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RES164

Information - Help 
ID = 70
       
Country:
Germany
Brand: Telefunken Deutschland (TFK), (Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH
Tube type:  Vacuum Pentode   Power/Output 
Identical to RES164 = B443S = PP416 = L416D = RE164 = 164_5pin = LAP513
Similar Tubes
Normally replaceable-slightly different:
  415PT ; D60 ; L506 ; RES164E
Heater different:
  RES164s
Other base:
  RES164d
First Source (s)
Aug.1931 : -- Original prospect or advert
Predecessor Tubes B443  
Successor Tubes 1931   RES364  

Base Europe 5-Pin (O5A, B5) (Codex=Foo)
Filament Vf 4 Volts / If 0.15 Ampere / Direct / Parallel, (AC/DC) /
Description The output pentode RES164 is an improved version of the B443 with about twice the amplification but required only 80 volts as screen voltage. The RES164 became famous in the German Volksempfänger VE301.[J.R.2003-01-17] 
Text in other languages (may differ)
Tube prices 29 Tube prices (visible for members only)
Literature Taschenbuch zum Röhren-Codex 1948/49   

  res164_sch_a.png
  RES164: Diefenbach-Handbuch der Rundf.-Reparaturtechnik 1947
Hilmer Grunert
 
dsc_0379~~1.jpg
RES164: Ma propre collection , héritage ON4FD
Etienne Flemal

 
res164.png
RES164: Prüfkarte Röhrenprüfgerät W 18N
Jörg Kulbe

 
res164_spec.png
RES164: RVF-Röhrenbuch-M1,1947
Anonymous 15 Collector


Usage in Models 1= 1927 ; 4= 1928? ; 6= 1928 ; 1= 1929?? ; 4= 1929? ; 8= 1929 ; 2= 1930?? ; 4= 1930? ; 69= 1930 ; 3= 1931?? ; 7= 1931? ; 70= 1931 ; 4= 1932?? ; 17= 1932? ; 90= 1932 ; 1= 1933?? ; 7= 1933? ; 79= 1933 ; 2= 1934? ; 5= 1934 ; 3= 1935?? ; 2= 1935? ; 17= 1935 ; 1= 1936?? ; 1= 1936? ; 8= 1936 ; 1= 1937? ; 38= 1937 ; 2= 1938? ; 41= 1938 ; 2= 1939 ; 1= 1945?? ; 2= 1945 ; 3= 1946? ; 11= 1946 ; 2= 1947? ; 6= 1947 ; 1= 1948? ; 3= 1948 ; 1= 9999

Quantity of Models at Radiomuseum.org with this tube (valve, valves, valvola, valvole, válvula, lampe):530



Forum contributions about this tube
RES164
Threads: 5 | Posts: 10
Hits: 3771     Replies: 0
3B4 (DL98, 3B4WA) als Ersatz der RES164
Jacob Roschy
22.Aug.11
  1

3B4 (DL98, 3B4WA) als Ersatz der RES164

Siehe auch: „ATP4 als Ersatz der RES164 ( B443S, L416D)“
und „ATP4 direkt umgesockelt als Ersatz der RES164“

 

Eine weitere interessante Ersatzröhre für die RES164 ist die 3B4. Es handelt sich, wie auch die ATP4, um eine Senderöhre für tragbare Funkgeräte für Batteriebetrieb. Es scheinen noch viele davon vorrätig zu sein und sie ist günstig erhältlich.

Die von der 3B4 vorgefundenen Daten beziehen sich hauptsächlich auf Klasse C- Betrieb als HF- Verstärker :

Sockel B7G Miniatur-7-Stift

Beam Power Endröhre für HF- Anwendung

direkt geheizt, 2,5 V, 165 mA,

Betriebswerte im Klasse C- Betrieb:

Ua_ = 150 V

Ug2 = 135 V

Ug1 = -38 V

Ia = 25 mA

Ig2 = 6,2 mA

S = 1,7 mA/V

Ri = 70 kΩ

µG2/G1 = 3,7

Grenzwerte:

Pav = 3 W (Anoden-Verlustleistung)

Ua-max = 200 V

Ug2-max = 150 V

Ia-max = 25 mA

Aus diesen Daten ergibt sich, dass nur wenige Anwendungsmöglichkeiten für diese Röhre bestehen, - davon aber, sehr erwünscht, der Ersatz für direkt geheizte Endröhren um ± 1930, ganz besonders natürlich für die im VE301 verwendete RES164.

