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Telefunken Deutschland (TFK), (Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH

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Name: Telefunken Deutschland (TFK), (Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH    (D)  
Abbreviation: telefunken
Products: Model types Others Tube manufacturer
Summary:

Telefunken Deutschland (TFK), verschiedene Standorte. Wehrmacht-Herstellerkurzzeichen "bou".

Die 1903 gegründete Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH, eine zu gleichen Teilen dotierte Tochter von AEG und S&H, geht am 1.10.41 vollständig in den Besitz von AEG über. Sie war zwecks Zusammenlegung der sich rivalisierenden Aktivitäten von Braun und Slaby-Arco gegründet worden und diente in der Folge bei Rundfunkempfängern (Radios) und Rundfunkröhren vor allem als Marketingfirma.

1903 Gründung: Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH; Radios ab 1923.
1941: unter AEG;
1967: Aktiengesellschaft AEG-Telefunken;
Röhren: Aus "Radios von gestern" Seite 205:
Gemäss [638545] übernimmt 1921 Osram die Fertigung von Telefunken-Röhren und 1939 übernimmt Telefunken das Röhrenwerk von Osram. 1941 endet die Beteiligung von Siemens an Telefunken. Nach dem Krieg übernimmt AEG die Telefunken und in den 80er Jahren gelangt sie an die französische Gruppe Thomson.

Founded: 1903
History:

Aus Radiokatalog Band 1:

Als Markenfirma - nicht aber als Herstellerin - dominiert Telefunken für Deutschland in Sachen Radios bereits ab Mitte der 20er Jahre den Markt und erreicht 1933 einen Marktanteil von 17,4%, gefolgt von Saba mit 10,9 und Mende mit 10,1% [503]. Der Anteil fällt 1934 auf 12,1%.

Im Buch «Radios von gestern» auf Seite 105 [1-105] finden Sie eine relativ ausführliche Beschreibung - vor allem aber 77 Abbildungen und mehr als 300 Nennungen. Dazu gibt es ausführliche Primärliteratur zum Thema Telefunken. Der Text über diese Grossfirma präsentiert sich hier deshalb nicht ausführlicher als der anderer Unternehmen.

Die 1903 gegründete Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH, eine zu gleichen Teilen dotierte Tochter von AEG und S&H, geht am 1.10.41 vollständig in den Besitz von AEG über. Bis zum Zweiten Weltkrieg fabrizieren ausschliesslich AEG und S&H die inländischen Geräte für Telefunken. Die Entwicklungen teilen sich alle drei Firmen. Grundsätzlich ist Telefunken bis dann eine Entwicklungs- und Marketingfirma, wobei auch Prototypen entstehen. Trotzdem beschäftigt Telefunken 1941 weltweit um die 40'000 Personen.

Die Telefunken-Veröffentlichungen wie «Der Telefunken-Sprecher» sowie die Festschrift «50 Jahre Telefunken» [496] geben Auskunft über die vielseitigen Tätigkeitsgebiete dieser Firma und zeigen deren marktbeherrschende Stellung in Deutschland. In diesen Unterlagen kommen zahlreiche Übertreibungen vor, doch war Telefunken international für gute Qualitätsprodukte bekannt.

Die Einführung des Superhet, 1932, beginnt das «Trio» von AEG, Siemens und Telefunken erst relativ spät. In der Folge entwickelt es auch spezielle Röhren dafür. Der Start ist auch nicht ganz glücklich, gibt es doch auch 1933/34 Probleme mit Schwingneigungen der günstigeren Apparate.

Um in die Klasse der Zweikreiser einbrechen zu können, konstruiert das «Trio» einen Vierkreis-3-Röhren-Super mit induktiv-kapazitiv geregelter Rückkopplung im zweiten ZF-Kreis, was die ZF-Verstärkung auf das Fünffache steigert. Die ganze Konstruktion bringt jedoch nach Alterung der Röhren Empfangsaussetzer, Verstimmungen und Eigenschwingungen bzw. Pfeiftöne, die bei jedem Sender vorkommen. So bekommt denn das Modell «Nauen 330» den Übernamen «pfeifende Johanna».

Durch den Verkauf der Siemens-Anteile von Telefunken an AEG im Jahr 1941 hat Telefunken 1942 eigene Vertriebsgesellschaften im Ausland zu gründen: Brüssel, Agram, Budapest, Mailand, Prag (statt Radiotechna GmbH), Krakau, Strassburg. Wo Siemens Radiofabrikationsstättenbetrieben hatte, führt diese Telefunken z.T. weiter. Schon ansässig ist Telefunken in Paris, Oslo, Zürich und Madrid [Museums-Bote 9].

Die im Bericht des Telefunken-Mitarbeiters R. Ohse über die ersten Nachkriegsjahre [DRM] erwähnten Betriebsstätten in Berlin wie die Röhrenwerkstatt Rothenburg in der Schönhauser Allee (Brenner und Kathoden), Werkstatt Schmidt in der Fidicinstrasse (Quetschfüsse) sowie eine kleine Röhrenfabrikation in einem Bunker am Reichstagsplatz zeigen eine eigene Produktion kurz vor oder während des Krieges, ausser der Mitarbeiter unterschied nicht zwischen Osram und Telefunken. Zudem gibt es dann eine Röhrenentwicklungsstätte Max-Strasse und eine Betriebsstätte Franklinstrasse.

Dazu ist zu berichten, dass Ende des Krieges gegen 400 weit verstreute Betriebsstellen in und ausserhalb Deutschlands ca. 40'000 Personen beschäftigen [DRM95]. Ohse listet auch alle vom Juli 1945 bis Ende 1948 erzeugten Rundfunkempfänger mit Stückzahlen [DRM96, DRM97] auf.

Im früheren Werk Sickingenstrasse von Osram (Moabit) entsteht wieder ein Röhrenwerk und die Zentralverwaltung von Telefunken. Die Keimzelle ist zuvor eine Villa am Genfer Weg 1. Die zerstörten Gebäude Tempelhofer Ufer 9 und Hallesches Ufer 30 gibt Telefunken auf. Das grösste Werk in Zehlendorf, Goerzallee dient als US-Hauptquartier und später als US-Kaserne.

In den letzten Kriegsjahren baut Telefunken in Ulm eine Rundfunkröhrenfabrik, wo nach dem Krieg die Stahlröhren vorerst einen Glaskolben erhalten, da die maschinellen Voraussetzungen für die komplizierte Stahlschweisstechnik fehlen. Das Werk Berlin hingegen kann die normalen Stahlröhren fertigen. Im Oktober 1947 produziert Telefunken in Ulm mehr als 100'000 Röhren pro Monat; 1949 sind es um die 150'000 bei ca. 1500 Beschäftigten [664905].

Eine Radioproduktion in Deutschland hingegen entsteht erst nach dem Krieg: Das im Krieg ausgebrannte Geschäftshaus Mehringdamm lässt Telefunken wieder aufbauen und nutzt es für die Entwicklung von HF-Geräten. Im bisherigen Werk Schwedenstrasse der AEG richtet Telefunken eine Rundfunkgeräte- und Elektroakustik-Fertigung ein.

In den Werken Berlin, Dachau (als Werk München = M = 8M64GWK, 9M65WLK sowie B644GWK und B744GWK) und Hannover (= H = 8H.. und 9H..) baut Telefunken bis 1949 verschiedene Empfänger mit mehr oder weniger behelfsmässigen Einrichtungen, wobei vor allem der Kleinsuper 4347GWK von 1947 an die Krisenzeiten erinnert. Allerdings hat der Sammler bei der Restauration einige Tücken von «Notgeräten» zu kennen: «Filius 8H43GW» führt ein Chassis aus dicker Pappe, «Filius SK» (für SonderKlasse bzw. Filius II bzw. Filius-Umstellung) wie auch «Csardas 9H65GWK» und SK50 tragen die Verbindungen als geschweisste Starrverdrahtung auf Hartpapier als Chassis! Die Drahtzange bildet also das «Auslötgerät» bei Reparaturen. Telefunken kann sich darauf wieder als führende Firma etablieren. Später ist Telefunken allerdings wieder «nur» eine Marke; die Fertigung entsteht in anderen Betrieben.

Telefunken kauft das frühere Werk Dr. Erich F. Huth GmbH in Hannover, Göttinger Chaussee, sowie die Anteile daran von C. Lorenz AG und fasst die Rundfunk-Entwicklung dort 1949 zusammen. Die Betriebsstätten in Hannover entwickelt Telefunken zu ihrem grössten Apparatewerk mit den Bereichen Rundfunkempfänger, Plattenspieler, TV-Geräte, Elektroakustik und Spezialgeräte. Mehr Informationen finden Sie in der «Telefunken Zeitung» 1950/51, Hefte 87-93.

Ab 1951/52 datiert Telefunken seine Radio-Modelle voraus, wodurch z.B. «Opus 50» im nächsten Jahr zu «Opus 52» mutiert. Karl-Heinz Müller zeichnete in [639500] die Gerätebezeichnungen bei Telefunken inkl. Exportgeräten bis zum Ende der Röhrenära in den 60er Jahren sehr informativ auf.

1967 verschmilzt Telefunken mit der AEG zur Aktiengesellschaft AEG-Telefunken [149], später verkauft AEG den Teil Telefunken an den französischen Thomson-Konzern.

Telefunken in Ostdeutschland:

Das Telefunken-Werk in Erfurt erhält den Namen Funkwerk Erfurt. Es produziert meiner Information nach an Radios jedoch lediglich 1947/48 das Modell 428GW.

Ca. ab 1951 baut VEB Röhrenwerk Anna Seghers, Neuhaus a. Rennsteig als ehemaliges Telefunken-Röhrenwerk [DRM97] die Batterieröhren DAF191, DF191, DK191 und DL191.


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
23/24 Netzteil für Wirtschaftsfunk   mit Lorenz + Huth gef. 
22/23 EV1297 RE38  8 ausw.Spulenkästen 
30–32 Arcophon 8   Laut Katalog umschaltbar für alle üblichen Röhren (RE134, RES164d, RE304, RE604). 
33/34 660WLK (T660WLK)   Das Modell ist zwar in Radiokatalog Bd. 1 für Telefunken D gelistet, dort aber mit... 
33–35 Nauen 330WLK (T330WLK) RENS1264  ZF - MW = 232 kHz, ZF - LW = 500 kHz. Kathoden - Mischung. Paralleltype zum Tel... 
33–35 Super Schrank Bayreuth 654WSK (T654WSK) RENS1234   
37/38 Gross-Super 776WK T776WK ACH1  Regelbare Bandbreite. ZF unterschiedlich, je nach Region: westlich 473 kHz, sonst 468 kHz. 
37/38 Der kleine Telefunken 713GW CF7  =Siemens 72GW ; bei Wechselstrom AZ1 nötig. 
37/38 Super 766GW (T766GW) CK1  Variable Bandbreite. 
39 930WK (T930WK) AF7   
49/50 Filius SK 9H43GW [Pressstoff] UCH11  L-Abst;ab 7.49=Pertinax-Chassis [572] 
49/50 Viola 6549GWK (T6549GWK) UCH11  Für den Betrieb an Wechselspannung 110 und 125 V ist ein Autotrafo eingebaut. Nu... 

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

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Forum contributions about this manufacturer/brand
Telefunken Deutschland (TFK), (Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH
Threads: 17 | Posts: 45
Hits: 3177     Replies: 0
  Telefunken Reparaturauftrag
Wolfgang Eckardt
08.Dec.09
 
  1

In einem Werkstattbuch von Telefunken 1937/38 fand ich ein Schreiben des

"Sächsischer Telefunken Vertrieb" GmbH

und dazu Formulare für einen Reparaturauftrag der Firmen, die der Vorbesitzer, eine frühere Reparaturwerkstatt in Kahla, dort eingelegt und dann wahrscheinlich vergessen hat.

Für Interessenten habe ich einen Scan davon angehängt.

Wolfgang Eckardt

 
Hits: 2526     Replies: 0
Telefunken Röhrenfertigung
Martin Renz
06.Mar.13
  1

Listen mit der Anzahl der von Telefunken entwickelten und gefertigten Röhren in den Werken Ulm und Berlin finden sich in diesem Beitrag:

"Fertigung der Werke"

 
Hits: 2559     Replies: 0
Telefunken: [Video] Röhren-Werbung
Hans Völkening
25.Aug.11
  1

Schon mehrfach hier im RMorg gezeigt, aber nie auf Hersteller verlinkt - daher immer wieder in den Untiefen von "Talk" verschwunden.

License: Standard YouTube License
Uploaded by: superpowerplay on Dec 23, 2006
Link-Check: 2011-08-25
Search key: vidhvol
 
Hits: 2339     Replies: 0
Weihnachten mit Telefunken 2
Jochen Willnow
19.Dec.10
  1

Im Vorraus frohe Weihnachten und alles Gute im kommenden Jahr

wünscht

Jochen Willnow


Bildbreite korrigiert, bitte die Formate beachten <600 Pixel Breite und <40KB.

 
Hits: 2163     Replies: 0
Weihnachten mit Telefunken
Ralf Keil
18.Dec.10
  1

Diese beiden TFK- Werbungen befinden sich in meiner Sammlung. Es handelt sich um einen Anhänger um 1935-40 und einen Werbeaufsteller der vermutlich aus den 1950`er Jahren stammt. Interessant ist die Modifikation der TFK-Raute. 
Wer hat noch Weihnachtswerbung von TFK im Fundus ?

Grüsse!

Ralf Keil

 

 

 
Hits: 2322     Replies: 0
TELEFUNKEN nach 100 Jahren
Reinhard Hanschke
04.Aug.10
  1

Hallo,

falls noch nicht bekannt: "Telefunken nach 100 Jahren", so lautet der Titel des von Erdmann Thiele herausgegebenen Buches. 399 Seiten stark. ISBN 3-87584-961-2 vom www nicolai-verlag.de

Ein sehr interessantes Buch über die Produktpalette vom Ursprung an. Darin sind u.a. auch die versch. Telefunken Logo zu finden, sogar von China u. Arabien. Interessant auch die Beschreibung der Challenger-Raumfähre mit insgesamt 34 TELEFUNKEN-Wanderfeldröhren, u.v.a.m.

Bitte mal "googeln" da verschiedene Anbieter.

Viele Grüße

Hanschke Reinhard

 
Hits: 2200     Replies: 0
Telefunken Breslau
Reinhard Hanschke
04.Aug.10
  1


Hallo TELEFUNKEN - Radiofreunde,

in einer schlesischen Heimatzeitung konnte ich in Erfahrung bringen, daß sich ehemalige Mitarbeiter der TELEFUNKEN GmbH, Geschäftsstelle Breslau, Neudorfstraße 18, Nähe Gartenstraße, nach dem Krieg immer wieder getroffen haben. Nach Recherchen konnte ich mit einem der ehemaligen Mitarbeiter, H. Krüger, Radio- u. Fernsehtechniker-Meister, Kontakt aufnehmen. Wie er mir mitgeteilt hat, war TELEFUNKEN in Breslau mit einer Geschäftsstelle für alle Typen von Rundfunkgeräten, sowie Röhren, Ersatzteilen, Schallplatten und auch für alle sonstigen Geräte von TELEFUNKEN vertreten. Des weiteren wurden Lehrlinge ausgebildet und es war auch die TELEFUNKEN - Röhrenprüfstelle für Niederschlesien untergebracht. Auslieferungslager haben sich in Schlesien außerdem noch in den Städten Görlitz und Gleiwitz befunden. Die ehemalige Belegschaft (Büro, Lager, Verkauf und Werkstatt) bestand aus ca. 80 Beschäftigten. Bei einem ihrer Treffen wurde auch die ehemalige Arbeitsstätte aufgesucht. Das Bürogebäude und das Lagerhaus wurden stark beschädigt vorgefunden. Auch war damals in diesem Gebäude in den unteren zwei Stockwerken die Tabakfirma Brinkmann/Reemtsma aus Hamburg od. Bremen mit Gleisanschluss untergebracht.

