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wega: 1002; Regent: EM11 durch EM4 ersetzen

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Klaus Pahr
 
 
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01.Aug.07 14:40

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Hallo Kollegen,

ich habe einen Wega Regent 1002. Inzwischen ist er fertig restauriert. Leider ist die EM11 endgültig fertig. Da geht nix mehr. Da ich noch etliche EM4 lagernd habe, wollte ich diese anstelle der EM11 einsetzen. Ich nehme die Abweichung vom Originalzustand diesmal in kauf. Ich habe schon mal eine EM4 versuchsweise angeschlossen - es klappt und sieht recht ordentlich aus. Die EM11 wird bei dem Wega über 5 MOhm angesteuert. Ich habe mal bei der EM4 nachgesehen, da wird 2 MOhm angegeben. Den hatte ich nicht und so nahm ich einen 1,8 MOhm. Ist ok, oder? Was sollte ich sonst noch beachten, wenn ich die EM4 hernehmen will? Kann ich was verkehrt machen?

Vielen Dank für Ihre Tipps.

Viele Grüße

Klaus Pahr
Jacob Roschy
Jacob Roschy
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01.Aug.07 18:16

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Hallo Herr Pahr,

den ordnungsgemäßen Tausch der Fassung vorausgesetzt, können Sie die EM4 ohne sonstige Änderungen wie die EM11 betreiben. Der Widerstand im Eingang dient nur der Beruhigung der Anzeige (in Verbindung mit einem Kondensator), er sollte aber möglichst 5 MΩ nicht überschreiten.

Hobbygrüße

Jacob Roschÿ

This article was edited 01.Aug.07 18:17 by Jacob Roschy .

Klaus Pahr
 
 
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02.Aug.07 14:26

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Roschy,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich freue mich, eine Lösung gefunden zu haben.

Nun habe ich aber noch eine Verständnisfrage - ich will ja noch dazulernen. Sie schreiben:
"Der Widerstand im Eingang dient nur der Beruhigung der Anzeige (in Verbindung mit einem Kondensator), er sollte aber möglichst 5 MΩ nicht überschreiten."
Der wert 5 MOhm war fabrikseitig für die EM11 so verbaut. Ich habe jetzt 1,8 MOhm eingebaut. Wie klein darf dieser Widerstand höchstens werden? Was passiert dann, wenn ich z. B. 500 kOhm einbaue? Schieße ich die Röhre? Steigere ich dadurch die Empfindlichkeit der Anzeige? Wie ist das denn genau? Und welche Aufgabe hat der von Ihnen benannte Kondensator? Was ändert sich, wenn ich an der Kapazität drehe? Würden Sie mir das bitte auseinanderlegen? Ich kenne mich da noch nicht wirklich aus.

Herzlichen Dank für Ihre Mühe! Ich bin schon ganz gespannt auf Ihre Ausführungen.

Viele Grüße

Klaus Pahr
Klaus Pahr
 
 
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02.May.17 05:51

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Sehr geehrte Sammlergemeinde,

 Herr Karl-Heinz Bradtmöller hart mir folgende Erklärung zugemailt, die ich hier mit seiner ausdrücklichen Genehmigung publizieren darf:

Guten Tag, Herr Pahr,
die Widerstände in den Anodenkreisen - also zur Plus-Polung der 250 Volt Gleichspannung hin - sind möglichst wertemäßig korrekt einzusetzen, da damit der Anodenstrom begrenzt wird, dessen Überschreitung die Lebensdauer der Röhren negativ beeinflusst. Ändert man diese Werte, verändert sich auch die Empfindlichkeit der Röhre, ( weil man ja auch die Kennlinie rauf- und runterreitet.)
Der Widerstand in der Steuergitterleitung ist zur Ableitung gegen Masse gedacht und nicht so kritisch. Das Wort "beruhigen" heißt nur, dass die Anzeige nicht bei jedem Schaltkracher oder durch elektrostatische Entladung zappelt, und dass das Gitter ein definiertes Potenzial hat
Wird er verkleinert, wird die Röhre "unempfindlicher", weil damit die steuernde NF-Quelle weiter belastet wird.
Also mit 500k Ohm werden Sie das Magische Auge nicht "schießen".
(Ich nehme an, diese Formulierung "schießen" bedingte im Forum die gewisse Ablehnung in Form von Nichtbeantwortung.)
Der Kondensator davor dient zur Abtrennung des Gleichspannungsanteils und soll nur die Tonfrequenz (Wechselspannung) durchlassen.