Die 3B4 lässt sich ohne Kompromisse an die Betriebswerte der RES164 anpassen, so wie sie im VE301 auftreten, unter Beibehaltung der vollen Leistung und Aussteuerbarkeit wie original mit der RES164, im Zweifelsfall sogar noch besser.

Wegen des Miniatur-7-Stift Sockels der 3B4 ist ein Zwischenadapter erforderlich, um die 3B4 in die B5 Europafassung einsetzen zu können. In diesem Zwischenadapter können dann leicht Bauteile zur Anpassung untergebracht werden.

 

Anpassung der Heizung :
Das kleinste Problem ist die unterschiedliche Heizspannung. Die 2,5 V der 3B4 lassen sich einfach über Vorwiderstände an die 4 V der RES164 anpassen, die man im Zwischenadapter- Sockel unterbringt.
Um Brummentwicklung zu vermeiden, teilt man den Vorwiderstand möglichst symmetrisch auf beide Heizfadenenden auf.
Durch die Auswahl der Widerstände R1 und R2 kann man die 3B4 optimal an die vorhandene Heizspannung anpassen, die im Betrieb tatsächlich vorhanden ist. Für die ¼ W- Widerstände R1 und R2 kann man daher je nach vorhandener Heizspannung wählen:

4,3 + 4,3 Ω bei 3,92 V
4,3 + 4,7 Ω bei 3,99 V
4,7 + 4,7 Ω bei 4,05 V
4,7 + 5,1 Ω bei 4,12 V
5,1 + 5,1 Ω bei 4,18 V
 

Die kleinen Asymmetrien wie 4,3 + 4,7 Ω sind kaum wahrnehmbar und lassen sich mit dem „Entbrummer“ ausgleichen.


Anpassung der Betriebswerte (Anode + Schirmgitter)

Erfreulich ist die maximale Anoden-Verlustleistung von 3 W, die genau der RES164 entspricht.

Die Anodenspannungen 150 V Betrieb und 200 V maximal sind nicht so kritisch zu sehen, zumal sie für Klasse C- Betrieb gedacht sind. Solange die Röhre gutes Vakuum hat, ist kein Durchschlag zu befürchten, wenn sie an 200...220 V betrieben wird. Viel wichtiger ist, dass die Anoden-Verlustleistung von 3 W eingehalten wird, also das Produkt aus Anodenspannung * Anodenstrom !

Bei der Durchsicht von verschiedenen VE- Dokumenten wurden Betriebsspannungen im Bereich 210...230 V DC, Anodenspannungen (an der RES164) im Bereich 190...220 V, Anodenströme im Bereich 11,5...14 mA vorgefunden.

Die 3B4 ist also nun so zu betrieben, dass sie unter den Bedingungen des VE ordnungsgemäß arbeitet. Dabei soll versucht werden, die negative Gittervorspannung von -10...11 V beizubehalten, die mit dem 700 Ω- Widerstand erzeugt wird, ebenso soll der 100 kΩ Schirmgitter-Vorwiderstand unverändert bleiben.

Zunächst wurde die 3B7 nur mit den Heizungs- Vorwiderständen im Adapter- Sockel betrieben, ohne die sonstige Beschaltung zu ändern. Dabei stellte sich ein Anodenstrom von ca. 16 mA ein, der natürlich zu hoch war.
Da der Anodenstrom durch die Schirmgitterspannung bestimmt wird, kann man einen zu hohen Anodenstrom durch verringern der Schirmgitterspannung herabsetzen. Dies war einfach zu realisieren durch einen Widerstand R3 von 100 kΩ, ¼ W, parallel zum Schirmgitter, wodurch sich der Anodenstrom auf 13...13,5 mA verringert, was den Betriebswerten im VE entspricht. Als Bezugspunkt liegt R3 auf der Heizfadenmitte, wodurch das Problem der Symmetrie gelöst ist.

Andere Anwendungen als im VE301:
Die hier gezeigte sehr einfache Anpassung an die RES164 mit dem 100 kΩ Widerstand parallel zum Schirmgitter ist nur möglich, wenn das Schirmgitter im Gerät über ebenfalls 100 kΩ von einer Anodenspannung von ca. 220 V gespeist wird. In anderen Geräten, bei denen das Schirmgitter der RES164 auf andere Weise gespeist wird, ist auch eine andere Anpassung erforderlich.

