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History of the manufacturer  

AEG (Radios) Allg.Elektricitäts-Ges.

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Name: AEG (Radios) Allg.Elektricitäts-Ges.    (D)  
Abbreviation: aeg
Products: Model types Others Tube manufacturer
Summary:

AEG fabrizierte Radios nur als Zusatzprodukt, gilt aber auch als eine der grossen Radiohersteller Deutschlands.

1883: Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität;
1887: Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG), Berlin-Treptow. Nachkriegsproduktionen in Berlin (auch Entwicklung), Kiel und Backnang, Nähe Stuttgart.
1986: Daimler-Benz übernimmt die Firma und löst sie 1996 auf.

Founded: 1883
Closed: 1996
Production: 1924 - 1963
History:

Aus Radiokatalog Band 1:

1881 erwirbt Emil Rathenau Patentrechte von Edison für Deutschland und gründet 1883 die Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität. Ab 1887 heisst das Firmenkürzel AEG. 1898 holt Rathenau den Forscher Georg Graf von Arco in das Kabelwerk Oberspree (System Slaby-Arco), um die Funkversuche von Prof. Adolf Slaby weiterzutreiben und zu kommerzialisieren. Slaby hatte die Versuche Marconis mitverfolgt und wissenschaftlich erforscht; Graf von Arco war Assistent von Slaby. Ein Kon-kurrentenpaar bildeten Prof. Braun mit Siemens (siehe unter Telefunken).

Produktionsorte von AEG: Rathenau lässt 1900 im AEG-Kabelwerk Oberspree (KWO) eine Automobil-Fabrikation einrichten. Die Tochterfirma heisst ab 1915 Nationale Automobil-Gesellschaft (NAG) und ist zu der Zeit die grösste Automobilfabrik in Berlin. Die Konstruktion Klingenberg steht im Museum für Verkehr und Technik, Berlin, jetzt Deutsches Technikmuseum genannt.

Im gleichen Gebäudekomplex entstehen auch Fernmeldeapparate (FAO) und die Lieben-Röhre. Diese geht ab März 1912 in Serienproduktion. 1912 fertigt AEG z.B. die Nr. 152 (Sammlung Erb). AEG stellt ihrer Tochter Telefunken ab 1933 im NAG-Gebäude Räume für Grosssenderbau, Fernsehprototypen etc. zur Verfügung. Für industrielle und militärische Produktion gliedert man 1938 im NAG-Gebäude die Röhrenfabrik Oberspree (RFO) ein.

Die frühe Entwicklung von Tonbandgeräten steht ganz im Zeichen von AEG (KWO) und ist in [1-194] näher beschrieben. 1934 entwickelt AEG das unbefriedigende Mod. K1. Modelle mit Ringkopf präsentiert AEG 1935 an der Berliner Funkausstellung. Ab 1937 verwenden in Deutschland auch Studios zunehmend das AEG-Magnetophon.

Als Besitzerinnen der marktbeherrschenden Telefunken fabrizieren AEG und Siemens die Telefunken-Rundfunkempfänger, wobei Siemens deutlich mehr eigene Geräte vermarktet als AEG. Das Verhältnis liegt 1933 bei 2,4% (AEG) zu 6,8% (S&H) zu 17,4% (Telefunken). Das «Trio» hält von 1926 bis 1935 durchschnittlich ein Viertel des Gesamtmarktes in Deutschland - im Spitzenjahr 1928 sogar 36,6% [503]. Die 1930/31 durch AEG übernommene Aktienmehrheit an Sachsenwerk Licht und Kraft mit deren Radioproduktion ist hier nicht eingerechnet. Die Anteile von Siemens an Telefunken gehen 1941 in den Besitz von AEG über.

Im Westen produziert AEG ab 1947 Radios. 1949 entwickelt sie in Berlin [RM4910]. Produktionsorte sind Berlin, Kiel, Backnang und Nähe Stuttgart. Im Katalog 1963 (VDRG) gibt es unter den Reisegeräten die Rubrik AEG, doch ausser einem Modell handelt es sich um mit Telefunken beschriftete Geräte.

Der Katalog 1964 führt auch bei den Tischgeräten unter AEG die Marke Telefunken und unter Telefunken sind die gleichen Geräte unter anderem Modellnamen mit gleicher Modellnummer geführt. Z.T. handelt es sich ab jetzt um Steuergeräte oder Tuner für das Büchergestell; Lautsprecher und z.T. auch NF-Verstärker sind separat, wie zu den Anfangszeiten des Rundfunks. Zudem halten Transistoren Einzug in diese Geräte.

Später vermeidet AEG Doppelbelegungen mit der Rubrik AEG-Telefunken (bis 1971/72). Dennoch: Es sind nur Telefunken-Rundfunkempfänger zu finden. Bei den Tischradios heisst es schon 1966: «Das Angebot der AEG-Vertriebsorganisation enthält nur noch Telefunken-Geräte». Nur die Tonbandgeräte führen noch den Namenszug AEG. Etwa zur selben Zeit erleidet AEG grosse Verluste und integriert 1966 die Tochter Telefunken ins Unternehmen. Ab 1972 vermarktet AEG auch Koffer- und Taschenempfänger nur noch unter Telefunken. 1983/84 kauft der französische Konzern Thomson-Brandt den Telefunken-Teil von AEG.

1986/87 übernimmt Daimler-Benz das Unternehmen AEG, um es vor dem Konkurs zu retten. 1996 integriert Daimler-Benz auch den Kern von AEG; es besteht nur noch der Markenname. Vor der Auflösung bzw. Aufteilung beschäftigte AEG ca. 50'000 Personen.

AEG in Ostdeutschland:

Die AEG-Apparatewerke Treptow (AT) beginnen als EAW Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow ab 1945 u.a. wieder Radios zu produzieren. Vermutlich ist der als AT bezeichnete DKE das erste Seriengerät, später zum AT216GW gewandelt. Mit dem Befehl der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) vom 21. Mai 1946 gelangt das Unternehmen - wie 65 andere - unter sowjetische Betriebsleitung und erhält ab 21.10.46 den Status einer SAG (Sowjetische Aktiengesellschaft). Die Firma heisst nun Elektro-Apparate-Werke (EAW) Treptow J.W. Stalin. Obwohl die EAW am 31.12.53 als VEB in das Eigentum der DDR gelangt, behält sie den Zusatz «J.W. Stalin» bis Ende der 50er Jahre bei.

Die Radioproduktion hält EAW gemäss Dr. H. Börner bis 1958/59 aufrecht. AEG hat diesen Komplex 1926/27 als eine Zusammenfassung mehrerer in Berlin dezentral gelegener AEG-Betriebe erbaut und u.a. auf den Fertigungsbändern der Radiofabrik (Raf) die Hausmarke sowie Geräte für Telefunken (z.B. T4, T9, T40) und Siemens hergestellt [DRM/AV 1992]. Oft waren es chassisgleiche Ausführungen wie AEG 77WK und Telefunken 776WK von 1937.

