
Goebel - Dichtung und Wahrheit zur Glühlampe (Edison, Swan) |
Ernst Erb
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In Deutschland gilt zumindest seit der Nazizeit Heinrich J. Goebel, (geb. 1818 in Springe, gest. 1893 New York) als Erfinder der Glühlampe. Hier finden Sie nur die wichtigsten Beweise, warum das nicht stimmt. Dazu einige Links zu weitergehenden Recherchen. In "Maximen und Reflexionen III drückt Goethe aus: Aber auch Pascal wusste das (Gedanken, 642, ed. Dieterich): Anlass für diesen Beitrag ist der folgende Satz, den ich von einem wohlwollenden Mitglied mit guten technischen Kenntnissen bekam: "Man findet wirklich immer nur Goebel, der die Erfindung sogar in einem Gerichtsprozess gegen Edison zugesprochen bekam !" Die Saat ist aufgegangen! Hier die schlagkräftigste Darstellung, die wohl auch zu Umtaufungen von Strassen geführt haben - und noch in 2004 zu einer Briefmarke: Aus einem längeren Artikel für die Hitler-Jugend in Funk, Heft 4, 1938, heisst es über Goebel: "Wenn man das typische Beispiel eines deutschen Erfinders sucht, sollte man immer an Heinrich Goebel denken. Ein Mann, der sich eine Idee in den Kopf setzte, die seiner Zeit weit voraus eilte, der diese Idee mit Leidenschaft und einer Beharrlichkeit ohnegleichen verfolgte, und der mit dem denkbar geringsten Aufwand an Mitteln und nur auf sich selbst angewiesen an der Verwirklichung dieser Idee arbeitete und sie mit einer fast intuitiven Sicherheit meisterte. Und als er seine Arbeit von Erfolg gekrönt sah, war er zufrieden und es kam ihm nicht in den Sinn, seine Erfindung mit grossem Lärm anzupreisen und Kapital aus ihr zu schlagen, wie es sein grosser Konkurrent tat..." "Er hat somit das Grundprinzip für Vakuumröhren aufgezeigt", heisst es noch in einer Zeitschrift aus jener Zeit. Funk [653804] nennt im April 1938 eine Brenndauer von 4000 Stunden (oder 400?); heute sind 1000 Stunden ein Durchschnitt. Setzt irgendwo das Denken ein? Nein, warum auch. Also ich würde mir überlegen, warum Goebel nicht innert kurzer Zeit Millionär geworden wäre. Allerdings: Wir können Kohlefadenlampen in der Brenndauer nicht mit den Hellglühern Metallfadenlampen vergleichen. Funk beschreibt auch anschaulich - und hier wohl korrekt: Die Wahrheit: Das Umgekehrte war der Fall: H.J. Goebel (nicht Göbel geschrieben) fährt mit beleuchteter Kutsche durch die Stadt und nennt dies seine eigene Erfindung, obwohl King (für Starr) die Glühlampe neun Jahre vorher patentiert hat. Zuvor hatte Heinrich J. Goebel nachweislich die Nachbarschaft geärgert, bis es ihm verboten wurde: Er installierte eine Lichtbogen-Lampe auf dem Dach seines Hauses und liess sie immer wieder aufblitzen. Auch diese Lampe war schon seit vielen Jahren bekannt. Die Grundlage zu den Lügen der Nazi-Zeit: So findet man im Brockhaus Heinrich J. Goebel, Mechaniker (Springe bei Hannover 1818-1893 New York), als einzigen Erfinder der Glühlampe (mit Glühfaden aus verkohlter Bambusfaser, 1854 in New York). Goebel hat aber nur wie viele andere vor und nach ihm mit seinen Licht-Experimenten geglänzt. Wir werden unten sehen, dass einigen Bastlern oder Forschern diese Möglichkeit bekannt waren und man mit einfachen Mitteln einem unbedarften Publikum etwas Ausserordentliches zeigen konnte. Ausgerechnet in modernen deutschen Büchern, die sich mit den "grossen Irrtümern" befassen, ist dargestellt, dass Goebel (nicht etwa einer der wirklich frühen Erfinder inkl. Patent) und nicht Edison die Glühlampe erfunden habe. Um 1710 beschreibt F. Hauksbee (1670-1713) ausführlich die Leuchtwirkungen im Vakuum. Winkler versucht 1744, beleuchtete Buchstaben herzustellen, was ein Vierteljahrhundert später G.B. Beccaria (1716-1781) gelingt. Selbst an der Universität Houston weiss man etwas über frühe europäische Versuche - "But as early as 1820 the French inventor de La Rue made a successful incandescent lamp by putting an expensive platinum coil in an evacuated glass tube. In 1840 an English inventor named Grove used similar lamps to light a whole theater." 1836 erscheint im "Courier belge" ein Vorschlag, Leiter im Vakuum durch galvanischen Strom zum Glühen zu bringen - 1838 versucht dies Jobart in Brüssel mit Kohlestäbchen.
Erst 1854 befasst sich Goebel nachweislich mit der Lampe - und versucht damit viel Aufmerksamkeit zu erwecken. Es folgen u.a. Moleyns und 1874 der Russe A.N. Lodygin (1847-1923) mit "Erfindungen" von Glühlampen. Erst Swan in England und Edison in den USA gelingt es, eine brauchbare Glühlampe zu entwickeln. Beides waren keine Erfindungen, sondern Entwicklungen, wenn man von Fassung und Sockel absieht: Hier Gewindefassung (Edison) dort Bajonett. Wer die Geschichte von Edison kennt, mag ermessen wie viel Aufwand er in Forschung und Entwicklung für das Finden eines geeigneten Brennfadens aufwenden musste. Metallfaden-Lampen noch früher erfunden Auch die modernen Metallfaden-Lampen haben ihren Ursprung früh, allerdings nicht 1801 durch Thenard und Humphry Davy, sondern wohl 1840 durch W.R. Grove (London) und Frederic de Moleys (Cheltenham) und 1847 durch Draper [243]. Auch De la Rive experimentiert um 1845 mit elektrischem Licht. Das sind immerhin einige der in der Literatur erwähnten Vorgänger von Goebel. Übrigens: Eine andere, weit stärkere Lichtquelle aber war der Lichtbogen. Am Ziel: In Kenntnis seiner Geschichte kann man bei Edison eher von "Leidenschaft und Beharrlichkeit ohnegleichen" (siehe oben) sprechen [251]! Durch ihn entstehen auch die General Electric (GE) und die von E. Rathenau 1883 gegründete Deutsche Edisongesellschaft, die spätere AEG. Fazit: Weiterführende Unterlagen bei uns:
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Ein Mitglied hat mich gefragt, was denn die Glühlampe im Radiomuseum zu suchen hat. Ganz einfach: Ohne Glühlampe keine Radioröhre. Schon 1883 beschreibt Edison den Effekt der Elektronenemission eines geheizten Drahtes. Am 21.10.84 erhält er für das erste "Elektronik-Patent" (Nr. 307,031) für die Ausnutzung dieses Effekts. Erst 1892 erkennt Edison die Möglichkeiten der Zweipolröhre als Stromgleichrichter. Ambrose Fleming meldet am 16.11.04 ein Patent für den Röhrendetektor an, den Edison Swan ab dem folgenden Jahr erfolgreich produziert und Marconi auch einsetzt. Obwohl Fleming nach einer Möglichkeit der Verstärkung sucht, gelingt dies erst de Forest als Audion 1906 mit Patentanmeldung am 29.1.07. Verlag Spektrum der Wissenschaft: |
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Horst G. Neubauer hat mich auf neue Erkenntnisse aufmerksam gemacht - und natürlich auch auf den nun wirklich gut recherchierten Beitrag bei Wikipedia. Dort wurde aus Saulus der Paulus - Hut ab! In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es noch kein Internet - und war ich alleine mit meinen Feststellungen in "Radios von gestern" - und wurde auch bezüglich meiner Meinung angegriffen. Jetzt steht es noch deutlicher, dass ich (nur im Prinzip) Recht hatte. Entscheidend ist vielleicht die Feststellung von Herrn Neubauer an mich: "Weder in den USA, noch in Deutschland war bekannt, dass der angesehene Journalist Pope 1893 den Fall des Gerichtssachverständigen Pope flankierte und es einen persönlichen Zwist mit dem Ex-Freund Edison gab. Pope schleuste seine Version der Göbel-Story im Interesse der industriellen Wettbewerber von Edison in die Medienwelt und löste die Kette von Irrtümern, national inspirierten Fehldeutungen und Fehleinschätzungen von Göbel aus.