Verwendung als End-Triode:
Da die 3B4 einen sehr niederen µG2/G1 von nur 3,7 hat, ist sie auch als End-Triode gut geeignet, indem man G2 mit Anode verbindet.
Damit wäre sie als Ersatz für einige RE- End-Trioden-Typen geeignet, wie z. B. RE134 und RE144. Wegen dem Grenzwert des Schirmgitters darf die Betriebsspannung dabei jedoch max. 135 V, im äußersten Fall 150 V betragen. Andererseits dürfte die 3B4 als End-Triode sogar mit einer gesamten Anoden-Verlustleistung von ca. 4 W betrieben werden, da sich hier die Schirmgitter-Verlustleistung hinzu addiert.
Rein elektrisch gesehen wäre sie demnach als ideale Endröhre für Uralt- Empfänger geeignet, die mit Anodenbatterien von maximal 120 V betrieben wurden, würde nicht die Optik dagegen sprechen. Wegen ihrer geringen Größe könnte man jedoch erwägen, sie in den Kolben einer ausgehöhlten älteren Röhre einzubauen.


Stellungnahme zum Beitrag „Ersatz der Röhre RES164"
(mit der 3B4) - Idee von Arthur Bauer

Erst nach Abschluss meiner Untersuchungen über die Eignung der 3B4 als Ersatz der RES164, die in den obigen Beitrag mündeten, entdeckte ich diesen Beitrag von Arthur Bauer, der von unserem Kollegen Thomas Lebeth gepostet wurde. Alle Gedanken und Hintergründe, die zu meinem obigen Beitrag führten, entstanden in völliger Unkenntnis des Artikels von Herrn Arthur Bauer, der leider nicht mehr unter uns weilt.

Nachdem ich diesen Text entdeckte, wurde mir schnell klar, dass diese Lösung der Anpassung der 3B4 an die RES164 wenig sinnvoll ist. Arthur Bauer hatte offensichtlich nicht die Natur und Charakteristik von Pentoden verstanden !

Pentoden funktionieren wie Konstantstromquellen. Der Anodenstrom wird ganz wesentlich bestimmt durch die Spannungen an Gitter 1 und Gitter 2, - Änderungen der Anodenspannung haben nur sehr wenig Einfluss auf den Anodenstrom. Es ist daher die am Wenigsten geeignete Methode, den „Arbeitspunkt“ einer Pentode zu verändern, indem man die Anodenspannung ändert, in diesem Falle über den Kondensator-überbrückten 3,9 kΩ Widerstand.

Der einzige Wirkung, die durch diesen Widerstand erzielt wird, ist die verringerte Anodenspannung, wodurch sich die Anoden-Verlustleistung der Röhre entsprechend verringert, - allerdings verringert sich dabei die Ausgangsleistung jedoch auf weniger als die Hälfte !

Eine besondere Schonung für die Röhre entsteht durch diesen Widerstand nicht, da auch ohne ihn die Anodenverlustleistung von 3 W eingehalten wird, dafür aber uneingeschränkt die volle original Leistung verfügbar ist, genau wie bei der RES164!

Diese vermeintliche Methode der Anpassung der 3B4 an die RES164 ist nicht zu empfehlen, dagegen ist der mechanische Aufbau des Zwischenadapters und dessen Beschreibung vorbildlich und zur Nachahmung sehr empfohlen.


Vergleich ATP4 – 3B4

die ATP4 und die 3B4 sind beide ursprünglich Senderöhren für tragbare Funkgeräte für Batteriebetrieb. Beide sind direkt geheizt, was ein besonderer Vorteil als RES164- Ersatzröhre darstellt. Beim Einschalten des Gerätes nehmen sie sofort Strom auf, so wie die ebenfalls direkt geheizte Gleichrichterröhre RGN354 Spannung liefert.

Wenn jedoch indirekt geheizte Ersatzröhren für die RES164 verwendet werden, wie z. B. die PL95 oder gar Trioden der PC- Serie, entstehen wegen der verzögerten Aufheizung hohe Überspannungen, die für die Kondensatoren gefährlich werden können.

Die ATP4 ist im klassischen Baustil mit Quetschfuß-Aufbau, weshalb sie in den Volksempfängern optisch gut zwischen die Gleichrichterröhre RGN354 und die Audion- Röhre REN904 oder AF7 passt. 

Als Miniatur- Röhre mit dem Pico-7 Sockel B7G ist die 3B4 um mehrere Generationen moderner als die Röhren des VE und ist daher optisch weniger passend zu diesen. Sie ist aber noch in größeren Mengen günstig erhältlich und daher für den Alltagsgebrauch „ohne Reue“ geeignet. Besser als die PL95 und dergleichen ist sie auf jeden Fall.
 