Auch das Röhrenwerk der AEG liegt im Ostteil von Berlin. Daraus entwickelt sich die Gesellschaft Laboratorium, Konstruktions- und Versuchswerk Oberspree (LKVO). Sie zählt 1946 ca. 2000 Beschäftigte. Im Herbst 1946 entsteht daraus das Oberspreewerk (OSW). Die FAO heisst nun Nachrichtentechnische Entwicklung und Fabrikation (NEF). Im Sommer 1946 fasst man die Werke LKVO/OSW und NEF als «Sowjetische Aktiengesellschaft» (SAG) zusammen. Unter SAG laufen Betriebe im Eigentum der sowjetischen Besatzung. Während kurzer Zeit heisst ein Werk bis zur Entlassung in den Status des «Volkseigenen Betriebes» (VEB) auch Werk für Fernmeldewesen (FW, ab 1.5.52 VEB). Nach Ausgliederung gewisser Fertigungen nennt sich die verbleibende Gesellschaft ab 1960 VEB Werk für Fernsehelektronik. Ca. 1990 firmiert dieser Teil zum Werk für Fernsehelektronik GmbH in Berlin-Oberschöneweide. Das Zweigwerk «Friedrichshain» erhält 1952 den Namen VEB-Messelektronik.

Unmittelbar nach Kriegsende aktiviert man in der russ. Besatzungszone (RBZ) den AEG-Zweigbetrieb Köppelsdorf und produziert Radios (3/45GW). Ab 1. Mai 1952 erhält dieser Teil den Namen VEB Stern-Radio Sonneberg. Diese Betriebseinheit produziert Radios bis 1989/90 (Wende).


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
05 Uhrenradio MRC 4103    
54 3084WU ECC85  Drehbare Ferritantenne für MW/LW. Regelbare Bandbreite. Getrennte Höhen- und Tie... 
14 Bluetooth Stereo Music System MC 4416CD/MP3   Gerät ist ein Bluetooth Stereo Music System, hat ein CD-Laufwerk Compact disc Digital Audi... 
14 Speaker   Impedance; 4 Ω,  Output Power (max) 5 W 
66 Optimator   R-C-Dekade 
86 Optimator 3   R-C-Dekade 
05 Autoradio CS FMP400   Wellenbereich nur UKW. USB-Anschluß. 
11 FM/AM/LW Radio TR 4131 CD2003GP   
37 Wechselrichter WR37   Wechselrichter mit Pendel-Unterbrecher, Transformator und Siebkette 
34 Gleichstrom-Präzisions-Vielfachmesser je 5 Strom und Spannungsmessbereiche   Strom- und Spannungs- Vielfachmessgerät für Gleichstrom im Bakelit/Metall Gehäuse für den ... 
48 Standard-Super 6/48WK [Holz] ECH4  Siehe auch AEG Standard-Super 6/48WK im Bakelitgehäuse und Telefunken 8H64WK. Autotrafo... 
24 Isolationsmesser und Gleichspannungsmesser 20 MOhm / 250 Volt -   Isolationsmesser und Gleichspannungsmesser im Holzgehäuse für den Servicebereich. Durch Ku... 

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

aus dem Illustrierten Beobachter Jan. 1934tbn_d_aeg_34_werbung.jpg
tbn_aeg.jpg
Rundfunkjahrbuch 1929tbn_d_aeg_1929_rjadv.jpg
Schaltplansammlung der Geräte Baujahr 1939/40tbn_aeg_heft.jpg
Logo auf VE 301 Dyntbn_d_aeg_301dyn_logo.jpg
Werbungtbn_d_aeg_nach_der_arbeit.jpg
Werbung in der Zeitschrift "das Elektron" Heft 11, 1959tbn_a_aeg_austria_werbung_1959.jpg
Programm 1933/1934tbn_aeg193334.jpg
Werbung in der Funk-Technik 1953 / Heft 8tbn_d_aeg_werbung_1953.jpg
Funk-Technik 1953 / Heft 17tbn_d_aeg_werbung_1953_1.jpg
Werbung in der Zeitschrift Funk-Technik 6/1965tbn_d_aeg_werbung_1965.jpg
Ganzseitige Annonce im Merian - Heft 8 / XXII ( " Ulm ") vom August 1969.tbn_d_aegtelefunken_annonce.jpg

Forum contributions about this manufacturer/brand
AEG (Radios) Allg.Elektricitäts-Ges.
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  Fertigung und Prüfung der AEG Rundfunkgeräte (1935)
Georg Richter
29.May.14
 
  1

Aus "Hilfsbuch für den Funkhändler" (undatiert, jedoch mit "Nachtrag 1935"), S.69-72:


Fertigung und Prüfung der AEG Rundfunkgeräte

Zu Beginn des Gerätebaues wurden verhältnismäßig kleine Mengen an einfachen Empfängern in Werkstattarbeit hergestellt. Infolge des nicht einfachen Aufbaues der neuzeitlichen Empfänger und durch die großen Auflagen hat die Fertigung im Laufe der Zeit wesentliche Änderungen erfahren. Die Herstellung der Empfänger wird hauptsächlich auf Wandertischen vorgenommen, wobei der Wandertisch nicht als Zeichen übertriebener Rationalisierung zu werten ist, sondern nur die Aufgabe erfüllt, die räumliche Zusammenfassung der vielen Arbeitsvorgänge auf beschränktem Platz zu ermöglichen und die Beförderung der zahlreichen Teile und Geräte von Platz zu Platz zu übernehmen. Während die einfach gestalteten Empfänger mehr oder weniger in einer einzigen Arbeitsfolge auf einem Wandertisch zusammengebaut wurden, kommt bei der Fertigung neuzeitlicher Empfänger (Superhet-, Mehrkreis-Geradeausschaltung) eine in Zusammenbaugruppen gegliederte Fertigungsweise zur Anwendung, die mit folgenden Stichworten zu kennzeichnen ist:

Einzelteil-Herstellung — Prüfung — Sammellager — Gruppenzusammenbau — Gruppenprüfung — Zwischenlager — Chassiszusammenbau — Chassisprüfung — Einbau — Endprüfung — Verpackung und Versand.

Wie aus Bild 110 ersichtlich, greift in notwendiger Anpassung an den Fertigungsvorgang das Prüffeld tief in die Herstellung hinein; denn schon während der Fertigung müssen die vielen Einzelteile teils einzeln, teils in Gruppen vereinigt, immer wieder durch Messungen auf die Sollwerte ihrer mechanischen und elektrischen Eigenschaften überprüft werden, damit ein in jeder Hinsicht einwandfreies Erzeugnis erzielt wird. Hieraus ergeben sich für das neuzeitliche Prüffeld vier deutlich unterscheidbare Phasen:

Einzelteilprüfung — Gruppenprüfung — Chassisprüfung — Geräte-Endprüfung.

Ein wichtiger Bauteil des Empfängers ist der Drehkondensator, besonders der Mehrfachkondensator. Von seiner Frequenzgenauigkeit und vom Gleichlauf der Kondensatoren hängt die Trennschärfe des Gerätes und damit vielfach der praktische Gebrauchswert ab. In sinnreichen Vorrichtungen werden die einzelnen Rotor- und Statorpakete zusammengesetzt und mit den zugehörigen Abgleichkondensatoren in das Gehäuse eingebaut. Der fertige Kondensator wandert dann zur Prüfung.