Die Abteilung "ELA" (Elektroakustik) hat, je nach Bedarf der Kunden, entsprechende Anlagen hergestellt.

Wie o.a. aufgeführt, wurden in  Breslau alle defekten TELEFUNKEN - Geräte repariert. Wohl mit TELEFUNKEN - Reparaturauftrags-Formular, lt. Beitrag v. 8.12.09 von Herrn W. Eckardt, für das Land Sachsen. Die Geschäftsstelle Breslau wurde 1943 aufgelöst.

Wie ich weiterhin in Erfahrung bringen konnte, war in Breslau ein Telefunken-Rüstungswerk mit  über 2000 Beschäftigten. Hier wurden die Vorgänger von unserem heutigen Radar, nämlich die Funkmessgeräte Lichtenstein und Würzburg hergestellt.

Im angehängten Scan ein historisches Foto von 1941 das mir (uns) freundlichst Herr Krüger zur Verfügung gestellt hat. Frau Milde hat mir das Buch "TELEFUNKEN NACH 100 JAHREN"  zur Verfügung gestellt. Beiden ein herzliches "Dankeschön" !

Hanschke Reinhard

 
Hits: 2273     Replies: 1
Patentaustauschabkommen
Konrad Birkner † 12.08.2014
06.Apr.09
  1

In der Festschrift "25 Jahre Telefunken" (1928) werden auf Seite 54 und 55 die internationalen Patentaustauschverträge (u.a. mit RCA) erwähnt.

Ref:
Herr M.Roggisch stellte freundlicherweise die Informationen zur Verfügung.

Wolfgang Eckardt
06.Apr.09
  2

Ich möchte hier den interessanten Text der Seiten 54 und 55 aus der Festschrift der Telefunken-Gesellschaft "25 Jahre Telefunken" 1903-1928 wiedergeben.
(Siehe Anlage als OCR-Scan.)
Hier werden die von Konrad Birkner erwähnten Aussagen gemacht zu den Verträgen zwischen Telefunken und Marconi (und seinen Gesellschaften), die leider vielfach nicht bekannt sind.

W.E.

 
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Versuchssendungen Telefunken-Konzerte 1923
Uwe Ronneberger
26.Feb.09
  1

Telefunken-Konzerte.

Einstmals wurde die Welt von der Sowjet-Regierung mit der Telegrammadresse »An Alle « überrascht. Die unvergleichliche Ringsumwirkung der drahtlosen Telegraphie trat durch dies zu einem glücklichen Schlagwort zugespitzte Empfängerbezeichnung besonders deutlich zu Tage. .Seitdem sind auf dem Gebiet der drahtlosen Übermittlung außerordentliche Fortschritte gemacht worden. Von einer einzigen Stelle aus kann man heute weit freundlichere und willkommenere Dinge »an alle« senden als langweilige, eintönige Morsezeichen. Das Zeitalter der drahtlosen Kunstdarbietung für jeden, der die geeignete Lauschanordnung besitzt, ist gebrochen. Es ist bekannt, daß in anderen Landern allabendlich Musikaufführungen durch den Äther stattfinden. Bei uns sind diese Dinge noch in der Entwicklung. Die Telefunken-Gesellschaft veranstaltet zu Versuchszwecken von jetzt ab an jedem Mittwoch von 8 bis 9 Uhr abends ein Konzert in ihrem Geschäftshaus am Halleschen Ufer 12, das durch die auf dem Gebäude stehende Antenne mit der Welle 300 bis 400 m weitergegeben wird. Die Töne dürften innerhalb der Grenzen Deutschlands wohl überall zu hören sein und an vielen Stellen auch ins Ausland dringen. Es wäre der Gesellschaft Telefunken sehr erwünscht, wenn sie von möglichst vielen der für sie unsichtbaren Zuhörer schriftliche Nachricht über die Stärke und Güte der drahtlosen Ausstrahlungen erhielte. Die Gesellschaft trägt dafür Sorge, daß nur wertvolle Musikstücke gespielt werden und die Ausführung durch namhafte Künstler erfolgt. Wer also in der glücklichen Lage ist, lausche jeden Mittwoch von 8 bis 9 Uhr in den Äther.

Leipzig, Oktober 1923

 
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Telefunken Gedenktafel Sacrower Heilandskirche
Dietmar Rudolph
28.Aug.07
  1 In Erinnerung an die Funkversuche von Prof. Slaby und Graf Arco im Jahre 1897 von der Heilandskirche in Sacrow zur Matrosenstation an der Glienicker Brücke wurde am Glockenturm der Heilandskriche eine Gedenktafel angebracht.

Das Bild stammt aus dem Erinnerungsbuch "25 Jahre Telefunken".
(Gemäß dem "Rundfunkjahrbuch 1929" wurde die Gedenktafel dagegen am 28. Juni 1928 angebracht.)


Zu diesem Jubiläum gab es auch eine entsprechende (kleine) Nachbildung dieser Gedenktafel.

Das Bild stammt von einem (originalgetreuen) Abguß einer solchen Plakette.


MfG DR
Dietmar Rudolph
31.Aug.07
  2 Nach der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz 1887 beschäftigten sich zahlreiche Forscher mit diesem neuen Phänomen. Die technische Anwendung der Hertz'schen Wellen für die Übertragung von Nachrichten wurde jedoch von einem jungen Mann (Marconi) vorangetrieben, der infolge fehlender (formaler) Hochschulreife nur aufgrund persönlicher Beziehungen an den Vorlesungen von Prof. Righi teilnehmen durfte, welcher sich mit sehr kurzen (hochfrequenten) elektromagnetischen Wellen beschäftigte.
Die Erzeugung dieser Wellen wurde, wie von Hertz vorgemacht, damals mit Hilfe von Funkenentladungen bewerkstelligt. (Daher der Name: Funk) Diese Funkenentladung erfolgte zwischen 2 Kugeln, die in der Mitte eines (wie er später genannt wurde) Hetz'schen Dipols sich auf kurzem Abstand gegenüberstanden. Sein erster Dipol erzeugte Wellen von ca. 7,5m Wellenlänge (ca. 40 MHz), während sein zweiter Dipol sehr viel kürzer war und Wellen von ca. 67cm Wellenlänge (ca. 450 MHz) erzeugte. Damit konnte Hertz die quasi-optischen Eigenschaften dieser Wellen nachweisen.
Das Interesse der Forscher galt damals den sehr kurzen Wellenlängen. Righi konstruierte deshalb eine Funkenstrecke, die die Eigenschwingungen von 2 (größeren) Kugeln ausnutzte, wodurch er zu sehr kurzen Wellenlängen kam.

Die zu Eigenschwingungen anzuregenden Kugeln sind die beiden größeren in der Mitte, die sich in einer isolierenden Hülle befinden, welche mit Öl gefüllt wurde. Durch die Ölfüllung waren sie besser gegeneinander isoliert, weshalb es einer größeren Spannung bedurfte, bis ein Überschlag (im Öl) erfolgte und ein Oszillieren dieses "Dipols" erfolgte. Durch die größere Spannung aber wurde die entstehende Schwingung kräftiger. Damit die Kugeln mit ihrer (hohen) Eigenfrequenz (frei) schwingen konnten, mußte die Zuführung der "Versorgungsspannung" in diesem Fall immer unterbrochen werden. Dies wurde ganz elegant dadurch gelöst, daß die größeren Kugeln über je eine zusätzliche Funkenstrecke von kleineren Kugeln geladen wurden.

Diese Righi-Funkestrecke hat nun Marconi praktisch übernommen und die Zuführungen zu den äußeren Kugeln durch eine Antennen-Leitung und eine Erd-Leitung ergänzt. Die Erd-Leitung war Marconis erster wichtiger Beitrag, der die Reichweite vergrößert hat. Entsprechende Auswirkungen auf die Reichweite hatte auch eine Verlängerung des "Luftleiters" (Antenne). Damit kam man schließlich zu Wellenlängen in der Größenordnung von mehreren Kilometern z.B. für den Transatlantik-Verkehr.
Für größere Wellenlängen war natürlich die Righi-Funkenstrecke eigentlich unnötig/unnütz. Aber damals wußte man die Zusammenhänge nicht so genau. Schließlich war das Beeindruckenste an einem solchen "Sender", daß es in der Funkenstrecke geblitzt und gekracht hat. Daß es eigentlich die an die Funkenstrecke angeschlossenen Drähte waren, die die Ausstrahlung bewirkten, ist damals eigentlich noch nicht so richtig aufgefallen.

Damit ein Funke überspringen konnte, war eine sehr hohe Spannung erforderlich. Diese wurde mit Hilfe eines Ruhmkorff'schen Funkeninduktors gewonnen. Dieser arbeitet im Prinzip wie eine elektrische Klingel, bei der ein Elektromagnet einen Anker anzieht, wodurch der Stromkreis unterbrochen wird. Durch die Unterbrechung des Stromes entsteht eine hohe Induktionsspannung (Lentz'sche Regel). Auf entsprechende Weise werden auch die Zündfunken im Automobil erzeugt. Im nächsten Bild sieht man die Nachbildung des von Slaby benutzten Funkeninduktors und die angeschlossenen Righi'sche Funkenstrecke, wie sie 1997 zum hundertjährigen Jubiläum der Versuche von Slaby verwendet wurden.

Auf diesem Foto fehlt noch die ölgefüllte Hülle um die beiden mittleren großen Kugeln. Die Kupferfolie rechts ist das Erdungsband und links sieht man den Antennendraht.

Slabys Funkexperimente waren zuvor in eine Sackgasse geraten. Als er von den Erfolgen Marconis erfuhr, erreichte er durch gute Beziehungen, daß er an den Marconi-Experimenten teilhaben und diese beobachten konnte. Und das wollte er nun umsetzen und die (damals noch) geringen überbrückten Entfernungen überbieten. Aufgrund der Aufgeschlossenheit des letzten Deutschen Kaisers für moderne Technik, durfte er seine Experimente in den zum Potsdamer Schloß gehörenden Anlagen durchführen.
In dem Kartenausschnitt sind die Orte für den Sender (Pfaueninsel & Sacrower Heilandskirche) und für den Empfänger (Matrosenstation) eingetragen.

Wie man sieht, gibt es von der Pfaueninsel keine direkte Sichtlinie zur Matrosenstation, weil die Landspitze beim "Jägerhof" dazwischen liegt. Anders bei der Heilandskirche; hier besteht direkte Sichtverbindung.

Die ersten Versuche von der Pfaueninsel aus waren nicht erfolgreich. Die gewählte Konfiguration für den "Luftleiter" des Senders ist im nächsten Bild gezeigt.


Da eine Vorführung für den Kaiser und die Kaiserin geplant war, wurde der Sendeapparat nun an der Heilandkirche aufgestellt, von wo aus eine dirkte Sichtverbindung zur Matrosenstation besteht.

Die Matrosenstation bestand aus mehreren Häusern, von denen heute noch eines erhalten ist. Die damalige Station zeigt das nächste Bild.

Hier wurde ebenfalls ein "Luftleiter" oben an einem eisernen Fahnenmasten befestigt. Empfang hatte man aber erst, als dieser Luftleiter außerhalb der Abspanndrähte des Mastens heruntergeführt wurde.

Daß die "Luftleiter" von Sender und Empfänger mit einander in Resonanz zu sein hatten (ungefähr gleiche Länge), war damals schon so in etwa bekannt und ansonsten gab es keine weiteren resonanzfähigen Gebilde in den damalgen "Funkanlagen". Marconis und Slabys frühe Funkanlagen waren also recht primitiv.


Der Sender bestand nur aus der Funkenstrecke, dem "Luftleiter" und dem Erdungsdraht. Die Funkenstrecke wurde mit einem Induktor (die beiden gekoppelten Spulen) und einem Unterbrecher aus einer Batterie gespeist.
Der Empfänger hatte statt der Funkenstrecke einen "Cohärer", welcher aus zwei Elektroden bestand in deren Zwischenrum Feilicht von Nickel gefüllt war.

Im Bild von Slabys Cohärer ist nur der obere Teil mit den Drahtenden der eigentliche Cohärer. Zur Verdeutlichung ist darunter der von Marconi verwendete Cohärer abgebildet. Marconi hat sein Cohärer Glasgefäß evakuiert (soweit es damals möglich war). Hingegen war Slaby der Ansicht, daß ein Evakuieren unnötig sei, aber die Einschmelzung vorteilhaft, weil dadurch die Lage der Elektroden fixiert wird.

Obwohl die Nickelkörner im Prinzip die beiden Elektroden berühren, fließt kein Strom durch den Cohärer (Anschluß-Drähte im vorigen Bild als Drosseln dargestellt). Trifft aber eine genügend starke HF-Schwingung auf die Antenne, "verbacken" die Nickelkörner und der Cohärer [oder Fritter] wird leitend (und bleibt es). Dann muß man (vorsichtig) dagenen klopfen und die Nickelköner wieder in den nichtleitenden Zustand bringen.
Entsprechende Schaltungen wurden von Popoff und Marconi verwendet. Die Cohärer-"Röhre" ist mit C bezeichnet.

Man beachte den HF-Signalweg von der Antenne A duch den Cohärer C zur Erde E. Hochfrequenzmäßig durch Drosseln getrennt ist der Weg für das "demodulierte" Signal, eigentlich ein Gleichstrom-Weg. In beiden Schaltungen erkennt man den Klöppel, der durch den Magneten L betätigt wird und den Cohärer dadurch "entfrittet", d.h. wieder empfangsbereit macht.
Die Apparate der Funkentelegraphie bestanden damals aus nur wenigen Komponenten.


Slabys erste Funkversuche 1897 wurden zu ihrem 100jährigen Jubiläum am 30.08.1997 mit originalgetreuen Rekonstruktionen nachempfunden. Dazu wurde am Campanile der Heilandskirche ein "Luftleiter" mit Hilfe einer Stange befestigt.

Im Arkadengang der Kirche war der "Strahlapparat" (Sender) aufgebaut.

(Das Vielfachmeßgerät gehört eigentlich nicht dazu.)
Bei dem heute noch vorhandenen Haus der Matrosenstation war die Nachbildung des Empfängers aufgestellt, dessen Bild hier zu sehen ist.

Rechts sind die Anschlüsse für Antenne und Erde zu sehen, dahinter erhöht angebracht der Cohärer. Die Signalglocke ist links unten zu erkennen. Praktisch nicht zu erkennen ist auf dem Foto die Einrichtung zur Entfrittung des Cohärers, dagegen sieht man die beiden Drosselspulen an beiden Seiten des Cohärers.

Wie hundert Jahre zuvor, war es auch hier spannend bis die Versuche erfolgreich waren.

Mein Dank gilt Prof. Dr.-Ing. habil. Gerhard Mönich, TU Berlin, Institut für Hochfrequenz- und Halbleitersystemtechnologien, der die Bilder zu den von ihm rekonstruierten Geräten zur Verfügung stellte.

MfG DR

Ergänzende Informationen finden sich in "E. Erb: Radios von gestern", Seite 275; hier sehr schöne Bilder eines Funkeninduktors (Ducretet) und von Modellen eines Funkensenders und Funkenempfängers, beide "System Prof. Braun". Von Prof. Braun stammt die Verbesserung von Sender und Empfänger durch einen (zusätzlichen) LC-Schwingkreis, so daß nicht mehr nur die Antennen alleine frequenzbestimmend waren.