 

 

 
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ATP4 direkt umgesockelt als Ersatz der RES164
Jacob Roschy
22.Aug.11
  1

 Ersatz für die RES164 ( B443S, L416D) : für Profis - die direkte Umsockelung der ATP4 :

Wer über entsprechende Erfahrung verfügt, kann den original- Sockel der ATP4 von der Röhre entfernen und einen neuen 5-Stift- Europasockel direkt ankleben, in dem auch wieder die Heiz- Vorwiderstände untergebracht werden.

Hierzu geht man nach den folgenden Arbeitsschritten vor:

Mit einem geeigneten Stift, z. B. einem abgeflachten Nagel, die Anschlussdrähte durch die Sockel- Hohlstifte nach innen drücken. Dabei mit dem Lötkolben das Zinn verflüssigen und, wenn möglich, absaugen.

 

Lässt sich der Sockel nicht lösen, so ist dieser möglichst weit unten rundum seitlich einzusägen.
Dazu eine Metallsäge in einen Schraubstock spannen und die Röhre vorsichtig über das Sägeblatt bewegen. Niemals tief einsägen, ständig beobachten !

Nun noch einen schräg verlaufenden Schnitt vornehmen. In diesen wird eine Schraubendreherklinge eingesetzt, welche vorsichtig verdreht wird und somit den Sockel auseinandersprengt.

An die Heizfadenanschlüsse wird jeweils ein Widerstand 2,7 / 0,3 W gelötet, die anderen Drähte sind um ca. 50 mm zu verlängern.

Anschlussdrähte mit Pinzette oder Telefonzange vorsichtig glätten und anschließend im Quetschfußraum so vorbiegen, dass sie entsprechend dem 5-Stift- Europasockel richtig ausgerichtet sind.

Es gibt 2 verschiedene Ausführungen der ATP4, eine normale mit 4 Drähten aus dem Quetschfuß, sowie eine mit 5 Drähten, wobei das Gitter 1 zwei mal herausgeführt ist. Diese beiden Drähte sind zusammen parallel auf den g1-Stift anzuschließen. Das Bild zeigt von beiden Versionen die Ansicht von unten in den Quetschfußraum.

In den hohlen Anodenstift lötet man einen ca. 160 mm langen Zuleitungsdraht zur Anode. Dieser wird durch einen seitlichen Durchlass am Sockel herausgeführt.

Die richtig ausgerichteten Drähte werden nun in die entsprechenden Hohlstifte des Europasockels eingefädelt. Wenn erforderlich, ist Isolierschlauch vorzusehen.

Wenn man sich völlig sicher fühlt, dass die Drähte richtig und ohne Kurzschluss eingefädelt wurden, kann der Glaskolben mit dem Sockel verklebt werden, z. B. mit Silikon-Kleber. Von unelastischem 2-Komponenten- und Sekunden-Kleber ist dringend abzuraten !

Nach Aushärtung des Klebers werden die aus den Stiften herausragenden Drähte gekürzt und verlötet, ebenso der Draht zur Anodenkappe.


 
So kann die zur „RES164E“ umgesockelte ATP4 aussehen.

ATP4 als RES364 / 374 ?

Da die ATP4 eine Anodenverlustleistung von 5 W hat, kann sie in vielen Fällen auch als Ersatz der Röhren RES364 oder RES374 dienen, sofern die Anodenverlustleistung eingehalten wird, z. B. bei 250 V, 20 mA. Allerdings weichen die Spannungen von g1 und g2 stark ab, so dass Anpassungen erforderlich sind. Diese werden am Besten unter Betriebsbedingungen mit Hilfe von Sinusgenerator und Oszilloskop ermittelt. Die Schirmgitter- Spannung und die negative Vorspannung für g1 sollen jeweils so nieder gewählt werden, dass der Anoden-Ruhestrom eine volle Durchsteuerung ermöglicht, aber die maximale Anodenverlustleistung nicht überschritten wird.

 

Siehe auch:  „3B4 (DL98, 3B4WA) als Ersatz der RES164
und „ATP4 als Ersatz der RES164 ( B443S, L416D)“
 

 

 
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ATP4 als Ersatz der RES164 ( B443S, L416D)
Jacob Roschy
22.Aug.11
  1

 ATP4 als Ersatz der RES164 ( B443S, L416D)

Die englische Militär- Senderöhre ATP4 ist als Ersatz für die RES164 im VE301 gut geeignet. Mit den im VE eingebauten Widerständen zur Erzeugung von Schirmgitter- und Steuergitter- Vorspannung nimmt sie einen Arbeitspunkt an, der sehr nahe bei der RES164 liegt. (ATP = Army Transmit Pentode)

Sie ist im klassischen Baustil mit Quetschfuß-Aufbau, wodurch sie äußerlich gut zur Epoche der RES164 passt. Sie ist wie die RES164 direkt geheizt und ist oft günstig erhältlich.