Während sich die mechanische Prüfung auf die Lagerung des Rotors bzw. den Festsitz der Platten und die Festigkeit und Lehrenhaltigkeit der Drehkondensatorwanne erstreckt, wird in dem elektrischen Teil die Kapazität des Prüflings in mehreren Stellungen mit der eines geeichten Normalkondensators verglichen und auf seinen jeweiligen Sollwert durch Nachbiegen der geschlitzten Platten eingestellt. Prüfung auf Durchschlagfestigkeit mit Hochspannung schließt sich an. Die übrigen Einzelteile des Gerätes, wie Spulen, Umspanner, Drosseln usw., werden ebenfalls nach ihrer Herstellung sofort geprüft. Verschiedene Einzelteile werden in der Zusammenbaugruppe zu Aufbau-Elementen, z.B. Bandfilter, Oszillator, zusammengefaßt und wiederum geprüft, und zwar stets unter genauester Beücksichtigung der Verhältnisse, wie sie später nach vollständigem Zusammenbau des Chassis vorliegen. So wird z.B. schon in diesem Zeitpunkt der Fertigung die Bandfilterfrequenz eingestellt (Bild 112).

Der eigentliche Zusammenbau des Empfänger-Chassis besteht jetzt nur noch im mechanischen Zusammenfügen der vorgeprüften Aufbauteile auf der Grundplatte und in deren richtiger Schaltung. Die Verbindungsleitungen sind vorher in einer besonderen Werkstatt zugeschnitten, an den Enden abisoliert und ihrer Lage im Gerät entsprechend vorgebogen. Schon im Zuge der Chassis-Herstellung setzen die Prüfungen ein, die früher erst nach vollständiger Fertigstellung des Gerätes vorgenommen wurden, wodurch Mängel schon erkannt und beseitigt werden können, bevor der Empfänger einen Fertigungszustand erreicht hat, der eine nochmalige Zerlegung zur Mängelbeseitigung erforderlich machen würde. Der letzte Arbeitsgang dieser wichtigen Prüfstelle (Bild 113) ist

Einstellen und Abgleich der Schwingkreise mit Hilfe einzelner Meßsender (Bild 114).

Wie aus Bild 113 ersichtlich, sind die nachstehend beschriebenen Meßsender auf die einzelnen Arbeitsplätze der in den Prüfgang eingeschalteten Prüfer verteilt. Die fertiggestellten Empfänger-Chassis werden zusammen mit den Lautsprecherchassis, die an einem parallel zum Empfängerbau laufenden Wandertisch fertiggestellt und mehrfach vorgeprüft worden sind, auf dem Empfänger-Wandertisch in das Gehäuse eingebaut.

Die Schlußprüfung (Bild 115) erstreckt sich auf die Erfüllung aller VDE-Vorschriften sowie auf eine nochmalige Gesamtdurchmessung des Empfängers, unter besonderer Berücksichtigung der Empfindlichkeit und Eichung. Die fertiggestellten Empfänger nimmt ein Förderband auf und bringt sie über den Packraum in das Versandlager.

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Empfänger-Prüfeinrichtung der AEG-Instandsetzungswerkstätten
Georg Richter
19.Jun.14
  1

Aus "Hilfsbuch für den Funkhändler" (undatiert, jedoch mit "Nachtrag 1935"), S.73-75:


Empfänger-Prüfeinrichtung der AEG-Instandsetzungswerkstätten.

Eine Reihe bewährter Fabrik-Prüfgeräte, die besonders einfach in der Handhabung sind und mit denen praktisch sämtliche an Rundfunkgeräten vorkommenden Störungen einwandfrei ermittelt werden können, hat die AEG in einer Prüfeinrichtung für Rundfunkgeräte zusammengestellt. Diese besteht aus einem Meßsender, einem Röhrenprüfgerät, einem Universal-Prüfpult und einer Prüfeinrichtung für Lautsprecher. Der Meßsender (Bilder 116 und 117) ist zur Abstimmung und Einstellung der Schwingkreise und Bandfilter sowie zur Eichung des Rundfunkgerätes und Feststellung der Empfangsempfindlichkeit erforderlich. Er besteht aus zwei Teilen, dem Unterteil, in dem der eigentliche Sender, d.h. Hochfrequenzerzeuger (Oszillator) mit angeschaltetem Verstärker, der Modulator sowie der Netzanschlußteil (Netzumspanner und Gleichrichter) untergebracht sind, und dem Oberteil mit Energie-Stufenschalter und Meßeinrichtung.

Die Wellenlänge des Senders ist im Bereich von 200...2000 m (1500...150 kHz) stetig veränderlich; die Einstellung auf die gewünschte Wellenlänge erfolgt an Hand der jedem Sender beigegebenen Eichkurve. Die regelbare Größe der von ihm gelieferten Spannung wird von einem im Oberteil eingebauten Meßgerät angezeigt und dem zu prüfenden Empfänger über ein Spezialkabel zugeführt.

Mit dem Röhrenprüfgerät (Bild 118) können sämtliche gängigen Empfängerröhren auf ihre Sollwerte hin untersucht werden. Die Sollwerte sind in Tafeln zusammengestellt, die dem Röhrenprüfgerät beigegeben werden. Das Gerät ist für Anschluß an Wechselstrom eingerichtet.

Das Universal-Meßpult (Bild 119) vereinigt alle Geräte, die erforderlich sind, um die Einzelteile eines Empfängers, wie Spulen, Widerstände, Kondensatoren und Leitungen, zu messen bzw. zu prüfen und um sämtliche Spannungen und Ströme eines in Betrieb befindlichen Empfängers feststellen zu können. Es kann an Wechsel- und an Gleichstrom angeschlossen werden.

Zu der Lautsprecher-Prüfeinrichtung gehören: ein Normallautsprecher, ein elektrisches Laufwerk zur Schallplatten-Wiedergabe, ein Universalumschalter und ein Niederfrequenzverstärker. Die Prüfung beruht auf dem subjektiven Vergleich   zwischen dem Normallautsprecher und dem Prüfling. Mit einer besonderen Frequenzplatte kann außerdem der gesamte Tonumfang des Lautsprechers durchgeheult werden.

Alle deutschen AEG-Büros verfügen über besteingerichtete, mit den beschriebenen Prüfgeräten ausgerüstete Instandsetzungswerkstätten fürRundfunkgeräte (Bild 120) und über gut ausgebildete Techniker, die auch in der Lage sind, den Händler in schwierigen Fällen oder in sonstigen Fachfragen zu beraten.

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AEG: Entwicklung der AEG-Rundfunkgeräte
Wolfgang Eckardt
17.Aug.10
  1

In den AEG-Mitteilungen Heft 8/1932 wird die "Entwicklung von AEG-Rundfunkgeräten“ der Baujahre 1924 bis 1929 ausführlich vorgestellt. Ich möchte den Artikel hier als OCR-Scan im Original-Wortlaut mit eingearbeiteten Bildern vorstellen.

Die Modelle des "AEG-Rundfunkprogramm 1932/33" werden hier vorgestellt.

 


 

Entwicklung der AEG-Rundfunkgeräte
Von Professor Dr. W. Burstyn, Berlin.
 
Die wichtigsten Entwicklungsphasen auf dem Gebiet des Empfänger- und Lautsprecherbaues seit 1924 bis 1929 werden an bekannten AEG-Konstruktionen gezeigt. Eine Anzahl von Empfänger- und Lautsprechertypen, die als Marksteine auf dem Wege vom Detektorgerät bis zum Standard-Fernempfänger mit Hochleistungslautsprecher gelten, werden beschrieben und in historischer Folge auch bildlich dargestellt.
 
