

 

 
Egger-Bahn GmbH & Co KG (Lectron); München
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