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History of the manufacturer  

Stern-Radio Rochlitz, VEB, RFT, (Ostd.) - vorm. Graetz AG

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Name: Stern-Radio Rochlitz, VEB, RFT, (Ostd.) - vorm. Graetz AG    (D)  
Abbreviation: stern-roch
Summary:

VEB Stern-Radio Rochlitz; Rochlitz/Sa. (Ostd.): Ex Graetz AG(s. auch fernm-trep =VEB Fernmeldewerk Treptow). - Graetz verlagert im Krieg Prod. nach Lunzenau an der Mulde (bei Chemnitz) - noch während der US-Besatzung entsteht dort der L56W. Die Sowjets lassen für sich bauen und verlegen die vergrösserte Fertigung 1946 ins benachbarte Rochlitz als VEB (Enteignung). Ab Mai 1947: VEB Stern-Radio Rochlitz - mit vor allem Grosssuperprod. Radiobau bis 1962/63. - 1990 SEL (Alcatel), leer ab 1995 [9-205].

History:


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
53 Stern 7E86 [Rochlitz ohne Globus an Front] ECH81  Erste Gehäusevariante mit einfachem Schriftzug "Rochlitz" unter dem Mag. Auge und ohne Zie... 
60 ARE1 OC170  Dieses Gerät wurde vom Stern 2 abgeleitet und an die Zwecke der Armee angepasst. Anstelle ... 
50 Lautsprecherchassis LE426   Rundes Breitband-Lautsprecherchassis ohne Hochtonkegel; Feldspule: 21.300 Wdg. ø 0,18 m... 
60 Juwel 3 Stereo [eckiges Gehäuse] ECC85  Stéréophonie uniquement par les entrées TA et TB avec l'ajout d'une ou deux enceintes a... 
61 Oberon-Stereo [UKW: OIRT] ECC85  Als Exportgerät in den ehem. Ostblock (RGW) mit UKW-Band nach OIRT-Norm (65,8 - 74 MHz)... 
50 Lautsprecherchassis LE425   Rundes Breitband-Lautsprecherchassis ohne Hochtonkegel; Chassis: Aluminiumblech, offen,... 
61 Oberon-Phono [modern + Automat. Plattenspieler] ECC85  Drehbare Ferritantenne, Klangregister, getr. H/T-Regler. Plattenautomat Ziphona A30-1 f... 
59/60 Stradivari 3 1142.008-00008 SP [OIRT, eckiges Gehäuse] ECC85  Chassis weitgehend identisch mit Stradivari 3 im eckigen, modernen Gehäuse, aber abweic... 
62 UKW - Mischteil (Tuner) 1131.053-01100 ECC85  UKW-Mischteil (Tuner) mit 2-fach Drehkondensator-Abstimmung. 
52 Phonosuper 7E81-F EF13  Siehe auch Stern-Radio Rochlitz 7E81/F ohne Phono-Laufwerk. Zwei gleiche el.-dyn- L... 
56/57 Beethoven II (2) [Export für Polen] ECC85  Polnische Beschriftung der Tasten. 
57–59 Juwel 2 [Gehäuse eckig, Tasten links] ECC85  Paralleltype zum Juwel 2, abgerundetes Gehäuse. 

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

1899 wurden die neugebauten Fabrikgebäude in der Elsenstraße in der Landgemeinde Treptow bezogen Heute Siemens-Standort Berlin-Alt-Treptow.tbn_dberlin_elsenstrasse_graetzgebaeude2005.jpg
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Forum contributions about this manufacturer/brand
Stern-Radio Rochlitz, VEB, RFT, (Ostd.) - vorm. Graetz AG
Threads: 4 | Posts: 8
Hits: 3115     Replies: 2
Stern - Radio ehem. Graetz
Egon Strampe
19.Oct.11
  1

Stern - Radio

Attachments

Wolfgang Eckardt
19.Oct.11
  2

Hallo Herr Strampe,

sicher wäre es gut, wenn Sie noch die Quelle dieser Nachricht exakt mit angeben würden.