Die ermittelten Heizdaten sind 2,3 Volt / 0,34 Ampere, daher muss der Heizfaden symmetrisch über zwei Vorwiderstände von je 2,7 Ω / 0,3 W an die 4 V Heizspannung der RES164 angepasst werden, um Brummentwicklung zu vermeiden.

Da sie den unüblichen englischen Mazda-Octal-Sockel besitzt, muss sie entweder umgesockelt werden, oder es muss ein Adaptersockel angebaut werden. Hier kann man auch die Heiz-Vorwiderstände unterbringen, so dass am Gerät keine Änderungen vorgenommen werden müssen.


Die einfachere Methode: Anbau eines Adaptersockels

Da der original- Sockel der ATP4 nicht sehr hoch ist, kann man einfach einen zusätzlichen 5-Stift- Europasockel als Adapter darunter bauen, der mit dem original- Sockel verklebt wird.

Von den 8 Stiften des ATP4- Sockels werden nur 4 benutzt; an den beiden unteren (1 & 8) liegt der Heizfaden, an den beiden oberen sind Schirmgitter (Stift 4) und Steuergitter (Stift 5). Die nicht verwendeten Stifte werden entfernt (abgebrochen), um Platz für die beiden Heiz- Vorwiderstände zu erhalten. Der Anodenanschluss befindet sich oben an der Kappe.

Von einer defekten Europa-Röhre entnimmt man den 5-Stift- Sockel. Ein Sockel von einer RENS1374d ist besonders vorteilhaft, denn wenn man den seitlichen Schraubanschluss entfernt, hat man einen Durchlass, um den Verbindungsdraht zur Anode herauszuführen zu können; ansonsten muss dieser gebohrt oder einfach am Rand eingesägt werden.

In den hohlen Anodenstift lötet man einen ca. 170 mm langen Zuleitungsdraht zur Anode, der seitlich am Sockel herausgeführt wird.

An die Heizfadenstifte (1 & 8) werden die beiden Vorwiderstände 2,7 Ω / 0,3 W gelötet. Sie werden so angebracht, dass ihre Anschlussdrähte genau in die Heizungsstifte des 5-Stift- Sockels passen.  

 An die beiden oberen Stifte (4 & 5) werden 2 je ca. 70 mm lange Drähte gelötet. Diese werden so ausgerichtet, dass sie genau in die Stifte für Schirmgitter bzw. Steuergitter des 5-Stift- Sockels passen.

Die 4 richtig ausgerichteten Drähte werden nun in die entsprechenden Hohlstifte des Europasockels eingefädelt.

Wenn man sich vollkommen sicher fühlt, dass die Drähte richtig und ohne Kurzschluss eingefädelt wurden, können nun die Berührungsflächen zwischen Original- und Adaptersockel miteinander verklebt werden. Vorher sollten diese gut gereinigt bzw. aufgeraut werden. Hier kann man einen kräftigen 2-Komponenten- Kleber verwenden. 

Mit Klebeband werden Original- und Adaptersockel fixiert. Zur optischen Verbesserung kann man auch beide Sockel mit einem breiten schwarzen Band umgeben.


 

Die aus den Stiften herausragenden Drähte werden nun gekürzt und verlötet, ebenso der Draht zur Anodenkappe.

Die nun zur„RES164E“ gewordene ATP4 kann spielbereit in den VE301 eingesetzt werden.

 

Siehe auch „ATP4 direkt umgesockelt als Ersatz der RES164
und „3B4 (DL98, 3B4WA) als Ersatz der RES164

 

 
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RES164 (RES 164) mit Spitze
Bernhard Nagel
23.Jul.07
  1
In meiner Sammlung befindet sich diese Röhre RES164 mit obenliegender Pumpspitze.


Es handelt sich offensichtlich um eine professionell vorgenommene Röhren-Reparatur der damaligen Fernseh-GmbH, Taufkirchen/Vils. Zeitlich m.E. wohl zwischen 1945 und 1948 einzuordnen.