Weitere Informationen (nicht nur zu Sacrow) finden sich in "G. Klawitter: 100 Jahre Funktechnik in Deutschland, Bd. 1, Funksendestellen rund um Berlin, 2.A. 2004, Funkverlag Bernhard Hein, ISBN 3-936124-65-5"

 
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40 Jahre PAL Farbfernsehen in Deutschland
Wolfgang Scheida
24.Aug.07
  1

Letzte Bearbeitung: 31.10.2009

40 Jahre PAL Farbfernsehen in Deutschland*

Auf die vorzugsweise Quellenwahl von Walter Bruch/Telefunken wird hingewiesen!

Am 25. August 1967 wurde in Deutschland offiziell das PAL Farbfernsehen durch den legendären Knopfdruck des Herrn Außenministers eingeführt.

Der geneigte Leser des GFGF Fachmagazins "Funkgeschichte" fand dem Anlass entsprechend einen passenden Fachartikel in der Ausgabe Oktober/November 2007 vor.

40 Jahre PAL Farbfernsehen 1967 – 2007
 

 
Bild 6: Titelbild Telefunken PAL Color 708T; Der stellvertretende Klassiker der ersten PAL Farbfernsehgeräte mit dem Einheitschassis
 
 
 
Autor:
Fernsehhistoriker Wolfgang Scheida /Wien  www.scheida.at/scheida/televisionen.htm
 
email: office (AT) scheida.at
 
 
40 Jahre PAL Farbfernsehen 1967 – 2007
 
Eine Hommage an den deutschen Fernsehpionier Prof. Dr. Ing. e.h. Walter Bruch, alias „Papa PAL“.
 
 
Inhalt:
 
  1. Einleitung:
  2. Kurzbiografie:
  3. Die Ausgangsbasis Das 2. NTSC
  4. (Schlüsseltechniken für das Farbfernsehen)
  5. SECAM
  6. Systemvorteile
  7. Systemnachteile
  8. Das Fazit von Walter Bruch
  9. Die Erfindung von PAL
  10. Systemmerkmale
  11. Die schwierige Überzeugungsarbeit:
  12. So fand PAL den Weg rund um die Welt:
  13. Ein Auszug der ersten Länder die PAL offiziell einführten:
  14. Die ersten PAL Farbfernsehgeräte
  15. Neue Arbeit für die Techniker:
  16. Schlusswort:
  17. Quellen:
  18. Verweise:
 
 
Einleitung:
40 Jahre PAL Farbfernsehen ist ein nachhaltiges Schlüsselereignis dessen Einführung als Meilenstein für die europäisch geistige Innovationskraft und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit noch einmal groß gefeiert werden darf. Damals war das ein finanzieller Kraftakt von umgerechnet 80 Millionen € [8].
 
Blicken wir zurück in die Zeit zu Außenminister Willy Brandts symbolischem Knopfdruck auf der Funkausstellung am 25. August 1967 mit dem der feierliche offizielle Startschuss für das deutsche Farbfernsehen ausgelöst wurde.
.

Die Welt des bunten Fernsehens hätte ursprünglich recht einfach aussehen sollen.
Nachdem sich auch im späten Nachkriegseuropa für die ausgehenden 1960er Jahre eine Marktsättigung mit schwarz/weiß Fernsehempfängern in den Industrienationen abzeichnen würde, bemühte man sich bereits ab 1956 [1] nun auch auf dem alten Kontinent darum etwas Farbe ins Spiel der televisionären Unterhaltung zu bringen.
Die ersten Schritte für eine einheitlichere Ausgangsbasis dazu waren bereits getan, indem Länder wie Großbritannien und Frankreich eine Abkehr von ihren etwas überholten (405 Zeilen) bzw. ökonomisch nicht vertretbaren (819 Zeilen) Fernsehstandards auf den in Europa üblichen 625 Zeilen Standard eingeleitet hatten.
Der angedachte weitere Schritt vieler Länder wäre in Folge die Adaption des amerikanischen NTSC Farbfernsehstandards auf europäische Verhältnisse gewesen.
Das letztenendlich alles anders kam war vor allem dem persönlichen Einsatz eines Mannes – Walter Bruch – tätig seit 1950 als leitender Entwicklungsingenieur bei Telefunken zu verdanken.
 
Wer war Walter Bruch?
Eine Kurzbiografie [3][8]:
Walter Bruch (1908 – 1990) war bereits als Schüler 1925 von den damals verfügbaren theoretischen Abhandlungen (u.a. von Korn & Prof. Dieckmann) fasziniert die ihn veranlassten 1929 Versuche mit den Ausstrahlungen des mechanisch abgetasteten 30 Zeilen Fernsehens aus Berlin zu unternehmen. Danach studierte er Elektrotechnik in Mittweida/Sachsen.
Seine spätere Karriere in dieser Branche lies er auch in Zeiten der Wirtschaftskrise von damaligen Kapazitäten wie Denes von Mihaly, Manfred von Ardenne, sowie Urtel und Schröter bei Telefunken formen.
Einsätze führten ihn auszugsweise 1936 als Techniker und Kameramann an die „Fernsehkanone“ im Olympiastadion aber auch zu Fernsehvorführungen auf den diversen Funkausstellungen in Berlin sowie auf die Pariser Weltausstellung 1937.
.
 

 
 
Bild: Walter Bruch in Mittweida Sachsen
 
.
Ein kriegsbedingter Auftrag ließ ihn den später als Industriefernsehen bekannten Aufbau in Peenemünde zur Kontrolle der A4 Raketenstarts anfertigen und warten. Nach dem Krieg war er im sowjetischen Auftrag mitbeteiligt an der Erarbeitung des 625 Zeilen Standards bis er später wieder fernsehtechnische Arbeiten bei Telefunken in leitender Position aufnehmen konnte. Unzählige Patente – das bekannteste davon ist wohl das PAL System, und sein persönlicher Einsatz für die Sache rund ums Fernsehen zeichnen sein Lebenswerk aus. Und er blieb einer der das Fernsehen stets als Wunder begriff.
 
Die Ausgangsbasis
 
Das 2. NTSC (National Television Comittee – Übergreifender Zusammenschluss von Unternehmen und Institutionen für Normierungsarbeiten in Zusammenarbeit der FCC US-Regulierungsbehörde) 
                        
Zur Begriffserklärung sei erwähnt, dass die Schlüsseltechniken des elektronisch simultan übertragenen und zum s/w System kompatiblen Farbfernsehens in den USA bereits seit den späten 1940er Jahren erforscht und 1954 mit hohen Anfangsverlusten auch eingeführt worden ist. Dies geschah unter der Federführung der RCA durch den nachhaltigen Antrieb ihres besessenen Präsidenten David Sarnoff bei Einsatz erheblicher finanzieller Mittel (20 Millionen US$) und unorthodoxer Motivationsmethoden. Vorhergehende Versuche der CBS, mit sequenzieller Signalübertragung und mechanisch rotierenden Farbrädern u.a. die Problematik der Herstellung einer (damals schwierig zu bauenden) Farbbildröhre zu umgehen wurden letztendlich von der FCC aus Gründen mangelnder Kompatibilität zum geltenden s/w Standard abgewiesen[4].
 
 
Auszugsweise angeführte Schlüsseltechniken die um das 2. NTSC erarbeitet wurden [4]:
 
  • Die Schattenmaskenbildröhre (z.B.:15GP22) mit 195.000 Löchern = 585.000 Farbpunkten und Dreifachelektronenkanone in Deltaanordnung
  • Die Kompatibilität zum s/w System durch Quadratur –Amplitudenmodulation eines passend gewählten Farbhilfsträgers (3,58 MHz) mit den Farbartsignalen I & Q (dies entspricht etwa dem U & V Signal bei PAL und ansatzweise den heutigen Komponenten CR & CB) 
  • Mitsenden eines Referenzbursts zur Synchronisation des Empfängers
  • Aufnahmeseitige Definition der zu übertragbaren Farben (genormtes Farbdreieck) mit Wahl des entsprechend leuchtenden Phosphors in der Bildröhre.
  • Erarbeitung der optimalen Farbzusammenstellung und deren Auszüge
 
 
1954 war es dann soweit, dass eine handvoll Hersteller NTSC Farbfernsehempfänger zum gestützten Preis von 1.000 US$ im Handel anboten.
Das was jedoch der Käufer für sein Geld bekam hat natürlich wenig mit unserer heutigen Vorstellung eines Farbfernsehbildes zu tun. Hier sei zum einen die runde! 15“ Farbbildröhre erwähnt, was für Amerikaner der entsprechenden Käuferschicht schon damals als mickrig galt.

 
.
Farbflecken vom Erdmagnetfeld herrührend, die bei der Erstinbetriebnahme entfernt werden mussten und beim Verstellen des Gerätes wieder kamen. Oder etwa Konvergenzprobleme mit nicht deckungsgleichen Farbstrahlen am Bildschirm.
Und last but not least der Umstand, das systembedingt der Zuseher in die Pflicht genommen wurde selbst die auf dem Übertragungsweg entstandenen Phasenverschiebungen des Farbartsignals durch einen Tint-/Hue-/ Farbtonregler auszugleichen wenn er nicht rote oder grüne Gesichter sehen wollte. Zur Vereinfachung dieses Vorgangs wurde ab 1956 von der NBC das bekannte Peacock – Pfauen Testbild vor Beginn einer Farbfernsehsendung eingeblendet um den Zusehern die richtige Farbtonabstimmung zu ermöglichen.   
Daraus folgte auch die spöttische Abwandlung, nach der NTSC die Abkürzung für – „Never twice the same color“ – „Nie zweimal die gleiche Farbe“ wurde.
 
Erstere oben angeführte „Kinderkrankheiten“ die keineswegs von der Pionierleistung des 2. NTSCs ablenken sollen waren neben den hohen Kosten der Grund weshalb Farbfernsehen auch in den USA erst etwa ab Mitte der 1960er Jahre seinen breiten Durchbruch fand.
 
Das Fazit über NTSC von Walter Bruch:
 
Über seine selbst gemachten Erfahrungen mit NTSC bei einem USA Besuch 1953 schreibt Bruch [6]:
„ ..als ich ... die roten Haare von Heidi gesehen habe ....und es mir mit keiner Einstellung gelang die roten Haare so zu sehen, wie sie am Nachmittag auf dem Monitor im Studio geleuchtet hatten, da war mir klar: so konnte das für uns in Deutschland nicht eingeführt werden“ Es schien als wolle er es nicht übers Herz bringen auch den Deutschen den ständigen Canossagang hin zum Farbtonregler anzutun.
 
 
Die erste Alternative zu NTSC – Das SECAM Verfahren (Séquentiel couleur à mémoire ~ zeitlich nacheinander mit Speicher)
 
Im Mai 1956 stellte der französische Fernsehspezialist Henry de France ein Patent vor [6], bei dem die beiden Farbkomponentensignale (jetzt DR & DB) frequenzmoduliert und sequenziell also hintereinander übertragen werden. Damit beide Signale zur Demodulation zeitgleich im Empfänger wieder anstehen benötigt es einen Speicher mit dem das Komponentensignal einer Zeile gepuffert werden kann.
.
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Bild: Henry De France
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Der Umstand das erst die SECAM III b. opt. Variante ihre letzten endlich vornehmlich politisch durchgesetzte Verbreitung gefunden hat war den diversen Systemschwächen der
frühen Versionen zuzuordnen.
 
Damalige Systemvorteile:  Siehe auch die SECAM Ergänzung am Beitragsende!
  • Durch Frequenzmodulation keine störenden Phasenfehler möglich
  • Kein Referenzoszillator im Empfänger erforderlich
  • Einfachere Speicherung auf Magnetbandaufzeichnungsgeräten da u.a. toleranter betreffend der Zeitkonstanz
Nachteile:
  • Reduzierte vertikale Farbauflösung
  • Nachziehen von stark gesättigten Farben (SECAM Feuer) bei schwachen Empfangsbedingungen
  • keine direkte Signalmischung im Studio möglich
 
Die anfängliche Systemorientierung am damaligen 819 Zeilen Standard der Franzosen sowie die real nicht vorhandenen Verzögerungsleitungen für die Speicherung einer Bildzeile ließen SECAM in einem jahrelangen Forschungsstadium verharren und blieb deshalb außerhalb Frankreichs vorläufig wenig beachtet.
 
 
Die Entwicklung von PAL:
 
In Gedanken hatte Walter Bruch stets den Auftrag seines Brötchengebers Telefunken, den er 1959 zusammen mit einem Fernsehgrundlagenlaboratorium bekam um erste NTSC – SECAM Vergleichsteststudien vorzunehmen deren Ergebnisse in einigen Jahren in den regulären Farbfernsehbetrieb münden sollten.
 
Mit seinen privaten Erfahrungen und dem Gedanken ein Verfahren zu entwickeln, dass die Vorzüge des NTSC mit dem SECAM System verband entwickelte er zusätzlich in „Eigenauftrag“ mit seinem Team im Keller! seines Labors verbesserte Systemabwandlungen bis er eines Abends träumend mit seiner Frau in der Oper saß.
 
Bruch schreibt [3]: „ ... bis mir die Idee kam, die an sich bekannte Verzögerungsleitung (jetzt als Glaskörper anstelle eines Kabels).... in einer besonderen Weise zu nutzen .... und dadurch Übertragungsfehler zu eliminieren.“ Es folgte „... eine schlaflose Nacht, eine verärgerte Frau ..... während ich mit den Fingern Zeiger und Vektoren grafisch addierte, subtrahierte..... am anderen Morgen (hatte ich) verärgerte Mitarbeiter .... denn eine in zwei Monaten aufgebaute Vorführung musste während der Weihnachtsfeiertage völlig auf das neue Verfahren umgestellt werden..... Damit fing es an, aber dann kam erst die Tat. Sieben Jahre hat es gedauert bis man sagen konnte, jetzt spricht diese Technik für sich allein.“
Mit seiner neuen Methode wollte er die NTSC Fehler so ausmerzen, dass er jeweils die 2.  Zeile zwang, den vorangegangenen Fehler in einer Spiegelung in der Komplementärfarbe zu wiederholen. Das Ergebnis der beiden Farbinformationen ergibt dann wieder das richtige ursprüngliche Bild.

PAL V Typ Verzögerungsleitung

Bild 1: PAL V - Verzögerungsleitung
Präzisionsteil zur Verzögerung von 63,943µs, zu erkennen die Anpassglieder sowie die piezoelektrischen Wandler, aufgrund der Massenfertigung und weiterer Miniaturisierung (M-Type) sehr preiswert in der Herstellung geworden
 
 
Am 17. Juli 1961 erfolgte bereits die erste PAL Patentanmeldung die jedoch zurückgezogen und erst mit einer erweiterten Systembeschreibung am 30.12.1962 neu und endgültig angemeldet wurde.
Das herausstechende an seinem Arbeitsumfeld war die Tatsache, das er obwohl für Telefunken tätig, mehr oder weniger als Einzelperson für das neue Verfahren stand. Das schützte ihn anfangs davor von der französischen SECAM Konkurrenz ernst genommen und bekämpft zu werden. Mit Ende 1962 verlagerte Telefunken jedoch wesentliche Mittel in die Großcomputerentwicklung und kürzte damit die Ressourcen für Walter Bruchs Fernsehforschungsabteilung die sich nunmehr lediglich mit Rationalisierungsverbesserungen an der s/w Technik sowie einer zukünftigen europäischen NTSC Farbfernsehgerätetechnik beschäftigen sollte. Eine Zeit in der sich Bruch gedanklich auch mit einer Trennung von Telefunken befasste.
Bruch bat jedoch um Erlaubnis zusätzlich seine eigenen Weiterentwicklungen wie PAL und ein modifiziertes SECAM (amplitudenmoduliert) als Systemverbesserung am 3.1.1963 der erst im November 1962 eigens von der EBU (European Broadcasting Union) geschaffenen „ad hoc Gruppe Farbfernsehen“ vorführen zu dürfen. Was im Ergebnis zur Aufnahme des „Bruchsystems“ in die Liste der zu evaluierenden Systeme bei den meist jährlich stattfindenden EBU - CCIR Konferenzen führte und in Wien 1965 sowie Oslo 1966 seine gebührende Zustimmung seitens der Techniker fand.
Der Rest ist lebendige Geschichte unter der deutschen Patentschrift 1 252 731 geworden.  
 