Hier noch die "Umbauanleitung" einer EM11. Besser gesagt, die neue Röhre 6E5C soll auf eine abgesägte Fassung, auf die die EM11 saß, aufgepflanzt werden.

Pinout Originalfassung "Stahlröhre" für AEG 1052WU:
Pin 1: A2(für starke Sender) - 1 Megohm an Pin 4 (L, +225V)
Pin 2: Gitter (grün)- 1,6 Megohm (1,5-1,8 Megohm) an Signalspannung
Pin 3: Kathode, Masse (schwarz)
Pin 4: L, +225V (rot)
Pin 5: Heizfaden Kathodenpotenzial, Masse (schwarz)
Pin 6: Heizfaden (blau)
Pin 7: n.c.
Pin 8: A1(für schwache Sender) 1,8 Megohm an Pin 4 (L, +225V)

Pinout 6E5C (K8A-Sockel):
Pin 1: n.c. Stift fehlt
Pin 2: Heizfaden
Pin 3: Anode
Pin 4: n.c. Stift fehlt
Pin 5: Gitter
Pin 6: L
Pin 7: Heizfaden
Pin 8: Kathode

Umverdrahtung:
EM11:                   6E5C:
Pin 1: A2     =         n.c.(Anode2 fehlt)
Pin 2: G      =         Pin 5
Pin 3: K      =         Pin 8
Pin 4: L      =         Pin 6
Pin 5: Heizfaden, Masse= Pin 7
Pin 6: Heizfaden =      Pin 2
Pin 7: n.c.
Pin 8: A1     =         Pin 3


Bei minus 0,7 Volt am Steuergitter 90 Grad Schatten
Bei ca. minus 7 Volt 0 Grad Schatten, d.h. Vollaussteuerung

Das Ganze habe ich noch per Video der Nachwelt überliefert.


www youtube.com/watch?v=_OZ4BD1kp4o

Viel Spaß !

Viele Grüße
Ihr K.-H. B.

Sehr geehrter Herr Bradtmöller,

besten Dank für Ihre Mühe, uns diese langjährig offene Frage fundiert zu erklären!

Viele Grüße

Klaus Pahr

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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03.May.17 20:46

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Hallo Herr Pahr,

warum ich vor nunmehr fast 10 Jahren nicht mehr zur Antwort Ihrer Frage kam, ist nach der langen Zeit nicht mehr nachvollziehbar, vielleicht, dass ich aus beruflichen Gründen weg musste, ich bedauere dies sehr. Die Formulierung "die Röhre schießen" war ganz bestimmt nicht der Grund.

Nun hat ja Herr Bradtmöller die Frage beantwortet.

Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass bei AM- Empfang in der Signalspannung, welche das Magische Auge ansteuert, außer der Dioden- Gleichspannung oft auch noch die NF- Spannung der Modulation enthalten ist, womit die Anzeige im Takt des NF- Signals zappeln würde.

Um dies zu verhindern, wird vor das MA- Gitter ein RC- Filter geschaltet, bestehend aus einem Widerstand in Reihe und einem Kondensator nach Masse. Dieses RC- Filter lässt nur die sich langsam ändernde Gleichspannung durch und glättet die schnellen Änderungen des NF- Signals. Das war mit der "Beruhigung der Anzeige" gemeint.

Mit freundlichen Grüßen,
Jacob Roschy

  
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