Die Röhre zeigt einen deutlich verkürzten Kolben, der Anodenkasten berührt fast schon die Glaskuppel. Zur Reparatur wurde der Röhrenkolben knapp oberhalb des Sockels aufgeschnitten. Der Heizfaden wurde wohl ersetzt, denn die Röhre trägt einen Hinweis auf den nun neuen Heizstrom von 0,3A, für Serienheizung nicht geeignet. Nach dem Aufschmelzen der (verkürzten) Kolbenhaube musste die Röhre evakuiert werden. Da der originale Pumpstutzen dafür nicht mehr verwendbar war, wurde ein neuer Stutzen mit glasbläserischer Kunstfertigkeit auf der Röhrenoberseite mitten ins Telefunken-Logo gesetzt, oder besser gesagt durch Unterdruck ausgestülpt.

Erstaunlich, was für ein Aufwand betrieben wurde um verbrauchte Röhren wieder einer Verwendung zuzuführen. Die damals herrschende Knappheit an Röhren machte diese Art von Reparaturen erforderlich.
Sind ähnliche Arbeiten bekannt, gibt es weitere Hintergründe zum Röhren-Reparaturbetrieb der Fernseh-GmbH? Andere Firmen, die sich mit dieser Thematik befasst haben?

Das hier gezeigte Exemplar ist übrigens noch funktionsfähig, die Emission beträgt aber nur noch wenige mA.

In der Anlage finden sich weitere Ansichten dieser ungewöhnlichen Röhre.

Viele Grüße,
Bernhard Nagel
Wolfram Zylka
23.Jul.07
  2

Herr Nagel, Ihr Beitrag hat mich erinnert, dass ich auch so ein Exemplar mit Spitze in meinem T 121 habe.

Hier die Banderole. Hier wurde augenscheinlich ein vorgefertigter Aufkleber überschrieben.

Interessant ist das Datum. Könnte die 60 noch für 1960 stehen?

Gruß

Wolfram Zylka

 

Ps. Meine Röhre hat noch 30 von 50 mA

   

Bernhard Nagel
23.Jul.07
  3
Hallo Herr Zylka,

schön, dass sich gleich eine zweite solcherart reparierte Röhre einfindet (RE134?). Wobei ich aus verschiedenen Gründen nicht annehme, dass die Fernseh-GmbH noch 1960 so etwas gemacht hat.
Der Firmensitz lag nur zwischen 1945 und 1949 in Taufkirchen, danach war Darmstadt das neue und entgültige Domizil.

Die Taufkirchener Zeit galt nicht der Fernseh-Technik da durch alliierte Kontrollratsbeschlüsse untersagt, es wurden eher Meßgeräte für das Reparaturwesen entwickelt und gefertigt (z.B. Farvimeter). Anscheinend hatte aber auch die Röhrenreparatur zu dieser Zeit ihre Blüte, mit Glas konnte man bei der Fese ja schon früher umgehen.

Haben Sie diese reparierte Röhre mal auf die entsprechende Seite geladen? Eine komplette Ansicht würde mich interessieren.

Viele Grüße,
Bernhard Nagel
Hans M. Knoll
23.Jul.07
  4

Hallo Herr Zylka,

 

1960 ist sehr unwahrscheinlich, vorsichtig formuliert.

Siehe hier:    hersteller

 

Gruss Knoll

 

Hallo Herr Nagel, Sie waren zwar schneller, haben aber mehr Text geschrieben als ich, daher eine Dublette.

Gruss knoll

Wolfram Zylka
23.Jul.07
  5

 

 

Danke Herr Nagel und Herr Knoll.

 

Meine Röhre trägt kein Firmenzeichen mehr. Es ist eine RE 134  Hier ein Anblick der gesamten Röhre Ihre Antworten sind schlüssig. Vielleicht ist das scheinbare Datum  22/5.  60 ja auch ein Code  Gruß

Wolfram Zylka

Ps. Die Größe ist mit 72 mm Kolbenhöhe eher im normalen Bereich

Thomas Lebeth
14.Aug.07
  6

Hallo die Herren,

ich hatte das Glück, heute an eine reparierte RES 164 zu gelangen. Wie bei den anderen Röhren auch, wurde der Glaskolben offenbar aufgeschnitten (rotes Dreieck unten) und nach der Reparatur mittels Pumpstutzen in der Mitte des TFK-Logos wiederum evakuiert (rotes Dreieck oben).

Eher unüblich ist die mit silberner Farbe am Quetschfuß angebrachte Nummer 360, die kopfsteht. Üblicherweise ist der Quetschfuss mit der weißen Masse bestrichen, die langsame Sekundärelektronen ableiten soll, so daß bei Fabriksröhren meist keine Beschriftung am Quetschfuß vorhanden ist. Im Falle wo eine solche existiert, ist dies meist mit schwarzer Farbe (Tusche?) und aufrecht bei Telefunkenröhren angebracht.