Die auszugsweisen Merkmale von PAL lauten:
  • Referenzoszillator im Empfänger (Europa: 4,43 MHz/ Südamerika 3,58 MHz)
  • PAL Schalter zur Umschaltung des V Signals von Zeile zu Zeile +-90° in Verbindung mit einem Viertelzeilenoffset 
  • Verzögerung des Farbartsignals um eine Zeile
  • Senden eines alternierenden Bursts („Schwabbelbursts“)
  • Systemvorzüge: Zum s/w Standard kompatibles System, richtige Reproduktion des Farbartsignals im Empfänger, direkt mischbar im Studio, große Systemnähe zu NTSC, hohe Farbbandbreite. 
  • Wie bei NTSC und SECAM teilw. gebliebene Systemschwächen: Aufnahmeseitig war und ist es problematisch karierte Hemden, Gittermuster oder ähnliche Motive zu übertragen da es dabei zum PAL Jalousie Effekt/ Cross Color – einem ungewollten farbigen Schillern von Unbuntstellen kommt. Neben unruhigen Farbkanten die eine fehlerhafte Interpretation von Farbinformationen als Helligkeitswert darstellen/ Cross Luminance (Perlschnureffekt) eine der wenigen für den Zuseher als störend erfassbaren Schwächen. Theoretisch kommt es bei größeren Phasenfehlern zu einer geringeren Farbsättigung die jedoch von Anbeginn in der Praxis durch automatische Verstärkerregelungen im Empfänger kompensiert wurde.
  • Leicht verändertes Farbdreieck im Verhältnis zu NTSC 
 
 
(Bild 4: PAL Decoder Grundschaltung)
 
Besondere Abwandlungen von PAL stellen
  • das Simple PAL (Volks-PAL)Verfahren dar, bei dem das Auge die Phasenfehler ausmittelt und dieses daher ohne Verzögerungsleitung auskommt. Das dabei bei Phasenfehlern entstehende störende Flackern wurde als „Hanover bars"- „Hanover-blinds“ bezeichnet. Bekannt ist lediglich ein kommerzielles Gerät – der Kuba Porta Color CK211P das nach diesem Prinzip gebaut wurde. Der Sony KV-1300E (UB) wird ebenfalls als Simple-PAL Gerät bezeichnet! 
  • weiters das sowjetische TRIPAL und das zwischen PAL und SECAM angelegte NIIR auch als SECAM IV bezeichnete System dar.  
Den Namen PAL fand dieses System in Wahrheit erst am Vortag der Vorführung bei der „ad hoc Gruppe Farbfernsehen“ (3.1.1963) als es galt noch schnell einen griffigen Namen für das System zu finden. Bruch selbst war zumindest im deutschsprachigen Raum naheliegenderweise kein idealer Namenspate und so entschied man sich für ein englischsprachiges Kürzel wobei um ein A im Namen die passende Bezeichnung gesucht werden sollte. Letztenendlich kam die Bezeichnung PAL heraus was fachlich „Phase Alternation Line“ (Phasenwechsel je Zeile) bedeutet[6]. Spezialübersetzungen wie Pay the Additional Luxury („Bezahl mal für den zusätzlichen Luxus“) sowie Pay Another License („Noch eine andere Lizenz kaufen“) waren dann die amerikanische Retourkutsche auf die vorangegangenen NTSC Interpretationen. Mit Peace At Last („Endlich Frieden“) und Perfection At Last („Endlich Perfektion“) konterte die PAL Gilde offenbar erfolgreich zurück. [10]
 
Die schwierige Überzeugungsarbeit:
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Anders als die Franzosen die in SECAM dem “Bildschirm mit HIFI Farbe“[6] eine nationale Errungenschaft sahen, stand der deutsche Werbeauftritt wesentlich sachlicher und zurückhalternder in der mit harten Bandagen geführten politischen Auseinandersetzung seitens Frankreich da.
Sie hatten keinen eigenen PAL Minister der um jeden Preis das System einschließlich nicht erfüllbarer Versprechungen* oder anderen Sonderrückerstattungen bei den Lizenzgebühren feil bot. Ebenso war rund 20 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Empfehlung zur Einführung eines deutschen Systems noch keine Selbstverständlichkeit.
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Auch politische Unterstützung für PAL gab es kaum. Zudem wollte Telefunken harte Lizenzgelder (0,3 – 0,5% vom Gerätenettowert) was Firmen wie Sony veranlasste Sonderlösungen zur Umgehung des PAL Patents im Empfänger zu entwickeln.
Erst das Interesse der Fachwelt, angeregt durch Hunderte von Vorträgen und Reisen um die ganze Welt die Walter Bruch persönlich mit seinem von ihm geschätzten Team bis in die Karpaten und an die Chinesische Mauer führte und für die er stellenweise in eigener Verantwortung selbst für die Telefunken Ausrüstung bürgen musste führte zum Erfolg.
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Mit dabei im Gepäck immer seine Gerätschaft mit der er alle drei Systeme teilweise auch simultan im gegenseitigen Vergleich vorführen konnte. Und um der Konkurrenz und ihren technischen Verbesserungen voraus zu sein, ließ es sich immer neue „Störungssimulationen“ einfallen um die Schwächen von SECAM zu Tage zu fördern.
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Bei den europäischen Rundfunkanstalten wurden derweil alle Signalvarianten durch die Richtfunknetze und adaptierten Testsender vom Atlantik bis in den Ural und wieder zurück gejagt um sich zeitlich abgestuft mit allen Systemen und ihren Vor- und Nachteilen zu befassen. 
Die ansteckende Begeisterung hebelte letzten endlich selbst pragmatische Wünsche deutscher Politikprominenz aus demnach man im Sinne des Neuanfangs zwischen Deutschland und Frankreich nach dem zweiten Weltkrieg „am besten das französische SECAM System übernehmen hätte sollen“ bis sich auch hier letztenendlich der Ruf der Industrie für den Einsatz eigenständiger entwickelter Techniken durchgesetzt hat.
 
*Dabei wurde von den Sowjets selbst die dafür geschaffene CCIR Normenkonferenz mit dem Ziel eines einheitlichen Farbfernsehstandards in Wien 1965/ Oslo 1966 ausgehebelt, indem die Sowjetunion seinen vorab Entschluss zum SECAM System bekannt gab. Hauptgrund für diese Entscheidung entgegen dem PAL System war u.a. das Versprechen der Franzosen eine betriebsfertige Grillfarbbildröhrenfabrik auf Basis des (späteren Sony Trinitron) Chromatron Prinzips im Gegensatz zur allgemein üblichen RCA Lochrasterröhre zu liefern. Ein Versprechen das aufgrund der nichtvorhandenen technischen Serienreife des besonderen Bildröhrensystems nie erfüllt worden ist und alle Welt, auch die des Ostens zwang Lizenzfertigungen der RCA Lochrasterröhre zu produzieren. Siehe auch die Ergänzungserklärung am Ende des Beitrages!
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Eine Entscheidung die den RGW Ländern und hier im Besonderen der DDR noch Jahre Kopfzerbrechen bereiten sollte bis zuerst durch Westimporte und später in den 1980er Jahren durch Lizenzfertigung japanischer Toshiba Röhren eine Normalisierung stattgefunden hat.   
 
 
Natürlich wurden in allen Fernsehanstalten weltweit Vergleichstests der bestehenden Farbfernsehsysteme auf technischer Basis durchgeführt in denen in der Mehrzahl der Fälle PAL als das technisch bessere System erkannt wurde. Wie wir aber wissen ist die Weltkarte der Fernsehsysteme eher von der damaligen Politik des kalten Krieges denn der Technik gezeichnet worden was vereinfacht beschrieben folgendermaßen aussah:
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Alle europäischen Staaten der „freien Welt“ entschieden sich für PAL.
Frankreich und alle dem Ostblock nahestehenden Staaten sowie auf Wirtschaftshilfe angewiesene Länder in Afrika oder Asien schwor man auf SECAM ein.
Alle auf den Programmaustausch oder auf den Exportmarkt mit den USA angewiesene Länder übernahmen NTSC.
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Der Rest teilt sich in vereinzelte Sonderfälle auf wie die Insellösung um das argentinische PAL N – 625 Zeilen/50 Hz in einem 6 MHz Kanalraster oder dem brasilianischen PAL-M Standard, wobei oben genannte eher auf technischer Ebene entstanden. Andere bei genauer Betrachtung sind ebenfalls Ergebnis politischer Wandlungen wie etwa Chinas oder Jugoslawiens PAL Votum nach dem Bruch mit der UdSSR.
Das letzte Land der Erde das Fernsehen erst im Jahr 1999 offiziell einführte war das Königreich Bhutan – selbstverständlich in PAL Sendenorm B.
Nicht unerwähnt bleiben soll die Feststellung das spezielle Techniken ebenfalls eine weitere Optimierung und Fehlerreduzierung der NTSC und SECAM Übertragungen im Laufe der Jahrzehnte ermöglichten. (Wenn Sie darüber Details wissen senden Sie mir bitte eine Mail - Danke)
Dennoch veranlassten fast alle ehemals osteuropäischen Staaten die Abkehr von ihrer SECAM Norm und stellten ab 1989 nach und nach auf PAL um. Weitere Länder senden zum Teil mehrgleisig.
   
Ein Auszug der ersten Länder die PAL offiziell einführten: 
 
  1. Großbritannien am 1. Juli 1967 [8] (Anfangs nur BBC2)
  2. Deutschland am 25. August 1967
  3. Niederlande am 1. Jänner 1968
  4. Schweiz am 1. Oktober 1968
  5. Österreich am 1. Jänner 1969 mit dem Neujahrskonzert
 
 
Die ersten Farbfernsehgeräte:
 
 
(Bild 6A: Loewe Opta Color TV Anzeige zur Funkausstellung 1967)
 
 
Wer empfangen werden will muss erst senden – und genau hier war um 1967/68 die Achillesferse zu finden: Die wenigen vorhandenen Farbfernsehgeräte rechtfertigten nicht die weitere teure Anschaffung und die Herstellung von Farbübertragungen. Umgekehrt, wenn nicht gesendet wird kauft auch niemand einen Empfänger. (Vergleiche mit heutigem HDTV) Ein Kampf um jede Wochenstunde Sendezeit in Farbe begann, den man mit einem Schmunzeln in alten Funkschau Heften jener Zeit nachvollziehen kann.
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Im Gegensatz zu den ersten NTSC Geräten um 1954 war man nun 1967 mit der Stabilität der Technik etwas weiter. Auch konnte man in Europa gleich mit der 90° A63-11X später der A63-120X Farbbildröhre als Standardgröße beginnen, die mehr oder weniger einem Nachbau der RCA Röhre entsprachen. Um die hohen Entwicklungskosten im Griff zu halten verwendete Philips (K6) oder Kuba-Imperial sein bewährtes auf PAL umgebautes NTSC Röhren Chassis was sie für die Bedienung Ihrer Übersee Märkte bereits im Programm hatten. Währenddessen nutzten Firmen wie Telefunken, Blaupunkt, Nordmende und Siemens eine Gemeinschaftsentwicklung in Form eines Röhren-Transistor Hybridchassis. Ebensolches ist aus einem Zusammenschluss britischer Hersteller bekannt die aber bereits ein volltransistor Chassis mit all den damals damit verbundenen Konsequenzen marktreif hatten.
 
Philips wirbt mit seiner Serienerfahrung für Farbfernsehgeräte
Bild: Philips wirbt mit seiner Serienerfahrung für Farbfernsehgeräte  
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Das nun auch für Laien erkennbare Merkmal war der zusätzlich vorhandene Regler für die „Farbe“ oder den „Farbkontrast“. Dazu gab es meist einen Rot-Grün-Blau Aufkleber der den Fernsehapparat als stellvertretende Ikone für den sozialen Status der Besitzer kennzeichnen durfte. Allesamt Personen die willens und potent waren um umgerechnet rund € 1.200 für die preisgebundenen Basismodelle zu bezahlen.
„PAL-Color“ wurde in der Folge das geschützte Warenzeichen das auf den Geräten von Telefunken prangte. Später kamen aussagekräftige Bezeichnungen wie „Super-Color“ bei Grundig, „Spectra Color“ bei Nordmende, „Ultra Color“ bei Saba oder zumindest der Schriftzug „Color“ meist in Verbindung markenspezifischer Errungenschaften wie „Trinitron“ oder „Quintrix“ auf die Frontblende.
 
Erste PAL Geräte hatten interessanterweise ebenfalls wie ihre NTSC Kollegen einen Farbtonregler jetzt als „Geschmacksknopf“ betitelt, der aber vordergründig dazu dienen sollte dem Zuseher die Möglichkeit zu bieten das unbunte Bild bei s/w Sendungen dem ihm von der s/w Röhre gewohnten bläulichen Farbton anzugleichen bzw. subjektiv optimale Weißwerte für die „Raumlicht-Anpassung“[8] zu finden.
 
 

Bild 7: Farbtonregler – alias „Geschmacksknopf“ zur „Raumlicht-Anpassung“ (Minerva 707)
 
Philips (K6 Goya) nahm diese Funktion in vorauseilendem Gehorsam mit einem eigenen Weißwert Versatz mit Blauton bei s/w Sendungen vorweg der bei Ansprechen der PAL Kennung auf Chamoisfarben zurückgestellt wurde. Das dabei hörbare Klicken des Umschaltrelais löste beim Zuseher zusätzlich Vorfreude auf das bald kommende Farbbild aus.       
 
 
Neue Arbeit und Herausforderungen für die Service- Studio und Entwicklungstechniker:
 
 
 
 
Bild 3: PAL Decoder Schaltungsauszug
 
 
 
Ab 1966 bot die Industrie wie etwa SEL den Fachlehrgang Farbfernsehtechnik mit PAL Coder Experimentier Bausätzen sowie Schulungen und Kurse für die Fernsehtechniker an, um sie mit den Systemeigenschaften und erforderlichen Messmitteln vertraut zu machen. Parallel dazu gab es Fernkurse, neue Fachbücher sowie eine entsprechende Themenserie in der „Funkschau“.
 
 
 
Bild 2: PAL Decoder – diskret aufgebauter PAL Decoder – erkennbar rechts oben der 4,43 MHz Referenzoszillator, im großen Rahmen Teile der beiden Synchrondemodulatoren, im kleinen Rahmen der Burst Phasenvergleich, 
 
 
 
 
Bild 10: Y-Verzögerungsleitung für das Luminanzsignal (~800ns))
 
 
 
Studioseitig durfte man sich mit dem oft driftenden Weißabgleich in Verbindung mit der richtigen Beleuchtung beschäftigen, Vektorskopzeigerfiguren studieren und neue Kreationen von geeigneten Farbbalkentestbildvorlagen kreieren die letztendlich u.a. im FubK- oder Philips Testbild mündeten. 
Die richtige Konvergenzeinstellung (Einstellorgane zur Deckung aller drei Grundfarben am Bildschirm) blieb bis in die 1970er Jahre für viele Techniker eine oft ungeliebte Pflichtübung. Schaltungstechnisch galt es wahlweise die Bildröhre mit dem Farbdifferenz- oder RGB Signal anzusteuern und das mit Chassis die gut 50! und mehr Trimmpotentiometer und einstellbare Induktivitäten zum Abprüfen des Könnens eines Technikers anboten.
 