Rundfunkgeräte mit ihren beträchtlichen Einzelwerten und der in Frage kommenden großen Kundenzahl sind - so sollte man annehmen - für die Massenherstellung, die gerade die Großindustrie vor beachtenswerte und reizvolle Aufgaben stellt, in besonderem Maße geeignet. Anderseits veraltet wohl kein anderes elektrotechnisches Erzeugnis so schnell, wie es beim Rundfunkgerät der Fall ist. Wenn die mühevolle Entwicklung und Erprobung im Laboratorium, die Zeichnungen im Konstruktionsbüro und die Vorarbeiten zur Massenfabrikation eines Gerätetyps abgeschlossen sind, können sie bald darauf schon durch einen neuen wirklich oder angeblich besseren Typ überholt sein.
So war es bis vor einigen Jahren. Seither ist eine ruhigere Entwicklung eingetreten, und umwälzende Neuerungen sind aller Voraussicht nach beim Rundfunkempfänger vorläufig ebensowenig zu erwarten wie seit 15 Jahren beim Kraftwagen.
Wenn die AEG sich dem Rundfunkgebiet schon vom Beginn der Entwicklung dieses neuen Zweiges der Elektrotechnik zugewandt hat, tat sie es gewiss nicht in der Annahme, sofort ein großes Geschäft zu erzielen, sondern in der Erwartung, dass sich im Laufe der Zeit die Vorbedingungen für eine Massenfertigung erfüllen würden. Während dieser Zeit der Entwicklung ist die AEG mehrfach mit wesentlichen Neuerungen vorangegangen.
 
Seit Jahren baut die AEG nunmehr Rundfunkgeräte und hält in diesem Jahre mit einer geschichtlichen Ausstellung eine Rückschau auf diese Entwicklungszeit. Der Anregung, als unparteiischer Beobachter die Stufen dieser Entwicklung zu schildern, komme ich hiermit gerne nach.
 
 
Auf der 1. Großen Deutschen Funkausstellung Ende 1924 waren noch Detektor und Kopfhörer vorherrschend. Das Detektorgerät DT der AEG (Bild 1) hatte Pultform und eine durch zwei zehnstufige Schalter grob und fein regelbare Abstimmspule, wodurch der - damals noch teure - Drehkondensator erspart wurde. Dazu gab es einen zweistufigen Niederfrequenz-Verstärker DV (Bild 1) in gleichem Gehäuse und einen elektromagnetischen Hornlautsprecher. Es zeigte sich hier schon das Bestreben, den Rundfunkempfänger aus einem in allen Teilen offenen Spielzeug zu einem geschlossenen Gebrauchsgegenstand zu machen.
 
 
Noch vorher war das „A"-Gerät entstanden (Bild 2, links), ein Audion in Holzkasten mit einer Sparröhre (RE 78), zu deren Heizung eine Trockenbatterie (Bild 2, rechts) genügte. Nach dem „Baukasten"-Patent konnte auf der einen Seite ein zweistufiger Niederfrequenzverstärker (Bild 2, Mitte), auf der anderen Seite ein zweistufiger Hochfrequenzverstärker, beide in Gehäusen gleichen Querschnittes wie das Audion, mechanisch und elektrisch angelegt werden. Der Gedanke war dabei der gleiche wie beim „wachsenden Haus“: Der Käufer sollte sich erst das Audion und dann, seinen gesteigerten Bedürfnissen entsprechend, die anderen Teile zulegen. [heute sagen wir „D-Zug“ dazu. W.E.]
Das Audion war mit Rückkopplung versehen. Aber für die Rückkopplung war nicht etwa ein Einstellknopf vorhanden, sondern ihre Drehspule war zwangläufig  durch einen Exentermechanismus derart mit dem Abstimmkondensator verbunden, dass die Rückkopplung nicht bis zum Schwingen getrieben werden konnte. (Eine große Tageszeitung hat es mir damals übel vermerkt, dass ich vor einem Radio-Amateurverein, dem auch junge Bastler angehörten, von Rückkopplung sprach; so ungefähr, als hätte ich mich vor Kindern über sexuelle Fragen ausgelassen.)
 
Dem Bedürfnis, ohne überziehbare Rückkopplung die Entdämpfung der Empfangskreise und damit die Empfindlichkeit auf das Äußerste zu treiben, entsprang die sogenannte Neutrodyn-Schaltung , die in Amerika erfunden wurde. Einen Neutrodyn-Empfänger B brachte die AEG 1925 auf den Markt.
 
Er hatte fünf Röhren, davon zwei für Hochfrequenz, und drei Schwingungskreise. Ihre Spulen waren durch Schrägstellen, nicht durch Abschirmung, voneinander entkoppelt Die drei Drehkondensatoren mussten einzeln eingestellt werden, eine mühselige Arbeit, die durch Beigabe einer Abstimmtafel erleichtert wurde. Bemerkenswert war eine zweistufige Lautstärkereglung, bestehend aus Stabwiderständen, die der Gitterspule des ersten Niederfrequenzverstärkers mittels eines Drehschalters parallel gelegt werden konnten. Dieser Empfänger wurde in zwei Ausführungen, Bg (Bild 3, links) und Be (Bild 3, rechts) geliefert, von denen der zweite einen als Sockel untersetzten Holzkasten mit Trockenbatterien für Heiz- und Anodenstrom hatte.
Bis dahin war der Rundfunk auf das kurze Wellenbereich von 200 bis 600 m beschränkt gewesen. [etwa der heutigen Mittelwelle entsprechend. W.E.]
 
Als 1926 diese Grenze fiel, wurde das eben beschriebene Neutrodyn-Gerät umgebaut und unter dem Namen „Geadyn" auch für lange Wellen von 700 bis 2000 m eingerichtet. Zu jedem Bereich gehörte ein besonderer Spulenkasten, der je drei mit Kupferblech einzeln abgeschirmte Spulen enthielt. Wollte man von einem zum anderen Wellenbereich übergehen, musste man den einen Spulensatz herausheben und den anderen einsetzen. Dieses Gerät war bereits mit einer richtigen bedienbaren Rückkopplung ausgerüstet, da die Reichspost das bis dahin bestehende Verbot inzwischen aufgehoben hatte.
 
 
Zugleich waren auch Netzanschlussgeräte entwickelt worden, NHZ  für die Heizung (Bild 4, links), NAD [>>NW, Widerspruch ??; W.E.]  für den Anodenstrom (Bild 4, rechts), deren Siebketten für die Beruhigung der Ströme nach heutigen Begriffen überbemessen waren; auch Wasserstoffwiderstand und Glimmröhre zur genauen Konstanthaltung des Heizstromes bzw. der Anodenspannung fallen heute fort.
 
 
1927 brachte die AEG auf Grund der neuen indirekt geheizten Röhren den ersten Rundfunkempfänger mit vollem Netzanschluss für Wechselstrom, „Geatron 1 (Bild 5, links) heraus, ein Dreiröhren-Gerät mit Audion im Eingang und zwei widerstandsgekoppelten Niederfrequenz-Verstärkerstufen. Der Erfolg dieses Gerätes entschied den Sieg des Netzempfängers. „Geatron 1“ war nur für den kurzen Wellenbereich eingerichtet - für lange Wellen musste man einen besonderen Spulenkoppler (Bild 5, Mitte) aufstecken. Dieses Gerät wurde bald durch das vollkommenere „Geatron 2“ (Bild 5, rechts) ersetzt, das zwei eingebaute Spulensätze besaß, wie sie heute allgemein üblich sind. Der VDE-Vorschrift, nach der das geöffnete Gerät aus Sicherheitsgründen stromlos sein musste, wurde in einfacher und vorbildlicher Weise genügt, indem die am Lichtkabel hängende Steckdose durch ein Loch des Blechgehäuses gesteckt werden musste und so dessen Abheben verhinderte.
 