Weiters konnte mich bei meiner Röhre entdecken, welche Reparatur durchgeführt wurde:

Zwischen der Verspiegelung ist an der Anodenoberseite das aufgeschnittene Täschchen für das Material zur Beschichtung des Heizfadens zu sehen. Auf diesem Weg ist wahrscheinlich bei abgenommenem Kolben eine neue Bariumpille eingelegt worden. Ich vermute daher, dass dieses Unternehmen bei dieser Röhre offenbar den Heizfaden belassen hat, da sich auch kein Hinweis auf einen abweichenden Heizstrom findet. Es wäre interessant, ob lediglich Röhren mit Destillationskatode auftauchen die auf diese Art repariert wurden - was ich als Arbeitshypothese nun einmal annehme.

 

Alle anderen Merkmale wurden bereits beschrieben, und sind bei meinem Exemplar identisch. Reparaturdatum 2.7.1946, was Sinn macht. Eine solche Reparatur kann meiner Ansicht nach nur dann ein Geschäft sein, wenn es keine neuen Röhren gibt, was zu diesem Zeitpunkt ja der Fall war.

Herzliche Sammlergrüße

Thomas Lebeth

 

 
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Ersatz der Röhre RES164
Thomas Lebeth
14.Feb.07
  1

Professioneller Umbau mit 3B4 (DL98)

Idee von Arthur Bauer                                                                                                                 

 

Im Jahr 1927 wurde die Endpentode in den Philips Laboratorien von Gilles Holst und Bernard Tellegen entwickelt. Bereits im September 1927 erschien die B443 am Markt. In den folgenden Jahren verdrängte die End­pen­tode schließ­lich beinahe alle Trioden aus den Endstufen von Radioapparaten – ledig­lich in High-End-Geräten wurden End­trio­den weiterhin eingesetzt.

Die RES164d war die erste Endpentode aus dem Haus Telefunken und erschien im Juli 1928 - beinahe ein Jahr später als die B443 von Philips. Sie hatte noch vier Sockelstifte und eine Seitenklemme für das Schirmgitter. Erst 1930 kam die RES164 mit fünf Sockelstiften auf den Markt.

In billigen Einkreisempfängern fand die RES164 dann im Laufe der 30-er Jahre ihren Platz in der Endstufe. Höchste Stückzahlen erreichte die RES164 jedoch durch den Einsatz in allen Wechselstromversionen des Volks­em­pfängers VE301. Aus diesem Grund, und vor allen Dingen weil die Produktion der RES164 zugunsten der Rüstung noch während des Krieges eingestellt wurde, ist diese Röhre heute nur mehr selten in neuwertigem Zustand zu finden.

Ein zeitgemäßer Ersatz der RES164 mittels der Batteriepentode 3B4 (DL98) wird im folgenden beschrieben. Die notwendige Bastelarbeit dafür ist nicht sehr aufwändig. Zuerst betrachten wir kurz die Unterschiede zwischen der RES 164 und der 3B4. Die 3B4 besitzt eine Heizspannung Uf von 2,5V bei einem Heizstrom If von 165mA. Die maximale Anodenspannung Ua beträgt 135V. Diese Werte weichen von den Betriebswerten der RES164 z.T. erheb­lich ab. Die RES 164 besitzt 4V-Heizung bei einem Heizstrom If von 100mA. Die Anodenspannung Ua beträgt 250V. Es wird daher eine Zusatzbeschaltung not­wendig. Für die Anpassung der Heiz­spannung ist ein Vorwiderstand notwen­dig, den man wegen der direkten Hei­zung am besten je zur Hälfte an beiden

Bild 1: Schaltung für den Umbau

Heizfadenenden einfügt. Der zusätzli­che Gesamtwiderstand errechnet sich für die Heizspannungsdifferenz von 1,5V wie folgt:

Wir teilen den Widerstand in zwei gleiche Teile und wählen Widerstände mit 4,7W aus der Wi­derstandsnormrei­he wobei hier für die Leistung ¼W aus­reichend sind.

