Hans-Dieter Haase
D Articles: 223 Schem.: 64 Pict.: 154 25.Sep.08 14:59 |
siemens: 20GW; Unterschiede zum TFK 054GWK
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Vor einiger Zeit bekam ich von einem befreundeten Sammlerkollegen ein scheinbar unbestimmbares Gerät geschenkt, weil es nicht in sein Sammelgebiet fiel und das Gerät außerdem in einem sehr desolaten Zustand war. Die Rückwand und zwei Knöpfe fehlten. Es war weder ein Typenschild noch ein Firmenemblem zu entdecken. Alte Reparaturspuren waren zu erkennen und Einbauten in der rechten Seitenwand, vermutlich ein Kopfhörer-Anschluss mit Lautstärke-Poti über zwei dicke Kondensatoren an die Primärseite des AT angeschlossen. Nach dem Aussehen des Gehäuses vermutete ich Siemens der 40'er Jahre. Mit Hilfe der erweiterten Suche und der Bildgalerie war dann sehr schnell klar, dass es der Siemens 20GW ist. Dank der hervorragenden Siemens-Service-Unterlagen (einschließlich Chassis-Fotos) auf der Modellseite (Danke an Herrn Haffner für das Hochladen) wurde das Gerät dann endgültig identifiziert. Da das Chassis einen recht guten Eindruck (ohne Rost) machte, wurde zunächst nur dessen Restaurierung beschlossen. Alle Teerkondensatoren (Original Siemens) hatten zu niedrige Isolationswerte, wurden ausgeschmolzen und mit neuem Inhalt versehen. Die UBF11 mit defektem Heizfaden wurde ersetzt und der klemmende Anker des Drosselrelais gängig gemacht. Ein Elko wurde neu formiert, der zweite mit neuem Inhalt versehen. Der AT wurde offensichtlich schon früher einmal (professionell) gewechselt, was ein Vergleich mit der Abbildung in den Service-Unterlagen ergab. Um herauszufinden, ob es noch mehr Informationen über das Gerät gibt, wurde auch mit Google gesucht. Dort wurde natürlich unsere Modellseite gefunden aber auch ein Funkschauartikel in Heft 01/1941. Dort wurde auf Seite 3 über kleine Exportsuper geschrieben, u.a. auch über den Siemens 20GW und den (bis auf das Gehäuse) fast baugleichen Telefunken 054GWK. Dort wird beschrieben, wie sich beide Geräte nur durch die Gegenkopplung unterscheiden, um die unterschiedlichen Gehäusematerialien zu berücksichtigen. Nun wurden natürlich auch die Beiträge zum Telefunken 054GWK im RM gefunden. Dort hat Herr Martens schon darüber geschrieben. Jetzt war mir klar, dass ich ein Telefunken-Chassis im Siemens-Gehäuse haben musste, denn die Gegenkopplung meines Gerätes entsprach der 054GWK-Schaltung. Herr Martens schreibt, dass sich die Geräte ansonsten nur in der Serien-Nummer unterscheiden ( S für Siemens und T für Telefunken). Da ich bei meinem Gerät keine Serien-Nummer finden konnte, kann ich das nicht bestätigen. Chassisauszug meines Gerätes:
Chassisauszug des Fotos beim TFK 054GWK
Es wäre schön, wenn Herr Steyer (Mail an Herrn Steyer ist erfolgt) die Gegenkopplung seines Gerätes überprüfen könnte. Möglicherweise hat er ja ein Siemens-Gerät im Telefunken-Gehäuse. Wenn man das Foto von der Chassis-Unterseite in der Funkschau mit den entsprechenden Foto in den Siemens-Unterlagen und meinem Gerät vergleicht, findet man noch kleine Unterschiede, die aber nicht zwingend einen Unterschied beweisen, z.B. Bauform des Padding-Kondensators oder Fehlen des 5nF-Kondensators auf der Lautsprecherseite nach Masse (Schaltplanvergleich). Vielleicht ist die Bandfilterbeschriftung ja eine Möglichkeit, die Chassis beider Geräte auseinander zu halten, ohne die Schaltung überprüfen zu müssen. Das sind möglicherweise unbedeutende Details und deshalb hier unwichtig, aber sie fallen trotzdem auf. Jedenfalls spielt mein Geräte-Chassis (auch ohne bisher erfolgten Neuabgleich) ganz hervorragend, so dass sich auch eine Gehäuserestaurierung und die Suche nach einer Rückwand lohnt. Nur: suche ich jetzt eine Siemens-Rückwand oder eine Telefunken-Rückwand? Vermutlich wegen des Gehäuses muss es eine von Siemens sein. Hans-Dieter Haase This article was edited 07.Nov.08 13:45 by Hans-Dieter Haase . |
Hans M. Knoll
D Articles: 1260 Schem.: 137 Pict.: 59 25.Sep.08 15:33 |
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Hallo Herr Hasse.
Ein sehr schoener Artikel. Aber? die Gegenkopplung ist doch richtig! links Telefunken und rechts Ihr Siemens, ich sehe das an der Serienschaltung 10Kohm_ 5000pF gegen Masse. Gruss Knoll
This article was edited 25.Sep.08 15:36 by Hans M. Knoll . |
Hans-Dieter Haase
D Articles: 223 Schem.: 64 Pict.: 154 25.Sep.08 15:41 |
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Hallo Herr Knoll, natürlich ist die Gegenkopplung richtig. Nur habe ich die Telefunkenschaltung im Siemensgehäuse. Das war das verwirrende. Mir geht es darum, ob es weitere Erkennungsmerkmale für das Unterscheiden beider Chassis gibt, ohne dass man die Gegenkopplungs-Schaltung untersuchen muss. Gruß Hans-Dieter Haase
This article was edited 25.Sep.08 15:43 by Hans-Dieter Haase . |
Hans M. Knoll
D Articles: 1260 Schem.: 137 Pict.: 59 25.Sep.08 15:47 |
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Herr Hasse, eben: knapp daneben ist auch vorbei! ;-)
So sehen die Leser gleich die Fakten ohne UCAS Punkte.
Nochmals Gruss Knoll This article was edited 25.Sep.08 16:34 by Hans M. Knoll . |
Hans-Dieter Haase
D Articles: 223 Schem.: 64 Pict.: 154 07.Nov.08 13:37 |
klebender Drosselanker
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Hier doch noch ein Nachtrag: Obwohl der Anker der Siebdrossel gängig gemacht wurde, zeigte es sich doch nach kurzer Zeit, dass der Anker nach dem Abschalten nicht immer abfiel. Das kostete jedesmal beim Wiedereinschalten eine Skalenlampe, war also nicht tragbar. Auch das Zwischenlegen von dünnen Papierstreifen brachte keine dauerhafte Abhilfe. Irgendwie erschien der Anker nach dem Anziehen verklemmt/verkantet. Nun wurde die Drossel einer genaueren optischen Untersuchung unterzogen. Der Anker besitzt auf beiden Seiten Führungsstifte. Auf der einen Seite waren die Stifte mit Rüschschlauch überzogen, auf der anderen Seite fehlte dieser Rüschschlauch. Das erschien unlogisch, also wurden die blanken Stifte auch mit Schlauch überzogen. Seitdem gibt es keine Probleme mehr mit dem Abfallen des Ankers.
This article was edited 07.Nov.08 13:39 by Hans-Dieter Haase . |
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