 
Bild 11: Konvergenzsegment für eine Grundfarbe; befestigt an der Ablenkeinheit
 
Auch schieden sich die Geister ob man die hohe Anodenverlustleistung aus der Horizontalablenkschaltung gewinnen konnte oder doch ein Zwei-Zeilentransformatorkonzept benötigte. Weiters ob eine niederohmige Kaskade (Metz) oder eine hochohmige Hochspannungserzeugung mit Ballasttriode (Philips) verwendet werden sollte. Letzteres führte zu Diskussionen um die zulässige Röntgtenstrahlung in Farbfernsehgeräten und deren mögliche Gesundheitsgefährdung speziell im Falle eines Defekts der Ballasttriode. Zuvor ereiferte sich die Fachwelt auch noch über die Frage ob die vorhandenen Antennenanlagen nun auch wirklich farbtüchtig seien.
Das „Non plus Ultra“ jener Tage waren dann Geräte die PAL und SECAM im Besonderen an der deutsch/französischen Grenze und vereinfacht später an der deutsch/deutschen Grenze beherrschten wobei das jeweils andere Signal über Decoderzusatzmodule wie den „Transcodern“ (Grundig) behandelt wurde.
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1970 beklagte die Zeitschrift „Hobby“ die mangelnde Standfestigkeit der Farbfernsehgeräte auf dem deutschen Markt die sich jedoch bald speziell im Farbteil durch integrierte Baugruppen und durch zunehmende Transistorisierung verbessert hat. Volltransistorisierte Gerätegenerationen wie etwa die Grundig Super Color Serie oder das Philips K9 Chassis führten das Farbfernsehen in Deutschland dann in den 1970er Jahren zum erfolgreichen Massenmarkt.  
 
Pragmatisches Nebeneinander der Standards:
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Anfang der 1980er Jahre liefen dann die Patente für PAL aus und es kam durch entsprechende Verfügbarkeit von integrierten Farbdecodern zu Mehrnormenfernsehgeräten die serienmäßig (z.B. die Grundig CTI Serie) PAL-SECAM Signale verarbeiten konnten. Ausgelöst durch die weltweite Verbreitung von VHS/ später DVD und auch dem privaten Austausch von NTSC codierten Filmen sind heute ein großer Teil der Fernsehgeräte ohnehin PAL-SECAM-NTSC Alleskönner geworden.*
  
Am Vorabend der anstehenden Digitalisierung 1994 gab es noch die Weiterentwicklung mit dem abwärtskompatiblen PAL Plus Verfahren das eine nutzbringende Verwertung der subjektiv schwarzen Cinemascope Balken sowie die Beseitigung von Cross Color und Cross Luminance Effekten ermöglichte. Das hier im ultraschwarzen Bereich mitgesendete Helpersignal ergab auch wieder die volle Vertikalauflösung (576 aktive Zeilen) bei 16:9 Empfängern mit dem entsprechenden Decoder dessen Bild man dann als „Golden Standard“ bezeichnete.[9]
 
 
Bild 5: PAL Plus LOGO – 1994 kam es zu einer nochmaligen Verbesserung von PAL
 
Eine eindrucksvolle detailliertere Darstellung der ersten PAL- wie auch NTSC Farbfernsehgenerationen bietet GFGF Mitglied Herr Etzold auf seiner Homepage an.
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Da eine weitere Auflistung den Umfang dieses Beitrages sprengt verweist der Autor auf seine bereits früher erstellte Übersichtstabelle http://www.scheida.at/scheida/TV_SEITE/Liste_aller_ersten_PAL_TVs.pdf
sowie auch den ersten PAL Messmitteln mit Typenverweisen zum www.Radiomuseum.org.
 
Schlusswort:
 
Es gehört wohl zur Ironie des Wirtschaftslebens, das Telefunken zwischenzeitlich vom Markt verschwunden ist nachdem das Unternehmen in den 1980er Jahren vom französischen Thompson Konzern einem ehemaligen SECAM Protagonisten aufgekauft wurde.
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Und wenn sich alltäglich die Mehrheit der europäischen und asiatischen Fernsehteilnehmer auf ein ausgewogenes farbechtes PAL Fernsehbild freuen darf so kündet die weltweit im Gange befindliche analog auf digital Umstellung auch gleichzeitig das Ende dieses Farbstandards wie auch weiterer Übertragungstechniken an.
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Was einmal PAL, SECAM oder NTSC war, wird mehr und mehr als digitales R, G, B; oder Y, CR, CB Farbkomponenten Signal verpackt in ein DVB (Digital Video Broadcasting) Signal und in all seinen Varianten wie DVB-T, DVB-S, DVB-C, DVB-H gehandelt.
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In weiterer Zukunft verschwindet wohl auch dies alles in einem abstrakten IP (Internet Protokoll) Paket und vermag selbst die herkömmlichen Distributionskanäle obsolet machen.
Inwieweit dann im Jahr 2017 „50 Jahre PAL“ noch eine Resonanz haben wird nachdem das analog TV terrestrisch, über Satellit und auch im Kabel abgeschaltet sein wird zeigt uns die Zukunft.     
Wünschen wir dem PAL Farbsystem noch einen arbeitsreichen „Lebensabend“ und das in respektvoller Erinnerung an seinem Schöpfer „Mister PAL“ Walter Bruch.
 
 
 
Bild 9: Walter Bruch um 1965
 
  
 
* Siehe Nachrüstsätze der Firma EGIS
Gemäß Funkschau Heft 13 Juni 1981 liefert Metz PAL/SECAM Frankreich Nachrüstsätze für die Chassis 679 G & 680 G aus.... 4 Programmspeicherplätze stehen für Norm L zur Verfügung.
 
 
Bildbeschreibungen:  
 
1 PAL V - Verzögerungsleitung
Präzisionsteil zur Verzögerung von 63,943µs, zu erkennen die Anpassglieder sowie die piezoelektrischen Wandler, aufgrund der Massenfertigung und weiterer Miniaturisierung (M-Type) sehr preiswert in der Herstellung geworden; Ó: W. Scheida
2 PAL Decoder – diskret aufgebauter PAL Decoder – erkennbar rechts oben der 4,43 MHz Referenzoszillator, im großen Rahmen Teile der beiden Synchrondemodulatoren, im kleinen Rahmen der Burst Phasenvergleich; Ó: W. Scheida
3 PAL Decoder Schaltungsauszug
4 PAL Grundschaltung
5 PAL Plus LOGO – 1994 kam es zu einer nochmaligen Verbesserung von PAL
6 Titelbild Telefunken PAL Color 708T; Der stellvertretende Klassiker der ersten PAL Farbfernsehgeräte mit dem Einheitschassis
7 Farbtonregler – alias „Geschmacksknopf“ zur „Raumlicht-Anpassung“; Ó: W. Scheida
8 Walter Bruch an der Fernsehkanone 1936 im Berliner Olympiastadion
9 Walter Bruch um 1965
10 Y-Verzögerungsleitung für das Luminanzsignal (~800ns); Ó: W. Scheida
11 Konvergenzsegment für eine Grundfarbe befestigt an der Ablenkeinheit; Ó: W. Scheida
 
 
 
Quellen (auszugsweise):
 
[1] W. Bruch: Kleine Geschichte des deutschen Fernsehens; Buchreihe des SFB
[2] W. Bruch: Die Fernseh-Story; Telekosmos Verlag 1969
[3] W. Bruch - Ein Deutscher Fernsehpionier; Heide Riedel FKTG Ausgabe 1988
[4] Abramson: Die Geschichte des Fernsehens 
[5] Fernsehen - Von der Vision zum Programm; Heide Riedel
[6] PAL - Das Farbfernsehen; Heide Riedel
[7] Fernsehen in Farben; Ackermann/DDR
[8] Zeitschrift Funkschau; Jahrgänge 1966, 1967 & 1968
[9] 16:9 PAL Plus; Systembroschüre; Sony Deutschland 1994
[10] Wikipedia; unter den angeführten Stichworten
 
Verweise:
 
Die vollständige PAL Patentschrift DE 1 252 731 finden Sie in der Suchfunktion des Deutschen Patentamtes.
 
Das erweiterte politische Umfeld zur Einführung des Farbfernsehens wird auch in der Studie von Andreas Fickers "Politique de la grandeur" versus "Made in Germany",
Politische Kulturgeschichte der Technik am Beispiel der PAL-SECAM-Kontroverse
ISBN 978-3-486-58178-2
erläutert.
 
Zum 40 Jahres Jubiläum der PAL Einführung ist auch ein Film initiiert von Schülern der Hochschule Mittweida entstanden, die sich „Papa PAL“ besonders liebevoll angenommen haben. Termine für die Erstaustrahlung sind noch nicht bekannt.
Aktuelles finden Sie HIER
 
Eine weitere Sammlung erster Color TVs finden Sie unter diesem LINK zu Marcels TV Museum.
 
 
ERGÄNZUNG und vertiefende Begründung zur Sowjetischen SECAM Entscheidung: 4 - 6/2008
 

"Zum Thema Secam in der damaligen Sowjetunion kann ich Ihnen aus meiner beruflichen Praxis einige Details nennen.

Vorab, ich war von 1970 bis Ende 2002 in der ursprünglichen Firma Fernseh GmbH, später Bosch, BTS etc. beschäftigt. In den Jahren 1973 bis Anfang der 80er Jahre habe ich als Service und Inbetriebnahme Ingenieur u.a. im Fernsehzentrum des russischen Fernsehen gearbeitet.

Die Entscheidung Russlands den Standard Secam zu übernehmen, war auch eine Frage der Magnetbandaufzeichnung. Das russische Fernsehen musste Sendungen zeitversetzt für die östlichen Landesteile senden, dies war nur möglich, indem man Sendungen aufzeichnete. Da Russland anfangs keine Aufzeichnungsmaschinen der Firma Ampex bekam, entwickelte man russische Maschinen die für Schwarz-Weiss Aufzeichnung gedacht waren. Ich erinnere mich an die Maschinen vom Typ Kadr 3 und 4.

Die Elektronik und Mechanik der Maschinen war aber nicht genügend stabil (Zeitbasis - TBC) um Farbsignale des PAL Standards abspielen zu können.

Der Standard NIR 4 war deshalb auch mit dieser gesendeten Referenz über die ganze Zeile ausgestattet, Zeitbasisfehler hätte der Empfänger ausgeglichen, ein sehr kluger Ansatz.

Das Secam Signal konnten diese einfachen Aufzeichnungsmaschinen sehr gut wiedergeben. (Solang der differentielle Phasenfehler nicht zu gross war...) Auch waren die bestehenden russischen Richtfunkstrecken nicht besonders für PAL Signale geeignet (Frequenzgang), Secam Signale wurden von diesen Strecken relativ unbeschadet übertragen. (Die Russen sagten immer, Secam, c'est toujour couleur..)

Interessant ist, dass die Firma Bosch damals ein komplettes Programm an Secam Geräten fertigte und in fast alle Secam Länder lieferte. (Sehr zum Ärger der Fa. Thomson/CSF)

Es gab sogar einen experimentellen 50Hz NTSC Ansatz (Siehe angeschlossener Beitrag) aus dem Hause Bosch Fernseh GmbH FESE."

Diesen wertvollen Ergänzungsbeitrag habe ich dankenswerterweise von Herrn Bodo Heyl / Reinheim D 4/2008 erhalten.

 
Nachtrag: Im Frühjahr 1981 standen erstmals mehr (PAL) Farbfernsehgeräte als Schwarzweißgeräte in den BRD Haushalten. (Quelle: Funkschau Heft 17 August 1981 Seite 32) 
 
Copyright:
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Unter Beifügung meines Namens als Quelle sowie meiner Adresse http://www.scheida.at/scheida/televisionen.htm können Sie den Artikel oder zusammenhängende Teile davon frei verwenden und veröffentlichen.
Die nochmalige Reproduktion der Bilder schließt diese Vereinbarung nicht ein und ist eine Genehmigung bei den Bildrechteinhabern einzuholen.
Wenn Sie weitere Details oder Modelle kennen schreiben Sie mir bitte ein Mail.
 
 
 
Den vollständigen Beitrag mit allen Bildern (~9 A4 Seiten) finden Sie hier als PDF Nachdruck zum Downloaden: (~2,8 MB)

40 Jahre PAL Farbfernsehen in Deutschland

 

Auf den Internetseiten des Autors finden Sie den Beitrag auch als MP3 Hörbuch für Podcasts und iPods u.ä. zum downloaden. 

W. Scheida 2007 www.scheida.at/scheida/televisionen.htm

Beitrag überarbeitet 6/2008 & 10/2009

 

 

 

Wolfgang Scheida
21.Jun.08
  2

 

 

 

PAL Farbfernsehen - War NTSC eine Alternative für Europa? 

Als Antwort auf den in der GFGF Funkgeschichte 2007 erschienenen Artikel  40 Jahre PAL Farbfernsehen in Deutschland (Siehe auch Veröffentlichung im RM.org) erhielt ich einige interessante Emails von Herrn Bodo Heyl - einem ehem. Bosch Fernseh GmbH Mitarbeiter, deren Kernaussagen Sie zu einem Text zusammengefaßt lesen können.

In der Annahme, daß die teilw. kontroverse Meinung der Fernseh GmbH zur PAL Diskussion auch andere fernsehhistorisch interessierte Leser erfahren möchten gebe ich auszugsweise einige Stellungnahmen frei.

Den Anlass bot oben angeführter Artikel, sowie die bei aller Würdigung von Prof. Walter Bruch entstehende Feststellung, das "... die Geschichtsschreibung zum Farbfernsehen in der zugänglichen Literatur (allen voran der Funkschau) sehr Walter Bruch lastig ist...", und eine alternative Sicht anderer Marktteilnehmer jener Tage zum Thema NTSC - PAL - SECAM mich natürlich schon sehr zwecks eines Vergleichs interessieren würde.

 

 

 

So soll bei Philips in Eindhoven das PAL System eigentlich 1968 als unnötig angesehen (over engineered..) worden sein, da zu dieser Zeit die Studio Technik so ausgereift war, dass die Phasenfehler und differentiellen Phasenfehler nicht mehr so gravierend waren. Auch die modernen Sender/Richtfunkstrecken waren wesentlich besser geworden. Es hätte ein europäisch angepasstes NTSC System ausgereicht...

US - NTSC:

 

Das es natürlich auch andere kluge Köpfe gab die sich schon früher Lösungen ausgedacht haben bestätigte sich hier: 

"Zur automatischen Phasenkorrektur hat in den 1970er Jahren Tektronix für NTSC in der V-Lücke ein VIR (vertical interval reference) Signal eingeführt, damit die Phase des Farbträgers automatisch korrigiert werden konnte.

 

Offene Frage: Ist auf diesem Signal auch die AUTO Funktion der Sony Trinitron NTSC Farbfernseher begründet, die diese Funktion auch in der PAL Version manuell schaltbar ausgeführt haben?