Die boomende Elektroindustrie brauchte 1881 dringend Feinmechaniker. Das war mit grosser Wahrscheinlichkeit der erste Kontakt von Göbel mit elektrotechnischen Dingen. Alle Hinweise zu früheren Arbeiten stammen von Zeugen der interessierten Seite aus dem Jahr 1893, die sich mit unabhängigen und zeitnahen Quellen nicht belegen lassen. Pope stellte es einfach als wahr hin und viele Zeitungen (und auch noch Radiomuseum 2005) schrieben ab, was eigentlich zu beweisen war, aber nie bewiesen wurde.
Danke für die Info über von Lieben. Hier scheint die Berichterstattung im Unterschied zu Göbel aber dessen Rolle doch häufig zu relativieren. Jedenfalls war das mein erster Eindruck." Geben Sie einfach Goebel bei Wikipedia ein, wenn Sie alle Details wissen wollen. Ich selbst kann miich nicht mehr mit solcher Recherche beschäftigen und hoffe, dass wir gelegentlich noch eine gute Zusammenfassung erhalten. |
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Seit Anfang dieses Jahres gibt es ein Buch, das die Goebel-Legende ausserordentlich gründlich auseinander genommen hat: Hans-Christian Rohde: Die Göbel-Legende - Der Kampf um die die Erfindung der Glühlampe. Zu Klampen, Springe 2007. ISBN 9783866740068 Mit Herrn Rohde hatte ich natürlich Kontakt aufgenommen und von ihm erfahren, wie Spiessrutenlaufen aussieht, denn er wohnt in Springe ... Allerdings hat er auch viel Positives erlebt und konnte es gelassen nehmen. Das Buch ist so gut recherchiert, dass an der Sache niemand mehr zu rütteln wagt. |
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Märchen entstehen immer wieder oder werden gepflegt. Da macht auch Wikipedia mit - bei Robert Denk - und auch uns können Fehler passieren. Ich finde man soll echte Fehlinformationen aufdecken und sie zu vermeiden versuchen oder doch zu relativieren. Robert Denk hätte auch bei uns als Erfinder des Transistors einziehen sollen. "Der erste Transistor der Welt" heisst es im Zusammenhang mit Robert Denk ... aber nicht bei uns ... Wenn man den 1927 wegen des zunehmenden Antisemitismus nach den USA ausgewanderten Julius Edgar Lilienfeld für diesen Titel "erster Transistor" genommen hätte, der gemäss Wikipedia Ende der 20er Jahre (Seite Feldeffekttransitor) das Prinzip eines Feldeffekttransistors beschrieben hatte, dann könnte man einen solchen Titel eher verstehen - vor allem aber bei Oskar Heil. Auch Josef Weber versuchte sich 1930 daran (da weist Wikipedia auf den 1919 geborenen Physiker ...;-) Holst und Geal (1936) und vor allem Hilsch und Pohl (1938) arbeiteten ohne Realisierung daran Nach dem Lilienfeld 1928 eine Konstruktion patentierte, konstruierte Oskar Heil 1934 einen Feldeffekttransistor und meldete ebenfalls ein Patent an. So passt Robert Denk auch dann nicht, wenn er so etwas realisiert hätte ... This article was edited 05.Dec.07 06:01 by Ernst Erb . |
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Hier zitiere ich aus der "Neue Deister-Zeitung, 04.03.2008, denn: "Für einen regelrechten Aufschrei der Empörung sorgte Rohdes These, Göbel sei nur ein Hochstapler und Betrüger gewesen." - schreibt die Zeitung. Das Museum kann sich nicht auf eine wahrheitsgemässe Ausstellung einigen, denn man will sich zu einer "neutralen" Ausstellung durchringen. Das ist nicht mal "politisch korrekt"! Ich zitiere: "Es gibt nach wie vor Menschen, die den Mythos vom Glühlampenerfinder nicht zerstören wollen und deshalb meine Arbeit kritisieren", klagt Rohde. Das gelte auch für den Museumsverein. Sein Ansinnen, die Rolle Göbels in der entsprechenden Abteilung des Hauses neu zu beleuchten, scheitere noch am Widerstand einzelner Kräfte. "Ich lege aber Wert darauf, dass sich meine Forschungsergebnisse im Museum wiederfinden", betont Rohde, der selbst dem Vorstand des Trägervereins angehört. Der Streit war offenbar zeitweise derart eskaliert, dass sogar eine Schließung der Göbel-Ausstellung im Raum stand. Für Rohde eine Vogel-Strauß-Taktik: "Man kann doch nicht einfach den Kopf in den Sand stecken." Auch wenn er nicht verlange, dass seine Auffassung als die einzig Richtige akzeptiert werde, "so ist sie aber doch Stand der Wissenschaft". Gerade deshalb hoffe er doch noch auf eine einvernehmliche Lösung - möglicherweise schon in einer für heute anstehenden Beiratssitzung. Zu den vehementesten Kritikern Rohdes gehört dessen Vorstandskollege Siegfried Wendt. Er wirft dem promovierten Lehrer vor, "Reklame für sein Buch machen zu wollen". Wendt fürchtet, dass Rohde das Kapitel rund um Göbel und Glühlampe einseitig darstellen könnte. "Und das kann ich nicht gut heißen." Die Wahrheit ist immer "einseitig" ... und kein Wischi-Waschi-Kompromiss. Das ist ungefähr vergleichbar mit Wikipedia, wo man statt die Wahrheit zu berichten lieber den ganzen Beitrag um Robert Denk entfernt hat. Ing. Benduhn, wahrscheinlich Enkel von Robert Denk lässt grüssen ... Auch ich wurde z.T. heftig angegriffen, als ich 1989 mit dem Buch "Radios von gestern" die Sache um Thomas Alvar Edison versus Heinrich Goebel (ursprünglich Göbel) klärte. Gleichzeitig hatte ich auch Robert von Lieben (und andere) ins richtige Licht gerückt. |
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Ganz im Gegensatz zur Provinz haben ernst zu nehmende Deutsche Museen die früheren Ansichten zurückgenommen und berichten offen von ihrem Wandel. So hat Dr. Frank Dittmann, Kurator Elektrotechnik am Deutschen Museum München in einem Sonderdruck zur "Technikgeschichte" (Band 74-2007, Heft 2) offen über die neuen Erkenntnisse berichtet. Titel: "Aufstieg und Fall einer deutschen Legende".
