Mario Kochendörfer
Schem.: 0 Pict.: 0 08.Sep.08 10:57 Count of Thanks: 2 |
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Anodenspannung verzögert einschalten. Ein Lösungsvorschlag.
Ein GRAETZ-Spitzensuper 163W, Baujahr1952 wurde dazu auserwählt, künftig im Wohnzimmer neben einem altehrwürdigen Buffet im romanischen Stil seine Dienste
aufzunehmen. Das war im Jahre 1996 . Zuerst bekam das Holzgehäuse mit einer
Schellack-Behandlung ein neues Outfit, danach wurde das Gerät zur weiteren
Renovierung für den neuen Standort durch den Familienrat freigegeben.
Dabei wurden u.a. alle Kondensatoren überprüft, defekte ersetzt und das Gerät
sorgfältig neu abgeglichen. Die Empfindlichkeit von 10µV in beiden Mittelwellen-
Bereichen und auf UKW 2µV( bei 4V an den Messbuchsen,) Trennschärfe 1:2000, war dem Baujahr entsprechend absolut Oberkasse!
Die Freude über die gelungene Restaurierung dauerte keine 2 Jahre. Mit Verzerrungen
und starkem Netzbrumm verabschiedete sich auch noch die 0,8 A Sicherung, dann
war Ruhe. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Elko (2x50µF, U nenn 350V)
am CL-Eingang Kurzschluss hatte und am CS-Eingang bei U-nenn eine Reststrom
von 12mA gemessen wurde! Der Koppelkondensator 10nF mit einem Feinschluss
von 4µA verfälschte dazu noch den Arbeitspunkt der EL 12. Der Elko war sorgfältig
vor dem Einbau formiert, der Reststrom in der Reparaturliste mit 25 bezw.28 µA
vermerkt und der neue Koppelkondensator einwandfrei. Was war geschehen?
Das Radio hat zur Anodenspannungsversorgung vom Trafo 2x415V die mit 2 Stück
AZ41 parallel, die notwendigen 115mA bei 338V Gleichspannung liefern.
Die direkt geheizten 2x AZ41 bringen sofort nach dem Einschalten 575V auf die
Elkos und über den Arbeitswiderstand der NF-Stufe und den Gitterableitwiderstand
der EL 12 an den Koppelkondensator.. Die Aufheizzeit der Röhren dauert
ca 25 Sek., danach ist die Welt wieder in Ordnung. Elkos 2x50µF über 350V sind
nicht mehr zu bekommen, umbauen des Netzteils mit indirekten geheizten
Gleichrichterröhren oder gar Elko-Reihenschaltung die durch hohe Kapazitäts-
und Reststromschwankungen trotz Ausgleichswiderständen nie einwandfrei
funktionieren kann, kommt nicht in Frage. Die ursprüngliche Orginalschaltung
muss erhalten bleiben!
Es muss ein Zeitrelais, das mit einer Verzögerung von 25 Sek. die Heizung
der Gleichrichterröhren einschaltet, eingebaut werden. Die Forderung:
Abmessungen möglichst klein, Betriebsspannung 6,3V Ws, Ausgangrelais-
Kontakt 1-pol/1,5A potentialfrei, 100%ED. Da so ein Zeitrelais nicht im Handel
nicht zu haben ist war Eigenbau angesagt.
Der Relaiseinbau ist genau 10 Jahre alt und funktioniert bisher trotz fast täglichem
Gebrauch ohne Störung! Zwei weitere Geräte meiner Sammlung habe ich
auf die gleiche Weise umgerüstet. Meine Frage: Wer hatte ähnliche Probleme
und wie wurden sie gelöst?
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Dietmar Rudolph
Editor
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Schem.: 265 Pict.: 207 08.Sep.08 16:57 Count of Thanks: 2 |
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Bei einem Siemens 37WLK ergab sich nach dem Ersatz von Kondensatoren ein entsprechendes Problem mit zu hoher Spannung bis die Endröhre arbeitet. Als Lösung wurde ein VDR (voltage dependent resistor) mit ca. 260V Schwellspannung parallel zum Sieb-Ko geschaltet. Der VDR zieht während der Aufheizzeit der Endröhre entsprechend viel Strom und begrenzt dadurch die Anodenspannung auf einen unkritischen Wert. MfG DR |