Wolfgang Eckardt

Egon Strampe
19.Oct.11
  3

Hallo Herr Eckhard

Es steht in der Funk - Technik 17/47 S.5

Egon Strampe

 
Hits: 7653     Replies: 1
Lautsprecher aus Rochlitz
Jens Dehne
07.Feb.09
  1

In der jungen Radiofabrik in Lunzenau, dann Rochlitz, wurde schon bald nach dem Kriegsende 1945 damit begonnen, Radiogeräte zu produzieren. Werkzeug und technische Ausrüstung war noch aus den letzten Jahren des Graetz- Auslagerungsbetriebes (Graetz AG, Abteilung Rochlitz) an dieser Stelle vorhanden. Der ehemalige Eigentümer „Graetz“ wurde in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet und der Betrieb wurde schon 1947 zum VEB Stern Radio Rochlitz.

In der „Funk-Technik“ Nr.21 von 1947 kann man hierzu einen interessanten Bericht lesen.

In den ersten Jahren wurden im VEB Stern Radio Rochlitz die meisten Bauteile zur Radioproduktion selbst hergestellt, so auch die benötigten Lautsprecher.

Vermutlich wurden schon in den letzten Kriegsjahren Lautsprecher unter „Graetz“ in Lunzenau hergestellt.

Hier ein frühes Lautsprechermodell vom Typ LE 430, wohl bei „Stern Radio Rochlitz“ hergestellt. Der gusseiserne Topf um den Elektromagneten ist typisch für die ersten Lautsprecher aus der Produktion von „Stern Radio Rochlitz“.
 
Dieses frühe Lautsprechermodell hatte noch ein „Graetz-Logo“ und eine Graetz- typische 6-stellige Teilenummer.
 
 
Ein in vielen Rochlitzer Radiomodellen verbauter Lautsprecher ist das Modell vom Typ LE 425.

Diese Lautsprecherkombination von 2x LE425 wurde auch im Großsuper 7E81-C verbaut.
 

Auch hier der typische gusseiserne Topf für den Elektromagneten.
 
 
In der Saison 1951 / 1952 kamen Lautsprecher zum Einsatz, deren Hersteller ich bisher nicht nachweisen konnte. So bei diesem Modell vom Großsuper 9E91 (1 Lautsprecher Variante). Hier fehlt eine Typenbezeichnung auf dem Lautsprecher. Dieser Typ besitzt nur Schwingspule und Feldspule, keine zusätzliche Wicklung zur Brummkompensation.
 
 
 
Diese elektrodynamischen Lautsprecher (Metallchassis) aus der Saison 1953 / 1954, verbaut in den Supern der Serie 7E86 konnte ich ebenfalls keinem Hersteller zuordnen, da ich keinerlei Bezeichnung auf dem Lautsprecher finden konnte. Dieser Lautsprecher hat auf der Feldspule noch eine Zusatzwicklung zur Brummkompensation.

Später wurden dann Lautsprecher vom „Zulieferer“ verwendet, durch staatliche Planwirtschaft festgelegt und koordiniert spezialisierte sich der VEB Funkwerk Leipzig (im R-F-T Verbund) auch auf die Entwicklung und Herstellung von Lautsprechern für die Radioindustrie der DDR.

Frühe elektrodynamische Lautsprecher mit Bakelitchassis vom Typ L2253GB (6Ω / Feldspule BV 70550, 6550 Wdg. 0,28 CuL, 275Ω, 150 mA, + 21 Wdg. 0,8 CuL), aus dem VEB Funkwerk Leipzig, wurden im Großsuper 11E91 (Stradivari) eingesetzt.

Die ersten Modelle (11E91):

Dann der frühe 11E91 mit 2x El84:

Die ersten Lautsprecher mit Permanentmagneten (Bakelitchassis) für Rochlitzer Radios kamen auch aus dem VEB Funkwerk Leipzig. Hier der Typ L3550P für den 5E61-D.

