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hornyphon: WT1734A/01 Ein Reparaturbericht und etwas mehr

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Wolfgang Scheida
Wolfgang Scheida
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25.Feb.08 22:15

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Hornyphon WT 1734 A/01  Baujahr 1957/58 -  Wiederbelebung im Jahr 2003  - heute also um die 50 Jahre alt. (Baugleich mit dem Philips Österreich 17TA144A/01)

Die hochgeladenen Bilder beim Modell stammen von diesem Gerät

 

Allgemeine Technik: 

  • 1957 war in Österreich nur 1 Kanal im Bereich VHF Band I oder III zu empfangen: Für Wien war dies damals ORF Kanal 5 Sender Kahlenberg  - wahlweise über das bereits eingebaute Dipol - einer Schleife im TV Gehäuse, einer Zimmerantenne oder einer Dachantenne - letzteres im gut versorgten Gebiet eher seltener anzutreffen!
  • Synchronisationsregler für Bild und Zeilensynchronisation noch an der Vorderfront, da die technische Stabilität noch nicht gewährleistet war.  
  • Tonverarbeitung im Intercarrier- Zwischenträgerverfahren, was zu starken Brummton insbesondere bei weißen Bildeinblendungen führt.
  • Die Netzgleichrichtung erfolgt noch mit Röhrendioden
  • Ton und Bilddemodulation sowie Begrenzer mit OA Germanium Dioden.
  • Als Röhren sind im Einsatz: 2x UY82/ 2X PCL 82/ 4 X EF 80/ PY81/ PL 36 PCF 80/ DY87/ 4 X PCF 80 / ECH 81/ PCC 88

 

Ausgangsbasis: Weitgehend vollständiges Gerät, welches jedoch lange Zeit feucht gelagert worden ist -  Daher waren fast alle Kondensatoren aufgequollen. Heute würde ich so ein Gerät wohl nicht mehr annehmen - doch ich war jung und.............

Austausch aller greifbaren Kondensatoren / Elkos blieben Original!/ Austausch jedoch einfach parallel zu den elektrisch abgeklemmten Altkondensatoren- kein Einbau in alte Rollenko's - bin zu sehr Praktiker denn Originalist- die Altteile wurden aber aufgehoben.

Gerät getestet: Fehler: Keine Synchronisation möglich - auch keine Senderabstimmung.

Fehlersuche ergab: Im Trommeltuner war in der Senderabstimmung ein spezielles Dielektrikumplättchen einstellbar zur Feinabstimmung des Abstimmoszillators zerbrochen - Nach erfolglosen Nachbauversuchen war ein Austausch mit einem anderen Originalteil möglich;  

Die Fehlerbehebung bei der Synchronisation war dafür ungleich schwieriger: 

Zum Einen wo fängt man an zu messen?  Altbekannt als Fehlerquelle ist das "verstopfte" Amplitudensieb.

Aber wie funktioniert es eigentlich? - Welche Signale braucht es am Eingang usw. 

Nach endlosen Messen an allen in Frage kommenden Teilen sei gesagt, dass viele Widerstände Ihren Wert wesentlich um 100% und mehr geändert haben und daher in den Impulsstufen größtenteils getauscht wurden. - war es aber noch nicht!

Auch die in Frage kommenden Röhren sind einmal durchgemessen worden - davon waren 2 an der Grenze - aber immer noch nicht die Ursache.

Langer Rede kurzer Sinn:

Ein Stück Draht von einem Lötstützpunkt zum Anodenanschluss der Impulstrennstufe war zwar schön verlötet aber IM LÖTPUNKT INNEN war der Draht oxidiert (Grünspan) und hatte keinen Kontakt! - Wiewohl es immer messtechnisch so aussah als würde die Röhre defekt sein - Alle Spannungen waren ja da - gemessen hat man immer am Lötstützpunkt und nicht direkt am Pol 9 der Röhre. 

Die Schaltung finden Sie beim Modell:  Unterbrochen war die Leitung von Pin 6 der ECH 81 zum Anodenwiderstand R57.  Statt 15 Volt waren dort 30 Volt zu messen!

Hier sehen Sie das betreffende Schaltungsdetail:

Nebenbei wurde noch das V- Amplitudenpot getauscht weil es zerbrochen war.

FAZIT: Auch der Stoffbezug hinter der Gitterblende hat die Kellerlagerung schlecht bekommen und wurde gegen einen farbgleichen getauscht.

Die Knöpfe und Anbauteile hat der Geschirrspüler behandelt. 

Geblieben ist ein nicht ganz 100% perfektes Gerät mit etwas Brumm im Ton und entsprechenden Alterspuren.

Ergänzt um einen zeitgemäßen EXTERNEN UHF Konverter sind viele Kabel TV Programme oder auch SAT TV zu empfangen und machen das Gerät fast alltagstauglich. 

Nachdem das Gerät wieder instandgesetzt wurde, musste es aufgrund der Kriegsereignisse im Irak (2003) sogleich als Monitor für Iraq TV bzw. Al Jazira im "Nahost Einsatz" dienstverpflichtet werden.

Nicht gestellte! Aufnahme aus 2003, als es galt letzte Reserven im Kampf um Informationen aus erster Hand zu mobilisieren: Für den Kenner sind ein paar alte Bekannte mit dabei. Für die sonst selten benötigten 300 Ohm Frequenzweichen waren ein paar Überstunden angesagt.

 

Gute Dienste leistete hiezu ein zeitgenössischer UHF Konverter um das UHF Signal des Digital Receivers umsetzen zu können.  

Das Bild im Detail:

Etwas mehr schärfe würde dem Gerät gut tun. Doch ließ man uns ja auch inhaltlich bisweilen unfokusiert. ;-) 

Anmerkung: Für den Autor ein Gerät, das einerseits durch die 43er Röhrengröße noch sammelbar bleibt, und gleichzeitig den damals aktuellen Zeitgeist wie auch die herausragende Marktdurchdringung durch Philips/Hornyphon widerspiegelt. Dazu kommt noch die für den heutigen Sammler interessante "unvollkommene" Technik wo man auch als Zuseher noch vorne "mit herumdrehen" mußte und immer noch muß damit man was sehen kann.

Passendes Zitat vom Kabarettistenduo Pirron und Knapp in ihrem Lied „Mir hab’n an Fernsehapparat“: ".....bei de Knöpf bei de vier muaß man wissen wiea man draht....... "

Im Jahr 2005 war er dann als Ehrengast im Wiener Museumsquartier bei der privat veranstalteten jedoch öffentlich zugänglichen Ausstellung "50 Jahre Fernsehen - 50 Jahre Testbild" ausgestellt, die der Testbildsammler Herr Herbert Kalser organisierte.

 

  

Zu http://www.scheida.at/scheida/televisionen.htm gehörend 

W. Scheida  3/2003   / Text überarbeitet 2/2008

This article was edited 25.Feb.08 22:36 by Wolfgang Scheida .

  
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