Sony KV-1310 AUTO Color Funktion bei PAL  

6/ 2008 W. Scheida 

 

 

 

  

 

Mit der Referenzzeile in der V-Lücke, da hat Tektronix das Referenzsignal auf einen 70% Luminanzwert, dem Leuchtdichtewert der durchschnittlichen Gesichtswerte gesetzt, .....da dieses System nur die "statische" Phasenverschiebung jedoch nicht die differentielle Phasenverschiebung korrigieren konnte.....

Tektronix VIR Deleter/Inserter - ein im PAL -SECAM Europa unbekanntes Gerät (nicht zu verwechseln mit den diversen VITS Generatoren die Prüfzeilen und später ganze Testbilder und Stationslogos generieren und einblenden konnten & können)

So hatte man die differentielle Phase/Amplitude etwas im Griff, und die Gesichtsfarbe ist ja das kritische...."

Die späte Antwort auf die Frage eines Grundig Auszubildenden in den 1980er Jahren erfolgte ebenfalls in einem der Mails:

So war der Vorschlag an den Ausbilder nach einer Besprechung der Farbfernsehgrundlagen: "Man bräuchte ja bei NTSC nur eine (Farbträger) Referenzzeile in der vertikalen Austastlücke mitsenden, die eine automatische Nachstimmung des Farbträgers im Empfänger ermöglichen würde.............und den ganzen Aufwand von PAL könnte man sich sparen...."

Die damalige Antwort: Das würde nur bei der "statischen" Phasenverschiebung, jedoch nicht bei der differenziellen Phase (unterschiedliche Phasenverschiebung in Abhängigkeit des jeweiligen Luminanz{Helligkeits-}wertes) funktionieren............ 

Irgendwo habe ich später gelesen, dass mit der PLL Kopplung der Sendersignale das NTSC Phasenproblem sich ohnehin bereits auf ein Minimum reduziert hat.

 
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Telefunken Röhren - Datierung von Herstellungsmonat
Götz Linss
19.Jun.07
  1

Guten Tag an alle Röhrenliebhaber!

Ich besitze vier alte Telefunkenröhren und habe mit Hilfe der Tabelle von Herrn Becker den Herstellungsmonat gefunden. Alle Röhren zeigen aber ausser der Buchstabenkennung noch einen dritten Buchstaben, der (in meinem Fall) über bzw. unter den zwei Kennbuchstaben steht. Bei drei Röhren ein kleines x drüber, bei einer ein kleines z darunter. Ich wüßte gerne was diese Buchstaben bedeuten, evtl. geben sie den Produktiosnort an?

Mit herzlichen Grüßen Götz Linß

 
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Jahrgangszahlen der TFK Logo
Klaus Bayer
28.Aug.06
  1

Hallo,

gibt es eine Zuordnung der Telefunken Logo zu den Baujahren bzw. kann mir da jemand weiter helfen ?

Ich habe z.B. Röhren (RENS1204) mit einem Logo ohne diese typischen Blitze der neuzeitlichen Röhren.

Hier im RM wurde betreffs der Jahreszahlen ich nicht fündig, auf der TFK Seite sind allerdings einige Logos zu sehen.

Viele Grüße

Klaus Bayer

Klaus Bayer
31.Aug.06
  2

Hallo,

zur Frage die folgenden Logo's. Evtl. kann man dies als Serie vervollständigen und somit in etwa den Verwendungszeitraum ermitteln.

Das RENS1204 Logo stammt von einer Röhre mit Stempelung "in" = 5.33.

Das "Blitzlogo" war auf einer Werbung der 60'er Jagre zu finden. Dieses taucht auf allen P2000, die ich besitze, auf.

Viele Grüße

Klaus Bayer

Klaus Bayer
01.Sep.06
  3

habe eben eine Mail bekommen, die ich hier gern einstellen möchte.

Leider geht es mir bei anderen Beiträgen ähnlich wie Herrn Mühlbrandt.

"Lieber Herr Bayer, ich las von Ihrem Problem im Radiomuseum.

Ich weiß nicht , wie man dort etwas einstellt, weil die Frage außerhalb des "Talk " ist und nur Admins antworten können.

Ich bin Schallplattensammler und auf den Telefunkenplatten wurde das Logo im Jahresverlauf 1937 geändert. Ausnahmslös.

Vielleicht hilft Ihnen das auch in Hinblick auf die Röhren etwas.

Falls die Logoänderung der Schallplatten mit der Änderung aller Logos übereinkommt, können Sie gern die zwei anhängenden Beispiele als Beleg im RM verwenden!

Mit Gruß , Nils Mühlbrandt"

Klaus Bayer
23.Sep.06
  4

Hallo,

habe eine weitere Röhre (AL4) gefunden, die von 11/1937 stammt.

Diese zeigt ebenfalls das Blitzlogo (weiter oben = Telefunken_1939).

Nun muß nur noch der Bereich von 1934 bis 1937 genauer untersucht werden.

Evtl. kann hierzu jemand in seine Kisten schauen.

Danke

Klaus Bayer

Klaus Bayer
02.Oct.06
  5

Hier die Antwort von Herrn Lebeth, die ich per Mail erhielt:

Sehr geehrter Herr Bayer,

der Zeitraum lässt sich am Besten durch originale Telefunken-Publikationen belegen. Ich besitze einige Ausgaben der Telefunken-Schrift „Die Telefunken Röhre“. Heft 8 von November 1936 zeigt das Logo mit den acht Spitzen, Heft 10 vom August 1937 zeigt bereits das ‚neue’ Logo mit dem quadratischen Umriss.

Leider fehlt mir genau das Heft Nr. 9, das es gestatten würde den Zeitraum auf <6 Monate einzuengen. Röhrenprospekte oder Werbung sind hier hilfreich. In der österreichischen Zeitschrift ‚Radio Amateur’ Heft 12/36 findet sich eine Telefunkenwerbung mit dem alten Logo, die nächste Telefunken-Werbeeinschaltung in Heft 09/1937 zeigt das ‚neue’ Logo. Leider besitze ich kein Telefunken-Röhrenprospekt von 1937, wobei hier eine Schrift aus dem Frühjahr sehr aufschlussreich wäre…

Herzliche Grüße

Thomas Lebeth

Somit ist nur noch eine kleiner Bereich zur Eingrenzung zu finden.

Vielen Dank

Klaus Bayer

Klaus Bayer
04.Oct.06
  6

noch eine Antwort per e-mail:

Herr Pokrant schrieb:

"Hallo Herr Bayer,

da ich mich eingehend mit Grammophonen und Schellackplatten beschäftige, habe ich folgendes herausgefunden:
der achteckige Stern wurde von Telefunken seit 1926 verwendet und ist auch als Warenzeichen angemeldet worden, der viereckige Telefunken-Stern wurde seit 1937 verwandt. Ab 1967 wurde der viereckige Stern auch mit dem AEG Bildzeichen verwendet.
Näheres dazu:
Der viereckige Telefunken-Stern wurde am 01.02.1937 im Positivdruck angemeldet, und am 17.03.1937 eingetragen. Das gleiche für den Vierer Stern im Negativdruck: 02.02.1937 angemeldet, am 08.04.1937 eingetragen.
Am 03.10.1939 wurde noch das Bildzeichen "stilisierte Schallplatte mit aufgelegter Viertelnote" angemeldet und unter Nr. 517982 am 07.12.1939 eingetragen.
Quelle:
Alte Schallplatten Marken in Deutschland, Franz Schorn und Kleeblatt-Radio, Heft 45, April 2003, "Telefunken nach 100 Jahren" von Erdmann Thiele.
Gruß
N. Pokrant


Hallo Herr Bayer,
habe bei mir noch einmal nachgeschaut und ein Röhrenheftchen vom Juli 1937 gefunden, herausgegeben Juni 1937 und es wurde der vierer Stern verwendet.
Gruß
N. Pokrant "

Ich werde das Ganze dann bei Gelegenheit mal zusammenfassen.

Evtl. gibt es ja noch ein paar Antworten bis dahin.

Vielen Dank

Klaus Bayer

 
Hits: 4551     Replies: 6
AEG und Telefunken baugleich ? -- suche Hilfe !
Gottfried Silberhorn
12.Dec.05
  1

Hallo,
gibts hier bitte einen Sammler, der AEG und Telefunken Radios besitzt
und bestätigen kann daß die baugleich sind ?

Oder gibts hier bitte ehemalige AEG oder Telefunken Mitarbeiter,
die etwas über die Baugleichheit berichten können ?

Hintergrund:
mir ist aufgefallen, daß es in den 50ern
zu jedem AEG Radio einen passenden Telefunken gibt.
Und dem Herrn Haffner auch schon, siehe
http://www.radiomuseum.org/forum/schaltungsvergleichsliste_aeg_telefunken.html

schönes Beispiel: die Schaltpläne von
http://www.radiomuseum.org/r/telefunken_operette_8.html
und 


http://www.radiomuseum.org/r/telefunken_andante_8.html
oder

http://www.radiomuseum.org/r/aeg_6067wd_6067_wd_2.html

sind dermaßen gleich,
die kann man ausdrucken und übereinanderlegen,
da ist jeder Strich an der selben Stelle.
Die Pläne wurden ganz offensichtlich nach derselben Vorlage gedruckt,
und daraus folgere ich, daß diese 3 Chassis baugleich sind,
denn auch alle mechanischen Skizzen stimmen überein.
Aber die Admins hier wünschen noch einen "richtigen" Beweis.

Also, wer kann mir dabei helfen ?
Wenn wir hier im RM es nicht schaffen das zu klären, wer sonst ???

mit freundlichen Grüßen,
Gottfried Silberhorn

EE: Links getrennt, damit Seite Telefunken nicht mehr platzt ...

Konrad Birkner † 12.08.2014
12.Dec.05
  2 Hallo Herr Silberhorn.
Da Sie es öffentlich machen und auch Admins ansprechen, hier meine Einlassung:

Wo auf einem Papier mehrere Modelle stehen, ist da kein Problem.
Wo sich eine Baugleichheit augenscheinlich anbietet, hier mein Kommentar, wie ich ihn schon per mail übermittelte:

ich würde schreiben: " Vermutlich baugleich mit...., da Schaltpläne gleiche ZeichnungsNr. aufweisen." oder "Erscheint baugleich......."
dann kann aussenherum auch was andres stehen.
Dieses Hintertürchen sollten wir uns doch offen lassen, oder nicht ? Das ist alles! 
Ansonsten begrüsse ich Ihr Engagement durchaus. Natürlich sollte man derartige Informationen / Erkenntnisse verwerten, nur eben nicht u.U. übers Ziel hinausschiessen, indem wir wieder eine unnötige  Kritikmöglichkeit öffnen: Irgendwann kommt ein Schlauberger und stellt fest "Die Beschriftung ist doch anders...".  Dem möchte ich von vornherein den Wind aus den Segeln nehmen.
 
Bei Chassis wäre ich noch vorsichtiger: "Chassis besitzt auffallende Ähnlichkeit mit.....". wenn nämlich bei einem Modell etwas geändert wurde und das andere Modell wurde nicht mehr produziert (noch ausreichender Lagerbestand), dann haben wir den Salat mit unserer Gleichheit! "Auffallend ähnlich" finde ich da angemessener. In USA tragen die Chassis meist eigene Nummern, da kann man Gleichheit feststellen. In Europa war das kaum üblich. 
 
Können wir damit leben?


KoBi
Gottfried Silberhorn
12.Dec.05
  3 Guten Abend Herr Birkner,
ich hoffe halt immer noch,
daß wir das "augenscheinlich" oder "vermutlich" weglassen können.
Dazu bitte ich um hilfreiche Beiträge !
Das ist doch erst 50 Jahre her,
da muß es doch wohl noch möglich sein, das aufzuklären,
wie die Zusammenarbeit damals gelaufen ist zwischen AEG und TFK ...
MfG,
Si
Ernst Erb
12.Dec.05
  4 Grüezi Herr Silberhorn
Bitte lesen Sie die Firmengeschichten des "Trios" - z.B. in "Radios von gestern" oder im "Radiokatalog Band 1".
Es kommt ganz auf die Märkte und die Zeit an, wer für die Marke Telefunken gefertigt hat. Jedenfalls hat Telefunken vor dem Krieg "nur" entwickelt (wie auch AEG/Siemens) und war die Marketing-Firma - aber sie hat vor dem Krieg nie in Deutschland serienmässig Radios oder Röhren hergestellt.
Nach dem Krieg waren die Verhältnisse schwieriger, weil Siemens ihren Anteil von 50% 1941 an AEG verkauft hatte. Es war zudem eine wechselvolle Geschichte über die Jahre - aber das finden Sie ja alles ...
Frank Stegmeier
17.Dec.05
  5 Hallo,

nachdem Telefunken seit 1903 ein gemeinsames Unternehmen von Siemens und der AEG war, hat AEG 1941 die Siemens-Anteile übernommen. Telefunken war seither eine 100%-ige AEG-Tochter.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Konzern AEG-Telefunken unterschiedliche Geräte produziert hat. Eher ist es wie bei den Tonbandgeräten: das Gebiet "magnetophone" (das Tonbandgerät ist ja eine AEG-Entwicklung) wurde ab 1953( Vorstandsentscheid) bzw. 1954 (praktische Umsetzung) konzernintern Telefunken zugeordnet. Die magnetophone wurden aber bis zuletzt (M21) sowohl als AEG, als auch als Telefunken verkauft.
Ich bin kein Radio-Sammler, denke aber, daß es bei Radios genauso war.

Viele Grüße
Frank Stegmeier
Gottfried Silberhorn
21.Dec.05
  6 diese Pärchen haben doch nicht nur die gleiche Empfangsleistung,
sondern auch den gleichen Klang
(auf den Fotos sieht man, daß dieselben Lautsprecher verbaut wurden)
Wußten die Händler das ?  und die Kunden ??
Dann bleibt ja als Unterschied nur noch die Optik, und der Name.
War denn das Image dieser Firmen so verschieden,
daß manche Kunden lieber AEG kaufen und manche lieber Telefunken ?
Gruß,
Gottfried Silberhorn
PS: frohe Weihnachten !
Dirk Becker
21.Dec.05
  7 Hallo!

Das ist heute noch genau das gleiche wie vor 80 Jahren. So waren z.B. die Fernseher, die Siemens in den letzten 40 Jahren verkauft hat, zuerst waschechte Blaupunkt-Geräte, später dann - als Blaupunkt die Produktion einstellte - Grundig-Geräte. Siemens hat nur noch bis Ende der 50er? eigene Geräte entwickelt und verkauft.
Ähnliches gibt es in einem anderen Thread hier zu erzählen, wo ein Fernost Weltempfänger hierzulande unter Siemens Fahne verkauft wurde oder auch vor fast 80 Jahren, als fast alle Telefunken-, Siemens- und AEG-Geräte baugleich waren.
Die Kunden haben es manchmal gewusst, oft aber nicht. Man kann und konnte mit dieser Methode einen breiteren Kundenkreis erreichen. So sind die AEG-Geräte der 30er Jahre oft äußerlich etwas ausgefallener, die Siemens- und Telefunken-Versionen erreichen einen breiteren Geschmack. Heute spricht man auch von OEM-Herstellern, als Original Equipment Manufacturer, also Hersteller, die für andere die Produkte fertigen. Das war also auch früher nicht anders, heute hat es nur einen anderen Namen.
Über die genauen Verquickungen der Telefunken- und AEG-Radioabteilungen kann man sicher noch einiges schreiben, aber da weiß vielleicht jemand anderes mehr - prinzipiell jedoch ist das alles auch in den 50ern nichts neues gewesen.