 
Soweit zur bekannten Vorgeschichte. Hier in dieser Beitragsreihe möchte ich die Lautsprecher erfassen, welche in Rochlitz hergestellt wurden. Es umfasst den Zeitraum von etwa 1946 bis 1952. Wenn jemand hierzu weitere Informationen geben kann, sind diese hier sehr willkommen. Für Leser ohne „Schreibrechte“ bietet sich der Link „Mail an Autor“ an, Gäste können das „Kontaktformular“ nutzen.
 
Ich freue mich über weitere Details.
 
Jens Dehne

edit: Lautsprecherdaten des 11E91 ergänzt, danke an Florian Henkel für diese zusätzlichen Informationen!

Jens Dehne
22.Feb.10
  2

Hallo Radiofreunde,

nach gut einem Jahr ohne weitere Informationen vom „Publikum“ möchte ich meine erste Zusammenfassung aus dem „Talk“ wieder in die Öffentlichkeit und zur Firma verschieben.

Bei neuen Erkenntnissen bringe ich diese hier, jeder kann natürlich seine Informationen gern hier anfügen oder mich kontaktieren, um diese hier einzubringen. Ich freue mich schon sehr auf weitere Zuschriften – vielen Dank!

 
Hits: 2089     Replies: 0
UKW - Nachrüstgeräte aus Rochlitz ?
Jens Dehne
20.Oct.06
  1

Dieses Kapitel ist noch nicht ausreichend mit Informationen belegt. 

Daher suchen wir nach Belegen zu diesen Geräten, falls es diese Geräte tatsächlich gab. 

Einige reine AM- Rundfunkempfänger von Stern Radio Rochlitz waren hierzu seit etwa 1950 schon "UKW - vorbereitet". Das hieß grundsätzlich, eine Schalterstellung des Wellenschalters hatte die Bezeichnung UKW und ein elektrischer Anschluss für UKW- Einbau- oder Vorschaltgeräte war vorbereitet. Oft war auch ein Bereich auf der Skalenscheibe reserviert; üblich war hier zunächst eine lineare Einteilung. Bei einigen UKW - vorbereiteten Geräten wurde zum Anschluss des UKW-Gerätes ein NF-Eingang als entsprechende Einbaubuchse im Chassis platziert und über einen Rückwandausschnitt zugänglich. Analog des Tonabnehmers (TA) wurde diese Buchse bei Schalterstellung "UKW" über einen Kontakt des Wellenschalters mit dem NF-Verstärker des Radiogerätes verbunden. Die demodulierte NF des UKW-Nachrüstgerätes wurde über den NF-Zweig des Radios wiedergegeben. Das AM-Empfangsteil des Radiogerätes war zwar weiterhin eingeschaltet und empfangsbereit, allerdings vom NF-Verstärker getrennt (Umschalter auf UKW - NF-Eingang).

Hatte man bei Stern Radio Rochlitz je UKW- Einbauempfänger oder UKW- Vorsatzgeräte gebaut?

Gesagt wurde mir, dass zumindest daran entwickelt wurde, eventuell zusammen mit dem VEB Funkwerk Dresden. Dieses Gerät sollte 6E61 heißen.

Auch Verbindungen zum VEB Stern Radio Staßfurt sind denkbar, so wurde dort ein UKW-Vorsatzgerät mit der Bezeichnung 6E91 gebaut. Diesen 6E91 findet man in der Literatur auch dem VEB Stern Radio Rochlitz zugeordnet.

Ich freue mich also wie immer über alle Informationen zu diesem interessanten Thema !

Jens Dehne

 
Hits: 5282     Replies: 1
STERN-RADIO-ROCHLITZ
Mario Spitzer
13.Jun.06
  1

 


STERN-RADIO-ROCHLITZ  Entwicklungen und Perspektiven

via OCR aus Radio und Fernsehen 1959


In dem alten Städtchen Rochlitz mit seinen gotischen Kirchen und seinem Renaissanceschloß, in den letzten Ausläufern des Erzgebirges gelegen, schließt um 9 Uhr abends zum Schrecken des Ankömmlings aus Berlin das Hotel, dafür wird dieser um 5 Uhr früh durch ein Leben auf dem Marktplatz geweckt, von dem sich der "Alex" um diese frühe Zeit eine Scheibe abschneiden könnte! Rochlitz ist ein typisches deutsches Landstädtchen, in dem die Bauern der umliegenden Dörfer ihre Produkte zu Markt bringen und Industriewaren einkaufen und in dem eins der wichtigsten Werke der Rundfunkgeräteindustrie unserer Republik steht. "Juwel", "Stradivari", "Stern 1" und vorher "Paganini" und "Beethoven".

