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gemeinsch: VE301W - Ein Gerät, zwei Firmen

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Peter Zöllner
Peter Zöllner
 
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23.Nov.06 09:20
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Hallo zusammen,

ein Bekannter hat mir die u.a. Fotos gesandt und gefragt, wie es sein kann, daß außen auf seinem VE301w Philips steht und innen ausschließlich Loewe-Bauteile verbaut wurden. Alles scheint original zu sein, hier wurde also nicht mit Bauteilen eines anderen VEs repariert.

Wer hat dafür eine Erklärung ? Mein Vermutung geht dahin, daß Philips die Teile bei Loewe eingekauft hat und dann selber gefertig hat. Ziel war es ja letztlich nur, möglichst viele VEs in den Umlauf zu bringen, damit jeder die Rundfunk-Propaganda hören konnte.

Gruß Peter Zöllner

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Konrad Birkner
Konrad Birkner
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23.Nov.06 16:07
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Naja, lassen wir mal das mit der Rundfunkpropaganda. Die hörte man mit jedem Radio. Im übrigen bestand das Programm aus nur sehr wenig direkter Propaganda. Die Bonzen sprachen nur relativ selten zum Volk. Das wurde aber dann als grosses Ereignis herausgestellt, wobei zwecks Zuhörens ganze Firmenbelegschaften während solcher Rundfunkansprachen nicht zu arbeiten brauchten. Sie hätten sonst evtl. nicht richtig zugehört.

Also keine dauernden Propagandaparolen. Das Infame bestand in der Gleichschaltung aller Sender und der Steuerung des Programms, um es angenehm erscheinen zu lassen und Vertrauen zu erwecken, damit die (gefilterten und auch manipulierten) Nachrichten glaubhaft erschienen. Deshalb gab es auch keine Hörspiele (heute unter "fiction").

Da alle Firmen den VE bauen mussten, gab es gewisse Kontingente. Die einzelnen Firmen tauschten da wohl Kapazitäten, d.h. Philips war anderweitig ausgelastet und ließ bei Loewe fertigen. Die durchgängige Loewe - Bestückung lässt darauf schliessen. Teilekauf hätte sicher nicht bei nur einer einzigen Firma stattgefunden.

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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23.Nov.06 23:46
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Genauso wie Konrad Birkner es beschrieben hat, war es. Philips war nicht erpicht darauf extra für den gewinnschwachen VE ein Band aufzubauen und hat seine Kontingente bei anderen Firmen herstellen lassen. (nicht nur Loewe)

Gerade kleine Firmen bekamen große Kontingente zugeteilt. Man wollte dem Mittelstand etwas Gutes tun. Da 1936 der Absatz aber stockte und die verordnete Gewinnmarge nicht sehr hoch war, gerieten manche dieser Firmen an den Rand des Ruins.

Nachzulesen in Wolfgang König, Volkswagen, Volksempfänger, Volksgemeinschaft, Schöningh Verlag.

Prof. König hat interessante Dokumente aus dem Philips Archiv ausgewertet.

Der VE war weder von der Rundfunkförderung (im Vergleich zu Nachbarländern), noch vom wirtschaftlichen her ein besonderer Erfolg. Lediglich die Propaganda lebt fort, sodaß Laien unsere alten Geräte heute noch automatisch als  "Volksempfänger" bezeichnen.

Rüdiger Walz

Peter Zöllner
Peter Zöllner
 
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24.Nov.06 10:25
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Herr Birkner, Herr Walz,

ich möchte mich recht herzlich (auch im Namen meines Bekannten) für die Antworten bedanken!

MfG Peter Zöllner

  
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