Schöne Grüße

Dirk Becker

 
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TELEFUNKEN CAPRICE WK SUPERHETERODYNE 3 BANDS
Jorge Eduardo Pinto-Cubillas
02.Jul.05
  1

Hola amigos coleccionistas

Tengo una radio Telefunken Caprice WK  de 3 bandas, recien adquirida, prende pero no se escucha, necesito saber si alguien de ustedes tiene alguna informacion o el esquema para su respectiva reparacion.

Made in Western Germany

La distribucion de los tubos o valvulas esta de esta manera:

ECL82
EBF89
EC81
EZ80

Saludos, desde Lima, Peru

Eduardo Pinto

Ernst Erb
25.Aug.05
  2 Querido Jorge
Es necessario de poner el modelo primero en la base de datos. Si possible despues con photos. Si te hasse pena por favor pregunta Mário Coelho como hacer.
Cordialemente,
Ernesto
Mario Coelho
29.May.06
  3 Estimado Jorge Cubillas,

Señor António Manuel Rodrigues dos Santos de Coimbra-  Portugal, ha leído su foro y me envió un diagrama esquemático con los mismos tubos que el tuyo.

Abrí ya una  página para el y subi el diagrama esquemático.

http://www.radiomuseum.org/r/telefunken_caprice_w.html

Saludos Cordialles

Mário Coelho



 
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Telefunken Radios: Radio-Marke Telefunken, Firma Telefunken
Ernst Erb
04.Dec.03
  1

Telefunken ist sowohl eine Marke (Telefunken) wie auch eine Firma. Vor allem sind auch die Telefunken-Röhren bekannt. Telefunken als Radiohersteller ist bei Radiomuseum.org auf der Herstellerseite Telefunken beschrieben und man findet auch zahlreiche Bilder über Telefunken, nicht aber über Telefunken-Radios, denn ein einzelnes Radio von Telefunken findet man über die Suchseite direkt im Feld für eine "Einfache Modellsuche" - ohne Telefunken eingeben oder ein Land selektieren zu müssen. Natürlich gibt es für Telefunken-Radios meist auch ein Schaltbild und Bild zum Radio-Modell. Ein Mitglied hat sich auch der Tonbandmaschinen von Telefunken angenommen. Die weit mehr als 1500 gelisteten Telefunken-Apparate findet man auf einen Blick mit der URL über die Modelle des Herstellers oder man gibt den Begriff Telefunken in die "einfache Modellsuche" ein.

Da zeigt sich denn auch für jedes Telefunken Radio die Anzahl Bilder (inkl. noch inaktivierten) und die Anzahl Schaltbilder für Telefunken-Radios separat.

Im Gegensatz zu dieser Telefunken-Liste, die alphabetisch die Telefunken-Geräte zeigt, findet man zur Radio-Marke Telefunken eine Liste nach Jahren aufgebaut, wenn man bei der Suche nur die Radioherstellerin Telefunken angibt und wegen der Vielzahl von Telefunken-Apparaten die möglichen Jahre eingrenzt. Da erhält man eine Liste nach Jahren und innerhalb Jahr nach Telefunken-Modell.

Da das Board ALLGEMEIN für eine Suchmaschine direkt zu erreichen ist, versuche ich, dass man uns bei der riesigen Auswahl bei Eingabe von Telefunken oder Telefunken Radio oder Telefunken Radios oder Marke Telefunken etc. als Suchbegriff möglichst gut findet, denn Telefunken ist auch in Übersee ein begehrter Suchbegriff, wie ich soeben feststellte - und wir kommen bei Google mit Eingabe von nur Telefunken erst auf Position 68 bei 184'000 Nennungen. Wenn nicht bei den ersten 10 Nennungen, hat man eine Chance von etwa 20 % gefunden zu werden, doch wer geht schon über die zweite Seite hinaus? Ab Januar 2004 sollte das für uns besser aussehen. Bei Telefunken Radios kommen wir immerhin auf Platz zwei von 5070. Telefunken Radio bringt Platz 1 bei 23'400, auch Telefunken Modell. Mit Telefunken Siemens erreichen wir erst Platz 16 von 38100. Mit AEG-Telefunken oder Telefunken AEG oder AEG und Siemens sieht es ebenfalls schlecht aus.

Ob da auch die Liste mit Telefunken Modellen, englisch "models" etwas nützt, weiss ich nicht, doch bringe ich diese Liste hier zumindest teilweise. Eine Beschreibung aus dem Buch «Radiokatalog Band 1» kann diesen Text für Suchmaschinen ebenfalls aufwerten:

Als Markenfirma - nicht aber als Herstellerin - dominiert Telefunken bereits ab Mitte der 20er Jahre den Markt und erreicht 1933 einen Marktanteil von 17,4%, gefolgt von Saba mit 10,9 und Mende mit 10,1% [503]. Der Anteil fällt 1934 auf 12,1%.

Im Buch «Radios von gestern» auf Seite 105 [1-105] finden Sie eine relativ ausführliche Beschreibung - vor allem aber 77 Abbildungen und mehr als 300 Nennungen. Dazu gibt es ausführliche Primärliteratur zum Thema Telefunken. Der Text über diese Grossfirma präsentiert sich hier deshalb nicht ausführlicher als der anderer Unternehmen.

Die 1903 gegründete Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH, eine zu gleichen Teilen dotierte Tochter von AEG und S&H, geht am 1.10.41 vollständig in den Besitz von AEG über. Bis zum Zweiten Weltkrieg fabrizieren ausschliesslich AEG und S&H die inländischen Geräte für Telefunken. Die Entwicklungen teilen sich alle drei Firmen. Grundsätzlich ist Telefunken bis dann eine Entwicklungs- und Marketingfirma, wobei auch Prototypen entstehen. Trotzdem beschäftigt Telefunken 1941 weltweit um die 40'000 Personen.

Die Telefunken-Veröffentlichungen wie «Der Telefunken-Sprecher» sowie die Festschrift «50 Jahre Telefunken» [496] geben Auskunft über die vielseitigen Tätigkeitsgebiete dieser Firma und zeigen deren marktbeherrschende Stellung in Deutschland. In diesen Unterlagen kommen zahlreiche Übertreibungen vor, doch war Telefunken international für gute Qualitätsprodukte bekannt.

Die Einführung des Superhet, 1932, beginnt das «Trio» von AEG, Siemens und Telefunken erst relativ spät. In der Folge entwickelt es auch spezielle Röhren dafür. Der Start ist auch nicht ganz glücklich, gibt es doch auch 1933/34 Probleme mit Schwingneigungen der günstigeren Apparate.

 Um in die Klasse der Zweikreiser einbrechen zu können, konstruiert das «Trio» einen Vierkreis-3-Röhren-Super mit induktiv-kapazitiv geregelter Rückkopplung im zweiten ZF-Kreis, was die ZF-Verstärkung auf das Fünffache steigert. Die ganze Konstruktion bringt jedoch nach Alterung der Röhren Empfangsaussetzer, Verstimmungen und Eigenschwingungen bzw. Pfeiftöne, die bei jedem Sender vorkommen. So bekommt denn das Modell «Nauen 330» den Übernamen «pfeifende Johanna».

Durch den Verkauf der Siemens-Anteile von Telefunken an AEG im Jahr 1941 hat Telefunken 1942 eigene Vertriebsgesellschaften im Ausland zu gründen: Brüssel, Agram, Budapest, Mailand, Prag (statt Radiotechna GmbH), Krakau, Strassburg. Wo Siemens Radiofabrikationsstättenbetrieben hatte, führt diese Telefunken z.T. weiter. Schon ansässig ist Telefunken in Paris, Oslo, Zürich und Madrid [Museums-Bote 9].

Die im Bericht des Telefunken-Mitarbeiters R. Ohse über die ersten Nachkriegsjahre [DRM] erwähnten Betriebsstätten in Berlin wie die Röhrenwerkstatt Rothenburg in der Schönhauser Allee (Brenner und Kathoden), Werkstatt Schmidt in der Fidicinstrasse (Quetschfüsse) sowie eine kleine Röhrenfabrikation in einem Bunker am Reichstagsplatz zeigen eine eigene Produktion kurz vor oder während des Krieges, ausser der Mitarbeiter unterschied nicht zwischen Osram und Telefunken. Zudem gibt es dann eine Röhrenentwicklungsstätte Max-Strasse und eine Betriebsstätte Franklinstrasse.

Dazu ist zu berichten, dass Ende des Krieges gegen 400 weit verstreute Betriebsstellen in und ausserhalb Deutschlands ca. 40'000 Personen beschäftigen [DRM95]. Ohse listet auch alle vom Juli 1945 bis Ende 1948 erzeugten Rundfunkempfänger mit Stückzahlen [DRM96, DRM97] auf.

Im früheren Werk Sickingenstrasse von Osram (Moabit) entsteht wieder ein Röhrenwerk und die Zentralverwaltung von Telefunken. Die Keimzelle ist zuvor eine Villa am Genfer Weg 1. Die zerstörten Gebäude Tempelhofer Ufer 9 und Hallesches Ufer 30 gibt Telefunken auf. Das grösste Werk in Zehlendorf, Goerzallee dient als US-Hauptquartier und später als US-Kaserne.

 In den letzten Kriegsjahren baut Telefunken in Ulm eine Rundfunkröhrenfabrik, wo nach dem Krieg die Stahlröhren vorerst einen Glaskolben erhalten, da die maschinellen Voraussetzungen für die komplizierte Stahlschweisstechnik fehlen. Das Werk Berlin hingegen kann die normalen Stahlröhren fertigen. Im Oktober 1947 produziert Telefunken in Ulm mehr als 100'000 Röhren pro Monat; 1949 sind es um die 150'000 bei ca. 1500 Beschäftigten [664905].

Eine Radioproduktion in Deutschland hingegen entsteht erst nach dem Krieg: Das im Krieg ausgebrannte Geschäftshaus Mehringdamm lässt Telefunken wieder aufbauen und nutzt es für die Entwicklung von HF-Geräten. Im bisherigen Werk Schwedenstrasse der AEG richtet Telefunken eine Rundfunkgeräte- und Elektroakustik-Fertigung ein.

In den Werken Berlin, Dachau (als Werk München = M = 8M64GWK, 9M65WLK sowie B644GWK und B744GWK) und Hannover (= H = 8H.. und 9H..) baut Telefunken bis 1949 verschiedene Empfänger mit mehr oder weniger behelfsmässigen Einrichtungen, wobei vor allem der Kleinsuper 4347GWK von 1947 an die Krisenzeiten erinnert. Allerdings hat der Sammler bei der Restauration einige Tücken von «Notgeräten» zu kennen: «Filius 8H43GW» führt ein Chassis aus dicker Pappe, «Filius SK» (für SonderKlasse bzw. Filius II bzw. Filius-Umstellung) wie auch «Csardas 9H65GWK» und SK50 tragen die Verbindungen als geschweisste Starrverdrahtung auf Hartpapier als Chassis! Die Drahtzange bildet also das «Auslötgerät» bei Reparaturen. Telefunken kann sich darauf wieder als führende Firma etablieren. Später ist Telefunken allerdings wieder «nur» eine Marke; die Fertigung entsteht in anderen Betrieben.

 Telefunken kauft das frühere Werk Dr. Erich F. Huth GmbH in Hannover, Göttinger Chaussee, sowie die Anteile daran von C. Lorenz AG und fasst die Rundfunk-Entwicklung dort 1949 zusammen. Die Betriebsstätten in Hannover entwickelt Telefunken zu ihrem grössten Apparatewerk mit den Bereichen Rundfunkempfänger, Plattenspieler, TV-Geräte, Elektroakustik und Spezialgeräte. Mehr Informationen finden Sie in der «Telefunken Zeitung» 1950/51, Hefte 87-93.

Ab 1951/52 datiert Telefunken seine Radio-Modelle voraus, wodurch z.B. «Opus 50» im nächsten Jahr zu «Opus 52» mutiert. Karl-Heinz Müller zeichnete in [639500] die Gerätebezeichnungen bei Telefunken inkl. Exportgeräten bis zum Ende der Röhrenära in den 60er Jahren sehr informativ auf.

1967 verschmilzt Telefunken mit der AEG zur Aktiengesellschaft AEG-Telefunken [149], später verkauft AEG den Teil Telefunken an den französischen Thomson-Konzern.


Telefunken in Ostdeutschland:
Das Telefunken-Werk in Erfurt erhält den Namen Funkwerk Erfurt. Es produziert meiner Information nach an Radios jedoch lediglich 1947/48 das Modell 428GW.

Ca. ab 1951 baut VEB Röhrenwerk Anna Seghers, Neuhaus a. Rennsteig als ehemaliges Telefunken-Röhrenwerk [DRM97] die Batterieröhren DAF191, DF191, DK191 und DL191.

Ernst Erb
04.Dec.03
  2

Bitte antworten Sie nicht auf diesen Thread, da das ein Langzeitversuch ist. Der Beitrag soll relativ rasch ladbar sein - und doch eine gewisse Fülle an Informationen anbieten. Darum hier der Versuch der Aufzählung der Telefunken-Produkte, die wir bis jetzt zeigen: Ab obigem Link bzw. URL kopiert und über den Editor in den WYSIWYG eingegeben ist unschön aber für Suchmaschinenen effizient. Wer sich die Telefunken-Geräte ansehen möchte, geht über den Link und ruft sich einzelne Modelle auf.