 

Diese Geräte haben den Namen "Stern-Radio Rochlitz" zu einem Begriff gemacht. Sucht man heute das Werk mit seinen rund 1500 Belegschaftsmitgliedern, mit seinen neuen Hallen und seinem modernen Bandtransport auf, fragt man sich unwillkürlich: wie hat das hier 1945 ausgesehen, wie hat es hier angefangen ?

 

Der heutige Stern-Radio Rochlitz ist aus einem Teilbetrieb der früheren Firma Graetz AG, Berlin, der Anfang 1944 nach Lunzenau/ Mulde verlagert wurde, hervorgegangen. Gleich nachdem der Ort Lunzenau durch die amerikanischen Truppen besetzt wurde, fanden sich etwa 182 Personen im Betrieb zusammen, die entschlossen waren, mit den vorhandenen Maschinen sowie den aus der Kriegsfertigung übrig gebliebenen Materialien eine neue Friedensfertigung aufzubauen. Da keine Produktionsunterlagen, Werkzeuge oder Vorrichtungen vorhanden waren und man nicht kostbares Material für überflüssige Artikel verschwenden wollte, wurden zunächst in aller Eile Konstruktionen fertig gestellt, für welche die Möglichkeit bestand, aus den vorhandenen Lagerbeständen eine Fertigung aufzuziehen. So wurden Tauchsieder, Wärmeplatten, Heizkissen und - Feuerzeuge hergestellt. Die damalige Belegschaft verrichtete etwa acht Wochen lang ihre Arbeit, obwohl die Konten für diesen Betriebsteil zunächst gesperrt waren. Man muss es den Arbeitern hoch anrechnen, dass sie nicht vor den Schwierigkeiten kapitulierten - ihre Arbeit aufnahmen, ohne zu wissen, wann der erste Lohn gezahlt werden konnte.

 

Unter Leitung des damaligen Direktors Rudolf Vogt und des Chefkonstrukteurs Dr. Frühauf, heute Nationalpreisträger und Professor an der TH Dresden, wurde im Kollektiv der Techniker und Ingenieure der erste Nachkriegsempfänger "L 56 W" entwickelt. Schon Ende Juni 1945 konnte mit der serienmäßigen Fertigung begonnen werden, wobei man die Röhre RV 12 P 2000 verwendete. Die gefertigten Geräte wurden später von den zuständigen Stellen der Sowjet-Armee geprüft und für so gut befunden, dass der Betrieb, wohl als einer der ersten, noch im Jahre 1945 zu Reparationslieferungen herangezogen wurde. So wurde der Grundstein für die nachfolgende Entwicklung des Rundfunkgerätebaues gelegt.

 

Zu der Sorge, eine neue Friedensfertigung aufzubauen, kam eine zweite, eine eigene Fabrikationsstätte zu schaffen. Die größte Unterstützung gaben die sowjetischen Wirtschaftsoffiziere beim

 

Finden einer neuen Produktionsstätte in dem 20 km entfernten Rochlitz. Eine früher der Kriegsfertigung dienende Halle der Mechanik GmbH wurde mietweise übernommen. Im Frühjahr 1946 erfolgte dann der Umzug mit einer Belegschaftsstärke von 268.

   


Immer wieder wurde von den Besitzern der Firma Graetz AG der Versuch unternommen, Einfluss auf den Betrieb zu bekommen und sogar Vermögensteile abzuziehen. Durch den Volksentscheid am 30. Juni 1946 in Sachsen wurde das Werk in die Hände des Volkes gelegt. Damit hatte der Betrieb endlich eine feste Basis. Parallel zur laufenden Fertigung der ersten Konstruktion wurde sofort die Herstellung eines neuen Empfängers vorgenommen. Es war wohl der erste dem technischen Stand der Vorkriegszeit entsprechende 6-Kreis-Super, der in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone nach Kriegsende gefertigt wurde. Der Betrieb, der bis Ende 1946 immer noch unter dem alten Namen Graetz AG bzw. Graetz Radio lief, hatte sich nunmehr zu einer leistungsfähigen anerkannten Rundfunkfabrik entwickelt, so dass man sich mit der Frage beschäftigte, die Fabrikate unter einem neuen Namen auf den Markt zu bringen.