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Wie ein sachliches und gut recherchiertes Werk und ein verdienter Mensch von oberflächlichen Bürgern beschimpft werden kann, denen eine Legende lieber ist als die Wahrheit, lässt mich grausen. Ich bringe ein paar Beispiele. Die Unterlagen wurden mir vor einigen Monaten zugestellt, doch z.T. leider ohne Datumsangaben. Das zeigt eigentlich nur, dass man schon in der Weimarer Republik nationalistisch eingestellt war - und man nichts von gründlicher Recherche ausserhalb des Reichs dachte. Die grosse Leistung ist tatsächlich die Demontage dieser Legende durch klare und nachprüfbare Beweise. Wahrscheinlich hat diese "Dame" das Buch nie gelesen ...
Das ist schlimmer, denn der "Elektro-Ingenieur" Helmut Luther trickst und lügt für Göbel. Er bringt eine Zeitachse, auf der er einfach alle Experimente und Patente vor Göbel ausblendet und dann zum ach so treffenden Schluss kommt: "Heinrich Göbel, Entdeckung des Prinzips der Glühlampe." Das bewährte Prinzip, einfache Menschen hinter's Licht zu führen! Sogar in den USA weiss man von La Rue 1820 oder Grove 1840. Zumindest das Patent von King/Starr von 1845 müsste er erwähnen ... Dann beginnt er gar von der Erfindung der Vakuumpumpe durch Goebel zu fabulieren und behauptet, das stehe im Buch von Rohde.
Ein Klaus-Peter Günther sieht bei der Wahrheit einen Schaden für die Stadt Springe ;-)
Die Ignoranz von Friedirch Schröder ist fast nicht zu überbieten. Sie zeigt nur, dass er das Buch entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hat:
Horst-Günter Neubauer bringt es auf den Punkt: "Das Museum in Springe muss sich entscheiden, ob es wissenschaftlichen Kriterien verpflichtet ist oder ein Folklore-Museum sein will." Er folgert richtig: "Wer immer für diesen Mann Denkmale aufstellt oder deinen Namen auf Zeugnisse anvertrauter junger Menschen drucken lässt, macht sich durch Konstruktion falscher Vorbilder schuldig." Hut ab vor dem Mut!
Es gäbe noch einige weitere Lesermeinungen, doch wiederholt sich das Gesehene etwas. Der letzte Beitraq hier ist optisch verzerrt, weshalb ich ihn - und vielleicht weitere als Anhang bringe. Was man dem Buch zu Recht vorwirft ist das Verdikt mit "Münchhausen" und "Aufschneider" (Gemäss Friedrich Schröder, Springe, der dann wiederum Edison verunglimpft ...). Attachments:
This article was edited 27.Feb.09 06:58 by Ernst Erb . |
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Dank der Mithilfe von Professor Dr. El.Ing. Dietmar Rudolph, der mir dazu einen interessanten Textteil aus einem bald 100 jährigen Sachbuch zugestellt hatte, kann ich Ihnen zeigen, wie kompliziert und langwierig die Entwicklung von brauchbaren Lampen war. Das Buch vom Elektrochemiker C. Heinrich Weber wurde 1914, also zeitnah der Entwicklung, in Deutschland (Leipzig) verlegt und galt als wichtiges Grundlagen-Sachbuch. Durch die OCR-Erkennung ergeben sich sicher Schreibfehler, nach denen wir nicht gesucht haben. Der Sinn bleibt erhalten. Hervorhebungen in Fett stammen von mir. Natürlich musste er Göbel ebenso nennen, wie andere, denn Göbel hatte ja Aufsehen genug gemacht - aber er zeigt auch, dass er Jahre später als andere war - und keinen Fortschritt brachte - er kommt nicht konkret vor!
Die elektrischen
Metallfadenglühlampen
insbesondere aus Osmium, Tantal,
Zirkon und Wolfram
Ihre Herstellung, Berechnung und Prüfung
Von
C. Heinrich Weber
Elektrochemiker
Mit 216 Textabbildungen
Leipzig
Dr. Max Jänecke, Verlagsbuchhandlung
1914
Vorwort und Einleitung Das vorliegende Werk soll die notwendige Ergänzung zu den schon im gleichen Verlage erschienenen Veröffentlichungen über die Herstellung der Kohlefäden und der elektrischen Kohlefadenlampen bilden. Seit einer längeren Reihe von Jahren ist durch die Verwendung von den verschiedenartigsten Metallen und Metallgemischen zur Erzeugung von Glühkörpern für stromsparende elektrische Vakuumlampen eine große Umwälzung in der gesamten Glühlampenindustrie eingetreten. Diese Umwälzung bedingte nun auch eine Reihe ganz neuartiger Fabrikationsmethoden, die im vorliegenden Buch beschrieben werden sollen. Meine Eigenschaft als langjähriger Sachverständiger und früherer Betriebsleiter größerer Werke gestattet es mir nun, diese verschiedenen Methoden der bekannten Fabriken so eingehend wie möglich darzustellen, so daß wohl der Zweck des Buches voll und ganz erfüllt sein dürfte. Ich möchte aber gleich hier erwähnen, daß einige Apparate und Maschinen, die schon zur Herstellung der Kohlefadenglühlampen benutzt werden, auch heute noch für die Fabrikation der neuen Metallfadenlampen in ziemlich unveränderter Gestalt Verwendung finden. Ich erinnere hierbei nur an das Photometrieren und Sockeln der Lampen und einzelne Glasarbeiten zur Vorbereitung zum Einschmelzen. Um nun Wiederholungen zu vermeiden, habe ich nur die neueren, gänzlich verschiedenen Apparate beschrieben und dort, wo es notwendig war, auf die früheren Veröffentlichungen verwiesen. Des ferneren sei angeführt, daß ich mich, außer bei Beschreibung der Tantallampe, beschränkt habe auf die verschiedenen Herstellungsverfahren der Glühfäden nach dem sogenannten Preßverfahren, wie es noch heute im großen ausgeführt wird. Von der Beschreibung der allerneuesten technischen Errungenschaft, dem gezogenen Wolframdraht, habe ich vorläufig abgesehen, da diese Fabrikation noch zu jung ist, als daß eine erschöpfende und endgültige Darstellung geboten werden könnte. Die Beschreibung der Methoden zur Erzielung gezogener Wolframdrähte soll einer späteren Veröffentlichung überlassen bleiben. Es war nun notwendig, besonders auch bei der Beschreibung der Entwicklungsgeschichte der heutigen Metallfadenglühlampen, in reichlichem Maße die Patentliteratur heranzuziehen. Ich habe mich aber, um die Übersichtlichkeit des Buches nicht zu stören, darauf beschränkt, nur das Wichtigste und Grundlegende anzuführen. Interessant dürfte es sein zu erfahren, daß in den Jahren 1900 - 1912 etwa 7000 Patentanmeldungen auf dem elektrischen Glühlampengebiet und verwandter Industrie dem deutschen Reichspatentamt eingereicht worden sind, von denen allerdings die wenigsten zur Erteilung führten. Eine ausführlichere Behandlung haben hierbei selbstverständlich die Verfahren zur Herstellung der Glühkörper, des wichtigsten Bestandteiles der Glühlampe, gefunden. Was den Aufschwung der Glühlampenindustrie anbelangt, so kann gesagt werden, daß dieser ein ganz enormer in den letzten Jahren geworden ist. Dies liegt nicht allein daran, daß das Gasglühlicht noch weiter stark zurückgedrängt worden ist, sondern auch daran, daß durch den Ausbau von Überlandzentralen ein neues Absatzgebiet geschaffen wurde. Selbst kleine und kleinste Dörfchen besitzen vielfach heute schon elektrisches Licht, und werden die landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen zumeist elektrisch angetrieben. Weiter sind durch die Herstellung hochkerziger. z. B. 400 bis 1000 kerziger Metallfadenlampen, teilweise auch die Bogenlampen ausgeschaltet worden. Heute sieht man schon viele Plätze und Straßen, besonders in den Großstädten, mit diesen Lampen beleuchtet, wobei noch durch Anwendung mehrerer Lampen in einer geschickten Armatur ein prachtvoller Lichteffekt erzielt wird. Für die Innenbeleuchtung von größeren Läden und Warenhäusern kommt in letzter Zeit an Stelle der Bogenlampen fast nur noch die hochkerzige Metallfadenlampe in Frage. Wenngleich auch die Bogenlampen etwas ökonomischer brennen als die hochkerzigen Metallfadenlampen, so ist doch durch das Fortfallen der zeitraubenden Bedienung der Bogenlampen, z. B. das Putzen und tägliche Einsetzen neuer Kohlenstifte, bei Verwendung von Metallfadenlampen ein entschiedener Vorteil zu verzeichnen. Besonders ausschlaggebend wirkten hierbei auch die im Laufe, der letzten Jahre erzielte hohe Lebensdauer und der Rückgang der Preise. Auch die Produktion der sogenannten kleinen Lampen ist ganz wesentlich durch die neuen Verwendungsgebiete gesteigert worden. Ich erwähne hierbei nur die Verwendung dieser Lampen als Lichtquelle für Scheinwerfer von Automobilen und Taschenlampen und nicht zuletzt für Illuminations und Reklamebeleuchtungszwecke. Aus dem interessanten, kürzlich erschienenen Werkchen von Otto Vent (Verlag Franz Siemenroth, Berlin, 1913) entnehme ich folgende für sich sprechende Zahlen. So betrug z. B. der Wert der Ausfuhr an Glühlampen (Kohlefäden und Metallfadenlampen) zusammengenommen aus Deutschland: im Jahre Man kann hieraus deutlich ersehen, daß seit den Jahren 1906 und 1907 der gewaltige Aufschwung beginnt, und zwar lediglich durch die Schaffung der Wolframmetallfadenlampe. Der Wert der exportierten Glühlampen hat sieh innerhalb von zehn Jahren etwa um das 17 fache erhöht. Hochinteressant sind auch die Exportzahlen für die einzelnen Länder. Während z. B. Länder wie Dänemark, Niederlande, Portugal und Rumänien während der Jahre 1906 - 1911 fast gleichmäßige Quanten an Glühlampen importiert haben, so haben andere Länder, wie z. B. Frankreich, Italien, Österreich Ungarn, Rußland, Finnland, China, Japan und andere, den Import von Lampen aus Deutschland enorm gesteigert. Anderseits läßt sich auch aus den Exportziffern erkennen, daß verschiedene Staaten anfänglich wohl große Quantitäten importiert, dann aber allmählich ihre eigene Fabrikation derart ausgebaut und gesteigert haben, daß sie in absehbarer Zeit in der Lage sein werden, fast den gesamten Bedarf selbst zu produzieren. Als Beispiel führe ich z. B. Großbritannien an, dessen Importzahlen aus Deutschland sich folgendermaßen stellen: 1908 . . . . . . 3144 dz 1911 . . . . . . 3192 Für die saubere und geschickte Ausführung eines Teiles der Zeichnungen, Skizzen und Photographien gestatte ich mir auch an dieser Stelle Herrn Elektrotechniker Bruno Faßmann in Berlin meinen verbindlichsten Dank auszusprechen. Ebenso danke ich allen Fabriken und befreundeten Glühlampentechnikern für die Überlassung von entsprechendem Material. Bei einer eventuellen Neuauflage bitte ich, mich auch fernerhin gütigst unterstützen zu wollen. Ich gebe mich der angenehmen Hoffnung hin, daß auch dieses Werk dieselbe freundliche Aufnahme finden wird wie die früheren Veröffentlichungen. Charlottenburg, im Januar 1914. C. Heinrich Weber. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-. Inhaltsverzeichnis Vorwort und Einleitung Erstes Kapitel. Geschichtliche Entwicklung der Metallfadenlampe. A. Allgemeiner Überblick . . . . . . Zweites Kapitel. Die Wolframmetallfadenlampe. A. Herstellung der Glühfäden . . . . . . . . . . . . . 1. Das Pasteverfahren unter Verwendung organischer Bindemittel . . . . . . . . . . . . . 2. Das Kuzelsche Kolloidverfahren . . . . . . . . . . . . B. Die Halterung der Glühfäden in der Lampe C. Das Ankitten der Fäden an die Elektroden . D. Das Anschweißen und Anlöten der Glühfäden . E. Die Fabrikation der Teller, Füße, Sterne und Einschmelzen der Montierten Füße in die Lampe . . . -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-. Erstes Kapitel Geschichtliche Entwicklung der Metallfadenlampe A. Allgemeiner Überblick Beim Studium der Entwicklung der Glühlampenfabrikation, das wohl eines der interessantesten auf dem gesamten elektrotechnischen Gebiet ist, läßt sich mit voller Klarheit ein ganz bestimmter Gang unterscheiden, der merkwürdige Umwege zeitigt bis zur Erreichung der heutigen Metallfadenlampen. Die ersten Glühlampen, wenn man sie so bezeichnen darf, waren ausgestattet mit Leuchtkörpern aus schwer schmelzbaren Metallen. Aus gewissen Gründen, die später erörtert werden sollen, erschienen diese Lampen als wenig brauchbar, so daß man, nachdem jetzt ein beschreitbarer Weg zur Erzeugung von Licht mit Hilfe des elektrischen Stromes gegeben war, nach brauchbaren Glühkörpern suchte. Da fand man rein zufällig, daß die Kohle der geeignetste Körper sei. Schon im Jahre 1838 machte Jobart in Brüssel den Vorschlag, dünne Kohlestäbchen mit den Stromzuführungsdrähten zu verbinden und diese nun, um eine Verbrennung der Kohle zu vermeiden, im luftverdünnten oder besser luftleeren Raum zum Glühen zu bringen. Dieser Gedanke wurde nun in der Folgezeit weiter ausgebaut, z. B. durch Heinrich Göbel, Starr, Sawyer und Man und nicht zuletzt von Thomas Alva Edison, bis schließlich die bekannte Kohlenfadenlampe entstand. Bei diesem Erfolg wollte man nicht stehen bleiben, und so entstanden die Versuche, die Lichtemission des Kohlefadens zu erhöhen durch bestimmte metallische oder metalloidische Zusätze. Ich erinnere hier nur kurz an die Versuche von Tibbits (La lumière electrique, T. XXXIV, page 379. 