Telefunken Radios: Adagio GW alt  7 - ECC81  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios: Telefunken Radios:  Adagio GW neu  6 - ECC81  LW, MW, KW und UKW  
Telefunken Radios: Telefunken Radios: 5  1S  Adagio W  6 - ECC81  LW, MW, KW und UKW  
Telefunken Radios: Telefunken Radios:  5S  Admiral 346GL-110V  4 - 1819  LW und MW- 
Telefunken Radios:  4S  Admiral 346GL-220V  4 - 1819  LW und MW-Bereiche  Bakelit
Telefunken Radios:  3S  Admiral 346W  5 - 1234  LW und MW-Bereiche  Bakelit (Pressstoff) 
Telefunken Radios: 5  3S  Admiral 346WL  5 - 1234  LW und MW-Bereiche  Bakelit (Pressstoff) 
Telefunken Radios:  3S  Admiral 348GL  4 - 1819  LW und MW-Bereiche  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  2S  Admiral 348GL-220V  4 - 1819  LW und MW-Bereiche  unbekannt -
Telefunken Radios:  3S  Admiral 348WL  6 - 1234  LW und MW-Bereiche  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  2S  Aida 7001WKK  12 - AH1  LW, MW und 2 x KW  unbekannt -
Telefunken Radios:  Akusta 2082  8 - ECC85  LW, MW, auf UKW (FM v)  Standmodell  
Telefunken Radios:  allegretto TS2020 LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  allegretto 1010 LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios: 1  1S  Allegretto LMK alt  4 - ECH42  LW, MW, KW - UKW (u)   
Telefunken Radios: 1  1S  Allegretto LMK neu  4 - ECH42  LW, MW, KW - UKW (u)
Telefunken Radios: 1  1S  Allegretto LMKUK  4 - ECH42  LW, MW, KW und UKW  
Telefunken Radios:  allegretto stereo 101 LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios: 1 Allegro 1063  6 - ECC85  LW, MW, auf UKW (FM v)  Gerät mit Holzgeh. 
Telefunken Radios:  Allegro 2082 hell  8 - ECC85  LW, MW, auf UKW (FM v)  Gerät mit 
Telefunken Radios:  Allegro 2082 poliert  8 - ECC85  LW, MW, auf UKW (FM v)  Gerät mit
Telefunken Radios: 1 Allegro 2183 hell  8 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit 
Telefunken Radios:  Allegro 2183 poliert  8 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit 
Telefunken Radios:  3S  Allegro 2464 mattiert  6 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit
Telefunken Radios:  3S  Allegro 2464 poliert  6 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit 
Telefunken Radios: 3  1S  Allegro S  7 - EF85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  allegro stereo 301 alt LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  allegro stereo 301 neu LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  Allegro Stereo 101 LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  2S  Allegro-Stereo 2082  8 - ECC85  LW, MW, auf UKW (FM v)  Gerät mit
Telefunken Radios: 1  2S  Allstromsuper 976GWK  6 - CK1  LW, MW und KW  Gerät mit  
Telefunken Radios:  Allvox-Strahler RS1 nicht erfasst oder keine  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  Allvox-Strahler RS2 nicht erfasst oder keine  Plastikgehäuse (nicht ... 
Telefunken Radios:  Allvox-Strahler RS3 nicht erfasst oder keine  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios: 1 Alpha  2 - 064  LW und MW-Bereiche  Holz, Steilpult offen 
Telefunken Radios:  1S  (alt) 6445(GWK)  4 - UCH11  LW, MW und KW  Koffer- bzw. Reisegerät 
Telefunken Radios:  Andante 1352 poliert  5 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit
Telefunken Radios: 1 Andante 1352 Teak  5 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit 
Telefunken Radios: 1 Andante 1462  6 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  Andante 1952GW  7 - UF85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios: 3 Andante 1952W  7 - EF85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  Andante 8  6 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios: 1 Andante 9  6 - ECC85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios: 3  2S  Andante S  7 - EF85  LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  andante stereo 101 LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios:  Andate Stereo 101 LW, MW, KW und UKW  Gerät mit Holzgehäuse 
Telefunken Radios: 1 Arcodyn 500  1 - Gl.Rö.  nicht erfasst oder keine   ... 
Telefunken Radios: 1 Arcodyn 505W  1 - Gl.Rö.  nicht erfasst oder keine  Bakelit (Pressstoff) 
Telefunken Radios: 1 Arcodyn 600  1 - Gl.Rö.  nicht erfasst oder keine  Metallausführung 
Telefunken Radios: 3  2S  Arcofar 1000  4 - 904  LW, MW plus Plattenspi...  Gerät mit
Telefunken Radios: 1  1S  Arcolette (var 1)  3 - 054  LW plus 2 mal MW  Metallausführung 
Telefunken Radios: 1  1S  Arcolette (var 2)  3 - 052  LW plus 2 mal MW  Metallausführung 
Telefunken Radios:  2S  Arcolette 3 (alt)  3 - 054  LW plus 2 mal MW  Metallausführung 
Telefunken Radios: 4  1S  Arcolette 3 (neu)  3 - 054  LW plus 2 mal MW  Metallausführung 
Telefunken Radios: 2  1S  Arcolette 3W alt  4 - 1004  LW und MW-Bereiche  Metallausführung 
Telefunken Radios: 7  2S  Arcolette 30W  4 - 1004  LW und MW-Bereiche  Metallausführung 
Telefunken Radios:  2S  Arcolette 31B  3 - 034  LW und MW-Bereiche  Metallausführung 
Telefunken Radios: 3  2S  Arcolette 31G  3 - 034s  LW und MW-Bereiche  Metallausführung 
Telefunken Radios: 1  1S  Arcolette 31G/A alt  3  LW und MW-Bereiche  Metallausführung 
Telefunken Radios: 2  2S  Arcolette 31W  4 - 1004  LW und MW-Bereiche  Metallausführung 
Telefunken Radios:  Arcolette (auch W3) 3W neu  4 - 1004  LW und MW-Bereiche 
Telefunken Radios: 1 Arcon DE nicht erfasst oder keine  Holz, Steilpult offen 
Telefunken Radios: 1 Arcon DR  1 - RE83  nur MW  Holz, Steilpult offen 
Telefunken Radios: 1 Arcon HR  1 - RE78  nur MW  Holz, Steilpult offen 
Telefunken Radios: 1 Arcon HV  1 - RE78  nur MW  Holz, Steilpult offen 
Telefunken Radios: 1 Arcon NV  1 - RE78  nicht erfasst oder keine  Holz, Steilpult offen 
Telefunken Radios: 1 Arcon NZ  1 - RE97  nicht erfasst oder keine  Holz, Steilpult offen 

Ernst Erb
13.Sep.15
  3

Beitrag aus dem Jahr 2003 zur Firma verschoben.

 
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Telefunken-Tonbandgeräte-Firmenreferent
Heiko zur Mühlen
22.Sep.03
  1 Im September 2003 bin ich zum Radiomuseum.org gekommen. Nach Absprache mit Herrn Erb habe ich das Amt des Firmenreferenten für Telefunken-Tonbandgeräte übernommen.
Auf diesem Gebiet habe ich viel Fotomaterial und Schaltbilder, die ich nach und nach
einstellen möchte. Sollte jemand dringend ein bestimmtes Schaltbild brauchen,
kann ich das dann natürlich vorrangig einscannen und auf die WEB-Seite bringen
(bei Bedarf bitte per eMail anfordern).
Felix Schaffhauser
02.Oct.03
  2

Hallo Herr Zurmuehlen,

freut mich einen Kompetenzpartner Telefunken Tonbandgeräte zu haben. Mein obgenanntes Gerät hat ein Problem beim Aufnehmen: trotz perfekter Aussteuerung per Mag. Auge ist bei der Wiedergabe die Aufnahme extrem verzerrt. Ich habe bisher den Fehler noch nicht gefunden und wäre deshalb sehr froh um jede Art von Service-Unterlagen für diese Gerät. Schema habe ich, aber nicht mehr.

Besten Dank für jede Art von Unterstützung!

Ihr Felix Schaffhauser

 

Franz-Josef Haffner
02.Oct.03
  3

Die häufigsten Ursachen für schlechte Aufnahmen ist entweder eine nicht funktionierende Vormagnetisierung (Löschkopf) oder ein defekter Aufnahme/Wiedergabekopf, der im einfachsten Fall magnetisch geworden ist. Entmagnetisieren wurde an anderer Stelle schon besprochen:

http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=6901

vielleicht funktioniert eine der Techniken auch beim Aufnahme/Wiedergabekopf?

Auf der Suche nach Nordmende TB Unterlagen bin ich auf folgende Anleitung gestossen:
(vielleicht läßt sich das auf Telefunken übertragen)


Achtung, ich übernehme keinerlei Gewährleistung! :-))

Gruß
Franz-Josef

Richard Sauder
02.Oct.03
  4

Hallo allerseits,

Wenn die Aufnahme verzerrt ist und die Spannungen an der Verstärkerschaltung einigermassen im normalen Rahmen liegen, ist es eine fehlende Vormagnetisierung. Ohne Vormagnetisierung sind die NF-Signale nur schwach und extrem verzerrt. Erst bei Übersteuerung nimmt die Lautstärke ein "normales" Mass an, allerding mit extremen Verzerrungen. Zur Vormagnetisierung wird ein Teil der Lösch-Leistung verwendet. (Ich habe kein Schema des Gerätes, darum kann ich nur allgemeni antworten). Es gibt Geräte, bei welchen der Löschkopf gleichzeitig Löschoszillatorspule ist. Wäre dieser defekt, wäre weder Löschung noch Vormagnetisierung vorhanden. Ich gehe erstens davon aus, dass Telefunken eine getrennte Oszillatorspule verwendet (wie ich mich erinnere). Wenn also die Löschung funktioniert, muss der Oszillator und der Löschkopf in Ordnung sein. Sofern das M70 getrennte A- und W- Köpfe hätte, könnte ein Defekt des A-Kopfes vorliegen, ist aber sehr unwahrscheinlich. Bei Kombiköpfen, wie sie bei Amateurgeräten (M70 gehört glaube ich auch dazu) üblich sind, kann ein Defekt kaum vorliegen, weil sonst die Wiedergabe nicht möglich wäre. (Woher weiss der Kopf, ob er aufnimmt oder wiedergibt?).

In der Regel wird der Kombikopf in der Art betrieben, dass am Fusspunkt über ein C die Vormagnetisierung und über ein R die Sprechspannung zugeführt wird. Mit dem Aufnahmeschalter ist der Kopfpunkt geerdet. ei Wiedergabe ist der Kopfpunkt mit dem Vorverstärker verbunden, der Fusspunkt geerdet. Diese Scahlungsart kennt man sicher bei Grundig und meines Wissens auch bei Telefunken. Wenn die Wiedergabe eiens Referenzbandes einwandfrei ist, so ist der Kopf und der Umschalter sowie der Vorverstärker gesund. Der Fehler muss demnach im Bereich des Einkoppel-C (Festwert plus Trimmerkondensator zur Vormagnetisierungseinstellung) liegen. Allenfalls muss bei einem Austausch die Vormagnetisierung neu eingestellt werden.

Dazu eine kleine Anleitung: Die Vormagnetisierung beeinflusst neben den Verzerrungen und der Aussteuergrenze auch die Höhenaufzeichnung. Angenommen, der Kopf ist noch gut und die Wiedergabe iO, muss die Aufnahme auf möglichst geringe Frequenzgangabweichung abgeglichen werden. Ideal ist ein Tongenerator, der bei 20 dB unter Vollaussteuerung mit 10kHz aufgezeichnet wird, im Wechsel mit 1 kHz. Die Vormagnetisierung ist schrittweise zu veränfdern und bei Wiedergabe die Pegel mit einem Voltmeter am Ausgang zu überwachen.

Nur hat nicht jeder ein geeignetes Voltmeter, geschweige denn einen Tongeni.

UKW ohne Sender = Rauschen. Aufzeichnen, anhören, vergleichen mit dem Original bei GLEICHER Lautstärke. Drehen am Trimmer-C, Position notieren, Vergleich bei Wiedergabe, bis geringste Abweichung.

Und nun viel Glück wünscht Richard

Felix Schaffhauser
03.Oct.03
  5

Vielen Dank für die guten und kompetenten Tips.

Ja das Magnetophon 70 weist sep Osz. und Löschkopfspule auf. Die Einkopplung der HF erfolgt über einen Keramiktrimmer (werde diesen mal unter die Lupe nehmen). Das Abgleichen scheint ein mühsamer Prozess zu sein. Vielleicht gibt es einen Hinweis, wie gross die HF-Spannung über dem Kombikopf bei Aufnahme etwa sein müsste. Werde auf alle Fälle mit dem KO die Spgs.verhältnisse einmal ausmessen.
Werde über die Ergebnisse berichten.

PS. Das Schema findet sich im RM.org unter dem Modell (als nette Dienstleistung eines anderen Kollegen! Danke!)

Richard Sauder
03.Oct.03
  6

Hallo Felix,

das messen der Vormagnetisierungsspannung ist nicht ganz einfach. Erstens handelt es sich um Hochfrequenz (grösser 50 kHz), was ein normales Multimeter nicht schafft. Zweitens ist die Einkoppelung über den Keramiktrimmer so eine Sache. Wwenn man mit dem KO messen möchte, der eine Eingangskapazität von rasch einmal 500 pF hat, wirkt er mit dem Trimmer als Spannungsteiler. Je nach KO-Eingang können die gemessenen Spannungen um die Hälfte oder mehr abweichen. Man findet daher in den Geräteschemas selten vernünftige Angaben. Ich würde (als Faustregel) meinen, dass die Spannung vor dem Trimmer (50V?) etwa zwei bis dreimal so gross sein sollte wie direkt am Kopf. In Deinem Fall wird am Kopf praktisch nichts zu messen sein.

Viel Glück

Richard

Mario Tieke
03.Oct.03
  7

Hallo

Die Vormagnetisierung ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

1. Kopfverschleiß

2. Bandgeschwindigkeit und Material

3. Hoch- oder Niederohmigkeit des Kopfes

Als Versuchswert sollte mal 15V HF gemessen mit Oszi oder anderen geeigneten Meßgerät eingestellt werden. Als Fehler könnte auch sein, das die HF in den Verstärker gelangt (Masseverbindungen) und die Regelung beeinträchtigt, welches zu Verzerrung führt. Im Verstärker darf keine HF meßbar sein. 

Zum Entmagnetisieren Gibt es noch eine bessere Lösung, die auch auf Metallteile in der Bandführung angewendet werden kann. Man nehme eine Drossel oder Trafo mit EI-Kern und entferne den Eisenkern auf der I-Seite. Das ganze schließt man an eine Wechselspannungsquelle an und geht damit an die zu entmagnetisierenden Teile. Abschalten in ausreichender Entfernung. Achtung, KEINE Entmagnetisierung an Oszi-Röhren vornehmen! Solche Entmagnetisierungsgeräte (Löschdrossel) gab es auch fertig von verschiedenen Herstellern.

Gruß Mario

Heiko zur Mühlen
06.Oct.03
  8 Hallo Herr Schaffhauser! Zunächst bitte ich um Entschuldigung für meine recht späte Antwort. Nach Ihrer Beschreibung liegt auch meiner Meinung nach ein Fehler in der
HF-Vormagnetisierung vor. In den anderen Forums-Beiträgen wurde das ja sehr
ausführlich beschrieben. Die HF-Spannung direkt am Tonkopf muss bei diesen
Geräten mit hochohmigen Kombi-Tonköpfen ca. 100 Volt betragen und muss
hochohmig gemessen werden. Ich glaube, dass diese Spannung in Ihrem Falle
erheblich zu niedrig ist. In den vorhergehenden Forumsbeiträgen wurde ja schon
auf einen evtl. defekten Trimmer zum Einstellen dieser HF-Vormagnetisierung
hingewiesen. Meistens hat sich da die Silberschicht zersetzt. Es könnte auch, wie bereits drauf hingewiesen, der Löschkopf defekt sein (unterbrochen).
Falls Sie den Fehler inzwischen nicht schon behoben haben sollten, könnte
ich Ihnen solch einen Trimmer, soweit er tatsächlich defekt sein sollte,
sowie den Löschkopf aus einem bereits halb ausgeschlachteten M70 ausbauen.
Zur genauen Einstellung der HF-Vormagnetisierung gehen Sie am Besten nach der
Beschreibung im Servicemanual vor. Auf Wunsch kann ich dieses zum Schaltbild
hinzu fügen. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Heiko zur Mühlen
07.Oct.03
  9 Morgen, am 8.10.03 werde ich die Einstellvorschrift von Telefunken
einscannen und allerdings zum Magnetophon 75 !!!!!!!!! hinzufügen.
Das M75 hat den gleichen Tonkopf wie das M70, so dass die HF-Einst.
identisch ist. Das Ganze schicke ich Ihnen dann gegen Mittag auch
zusätzlich noch direkt per eMail zu.
Wüsche noch ein gutes Gelingen,
Heiko
Heiko zur Mühlen
07.Oct.03
  10 Hallo zusammen!
Auf den Magnetophon75-Seiten gibt es nun die versprochenen Service-Einstellvorschriften für die Telefunken-Tonbandgeräte der M70er-Serie.
Die Unterlagen stammen aus einem Service-Manual für M75.
Alle Halbspurgeräte der M70er-Serie und M100er-Serie sowie das KL65X
haben den gleichen Tonkopf, Telefunken-Typen-Bezeichnung F402
(KL65 und KL65S haben andere Köpfe).

Schöne Grüße,

Heiko Zurmuehlen
Felix Schaffhauser
07.Oct.03
  11

Vielen Dank für das grosse Echo und die vielen Tips sowie den ausgezeichneten Service durch den Typen-Referenten Herrn Zurmuehlen. Jetzt sollte ich eigentlich wirklich Erfolg haben!

Die grosse Hilfsbereitschaft hat mich begeistert!

mit besten Sammlergrüssen

Felix

 
Telefunken Deutschland (TFK), (Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH
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