 
Im Jahre 1928 wurde das „Geatron 3“ (Bild 6, links) mit einigen baulichen Ver-besserungen herausgebracht. Es hatte Pultform und konnte sowohl für Gleich- als auch für Wechselstromnetze geliefert werden; ferner war es mit einem Anschluss für Schallplatten-Tonabnehmer versehen.
Diese Merkmale wies auch das viel leistungsfähigere „Geadem“ (Bild 6, rechts) auf, ein Vierröhren-Gerät, bei dem 1929 erstmalig eine indirekt geheizte Hochfrequenz-Verstärkerröhre mit Schirmgitter verwendet wurde. [die RENS 1204. W.E.]
Es ist ein ausgezeichneter Fernempfänger, während das „Geatron“ nur als Orts- und Bezirksempfänger anzusprechen ist. Die beiden Abstimmkreise hatten gekoppelte Drehkondensatoren, deren einer durch Verstellung des Stators nachgestellt werden konnte. Eine richtige Einknopfbedienung war das noch nicht, kam aber diesem Ideal schon ziemlich nahe.
Die Erhöhung der Zahl und Stärke der Rundfunksender, ferner das Verlangen nach bequemster Bedienung der Empfangsgeräte haben in den letzten Jahren dem Bau der Rundfunkgeräte die Richtung gewiesen. Was die AEG unternommen hat, sich diesen Ansprüchen anzupassen, die noch durch die Forderung billigen Preises und gefälligen Aussehens verschärft werden, zeigen die neuesten Modelle der diesjährigen Funkausstellung, über die in den nächsten Aufsätzen dieses Heftes berichtet wird. [siehe hier. W.E.]
 
 
Auch auf dem Gebiete des Lautsprecherbaues ist die AEG wiederholt hervorgetreten, oft sogar richtunggebend gewesen. Von den früheren Lautsprecher-Konstruktionen, die zurzeit ihres Erscheinens als wesentliche technische Fortschritte anerkannt wurden, seien nur erwähnt der erste elektromagnetische Holztrichter-Lautsprecher mit Spezialtonführung (Bild 7) aus dem Jahre 1925 und der erste elektrodynamische Rice-Kellogg-Lautsprecher  [hier in Post 3, W.E.]  für den Heimgebrauch (Bild 8) aus dem Jahre 1927. Das Jahr 1929 brachte mit „Gealion 1“ (Bild 9) die Veredelung des elektromagnetischen Systems in einem vorher nicht für möglich gehaltenen so hohen Maße, dass dieses System sich bis in die Jetztzeit durchsetzen konnte.

 
Wolfgang Eckardt 
 
 
 
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AEG: Gestaltung von Rundfunkgeräten 1932
Wolfgang Eckardt
16.Aug.10
  1

In den AEG-Mitteilungen Heft 8/1932 wird die "Gestaltung von Rundfunkgeräten“ der Baujahre 1932/33 ausführlich vorgestellt. Ich möchte den Artikel hier als OCR-Scan im Original-Wortlaut mit eingearbeitetem Bild vorstellen.

Die Modelle des "AEG-Rundfunkprogramm 1932/33" werden hier vorgestellt.

 


 Gestaltung von Rundfunkgeräten.

Von Reg.-Baumeister A. Pfeffer, Berlin.


Form und Ausstattung der neuen Empfänger und Lautsprecher im AEG-Programm 1932/33 weisen einen hohen Grad von Einheitlichkeit auf. Wie die Aufgabe der einheitlichen Durchbildung und Oberflächengestaltung vom formschaffenden Künstler gelöst wurde, wird beschrieben und an Hand von Bildern gezeigt.

 
Die Aufgabe, den Rundfunkgeräten die äußere Form zu geben, ist schwieriger, als sie zunächst erscheinen mag; denn es muss nicht zu den technisch bedingten Apparaten eine ästhetische „Form an sich" gewissermaßen als Hülle geschaffen werden, sondern es sind sehr bestimmte Forderungen zu erfüllen, die sich bisweilen als schwer zu überwindende Hindernisse für die schöpferische Phantasie erweisen. Die Masse der Empfangsapparatur und die aus klanglichen Gründen nötigen Abmessungen bei Lautsprechern und bei kombinierten Geräten schreiben feststehende Größen nach allen drei Dimensionen vor, die durchaus nicht ohne weiteres ästhetisch günstig sind. Oft wird es für den Formschaffenden nötig sein, mit „Kunst"-Griffen zu einer optisch verkleinernden Formerscheinung des Gerätes zu gelangen. Eine weitere Schwierigkeit liegt darin, dass der Verkäufer, der sich an das große Publikum wendet, bemüht ist, mit Formen auf dem Markt zu erscheinen, die einem sogenannten Allgemeingeschmack gerecht werden und dabei nach dem bewährten Rezept verfahren, durch die Vielheit jedem etwas bringen zu wollen.