1889), bei welchen organische Fasern wie Flachs und Seide mit Lösungen von wolframsauren Salzen getränkt und hierauf im Wasserstoffstrom bei hoher Temperatur geglüht wurden. Bei dieser Manipulation unter Anwendung der geeigneten Salze schied sich nun in und auf der Oberfläche, Wolframmetall ab. Diese Fäden zeigten gegenüber den reinen Kohlefäden schon ganz besondere Vorteile, so daß es außerordentlich merkwürdig berührt, daß diese Erfahrungen nicht schon damals zu der heutigen Metallfadenlampe geführt haben. Immerhin hatten diese verschiedenen Versuche den Erfolg, daß man sich intensiver wieder den Metallen zuwandte. Interessant ist es, daß zuerst ein Platinmetall, das Osmium, sich eine Bedeutung verschaffte, während kurz darauf, etwa im Jahre 1901, die seltenen Erdmetalle Zirkonium und Tantal in Erscheinung traten und wirklich praktische Verwendung fanden. Erst Ende 1901 und Anfang 1905 wurde die Bedeutung des Wolframs voll und ganz erkannt. Die Entwicklung der Metallfadenlampe wird also bezeichnet durch folgende Schlagworte: Metallfadenlampe, Kohlefadenlampe, Kohlefadenlampe mit metallischen Zusätzen oder Überzügen und endlich wieder Metallfadenlampe. Es ist wohl selbstverständlich, daß auch andere Momente einen großen Einfluß auf die Entwicklung der elektrischen Glühlampe ausübten. Ich bemerke nur, daß die nach und nach eingeführten Verbesserungen zumeist bedingt waren von den Bestrebungen, die Lampen zum Gebrauch für das große Publikum möglichst billig herzustellen und den Stromverbrauch so weit als denkbar zu verringern, d. h. die Ökonomie der Lampe zu vergrößern. Eine weitere große Rolle spielte selbstverständlich auch die Verlängerung der sogenannten Lebensdauer der Lampen; sie sollen außerdem möglichst unempfindlich gegen Stoß, am besten unzerbrechlich sein und sich ferner an alle gegebenen Betriebsverhältnisse anpassen, was sowohl die Spannung als die Stromart anbelangt. Weiter wird speziell in der neuesten Zeit verlangt, daß die Lampen auch möglichst klein sind, um den Raum und das Gewicht der Lampen besonders für den Versand und Export recht günstig zu gestalten. Es mußten also vielerlei Wünsche erfüllt werden, ehe die heutige Metallfadenlampe die befriedigenden Resultate, gab. Nach diesem kurzen Überblick soll nun in folgendem etwas ausführlicher der Entwicklungsgang der reinen Metallfadenlampe geschildert werden. Ich bemerke aber gleich, daß ich, um ein klares Bild geben zu können, gezwungen war, nur die wichtigsten Merksteine der Entwicklung zu behandeln, unter Weglassung des Nebensächlichen bei möglichst genauer Einhaltung der Chronologie. Für weitere Informationen verweise ich auf meine beiden ebenfalls im Verlag der Firma Dr. Max Jänecke, Leipzig, erschienenen Bücher, und zwar "Die Kohlenglühfäden" 1907, 8. 1 27, und "Die elektrischen Kohlenglühfadenlampen" 1908, S. 6 17
Wie ich schon oben kurz anführte, war die erste elektrische Glühlampe eine Metallfadenlampe, und zwar bestand der Glühkörper aus Platindraht. Daß dünne Metalldrähte von schwer schmelzbaren Metallen mit Hilfe des elektrischen Stromes zum Glühen gebracht werden können, ist eine Erfahrung, die fast ebenso alt ist wie die genaue Kenntnis des Wesens der Elektrizität. Der bekannte Forscher Humphrey Davy, der sich ganz besonders mit dem Studium der galvanischen Elemente befaßte, erkannte, daß sich mit Hilfe einer Reihe Elemente das Glühen eines Stückes dünnen Platindrahtes hervorrufen lasse. Diese im Jahre 1802 gemachte Beobachtung wurde aber von Davy nicht in die Praxis umgesetzt, d. h. diese Erfahrung wurde damals noch nicht praktisch zur Lichterzeugung ausgebaut. Erst lange Zeit später wurden diese Versuche von King in London und Loutin in Paris wiederholt, ohne aber weitere Erfolge zu zeitigen. 1841 stellte de Moleyns eine Lampe unter Verwendung einer Platinspirale her. Ein anderer Physiker, William Robert Grove, beschrieb in einem Fachjournal ( "Philosophical Magazine", III. Serie, Bd. 271, S. 442) im Jahre 1845 eine elektrische Glühlampe, deren Lichterzeuger aus einer Reihe hintereinander geschalteter galvanischer Elemente (Grove Elemente) in Verbindung mit einer der erzielten Spannung entsprechend langen Platinspirale aus dünnem Draht bestand. Um den Strom aus der Elementenserie in die Platinspirale zu schicken, waren an beiden Enden der Spirale dicke Kupferdrähte angeschmolzen. Nach den Beschreibungen im "Magazine" konnte Grove, der Ergiebigkeit seiner Elemente entsprechend, die Drähte mehrere Stunden im Glühen erhalten. Ich möchte diesen Versuch als die erste wirklich andauernde Lichterzeugung auf elektrischem Wege bei Anwendung eines Metalldrahtes ansprechen, wenngleich auch von einem Einfluß dieser "Lichterzeugungsmethode" Groves in die Praxis absolut keine Rede sein kann und konnte. Die Lichterzeugung mit Hilfe des elektrischen Stromes war und blieb verschlossen, bis man aber lernte, durch Anwendung der Dynamomaschinen dauernd und sicher elektrischen Strom zu erzeugen. Auch F. M. A. Chauvin (Brit. Patent 1.410 vom Jahre 1875) verwendet einen feinen Platindraht in Spiralform. (Fig. 1) zur Herstellung einer elektrischen Vakuumlampe. Wie zu ersehen ist, war die Konstruktion die denkbar einfachste, und erfolgte die Abdichtung des Glasballons durch einen Guinmistopfen.
Nach der Erfindung der Dynamomaschinen und der damit verbundenen Möglichkeit, dauernd Strom von beliebiger Spannung und Stromstärke zu erzeugen, griff auch der weltberühmte Erfinder Thomas Alva Edison die Beobachtungen von Davy und die Erfolge von Grove wieder auf und beschäftigte sich neben Hiram S. Maxim, der im November 1877 ein Patent auf eine Platinlampe erhielt, in den Jahren 1876 - 1878 intensiv mit der Schaffung einer brauchbaren Platindrahtlampe. Ich habe schon an anderer Stelle von der Zähigkeit Edisons berichtet, mit der der berühmte Gelehrte aus Menlo Park an diesem Gedanken hing. Optimist durch und durch, glaubte Edison, daß der gesamte Platinvorrat der Welt nicht ausreichen werde, um die Nachfrage an Platindrahtlampen auch nur einigermaßen befriedigen zu können. Da ein brauchbarer Ersatz für Platin damals nicht bekannt war und die verschiedenen Versuche auch kein Ersatzmaterial zeitigten, so scheute Edison keine Kosten, um weitere Platinfundorte auf der Erde zu entdecken. Zu diesem Zwecke verpflichtete Edison eine Anzahl bewährter Bergsachverständiger, die nun auszogen, um in Mexiko, Kalifornien und in den Berg und Flußgebieten von Mittel und Südamerika nach Platin zu suchen. Die Konstruktion der Edisonschen Platinlampe war etwa folgende: Verwendet wurde Platindraht von 0,005 Zoll (engl.) Durchmesser und 30 Fuß (engl.) Länge. Dieser Draht wurde nun um einen Kalkzylinder gewickelt und die Stromzufuhr durch angeschweißte Kupferdrähte bewirkt. Es stellte sich bald heraus, daß an den Auflagestellen des Platindrahtes auf dem Kalkzylinder der Draht sehr leicht zerstört wurde. Diesen Übelstand vermied später Edison dadurch, daß er dem Kalk Silikate von Magnesia oder auch reine Magnesia zusetzte. Um eine genügende Helligkeit zu erzielen, mußte selbstverständlich der Draht bis nahe der Weißglut erhitzt werden. Es trat nun sehr oft bei der ungenügenden Zuverlässigkeit der damaligen Stromquellen eine Überhitzung und damit sofortiges Durchschmelzen des Drahtes ein. In Fig. 2 wird eine weitere Verbesserung der Edisonschen (Brit. Patent 5306 vom 28. Dezember 1878) Platinlampe angedeutet. Der zur Verwendung gelangende feine Platindraht wird zuerst mit einem Überzug von hochsehmelzenden Oxyden, wie Kalk, Magnesia und dergleichen, versehen und nun erst um den Zylinder b, der mit Rillen versehen ist, gewickelt. Eine Platte a ist mit Hilfe des Stäbchens c mit dem Zylinder derart verbunden, daß eine gewisse Ausdehnung des ganzen Systems ermöglicht wird.
