| History: |
Georg Neumann ist am 13. Oktober 1898 in Chorin, ca. 80 km NW von Berlin geboren. Er arbeitet als Praktikant bei Mix & Genest Berlin, dann im Versuchslabor der AEG Oberspree Kabelwerke an Verstärkern. Eugen Reisz ist dann dort Direktor des Laboratoriums. Reisz gründet eine eigene Firma und Neumann geht als Mitarbeiter mit und entwickelt (mit Reisz?) das "Reisz Marmorblock-Mikrofon". Ein solches Mikrofon kommt auch bei der ersten Sendung des VOX in Berlin zum Einsatz.
Georg Neumann verlässt Reisz und gründet am 23. November 1928 mit Erich Rickmann die Georg Neumann & Co. in Berlin, um die elektrischen Plattenschneidemaschinen mit einem Direktantrieb statt Riemanantrieb zu verbessern. Das mit drei Mitarbeitern, wenigen Werkzeugen in einem 75 m2 grossen Raum in der Brandenburgerstrasse. Das Kontaktmikrofon war dabei ebenfalls eine Schwachstelle und so kam auch die Idee, das besonders in den USA (RCA) schon bekannte Kondensator-Mikrofon weiter zu entwickeln. Zuerst war der quasi integrierte Vorverstärker ein schwarzer Kasten, gefolgt von einer zweiten Modellart. Bei beiden giesst man für die Mikrofon-Kapsel eine hoch viskose, schnell trocknenden Lösung aus Schiessbaumwolle, Alkohol und Ether zu einer Membran. Dabei nimmt man platiniertes Gold als Unterlage (Rickmann). Später nimmt man dafür das 1913 erfundene PVC, das man in Amylacetat gelöst hatte und noch später zerstäubt man Gold auf einer Glasplatte und giesst die Folie darüber.
Der erste in Serie gebaute "Condensator-Mikrofon-Verstärker (CMV)" (gemäss 10-jahres-Chronik von 1938) nennt man CMV3. Es folgen z.B. CMV3a und CMV5 - alles "Flaschen-Mikrofone". Gewisse Verkaufsrechte (vor allem Export) übernimmt Telefunken - u.a. gegen Verzicht auf Lizenzgebühren für die Röhren. Leider stimmen einige Angaben in der heutigen Chronik über Neumann nicht, z.B. "die erste elektrisch angetriebene Schallplattenaufnahmemaschine" oder "denn die Herstellung einer funktionstüchtigen Kapsel war bis dahin lediglich im Labor gelungen" - in den USA gab es dann seit einiger Zeit immerhin 6 bekannte Typen.
Georg Neumann & Co. wurde während des Krieges (WW2) von Berlin etwa 250 km gegen Süden in die kleine Ortschaft Gefell (bei Schleiz) verlegt und nach dem Krieg in einen VEB umbenannt: Mikrotechnik Gefell, VEB; Gefell (Ostd.) Obwohl Herr Neumann in den Westen fliehen konnte und dort die Produktion von Mikrofonen wieder aufnahm, produzierte man auch in Ostdeutschland, doch praktisch ohne Export. Nach der Wende heist die Firma Microtech Gefell GmbH.
Den grössten Erfolg hat Georg Neumann wohl nach dem Krieg, 1947, denn er entwickelte die Nickel-Kadmium-Zelle wesentlich weiter, so dass man kleine Zellen bauen konnte, z.B. für Hörhilfen etc. Auch seine neue Mikrofon-Technologie (im gleichen Jahr, 1947) mit dem für die Charakteristik umschaltbaren Kondensator-Mikrofon U47 (danach Weiterentwicklung zum U48, dann 1949 mit Fernsteurbarer Umschaltung als U49 - von Grosskopf (NWDR Hamburg) zugekauftes Patent) welche den bis dahin überlegenen Bändchenmikrofonen von RCA paroli boten. Diese Daten sind durch Ernst Erb zum Teil auch aus www.kinovox.dk entnommen. Dort kann man in Englisch die weitere Geschichte um die Firma und ihren Gründer lesen.
WEr führt hier weiter?
"Born in 1898 in a small town outside of Berlin, Neumann apprenticed at Mix & Genest and did amplifier research for AEG. When AEG lab director Eugen Reisz created his own company, Neumann joined him and looked into ways to improve carbon microphone technology. Neumann stretched a tight rubber membrane over a marble slab containing powdered carbon and two electrodes. The resulting “Reisz marble block microphone” was fairly flat from 50 to 1k Hz, with a 10dB peak at 4 kHz, and was -15 dB at 10 kHz. Hardly impressive by modern standards, this 1923 model encouraged Neumann to look at other ways to improve mic performance.
In the mid-1920s, as radio gained popularity and record companies switched over to the “electrical recording process,” microphones suddenly became a major link in the audio chain. Excited by the idea of building capacitive (condenser) mics, Neumann left Reisz and, with Erich Rickmann, founded Georg Neumann & Co. in Berlin in November 1928.
The first mass-produced condenser mic — Neumann's CMV3 — debuted in 1928 and remained a standard for years, both in studios and in live broadcasting. By 1932, Neumann unveiled the CMV3a, which featured interchangeable heads (cardioid, omni and figure-8). The mics stayed in production until after World War II and are still in use in studios worldwide. ...
Among Neumann's first products was a record-cutting lathe. Rather than the belt-driven mechanisms so common in other lathes of its time, the 1931 AM31 instead employed a direct-drive design, where the motor itself was an extension of the platter's spindle. In 1933, a portable lathe followed, which simplified the process of making location recordings of speeches and music concerts outside of the studio confines."
This is some reading of:
http://bg.mixonline.com/ar/audio_neumann_celebrates_years_2/
Comment EE: We would like to check the data of 1928 for the CMV3 because the company started in 23 November 1928 and had only a few tools and 3 persons in a room of 75 m2. They made first two different prototypes (black square boxes) before going to construct the CMV3. We would have to know by papers from that time not from the many different views of modern time ... And would be glad to get some evidence out of historical papers. We are also most interested to know the product name for Telefunken for given Neumann products - especially regarding CMV3, CMV3a and CMV5.
|
|