An Hand des diesjährigen Fabrikationsprogramms der AEG soll gezeigt werden, wie diese Aufgabe im einzelnen gelöst worden ist. Das Gehäuse zum Empfangsgerät „Ultra - Geadem" (Bild a) ist aus dem Pressstoff Tenacit hergestellt. Dieses Material fordert geradezu heraus, ein sehr reiches, kleinformiges Detail anzuwenden, wie es in keinem anderen Werkstoff zu erreichen ist; denn glatte Flächen weisen nach dem Pressvorgang Fließlinien auf, die als Mängel erscheinen würden, dagegen zeigt eine im kleinen Maßstab durchgeführte Reliefierung der Fläche überaus interessante Lichtwirkungen und verhindert die Entstehung der Fließlinien.
Bei der Durchbildung wurde davon ausgegangen, das für die Bedienung wichtigste Organ des Gerätes, den vom Techniker festgelegten „Stationsmelder", schon äußerlich in ein beherrschendes Verhältnis zur Gesamterscheinung zu bringen. Daher wurde das Fenster zu einer plastisch-ornamentalen Form entwickelt, bei deren Gestaltung auch noch die Knöpfe in diese Form einbezogen wurden. Damit aber dieses plastische Motiv nicht „einzeln" und „angesetzt" wirkt, wurde eine gleich artige Riffelbehandlung aller Flächen des Gehäuses durchgeführt und damit eine maßstäbliche Bindung der Einzelformen erreicht, die zugleich die technische Forderung des Baustoffes, Vermeidung von glatten Flächen und Fließlinien, erfüllt. Die runden Ecken und die Gliederung der Gehäuseflächen durch flach aufgesetzte Felder sind nicht bloße dekorative Formen, sondern technisch bedingt.
Die Matrize besteht in diesem Fall aus mehreren Teilen, die gegeneinander klappen. Dadurch würden an den Anschlussstellen auf einem glatten Pressstück Nähte entstehen, die in einem weiteren Arbeitsgang beseitigt werden müssen. Diese Nähte treten hier nicht auf, weil der Zusammenschluss der einzelnen Matrizenteile immer an der zu diesem Zweck geschaffenen Gliederung der Gehäuseflächen erfolgt.
Für die Vereinigung des „Ultra - Geadem"-Gerätes mit Lautsprecher (Bild b) wurde ebenfalls ein Gehäuse aus Pressmasse unter gleichen Gesichtspunkten entworfen. Wiederum nimmt der Stationsmelder in unveränderter Form und Größe seine wichtige Stelle ein; das plastische Motiv der Fensterumrahmung ist mit der Umrahmung der Lautsprecheröffnung vereinigt, diese da­mit zur herrschenden Größe gemacht und so dem Lautsprecher volle technische Geltung verschafft. Die Rifflung der Flächen, die Schnittigkeit der Profile ergeben einen großen Reichtum an Form- und Lichtwirkungen.
Der „Super-Geador", das zweite mit Lautsprecher vereinigte Gerät der AEG (Bild c) erscheint in einem aus Holz gefertigten Gehäuse. Der Stationsmelder ist gemeinsam mit der gleichfalls aus Pressmasse gefertigten Umrahmung von Fenster und Lautsprecher auf die Holzwand des Gehäuses aufgesetzt. Durch diese Maßnahme ergibt sich eine Erleichterung und Verbilligung der Fabrikation, da die Umrahmung für beide Typen aus derselben Matrize gepresst werden können. Das Holz als Baustoff für das Gehäuse verlangte für Form- und Flächenbehandlung, im Gegensatz zum Pressmaterial, größte Einfachheit; die natürliche Maserung des Edelholzfurniers gibt den glatten Flächen eine geschlossene Lebendigkeit.
Aus Pressmasse hergestellt ist das Gehäuse für den Lautsprecher „Permadola" (Bild d). Dieser Lautsprecher ist vorzugsweise dazu bestimmt, zusammen mit dem "Ultra-Geadem"-Empfänger verwendet zu werden. Daher zeigt er innerhalb seiner halbrunden Grundform die gleiche Profilierung und Detailbehandlung wie der oben beschriebene Empfänger. Die Lautsprecheröffnung ist durch Rippen in hohe, schmale Felder gegliedert, die dem ganzen einen straffen Aufbau geben.
Einfacher gehalten ist das auch aus Pressmasse gefertigte Gehäuse des billigeren Lautsprechers „Cantrix II". Dieses zeigt im Gegensatz zu den anderen Typen quadratische Grundform. Indessen ist dieser formale Gegensatz nur ein scheinbarer; denn durch die Art seiner Profilierung, seiner Rippenteilung vor der Lautsprecheröffnung und durch die Anwendung von Riffelungen ist er, wenn auch mit einfacheren Mitteln, dem Formcharakter der Fabrikationsserie immer noch angeglichen.
Somit dürfte es gelungen sein, dem Typ des neuen AEG-Programms durch die Formgebung denjenigen Grad von Einheitlichkeit zu verleihen, der aus verkaufstechnischen und propagandistischen Gründen wünschenswert ist, um durch seine Einprägsamkeit die Geräte als Fabrikate einer Weltfirma kenntlich zu machen.



Wolfgang Eckardt
 

 

 

 
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AEG Rundfunkprogramm 1932/33
Wolfgang Eckardt
16.Aug.10
  1

In den AEG-Mitteilungen Heft 8/1932 wird das "AEG-Rundfunkprogramm 1932/33" ausführlich vorgestellt. Ich möchte es hier als OCR-Scan im Original-Wortlaut mit den eingearbeiteten Bildern vorstellen.


 AEG-Rundfunkprogramm 1932/33

Von Dipl.-Ing. O. Wohlfahrt, Apparatefabriken Treptow.
 
Die durch die neuen Geräte Gearet 301L und Geatrix 302G vervollständigte Reihe der AEG-Standardempfänger ist nach der Seite der hochwertigen Geräte durch die neuen Empfänger Ultra-Geadem (4 Röhren, 3 Kreise) und Super-Geador (Fünfröhren-Schirmgitter-Superhet) erweitert worden. Beide Geräte werden eingehend beschrieben. Ferner werden die Eigenschaften der neuen AEG-Lautsprecher Cantrix 2 (Freischwinger), Permadola (permanent-dynamischer Lautsprecher mit gleicher Empfindlichkeit wie ein fremderregter) und Geadola (verbesserter elektrodynamischer Lautsprecher) erläutert.
 
 
 
 
  
Die neuen AEG-Netzempfänger.
Von den zahlreichen Empfängerschaltungen hat sich im Laufe der Zeit eine kleine Anzahl behauptet, die als vorläufige Endergebnisse einerlangen Entwicklung gelten können. Als derartige „Standardempfänger" sind anzusehen: der Zweiröhren-Einkreis-Ortsempfänger, der Dreiröhren-Einkreis-Bezirksempfänger und der Dreiröhren-Zweikreis-Schirmgitterempfänger, die in den AEG-Typen "Geadux 201", "Gearet 301" und "Geatrix 301" verkörpert sind und vermöge ihrer bewährten Eigenschaften auch im diesjährigen Fabrikationsprogramm der AEG mit einigen Abwandlungen wiederkehren.
 
So erscheint z. B. "Gearet 301" jetzt auch als Kombinationsgerät "Gearet 301L" (Bild 1) mit eingebautem Freischwinger-Lautsprecher; "Geatrix"-Gleichstrom wurde grundlegend geändert, weil sich die Möglichkeit bot, die Leistung des Gerätes noch wesentlich zu verbessern (Bild 2).
 
In diesem Fabrikationsprogramm erscheinen ferner als Neuschöpfungen zwei hochwertige Empfänger, welche die bisherigen Vier- bzw. Fünfröhren-Typen Geadem und Geador ersetzen sollen und die sich anpassen an die durch die Verstärkung der europäischen Großsender auf eine Sendeleistung von über 50 kW und auf eine Aussteuerung von über 70% in neuester Zeit grundlegend geänderten Fern-empfangsverhältnisse. An Orten, die noch vor kurzem Fernempfang kaum zuließen, weil die einfallende Sendeenergie unterhalb des Störungsspiegels lag, sind die für den Empfang einer großen Senderzahl erforderlichen Voraussetzungen heute gegeben.
 