Edison glaubte nun mit dieser Lampe mit einem Schlage dem Verbrauch von Leuchtgas den Garaus zu machen, und infolge von Veröffentlichungen in marktschreierischen Zeitungen, die aber wohl nicht auf Edison zurückzuführen sind, wurde dies auch geglaubt. An den Börsen, speziell der Newyorker und Londoner, entstand eine wahre Panik, die einen kolossalen Sturz der Aktien der großen Gasgesellschaften zur Folge hatte. Es wurde nämlich in alle Welt hinausposaunt, daß durch die Edisonsche Erfindung, die in Wahrheit gar keine war, die Kosten zur Erzeugung derselben Lichtmenge nur etwa ein Drittel der des Gasverbrauches betrügen. Sehr bald aber wurde erkannt, daß, abgesehen von dem enormen Preise dieser elektrischen Glühlampe und dem bisher nur sehr beschränkten Verwendungsgebiet, die Lampe so ziemlich das Unpraktischste darstellte, was sich denken ließ. Heute kennen wir ja allerdings besser die Gründe der Unbrauchbarkeit dieser Lampe, besonders den zu niedrigen Schmelzpunkt des Platins (ca. 1750 0 C). Die Lampe dürfte wohl etwa 10 12 Watt Energie pro Hefnerkerze verbrauchen, und zwar zu einer Zeit, in der der elektrische Strom sehr teuer war. Später verwendete Edison auch Legierungen von Platin mit Iridium und anderen Metallen (D.R.P. 9165 vom 13. November 1878). Immerhin muß man anerkennen, daß Edison sehr bald einsah, daß seine Platinlampe ein Mißgriff war. Besonders sein Elektrophysiker, Francis R. Upton in Menlo Park, überzeugte ihn, daß nur Drähte von sehr hohem elektrischen Widerstand und höherem Schmelzpunkt als der des Platins einen bleibenden Erfolg aufweisen können. Ich verweise hierbei auf das hochinteressante Werkchen von Franklin Leonard Pope: "Evolution of the electric Incandescent Lamp", erschienen 1889 in Elizabeth, N. Y., U. S. A., Herausgeber Henry Cook. Eine weitere recht einfache Konstruktion zeigt die Platinlampe von St. G. L. Fox (Brit. Patent 3988 vom 9. Okt. 1878), die als Vakuumlampe funktionieren sollte. Der Platindraht a wird, wie in Fig. 3 angegeben, in einfachsten Weise über ein Stäbchen e aus Glas oder einem hochschmelzenden Material gewunden und ist an den Enden mit den Elektroden b fest verbunden. Der Glaskörper d wird durch den aufgekitteten Deckel c hermetisch verschlossen. An Stelle des Vakuums kann auch eine Füllung mit Stickstoff verwendet werden.
Pulvermacher (Brit. Patent 4180 vom Jahre 1878) schlägt an Stelle des Drahtes als geeigneter Platinfolie vor. Eine eigenartige Verbindung von Kohlefäden und Platindrahtlampe hat sich T. E. Gatehouse (Brit. Patent 3240 vom 2,5. Juli 1891) patentieren lassen. In Fig. 4 ist eine der zahlreichen Ausführungsformen dargestellt. Die Glocke besteht hierbei aus zwei Teilen. Der Kohlefäden c befindet sich in dem äußeren Teil g des Ballons, welcher gut evakuiert wird, während der Platindraht P im inneren Teil der Glocke an die Elektroden n und n1 befestigt ist. Der Abschluß dieses Teiles erfolgt durch einen einfachen Korken m. Die Anbringung des Kohlefadens soll eine ziemlich genaue Regulierung des Widerstandes der Lampe ermöglichen. Bei Verwendung von Platinstäbchen und kurzen Platinspiralen als Leuchtkörper kam es sehr oft bei den damaligen großen Spannungsschwankungen vor, daß infolge von plötzlicher Überhitzung diese Körper durchbrannten. Um nun diesen Übelstand zu vermeiden, wurden sinnreiche Anordnungen getroffen, deren instruktivste hier kurz Erwähnung finden sollen. Eine ganze Reihe derartiger Sicherheitskonstruktionen stammt von Edison (Brit. Patent 4226 vom 23. Okt. 1878), so auch die in Fig. 5 dargestellte.
a ist der Platinglühkörper, der fest mit den Elektroden b und b1 verbunden ist. b1 ruht auf einer Feder c, die bei starker Ausdehnung des Glühkörpers a infolge übermäßiger Erhitzung heruntergedrückt wird, bis die Kontakte d sich berühren. In diesem Moment wird fast der gesamte elektrische Strom durch c nach b geleitet, so daß eine plötzliche Abkühlung des Platinstäbchens a eintritt und so ein Zerreißen oder Durchschmelzen vermieden wird. Eine ähnliche Konstruktion, auf gleichem Prinzip beruhend, stammt von J. E. Stokes (Brit. Patent 4283 vom 25. Okt. 1878) (Fig. 6). Inmitten der Platinspirale a ist ein dicker Medalldraht b angeordnet, der fest mit c und d verbunden ist. Durch zu starke Erhitzung des Drahtes b durch die glühende Spirale a wird in gleicher Weise wie bei der Edisonschen Konstruktion der Kontakt bei e hergestellt und der Strom aus a ausgeschaltet. Mit Hilfe einer Schraube kann die Entfernung bei e genau bis zur höchsten zulässigen Grenze vor dem Durchbrennen des Glühkörpers eingestellt werden.
