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NUR Kontakt WL zur Chassisreinigung benutzen

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Thomas Müller
 
 
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20.Aug.11 10:21

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Einen wunderschönen guten Tag an die Gemeinde!

Ich hätte da mal eine Frage zur Grundreinigung eines Radiochassis von einer Philetta.

Das ist ja bekanntermaßen in den meisten Fällen sehr verstaubt und mit Fett überdeckt.

Jetzt meine Frage. Wie ist die alleinige Reinigungskraft von Kontakt WL, wenn man Kontakt 60, aufgrund einiger negativer Meldungen, nicht verwenden möchte?

Natürlich wird der grobe Staub vorher erst einmal entfernt.

Vorab schon mal vielen Dank für eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen 

T. Müller

Detlef Boeder
Detlef Boeder
 
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21.Aug.11 19:02

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Hallo,

Kontaktsprays sind keine Reinigungssprays, sondern nur für Kontakte und sollten sparsam und nur punktuell auf die Kontakte eingesetzt werden. Das macht man mit Ohrenstäbchen zum Beispiel. Oder ein Holzspan, an dem man ein Baumwolltextilstückchen klebt. Damit erreicht man den Kontakt oder Kontakte und sonst nichts. Sprüht man "alles ein", saugen sich kapillar auch Isoliermaterialien voll und verändern die Schaltungskapazitäten und Isolierwiderstände. Wenn man zum Beispiel irgendwelche Schalter vollständig eingesprüht hat (oder ein Vorbesitzer), muss man das gesamte Teil waschen und trocknen. Sehr erfahrene Restauratoren bauen ein Gerät in großen Teilen auch neu auf. Dann kann man Baugruppen und Teile auch komplett in ein Ultraschallbad geben. Das setzt aber sehr viel Erfahrung & Können vorraus.

In Ihrem Fall möchten Sie das Chassis reinigen. Das geht folgendermaßen: 1.) Wie Sie schon richtig schreiben - Staub absaugen/wischen. 2.) Mit nebelfeuchtem Tuch mit fettlösendem Putzmittel besprüht z.B. Sidolin den feinen Staub/ Beläge reinigen. Dabei bei langer Verwendung Handschuhe tragen. Das wo man nicht rankommt, kommt man eben nicht ran. Am kritischten sind offene Spulenmontagen auf den Wellenschaltern. Dort garnicht b.z.w.nur ganz vorsichtig mit Druckluft ausblasen und beim hantieren aufpassen damit man nichts verbiegt oder gar abreißt. Stärkere Fettverschmutzungen lösen sich mit Aceton, Entfettungssprays für die Industrie, KFZ-Bremsenreiniger. Hier sind wegen der stark entfettenden (lösen auch Hautfette) Wirkung Handschuhe unbedingt nötig! Diese Mittel sollten aber nur in gut gelüfteter Umgebung b.z.w. im Freien angewendet werden. Sie sind auch gesundheitsschädlich für Mensch und Gewässer!

Verbrauchte Lösungen dann nicht in die Toilette entsorgen, sondern zu den Schadstoffsammelstellen der Gemeinden bringen.

Gruss Debo

 

 

This article was edited 21.Aug.11 19:14 by Detlef Boeder .

Thomas Müller
 
 
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21.Aug.11 20:47

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Hallo Herr Boeder,

vielen Dank für Ihre ausführliche Beschreibung.

Das "Waschen" mit Kontakt WL könnte man dann leider auch etwas falsch verstehen. Auf der Dose steht ausdrücklich, dass das Spray zum Reinigen von Leiterplatten und elektrischen Geräten geeignet ist. Das habe ich nun auch getan. Die Bereiche, wo der dicke Fett-Schmand hing, habe ich damit eingesprüht, ein wenig gewartet und dann noch mal nachgesprüht. So stand es auch auf der Dose. Danach mit Ohrenstäbchen und Reinigungstücher nachgearbeitet. Das Resultat ist jedenfalls sehr überzeugend. Das man nun auf einige Bauteile achten sollte, habe ich nicht gewußt. Ich habe nach der Behandlung zwar schon bemerkt, das sich bei einigen Widerständen die Farbe angelöst hat, mir aber nichts weiter dabei gedacht. Ebenfalls ein Teil der Gebrauchsanweisung besagt ja auch, dass die Flüssigkeit eine "Hohe Materialverträglichkeit mit gängigen Materialien in der Elektronik" besitzt. Tja, im schlimmsten Fall sind jetzt ein paar Bauteile defekt. Mache aber auf jeden Fall mit der Restauration weiter. Vielleicht habe ich ja Glück und das Gerät funktioniert danach noch. Wenn nicht, wäre es für mich, nach der ganzen Arbeit, sehr ärgerlich. Das war dann wahrscheinlich mein Lehrgeld.

MfG

T. Müller

 

Detlef Boeder
Detlef Boeder
 
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22.Aug.11 11:28

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Ja gut, das können Sie schon so machen - "satt einsprühen". Das Spray tropft dann ab und der Rest verdampft rückstandslos. Nur ist das recht teuer langfristig. Oft geht eben auch Wasser mit etwas Spülmittel versetzt genauso gut. Ausreichende Trocknungszeit anschließend wichtig.Oder sogar Zahnpasta bei Oxidationen an Metallen (kein Witz). Allgemein muss man sich diverse Erfahrungen auch einfach selber erarbeiten und ein wenig experimentieren.

MfG

Debo

Walter Schmidt
 
 
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22.Aug.11 19:26

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Und noch ein Tip: Nach Reinigung mit Wasser und Spülmittel unbedingt mit entmineralisiertem Wasser (z.B. aus dem Wäschetrockner) nachspülen, sonst bleiben häßliche Kalkflecken auf der Platine.

Gruß, W. Schmidt

Thomas Müller
 
 
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22.Aug.11 23:08

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Na, jetzt bin ich doch wieder ein wenig entspannter. Dann war das Prozedere "vielleicht" doch nicht ganz umsonst.
Beim nächsten Mal werde ich auch ein wenig sparsamer mit der 400ml Kontakt WL Dose umgehen.

Für die ganzen Tips auch noch mal rechtherzlichen Dank.

MfG

T. Müller
 

Frank Ebinger
Frank Ebinger
 
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25.Mar.13 14:49

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Hallo, dazu hätte ich auch noch etwas beizutragen: Die Kontakt WL Sprühwäsche ist nur zum reinigen gedacht, nicht zu verwechseln mit dem Kontakt 60 welches korrosionslösend ist und u.A. auch in Pertinaxteilen eindringt und diese schädigen kann. Ich habe am Anfang auch diese Sprühwäsche von der Kontaktchemie (aktuell CRC-Industries) verwendet und habe stets sehr gute Reinigungsergebnisse gehabt. Die Kontakt WL Sprühwäsche hat jedoch bei manchen Geräten auch negative Eigenschaften zu Tage gebracht. Bei einigen Fabrikaten (in meinem Falle ein Saba Freudenstadt 8) greift das Kontakt WL die silberne Lackierung des Chassis an! Mittlerweile bin ich auf das Reinigungsmittel VIDEO 90 (ebenfalls von der gleichen Firma) umgestiegen und habe bisher keine negativen Wirkungen festgestellt. Die Reinigung ist sehr gut und das  Reinigungsmittel verdunstet sehr schnell und rückstandslos. Nach ein spätestens zwei Minuten ist das Chassis völlig trocken! Anstelle von Kontakt WL würde ich empfehlen lieber das VIDEO90 zu verwenden.                                                                                                                                                                                  MfG Frank  Ebinger                                                                                                                                                        

  
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