"Ultra - Geadem" ist ein Vierröhren-Dreikreis-Empfänger mit einer außergewöhnlich hohen Hochfrequenzverstärkung und Trennschärfe, dadurch bewirkt, dass den Schwingungskreisen ein besonders hoher Resonanzwiderstand gegeben und dieser dem hohen Innenwiderstand der Schirmgitterröhren optimal angepasst wurde. Auf Grund eingehender Messungen wurden zu diesem Zweck die mit feinunterteilter Hochfrequenzlitze bewickelten Zylinderspulen der Abstimmkreise äußerst verlustarm ausgebildet. Bei den Drehkondensatoren wurde die Verwendung festen Dielektrikums auf das Notwendige beschränkt bzw. soweit ein solches unbedingt erforderlich war, hochwertiger Glimmer hierfür gewählt, so dass auch in den Kondensatoren kaum Verluste auftreten. Die hochgetriebene Verstärkung erfordert zwangläufig beim "Ultra-Geadem" eine sehr sorgfältige und weitgehende Abschirmung sowie elektrisch dichte Kapselung der Spulen mit starkwandigen Kupfertöpfen. In beiden Vorstufen findet die neue Schirmgitterröhre mit veränderlicher Steilheit (Exponentialröhre) Verwendung, deren wesentlicher Vorteil darin besteht, dass jede Änderung der Steilheit in Abhängigkeit von der Gittervorspannung eine allmähliche Verstärkungsänderung bewirkt und dass die Wiedergabe bei kleinster oder größter Lautstärke stets verzerrungsfrei bleibt, weil in jedem Arbeitsgebiet die Röhrencharakteristik praktisch geradlinig ist. Die Gittervorspannung kann bei "Ultra-Geadem" mit einem von Hand einstellbaren Lautstärkeregler (Potentiometer) in den Grenzen von -0,6 bis -30 V eingestellt werden, was praktisch eine Reglung der Lautstärke von 0 bis zur völligen Aussteuerung der Endröhre bedeutet. Die Vereinigung des Lautstärkereglers mit dem Schallplattenumschalter ermöglicht bequemsten Übergang von Rundfunkempfang zur elektrischen Schallplattenwiedergabe.
Die dritte Röhrenstufe enthält eine Eingitterröhre in Audionschaltung. Neuartig ist bei dieser Stufe die Verwendung zweier Gitter-Ableitungswiderstände und zweier Gitter-Blockkondensatoren, die das sonst auftretende niederfrequente Störgeräusch, das über den Gitterkreis auf das besonders empfindliche Audiongitter gelangt, durch mehrfache Spannungsteilung auf etwa ein Sechstel der sonst vorhandenen Stärke zurückdrängen. Die Rückkopplung der Audionstufe ist fest eingestellt und so bemessen, dass eine Verstärkungszunahme im Verhältnis 1 :5 bei allen Wellenlängen in nahezu gleichem Maße erfolgt. Eine Ausnutzung der Rückkopplung bis zur Schwinggrenze ist wegen der hohen Verstärkung des Gerätes nicht erforderlich, zumal da sie hei unsachgemäßer Bedienung die Güte der Wiedergabe beeinträchtigt. Der Tonfrequenzbereich des Empfängers ist so groß, dass ein am Gitter der Endröhre liegender Klangfarbenregler (Tonblende) vorgesehen werden konnte, der aus einem Kondensator und einem mit ihm in Serie geschalteten Regelwiderstand besteht. Die Verkleinerung des Regelwiderstandes beeinflusst die Klangfarbe, indem lediglich die hohen Frequenzen unterdrückt werden, nicht aber die tiefen Frequenzen, für die der Kondensator einen stets wirksamen hohen Widerstand bildet. Der Klangfarbenregler ermöglicht also die wahlweise Einstellung eines weicheren oder härteren Klangbildes. Für besonders störungsreiche Gebiete ist er weiterhin dadurch von besonderer Bedeutung, dass hohe Störtöne wie Überlagerungspfeifen frequenzbenachbarter Sender und andere Störgeräusche stark vermindert werden können; bei Schallplattenwiedergabe kann durch ihn das Nadelgeräusch beseitigt werden. Widerstandsperren in einfacher oder doppelter Anordnung, die in den Zuführungsleitungen der Röhrenbetriebspannungen liegen, halten Netzgeräusche fern und geben dem Empfänger eine sehr hohe elektrische Stabilität.
"Ultra-Geadem" für Wechselstrom ist in fünf Spannungsbereichen umschaltbar für beliebige Netzspannungen zwischen 105 und 265 V und enthält die bewährte AEG-Thermosicherung.
 
Die Gleichstromausführung ist durch eine Umschaltvorrichtung für 110, 150 und 220 V grob einstellbar; feinere Angleichung an abweichende Netzspannungen ermöglicht ein Schiebewiderstand. Zur Fernhaltung hochfrequenter Störungen aus dem Lichtnetz enthält die Gleichstromausführung zwei kapazitätsarme Luftdrosselspulen; niederfrequente Geräusche werden durch eine Drosselkette unterdrückt, die bei besonders unruhigen Netzen durch ein Einbau-Siebglied verstärkt werden kann.
Die Anordnung aller Teile und Leitungen ist bei "Ultra-Geadem" mit äußerster Sorgfalt vorgenommen worden, so dass unerwünschte Rückkopplungen nirgends auftreten. Die Spulensätze sind in unmittelbarer Nähe der zugehörigen Röhren eingebaut und durch starke Kupferkästen elektrisch dicht gekapselt. Der Aufbau auf einem 1,5 mm starken Stahlchassis verhindert jede Veränderung elektrischer oder mechanischer Natur. Dies ist um so wichtiger, als die absolute Einknopf-Bedienung für den Gleichlauf der drei Abstimmkreise eine außerordentlich hohe Genauigkeit verlangt, die z. B. dadurch gekennzeichnet ist, dass bei "Ultra-Geadem" die drei Drehkondensatoren in jeder beliebigen Stellung bis auf 2 0/00 i. M. ihres Kapazitäts-wertes übereinstimmen.
 
Eine weitere bedeutsame Neuerung ist der bei den neuen AEG-Empfängern zum ersten Male zur Anwendung gelangende „optische Stationsmelder", der an anderer Stelle ausführlich behandelt wird. [>>hier<< W.E.]
"Ultra-Geadem" wird in zwei Ausführungen hergestellt, und zwar ohne eingebauten Lautsprecher (Bild 3) und als Kombinationsgerät (Bild 4) mit eingebautem dynamischen Lautsprecher mit Permanentmagnet    (Permadola).
"Super-Geador", ein Siebenkreis-Überlagerungs-Empfänger mit fünf Schirmgitter-röhren, ist in der ersten Stufe als normaler Hochfrequenz-Verstärker geschaltet, dessen Abstimmkreis zusammen mit dem der nächsten Stufe als Vorselektion wirkt. Die bekannten Superhet-Schaltungen hatten u. a. den Nachteil, dass die Sender nicht eindeutig festgelegt werden konnten, weil diese bei der Abstimmung mehrfach, also z. B. auf verschiedenen Skalengraden, erschienen. Die mechanische Kupplung der Drehkondensatoren für den Eingangs- und Überlagerungskreis kann noch keine vollkommene Abhilfe hiergegen schaffen. Die unbedingt eindeutige Festlegung der einzelnen Sender wurde beim Super-Geador erst durch die Vorselektion erreicht. Diese vermeidet außerdem noch das Hörbarwerden von Sendern im Bereich der Zwischenfrequenz.
 