Auch das Iridium, schon 1848 von Staite und 1849 von Pétrie vorgeschlagen, welches neben Palladium, Rhodium, Osmium und Ruthenium ein beständiger Begleiter des Platinmetalles ist, erwies sich nicht als geeignet, trotzdem es einen höheren spezifischen elektrischen Widerstand und einen höheren Schmelzpunkt (zirka 1950 0 C) besitzt. Reines Iridium ist aber so spröde und so hart, daß es mit den damals bekannten Hilfsmitteln nicht zu den dünnsten notwendigen Drähten ausgezogen werden konnte. Erst in neuerer Zeit wurde Iridium wieder, allerdings nur in kleinstem Maßstabe in Anwendung gebracht, und zwar von Jacob Gülcher (D. R. P. 145 456 vom 13. Mai 1902 und 145 457 vom 9. Juli 1902). Um die feinen Drähte mit einem stark erhöhten elektrischen Widerstand zu erzielen, verwandte Gülcher feinstes Iridiummoor in Staubform, stellte mit Hilfe eines geeigneten Bindemittels eine preßfähige Paste her und preßte die Paste zu Fäden aus. Diese wurden nun geglüht, gesintert und so möglichst kohlenstofffrei gemacht. Zur Ausübung des Verfahrens wurde folgende Methode angewendet: Iridiummoor enthält be kanntlich noch gewisse Mengen Iridiumoxyde, so daß also ein Weg beschritten werden muß, diese schädlichen Oxyde zu entfernen. Zu diesem Zweck wird dieses Moor mit dem Binde mittel innig verrieben, die gepreßten Fäden zunächst an der Luft getrocknet und nun in einer Wasserstoffatmosphäre zur vollständigen Reduktion der Oxyde gebrannt. Schließlich werden diese Fäden, die nun noch nicht kohlen stofffrei sind, einer von außen zugeführten hohen Wärme ausgesetzt, und zwar an der Luft, um die Verbrennung des Kohlenstoffes zu bewirken. Diese Zuführung von Wärme geschieht zweckmäßig in der Weise, daß man die Fäden ohne irgendwelchen Schutz in eine offene Knallgasflamme bringt und sie so auf höchste Weiß glut erhitzt. Eine große Bedeutung erwarb sich dieses Verfahren aber nicht, da diese Fäden meines Wissens nach nur für niedervoltige Lämpchen verwendet wurden. Auch W. R. Lake (Brit. Patent 5233 vom Jahre 1881) konstruierte eine Platindrahtlampe (Fig. 7), die aus mehreren einzelnen feinen Platin oder Iridiumdrähten in geschickter Weise angefertigt war, und wobei das ganze Glühsystem im Vakuum brannte. Diese Lampe besitzt in ihrer ganzen Anordnung eine ziemliche Ähnlichkeit mit einer heutigen Metallfadenlampe.
Nicht uninteressant sind endlich noch die Versuche, um durch Überziehen der feinen Platin oder Iridiumdrähte mit hochschmelzenden Materialien, wie den Oxyden der seltenen Erden, den Widerstand und die Haltbarkeit der Glühkörper zu erhöhen. Erwähnenswert ist hierbei das Verfahren von Th. Burmester (D. R. P. 5956), welcher den Platindraht mit einer möglichst gleichmäßigen Schicht von Tonerde bedeckte. Der so vorbereitete Glühfaden wurde nun zur Halterung über ein mit Tonerde überzogenes Porzellan oder Glasstäbchen spiralartig aufgewunden. Thomas Alva Edison (D. R. P. 14 058 und brit. Patent 5306 vom Jahre 1878) verwendete zum Überzug an Stelle der Tonerde neben Magnesium auch die Oxyde der seltenen Erden, vorzugsweise das Thor und Ceroxyd. Zu diesem Zwecke zieht er die Platin oder Platiniridiumdrähte durch einen Schwamm, der mit entsprechenden konzentrierten Metalloxydlösungen getränkt ist. Nach dem Trocknen werden die Drähte im Vakuum geglüht, um den Überzug möglichst festhaftend zu erhalten. Durch diese Präparierung z. B. mit Magnesia soll der Draht gegen Verbrennen außerordentlich widerstandsfähig und in der Weißglut elastisch erhalten werden. Die Wirkungsweise dieser oxydischen Oberfläche wird am besten durch folgende von Edison gegebenen Zahlen erläutert: während eine reine Platinspirale von 5 qmm Oberfläche nur bis zum Ausstrahlen von 4 Hefnerkerzen erhitzt werden konnte und dann glatt durchschmolz, so konnte der elektrische Strom bei einer Spirale mit gleicher Oberfläche, jedoch in der beschriebenen Weise behandelt bis zur Aussendung von 40 Refnerkerzen gesteigert werden, ohne daß ein Durchschmelzen eintrat. Eine ähnliche Methode wendet auch Lane Fox (Brit. Patent 4043 vom Jahre 1878) an, indem er Platindrähte in besonderer Weise mit feinem Asbestpulver, feuerfestem Ton, Kalk, Magnesia, Speckstein und dergleichen überzieht. Selbstverständlich hat man auch versucht, die Platin oder Iridiumdrähte mit Kohle und höher schmelzbaren Metallen oder Metalloiden zu überziehen. Ganz besondere Anwendung fanden hierbei das Bor und Silizium und die Metalle Chrom, Molybdän, Uran und Wolfram. Der Zweck bestand nicht allein darin, den sehr niedrigen elektrischen Widerstand der Platinfäden zu erhöhen und so mit einer geringeren Fädenlänge auszukommen, sondern vor allen Dingen darin, um die hergestellten Lampen zur Erzielung einer besseren Ökonomie höher belasten zu können, ohne ein frühzeitiges Durchschmelzen befürchten zu müssen. So wählt Edison (D.R.P. 9165 vom Jahre 1878) einen Überzug von Kohle, der entweder durch Auftragen einer geeigneten kohlenstoffhaltigen Paste und nachfolgendem Trocknen und Ausglühen oder besser durch Aufpräparieren von Kohlenstoff durch elektrisches Erhitzen der Platin oder Iridiumdrähte in gasförmigen Kohlenwasserstoffen hergestellt wird. Auch Cruto (D. R. P. 23 344 vom 26. April 1882), der Mitbegründer der bekannten italienischen, Glühlampenfabrik Edison & Cruto (jetzt Societa Edison per la Fabbricazione delle Lampade) verwendet zur Verbesserung des Glühfadens aus Platindraht einen dichten Überzug von aufpräparierter graphitischer Kohle. Zum Überziehen der Platinfäden mit schwerschmelzbaren Metallen oder Metalloxyden schlägt A. de Lodyguine (U. S. Patente Nr. 575 002 und 575 668) im Jahre 1893 folgende vier Metallgruppen als besonders geeignet vor, bei welchen allerdings entsprechend ihren Eigenschaften sehr verschiedene Methoden zur Anwendung gelangen mußten. Diese vier Metallgruppen sind: 1. Rhodium und Iridium, Sollen Überzüge aus den Metallen der ersten Gruppe hergestellt werden, so verwendet Lodyguine die Lösungen der Haloide und Oxysalze als Elektrolyt. Bei dieser Arbeitsweise entstehen entweder direkt die reinen Metallniederschläge oder eventuell auch die Oxyde dieser Metalle, welche nun erforderlichenfalls durch Glühen im Wasserstoffstrom zu den Metallen reduziert werden können. Zur Herstellung von Umhüllungen mit Metallen aus der zweiten Gruppe schlägt dieser Erfinder die "Präpariermethode" ein. Die durch Erhitzen der Säuren, z. B. Überosmiumsäure, entwickelten Dämpfe werden mit einer genügenden Menge des reduzierenden Wasserstoffgases vermischt und nun durch Glühen vermittels des elektrischen Stromes der gewünschte Niederschlag erzeugt. Auch kann bei Verwendung der geschmolzenen Salze als Elektrolyt der Überzug auf galvanischem Wege hergestellt werden. Zur Darstellung