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tesla: 308U; Talisman; Anfertigung von Drehknöpfen

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Dieter Zwingel
Dieter Zwingel
 
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20.Apr.09 03:04

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Anfertigung von Drehknöpfen – auch wenn man kein Muster hat.
 
Ich bekam vor einiger Zeit einen TESLA „Talisman“ 308 U mit der schönen ovalen Gehäuseform , aber leider mit völlig falschen Drehknöpfen. Nun ist ja bekannt, dass man defekte Drehknöpfe aus Giessharz nachfertigen kann. Eine gute Anleitung dazu findet man in „jogis-roehrenbude.de“. Komplizierter wird es schon, wenn man keinen einigermaßen intakten Knopf als Muster besitzt. Genau das war bei mir der Fall und es gelang mir nicht, einen Musterknopf - auch nicht leihweise – zu beschaffen.
 
Daher habe ich selbst ein „Urmodell“ angefertigt: Ich habe dazu die Abmessungen des Knopfes aus verschiedenen Abbildungen des 308 U im Vergleich mit Gehäusedetails ( das Gehäuse hatte ich ja vorliegen ) so gut wie möglich ermittelt. Für den Bau des Urmodells der Knöpfe verwendete ich eine Modelliermasse aus USA namens „Apoxie Sculpt“. Dies ist eine 2-Komponentenmasse mit einer Konsistenz ähnlich Plastilin, die 1:1 gemischt und gut durchgeknetet werden muss. Im Gegensatz zu manchen ähnlichen Produkten bleibt sie jedoch mindestens 1 Stunde lang gut formbar und härtet erst nach ca. 12 Stunden aus. Ich habe die Masse zunächst gleichmäßig auf einen Kunststoffkern aufgetragen . Um die halbkreisförmigen Profile am Umfang des Knopfes zu formen, habe ich ein entsprechendes Werkzeug aus einem Messingröhrchen angefertigt, das ich in die (arretierte) Aufnahme meiner Fräsmaschine einspannte. Der Knopfrohling wurde in das Futter des Drehtisches eingespannt und in Schritten von 20 Grad jeweils gegen das feststehende Röhrchen gedrückt.
 
             
 
 Wenn man diese Prozedur für mehrere Umdrehungen wiederholt und bei jeder Umdrehung die Zustellung (also die Eindrücktiefe) etwas erhöht, bekommt man ein sehr gleichmäßiges Knopfprofil. Die Vorderseite kann man mittels eines Skalpells noch etwas vormodellieren und nach Aushärten der Apoxie-Masse mittels Bohrmaschine und Feile oder besser auf der Drehmaschine in die endgültige Form bringen. Von diesem Urmodell wurde nun ein Silikonkautschuk-Abguss angefertigt.
 
           
 
Als Kerne für die von diesem Modell herzustellenden Knöpfe dienten 3 kleinere Drehknöpfe mit Messingbuchsen aus meinem Fundus, die entsprechend abgedreht wurden. Diese Rohlinge wurden zentrisch in die aus Silikonkautschuk gefertigte Form gebracht und die Form daraufhin mit Kunstharz vergossen.
 
           
 
Die abgeformten Knöpfe müssen nun noch mit Bohrungen für die Befestigungsschrauben versehen werden. Da bei Tesla die Befestigungsschrauben in M3-Gewinden der Achsen gehalten werden, mussten auch diese Schrauben neu angefertigt werden. Die Knöpfe wurden in der korrekten Farbe mit einer Mischung aus Humbrol- Modellfarben lackiert.
 
 
          

Dies ist nicht unbedingt ein Stilbruch, da zumindest bei dem Modell 306 U auch von Tesla die Knöpfe mit einer Kunststoffschicht auf Bakelit-Kern ummantelt sind. Mit dem Erfolg der Aktion bin ich recht zufrieden; man kann das Ergebnis an den eingestellten Bildern meines 308 U begutachten. Ich möchte noch erwähnen, dass man die erwähnte Modelliermasse auch sehr gut zu Reparaturen an Bakelitgehäusen verwenden kann; es ist hier ein wahres Wundermittel. Bezugsquellen sind beispielsweise der Shop des „Modellpferdeversand.de“ unter der Rubrik Modelliermasse oder der „Puppendoktor“ Backes in 52525 He

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This article was edited 07.Aug.09 12:18 by Dieter Zwingel .

  
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