 

Am 10. Mai 1947 wurde der Betrieb auf Vorschlag seiner Werktätigen in Stern-Radio Rochlitz umbenannt.

Der weitere Ausbau in Rochlitz und die Auflage größerer Serien ermöglichten es, die Belegschaft von rund 350 Beschäftigen im Jahre 1947 auf über 800 zu Beginn des ersten Fünfjahrplanes im Jahre 1951 zu erhöhen. Vorher war der Zweijahrplan der Jahre 1949/1950 mit 124% erfüllt worden. Im Zuge der Erweiterung der Produktion, vor allem zur Zusammenstellung von Baueinheiten und Montage von Einzelteilen, wurde die Errichtung eines Zweigwerkes in Geringswalde erforderlich. Die ständige Qualitätsverbesserung und die zahlreichen Entwicklungen neuer erfolgreicher Gerätetypen führten dazu, dass hohe Abschlüsse mit dem Ausland getätigt werden konnten, so dass der Bedarf des Binnenmarktes seinerzeit kaum gedeckt wurde. Darum musste im Jahre 1955 ein zweiter RFT-Betrieb zur Produktion der "Paganini"-Geräte hinzugezogen werden.

 

Mit den Empfängern "Juwel" und "Beethoven" hatte die Entwicklung eine gewisse, der derzeitigen Technik entsprechende Vollkommenheit erreicht. In den folgenden Jahren wurden dann die Geräte ,,Juwel 2", "Beethoven 2", "Stradivari 2" und "Stern 1" entwickelt und gefertigt.

 

Das Ansteigen der Produktion machte es erforderlich, innerhalb des Werkgeländes eine neue Produktionsstätte zu errichten. So wurde im Jahre 1957 mit dem Bau der neuen Halle begonnen, die nach modernen technologischen Gesichtspunkten eingerichtet ist. In dieser Halle befinden sich die Bänder für die Geräte "Stradivari", "Juwel" sowie "Stern 1". Diese Transportbänder sind besonders beachtenswert. Sie durchlaufen in einem Zuge von der Chassismontage über Prüffeld, Gehäusemontage, Endkontrolle, Poliererei bis zum Fertiglager die neue Werkhalle.

 

Zwischen den einzelnen Abteilungen musste man, um dem Gefahrenschutz zu entsprechen, Bandunterbrechungen einführen. Teilweise löste man dieses Problem, indem man das Band als "Transportbrücke" ausführte.




Große Aufmerksamkeit gilt seitens des Betriebes der Ausbildung von Nachwuchskräften. Bereits 1947 begann in einer Lehrecke die Ausbildung von Werkzeugmachern.

 

Ein Jahr später wurden die ersten Mechanikerlehrlinge eingestellt, die in der Betriebsberufsschule ihren fachtheoretischen und allgemein bildenden Unterricht erhielten. Diese wurde allerdings 1953 wegen Raummangel wieder aufgelöst. Die Entwicklung des Werkes bedingte aber eine größere Anzahl von Nachwuchskräften. So wurde 1949 eine frühere Reithalle zur Lehrwerkstatt ausgebaut. Im Laufe der nächsten Jahre entstanden hier vorbildlich eingerichtete Kabinette für die praktische Berufsausbildung. Von Jahr zu Jahr wurden mehr Jugendliche in den Lehrprozess überführt. Fortschrittliche und pädagogisch erfahrene Menschen stehen zur Verfügung, um den Erfolg der Ausbildung zu sichern.