einer gleichmäßigen und festen Schicht von Molybdän oder Wolfram auf der Platindrahtseele verflüchtigt Lodyguine bestimmte Chlorverbindungen dieser Metalle, mischt die entstandenen Dämpfe mit Wasserstoffgas und glüht den Platindraht in der vorgeschriebenen Weise mit Hilfe des elektrischen Stromes. Bei Verwendung eines Gasgemisches, weiches einen großen Überschuß an Wasserstoff enthält, soll der erzeugte Niederschlag äußerst gleichmäßig, dicht und hart sein. In ähnlicher Weise wird der Überzug von dem Metall der vierten erwähnten Gruppe, Chrom, gebildet Am besten gelingt der Überzug, sofern die Dämpfe von Chromoxychlorid (CrO2Cl2) zur Anwendung gelangen. Beim Formieren des Platindrahtes in diesen Dämpfen tritt nun folgende Zersetzung ein. 2 CrO2CI2 = Cr2O3 + 2 Cl2 + O. Es wird zunächst also das Chromoxyd gebildet, welches als Überzug auf dem Faden erscheint. Das Glühen im Wasserstoffstrom zur Bildung des Chrommetalles erfolgt hierauf als zweite Operation für sich allein, um eventuell Explosionen zu vermeiden. Auch hier kann die Darstellung des Überzuges auf galvanischem Wege erfolgen, wenn z. B. die geschmolzenen Chlorverbindungen des Chroms als Elektrolyt zur Anwendung gelangen. In den Patenten von Lodyguine ist ferner noch mehrfach ausdrücklich darauf hingewiesen, daß man nach den beschriebenen Methoden auch zu den fast reinen Metallfäden der vier angeführten Gruppen gelangen kann, sofern die Glühtemperatur in vorsichtiger Weise über die Verdampfungstemperatur des Platins gesteigert wird. Es entstehen dann Röhrchen, die nur noch im Innern geringe Mengen des Platins aufweisen. Es sind schließlich noch die Mischungen von Platin oder Iridium mit den Oxyden der Erden oder seltenen Erden zu erwähnen. So überzieht Gans (Brit. Patent 356 vom Jahre 1899) Stäbchen aus den. Oxyden der seltenen Erden, wie Thorium, Zirkon usw., mit einer Schicht von Platin oder Iridium, während die General Electric Comp. (Brit. Patent 1642.5 vom Jahre 1904) Amerika (EE: Edison) Glühkörper herstellte aus einem Gemisch von seltenen Erdoxyden mit 40 % Iridium. Menges (Brit. Patent 10815 vom Jahre 1899) verwendet Glühkörper für elektrische Vakuumlampen, die erzeugt worden aus einer geeigneten Mischung von Iridium mit Titan oder anderen schwer schmelzbaren Metallen. Gemenge von Platin und Iridiummoor mit den Oxyden von Calcium, Magnesia und Aluminium zur Widerstandserhöhung der Fäden worden M. Müthel (D.R.P. 31065) geschützt. Das geeignete Gemisch wird mit einer bestimmten Menge von Platinchlorid und Wasser zu einer teigartigen dicken Paste verarbeitet und hierauf die Fäden gepreßt. Nach dem Trocknen werden diese in einem Muffelofen zur hellen Rotglut erhitzt. Das Platiniridiummoor kann auch im Glühkörper selbst durch Reduktion einer Lösung von Platiniridiumchlorid in Lavendelöl oder durch elektrolytische Ausscheidung aus einer wässerigen Lösung des Doppelsalzes hergestellt werden. Auch Edison (D. R. P. 14 058 vom Jahre 1878) empfiehlt eine Mischung von fein verteiltem Platin oder anderen Platinmetallen besonders mit Zirkonoxyd zum Pressen von Fäden mit hohem Widerstand. C. Die Osmiunliampe (Auerlampe) Ein anderes Begleitmetall des Platins und Iridiums, das Osmium, gelangte aber zu größerer Bedeutung und wurde eine Reihe von Jahren in ausgiebigem Maße zur Erzeugung von Metallfadenglühlampen verwendet. Das Osmium ist das am schwersten schmelzbare Metall der Platingruppe (Schmelzpunkt zirka 2600 C nach Pictet) und besitzt einen ziemlich hohen elektrischen Widerstand. Es erschien deshalb als sehr geeignet zur Verwendung als Glühkörper für elektrische Vakuumlampen und ergab Lampen, die zur Erzeugung einer Normalhefherkerze ... -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-. ENDE -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.- This article was edited 27.Feb.09 19:46 by Ernst Erb . |
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In "Bürger berichten aus Springe" in "my heimat" habe ich interessante Ausführungen von Horst-Günter Neubauer (Springe) und Dietmar Moews (Berlin) gelesen. Nicht nur in der Zeit des Nationalsozialismus sah niemand einen Grund, den Leistungsnachweis zu prüfen und die charakterliche Eignung Heinrich Göbels als Namengeber einer Schule abzuklären. Auch später wurden von der Springer Lokalpolitik Denkmale für Heinrich Göbel ohne Prüfung der Grundlagen aufgestellt. Es hat mehr mit Dummheit zu tun. In den Archiven von Springe kann sich jeder selbst ein Bild machen: Die Fakten zu Heinrich Göbel sind von der peinlichsten Art. Absonderliche Geschichten von einem Phantom Professor Münchhausen, der ihm im Königreich Hannover die Prinzipien der Glühlampe lange vor Edisons Forschungsarbeiten beigebracht haben soll, erzählt er 13 Jahre nach Verbreitung der Edison-Erfindung. Von seinem Freund und Paten eines seiner Kinder John Kulenkamp lieh er Geld und diffamierte ihn später, um ihm nichts zurückzahlen zu müssen. Bei einem Notar zerriss Heinrich Göbel unbeherrscht Dokumente, in der dümmlichen Annahme, diese würden dadurch ungültig. Seine drei Patente waren belanglose Varianten bekannter Technik; niemand kaufte die Göbel-Patente. Die Patentprozessaussagen von 1893 voller Widersprüche, Ungereimtheiten und technischer Unmöglichkeiten sprechen für sich: Der Göbel-Clan war selbst in der Rolle der Lügenstatisten in einem Patentprozess zwischen Elektrounternehmen überfordert. ... Hier zitiere ich die Antworten von Herrn Dr. Moews, denn ich weiss auch hier nicht, ob jene Beiträge erhalten bleiben: Ein weiterer Beitrag von Dr. Dietmar Moews: 17374 from 32967
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2010 ist eine neue Ausgabe des Lexikons der Elektrotechniker erschienen, die letzte Ausgabe stammt von 1996. Erstellt und publiziert wird das vom VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik, Experten verschiedener Technikmuseen, Unis im deutschsprachigen Raum, vom IEE London und vom Dokumentationszentrum des IEEE an der Rutgers Universität New Jersey arbeiten daran mit. (Was nicht heißt, dass die nicht auch Unfug publizieren; siehe Göbel-Eintrag von 1996).
Jäger, K. ; Heilbronner, F. Lexikon der Elektrotechniker, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage 2010, VDE Verlag , ISBN 978-3-8007-2903-6 - Preis in Deutschland Euro 44,-.
Erfahrungsgemäss orientieren sich viele Lexika und Sachbuchautoren im In- und Ausland an diesem Werk, welches wohl weltweit wenig Konkurrenz hat. Mir wurde das Inhaltsverzeichnis und ein Auszug über Goebel von einer Person zugestellt, die an Technikgeschichte interessiert ist und es wohl gekauft hatte. Siehe Anhang. Es geschehen manchmal Wunder ... Attachments:
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