Jens Dehne
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Schem.: 151 Pict.: 283 24.Sep.08 22:34 Count of Thanks: 5 |
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Seit mich „historische“ Rundfunkgeräten beschäftigen, denke ich an Zusammenhänge zum Thema „Radio“; hier speziell zum typischen „Radiogerät“. Für mich ist auch die Entstehungsgeschichte des Massenproduktes „Radio“ aus Unternehmenssicht (Firma) interessant, mit besonderem Blick auf bestimmte Marken.
Es stellten sich die Fragen: Wie kam es zu einem bestimmten Modell? Was beeinflusste die Weiterentwicklung einer Modellreihe? Wie lief die Produktion eines Rundfunkgerätes beim Hersteller ab?
Nach meiner Recherche setzte ab Mitte der 60er Jahre eine deutliche Trendwende in der Herstellung der Rundfunkempfänger ein. Halbleitertechnik, immer weitere Miniaturisierung, steigender Wettbewerb am Markt mit immer stärkerem Preisdruck bestimmten das Wesen der Gerätevielfalt.
Längst wurde in „Fernost“ nicht nur wesentlich preiswerter produziert als in Deutschland und anderen Ländern, sondern auch die Entwicklung von Gerätetechnik konnte in kürzerer Zeit für weniger Kosten als „Dienstleistung“ von Auftraggebern aus aller Welt in Anspruch genommen werden.
Für das Rundfunkgerät im Angebot des deutschen Handels blieb oftmals nur der gut eingeführte „Markenname“ übrig, um Käufer vom „Qualitätsprodukt“ zu überzeugen.
Weshalb schreibe ich das? Vielleicht kann jemand ergänzen oder erweitern, möglicherweise habe ich ja auch Fehler in meinen Überlegungen?
Im „Radiokatalog“ des RMorg können Geräte identifiziert und mit weiteren Informationen belegt werden. Das hilft vielen Sammlern, Technikinteressierte finden viele interessante Zusatzinformationen. Zusammenhänge sind aber oft vielseitiger und nicht immer bekannt. Gerade als ich zur Dokumentation der Marke „Graetz“ einige spezielle Geräte (ITT) ab dem Zeitraum 1970 bearbeitete, dachte ich daran:
Auftraggeber; wer veranlasst die Herstellung eines Rundfunkgerätes?
Jedenfalls ist das „Chefsache“ und wird oft von einer Gruppe des „Marketings“ innerhalb des Unternehmens vorgeschlagen. Dann wird nach Analyse des Marktes für ein bestimmtes Absatzgebiet und einen begrenzten Zeitraum investiert und koordiniert, um möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften.
[In der DDR gab es für diese Entscheidungen eine staatliche Plankommissionen und den Ministerrat. Das Exportbestreben wurde durch „Devisenbeschaffung“ – frei konvertierbare Währung für den Erlös – getragen. Innerhalb der DDR wurden Entscheidungen für Geräteproduktionen mit der „immer besseren Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung“ geplant.]
Der Auftraggeber ist anhand eines Modells nicht immer zu erkennen. Oft ist der Auftraggeber auch ein Kooperationspartner oder der Auftrag entsteht durch eine Kooperationsvereinbarung, das können beispielsweise Handelsketten sein.
Beispiel:„RCA“, „ITT“, „Bruns“, „Neckermann“, „Quelle“
Hersteller im Sinne von Produzent / Produzierer von Rundfunkgeräten.
Der Hersteller fertigt das komplette Gerät oder montiert das Gerät aus Baugruppen, welche wiederum von anderen Quellen stammen können.
Beispiel: Transistorgeräte ab Mitte der 60er Jahre; Radiogehäuse- und Chassisfertigung in Deutschland beim Hersteller; Zukauf der bestückten und funktionsfähigen Leiterplatte nach Vorgaben der Konstruktion aus „Fernost“.
Die Bereiche „Entwicklung“ und „Konstruktion“ können auch als eigenständige Unternehmen arbeiten und als „Dienstleister“ einem Hersteller zuarbeiten.
Entwicklung: Dieser Bereich im Unternehmen beschränkt sich grundsätzlich auf die Entwicklung der entsprechenden elektrischen Schaltungstechnik, des Layout der Verdrahtung und der gedruckten Schaltung / Leiterplatte.
Konstruktion: Dieser Bereich im Unternehmen umfasst grundsätzlich die mechanische Beschaffenheit des Chassis und des Gehäuses nach Vorgaben der Designer und der Entwickler.
Vertrieb: Der Vertrieb bildet innerhalb des Unternehmens eine wichtige Abteilung. Besonders nach Mitte der 50er Jahren wurde der Vertrieb oftmals auch als eigenständige Gesellschaft ausgegliedert, teilweise zunächst auch nur für besondere Bereiche wie den Export.
Zu den Aufgaben des Vertriebes gehören grundsätzlich auch die Organisation des technischen Service, der Dokumentation und der Ersatzteilversorgung sowie die Regulierung von Garantie- und Gewährleistungsansprüchen.
Beispiel: „Radio- Fernseh- Elektro- GmbH“ für den Export innerhalb der „Graetz Radio- und Fernsehen GmbH“
Marke / Handelsmarke: Als Logo, Markenzeichen oder Symbol einprägsam mit hohem Wiedererkennungswert wird eine „Marke“ modellübergreifend in einem größeren Zeitraum benutzt.
Beispiel: Schriftzug „Graetz“
Gerätename: An der Gerätefront oder auf der Rückseite / Rückwand bezeichnet, wie auch in Katalogen und Verzeichnissen benannt. Ein Gerätename wurde auch über mehrere Jahre saisonübergreifend für verschiedene Modelle verwendet und kennzeichnet oft eine gewisse „Geräteklasse“ im Sinne von technischer Ausstattung.
Beispiel: Oberklassemodell „Sinfonia“
Typenbezeichnung: Oft Ziffern- und Buchstabenkombination zur genaueren Spezifizierung und Unterscheidung zwischen verschiedenen Modellen mit identischen Gerätenamen; auch für Kundendienstanleitungen, Serviceunterlagen und Ersatzteillisten. Teilweise auch mit auf der Rückwand zusätzlich zum Gerätenamen vermerkt.
Beispiel: „4R 221“ zu „Sinfonia“
Modellnummer: Wichtig für die Betriebsinterne Datenverarbeitung und Organisation, Nummernkreise für Baugruppen, Teile und Schaltpläne. Teilweise sind diese Nummern auf Schaltplänen oder Baugruppen wie Chassis oder Skalenscheibe vermerkt.
Beispiel: „Graetz-Nummer 3395“
Jens Dehne
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Ernst Erb
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Sicher darf ich Jens Dehne im Namen der Leser zu diesen sehr informativen Ausführungen gratulieren. Mir gefällt vor allem auch die vorbildliche Darstellung. |