 

Viel Mühe kostete auch der Aufbau und die Inbetriebnahme der ersten Küche. Unter der Leitung von Frau Tamm, heute Leiterin des Betriebsarchivs, entstanden bereits im Frühjahr 1947 die ersten Anfänge. In der Küche konnte, als dann der Befehl 234 der SMA vom Oktober 1947 herauskam, für die etwa 350 Mann starke Belegschaft ein der damaligen Zeit entsprechendes Essen bereitet werden. Bereits 1956 war die Küche soweit erweitert, dass rund 1000 Essen täglich ausgegeben werden konnten. Heute sind es 1200 Essen täglich bei einem Preis von -,60 DM. Wie wir uns selbst überzeugen konnten, gibt es ein ausreichendes, schmackhaftes und abwechslungsreiches Essen.

 

Nicht vergessen darf man die vorbildliche Betreuung der Kinder der Werkangehörigen. Im Jahre 1950 wurden die ersten bescheidenen Anfänge zur Gründung eines Kindergartens gemacht. Etwa 25 Kinder wurden hier untergebracht. Heute sind es bereits 170, wovon sich im Hort 85 befinden. Die Schulpflichtigen werden nachmittags in den entsprechenden Gruppenräumen zusammengefasst und bei den Schularbeiten beaufsichtigt. Neben den freundlichen Aufenthaltsräumen gibt es außerdem zwei Duschräume.

 

Daneben gibt es eine Betriebssanitätsstelle, die etwa seit dem Bestehen des Betriebes in Rochlitz existiert. Zur Zeit befinden sich dort ständig zwei Schwestern, die außer den täglichen Arztsprechstunden die Werkangehörigen betreuen. So finden u. a. einmal wöchentlich Reihenuntersuchungen sowie Betriebsbegehungen statt. Obwohl die Schwestern lediglich Erste Hilfe zu leisten hätten, führen sie, um dem Betrieb Arbeitsausfälle zu ersparen, alle Arten von Bestrahlungen durch und machen daneben auch, falls notwendig, die erforderlichen Blutuntersuchungen usw.

 

Auch in Rochlitz gibt es ein ernsthaftes Wohnraumproblem. Aus diesem Grunde erfolgte im Jahre 1955 auf Anregung einiger Kollegen und mit tatkräftiger Unterstützung des Betriebes die Gründung einer Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft. Sie steht unter der Rechtsträgerschaft des Betriebes und führt den Namen "Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft Stern-Radio Rochlitz".

 

Die Genossenschaft nahm sofort mit großer Intensität ihre Arbeit auf und baute bis Juni 1959 mehrere große Wohnblocks unweit des Bahnhofs Rochlitz auf. Bisher konnten 69 Wohnungen verschiedener Größenordnungen davon 2/3 von Betriebsangehörigen, bezogen.

 

Reparaturplatz am Band Stern 1. Im Werk werden chinesische Studenten der TH Dresden, die hier ihr Praktikum durchführen, mit allen vorkommenden Arbeiten vertraut gemacht.

Zur Endkontrolle werden die Geräte in entsprechend eingerichteten Kabinen nochmals auf ihre Funktions-fähigkeit überprüft.
 

Unterweisung der Lehrlinge des zweiten Lehrjahres durch Meister Guilke. Anfertigen eines 50-W-Verstärkers.
 



 - wird fortgesetzt......


Mario Spitzer via OCR für

 

Uwe Ronneberger
30.Sep.12
  2

Meldungen aus Elektro- und Radiowirtschaft (Funktechnik Nr.17/1947)

Sowjetische Zone

Stern-Radio
Die Firma Graetz AG, Abt.Rochlitz, landeseigener Betrieb, wurde anläßlich des zweijährigen Bestehens im Rahmen einer Betriebsfeier in Anwesenheit des Herrn Wirtschaftsminister Selbmann in Stern-Radio umbenannt. Der Firma wurde der Betrieb der Mechanik G.m.b.H.Rochlitz, der ebenfalls landeseigen geworden ist, einschließlich der Betriebsgebäude und dem dazugehörigen Gelände übergeben.

 
Stern-Radio Rochlitz, VEB, RFT, (Ostd.) - vorm. Graetz AG
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