Da beide Röhren unterschiedliche Arbeitspunkte besitzen (Gittervorspan­nung, Schirmgitterspannung und Ano­denspannung) läßt sich der notwendige Anodenwiderstand nicht so einfach ermitteln. Durch Probieren wurde ein Widerstand von 3,9kW ermittelt, bei dem die 3B4 sowohl von der Steilheit, dem Anodenstrom und der Gittervor­spannung als auch unter Berücksichti­gung der Anodenverlustleistung (3W) ähnlich einer RES164 arbeitet. Da der zusätzliche Widerstand  im Anodenkreis ja nur die Betriebsspannung für die Anode herabsetzen soll, die NF-Wech­sel­stromleistung aber auch weiterhin voll dem Lautsprecher zu Gute kommen soll müssen wir parallel zum Anoden­widerstand noch einen Kondensator mit 0,5 – 1mF/100V schalten, der den Ano­denwechselstrom gut passieren läßt. Die Schaltung, die sich dadurch ergibt ist im Bild 1 zu sehen.

Bild 2: Einzelteile für den Umbau

Am besten erfolgt der Umbau der 3B4 zur Verwendung als RES164 über einen Sockeladapter, der gleichzeitig alle zu­sätzlichen Schaltelemente im Adapter Platz finden sollen. Dadurch ergibt sich der Vorteil, das an der Schaltung des Radio­apparates nichts verändert wer­den muss. Zu einem späteren Zeitpunkt kann der 3B4-Ersatz wieder gegen einn Originalröhre ausgetauscht und werden.

Folgende Einzelteile werden benötigt:

- 1 3B4 (DL98) Batteriepentode

- 2 Widerstände 4,7 W / ¼W

- 1 Widerstand 3,9 kW / 2W

- 1 Kondensator 0,5 – 1 mF / 100V

- 1 Fassung für 3B4 (Miniatur)

- 1 Europasockel (5-Stift)

- 1 Stück Perinax 4 x 4 cm
  0,5 – 0,8 mm Dicke

- div. Kleinmaterial (Schaltdraht, Schrau­
  ben, Muttern, etc.

Bild 2 zeigt alle notwendigen Einzelteile.

Bild 3: Beschaltung der 3B4-Fassung

Zunächst wird der Europasockel gesäu­bert und eventuell vorhandene Draht­reste werden aus den Sockelstiften ausgelötet. Danach wird aus Pertinax die Abdeckung für den Europasockel gefertigt. Diese Abdeckung dient gleich­zeitig zur Aufnahme der Fassung für die 3B4. Das Pertinax wird zunächst rund ausgesägt, und mit einer Mittelöffnung versehen. Danach werden noch die Löcher für die Befestigung der Minia­turfassung gebohrt. Als nächster Ar­beits­schritt erfolgt nun die Montage der Fassung in der Pertinaxabdeckung, und das Anlöten der Bauelemente. Hierbei ist es sinnvoll die optimalste Platzein­teilung auszuprobieren, bevor mit dem Löten begonnen wird. Die Widerstände sind von der Größe her problemlos unterzubringen. Lediglich der Konden­sator benötigt mehr Platz. Mit ein biss-chen Geduld läßt sich aber eine ge­eignete Bauform und –größe finden.

Zu beachten ist, dass auch die Mini­aturfassung bzw. deren Lötfahnen Platz einnehmen. Im Bild 3 ist die fertige Be­schaltung zu sehen, wobei die Draht­enden die in die Stifte des Europa­sockels geschoben werden Überlänge besitzen. Vor dem Zusammenbau sind die einzelnen blanken Drähte noch mit Bougierschlauch zu überziehen, um ei­nen etwaigen Kurzschluss zu ver­mei­den. Die Drähte werden nach dem Ein­löten in den Sockel abgezwickt, und die Sockelstifte mit Schleifpapier oder einer feinen Feile entgratet und gerundet. Unser Zwischensockel ist fertig (Bild 4).

Bild 4: Fertiger Zwischensockel

Nun kann die 3B4 aufgesteckt werden, und unser Röhrenersatz findet nun Platz im Apparat. Gerade im VE301 dyn fehlen immer wieder die RES164. Wie in Bild 5 zu sehen ist, findet die 3B4 dort ganz bequem Platz – ein Unterschied in der Empfindlichkeit der Rückkopplung, oder der Klangqualität ist im direkten Vergleich mit einer guten Originalröhre nicht zu hören. Zu guter Letzt darf natürlich nicht vergessen werden, den Restbrumm mittels des Entbrummer­potentiometers wieder auf hörbares Minimum einzuregeln.

Bild 5: Die 3B4 mit Zwischenadapter im VE301

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der österreichischen Sammlerzeitschrift. Information über die Zeitschrift 'RADIOBOTE' sowie die Bezugsquelle finden sich unter folgendem Link:  Radiobote

 
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