Die zweite Empfängerstufe mit indirekt beheizter Doppelgitter-Röhre hat drei Aufgaben: sie dient gleichzeitig zur Schwingungserzeugung, zur Mischung der Empfangs- und Überlagerungsfrequenz und zur Gleichrichtung der Schwebungs-frequenz. Die schwierige Aufgabe, alle Drehkondensatoren auf vollständigen Gleichlauf zu bringen, ist bei "Super-Geador" dadurch gelöst, dass der Unterschied in den Frequenzen der einzelnen Kreise durch eine Serienkombination von Ausgleichkondensatoren genau eingehalten wird. Das Mischungsverhältnis zwischen Empfangs- und Überlagerungsenergie ist bestimmt durch einen in der Gitterleitung des Überlagerers liegenden Widerstand, der gleichzeitig für gleichmäßiges, unverzerrtes Schwingen sorgt. Im Anodenkreis der zweiten Stufe liegt die Primärseite des ersten Bandfilters, die auf die Zwischenfrequenz von 460 kHz abgestimmt ist. Die Wahl dieses Wertes begründet im wesentlichen die überragende Klanggüte des "Super-Geador", die bisher nur den Kaskadenschaltungen eigen war, mit Superhetschaltungen aber nicht erreicht werden konnte. Die besondere Bemessung des ersten Bandfilterkreises ermöglicht es, mit nur einer Kombinationsröhre ebenso starke unverzerrte Überlagerungsschwingungen zu erzeugen wie mit zwei getrennt angeordneten Überlagerungs- bzw. Mischröhren.
Die dritte Stufe führt die zwischenfrequenten Schwingungen nach weiterer Verstärkung über ein zweites Bandfilter der vierten Stufe zu, die eine Schirmgitterröhre in Anodengleichrichter-Schaltung enthält. Diese dient zur Gleichrichtung der Zwischenfrequenz und führt die nunmehr erzeugte Tonfrequenz der Endstufe zu, die mit einer Schirmgitter-Kraftendröhre von 2,5 W unverzerrter Endleistung besetzt ist.
Die Vorselektionsstufe und die erste Zwischenfrequenzstufe sind mit je einer Exponentialröhre ausgerüstet. Im "Super-Geador" dienen diese Röhren noch zur selbsttätigen Lautstärkereglung (Fading-Ausgleich). Eine besondere Widerstandsanordnung bewirkt, dass bei sinkender Eingangsenergie der Anodenstrom der zweiten Gleichrichterröhre sinkt, ihre Anodenspannung steigt, die Gittervorspannung der beiden Exponentialröhren positiver und damit die Verstärkung höher wird, im umgekehrten Falle aber, d. h. bei ansteigender Eingangsenergie, die Verstärkung sinkt. Die Ausgleichanordnung ist so bemessen, dass jeder Änderung der Eingangsenergie eine genau entsprechende Verstärkungsänderung gegenübersteht, also stets gleichbleibende Lautstärke erreicht wird, sowohl während des Fading-Vorganges als auch beim Empfang von Sendern mit verschieden großer Empfangs-Feldstärke.
Die Trennschärfe des "Super-Geador" ist so groß, dass in unmittelbarer Nähe starker Sender auch solche Stationen einwandfrei empfangen werden können, deren Frequenz um nur 9 kHz von der des Ortssenders abweicht. Der elektrische und mechanische Aufbau ist mit derselben Genauigkeit und Sorgfältigkeit durchgeführt, wie bei "Ultra-Geadem" schon dargestellt; auch die bei diesem beschriebenen technischen Mittel, wie optische Stationsmeldung, Lautstärkeregler, Klangfarbenregler usw. sind bei dem "Super-Geador" vorhanden.
 
Zwei Ausführungen (für Wechselstrom oder für Gleichstrom) sind auch hier vorgesehen. Da aber die durch schaltungstechnische Fortschritte erzielte höchste Klanggüte nur ausgenutzt werden kann, wenn ein ebenbürtiger, richtig angepasster Lautsprecher zur Verfügung steht, wird "Super-Geador" nicht als Empfänger für beliebige Lautsprecher geboten, sondern nur als Kombinationsgerät mit dem hochwertigen, elektrodynamischen Geadola-Lautsprecher gebaut. Das gemeinsame Gehäuse ist in hochglanzpoliertem Nussbaum-Edelholz ausgeführt (Bild 5).
 
Die neuen AEG-Lautsprecher.
Die Bedingungen, unter denen Lautsprecher die zugeführte elektrische Energie unverzerrt und mit gutem Wirkungsgrad in akustische umwandeln, sind bekannt. Die Überleitung der theoretischen Kenntnisse in die Praxis hat aber sowohl beim elektromagnetischen wie beim dynamischen Lautsprecher recht große Schwierig-keiten bereitet. Erst in der neuesten Zeit ist es gelungen, wirklich hochwertige Lautsprecher auch in billigen Preislagen herzustellen und weitesten Kreisen von Rundfunkhörern erschwinglich zu machen. 
Die Fortentwicklung des elektromagnetischen Prinzips führte zu einem „Freischwinger"-Typ, der von der AEG unter der Bezeichnung „Cantrix 2" in den Handel gebracht wird. Es sei daran erinnert, dass die AEG vor zwei Jahren mit dem Typ „Cantrix 1“ schon einen außerordentlichen Erfolg erzielt hat.
 
Die Schwierigkeit beim elektromagnetischen Lautsprecher liegt darin, die Masse der bewegten Teile klein zu halten und die Rückstellkraft ohne mechanische Vorspannung den Verhältnissen des dynamischen Lautsprechers möglichst anzupassen. Das vierpolige Magnetsystem ist in dieser Hinsicht zwar ein Fortschritt, doch haftet ihm der Nachteil an, dass der Anker sich zwischen den Polschuhen in labilem Gleichgewicht befindet, daher fest eingespannt werden muss, um das berüchtigte „Kleben" an den Polschuhen zu vermeiden. Auch aus anderen Gründen können große Amplituden des Ankers, wie sie zur lautstarken Wiedergabe tiefer Frequenzen unbedingt erforderlich sind, nicht zustande kommen. Daher wurde ein neuer Weg beschritten, der zuerst zum „induktordynamischen" Lautsprecher und jetzt zu einem Typ geführt hat, der auf dem „Freischwinger"-system beruht. Der Anker befindet sich hier nicht mehr in labilem Gleichgewicht; denn da er freischwebend über den Polschuhen angeordnet ist, wird er durch den magnetischen Kraftfluss im Luftspalt stets wieder in die Mittelstellung zurückgeführt. Aus diesem Prinzip ist "Cantrix 2" durch richtige Bemessung auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelt worden. Seine Rückstellkraft ist von gleicher Größenordnung wie bei dynamischen Lautsprechern. Der Ausschlag des Ankers ist nicht mehr durch den Abstand der Polschuhe begrenzt, sein Gewicht kleiner als das der bisher bekannten Typen. Dies alles bewirkt eine große Erweiterung des Frequenzbandes nach den tiefen Tönen hin und eine naturgetreue Wiedergabe. Beachtenswert ist die besondere Form der Polschuhe (Bild 6).
 
"Cantrix 2" (Bild 7) wird in dunkelbraunem, künstlerisch gestaltetem Tenacit-Gehäuse geliefert, das den Tenacitgehäusen der AEG-Empfänger "Gearet 301" und "Geatrix 301" in Farbe und Formgebung angepasst ist. Durch einfache Umschaltung kann der Lautsprecher an alle in Frage kommenden Endröhren gut angepasst werden. Als Einbausystem findet "Cantrix 2" in dem neuen AEG-Empfänger „Gearet 301 WL“ Anwendung.
 
Die Herstellung von dynamischen Lautsprechern (Rice-Kellogg-Lautsprecher [Post 3 W.E.]) hat die AEG als erste deutsche Firma aufgenommen und an seiner Weiterentwicklung besonderen Anteil gehabt. Zur neuen Saison bringt die AEG einen dynamischen Lautsprecher mit Permanent-Magneten unter der Bezeichnung “Permadola“, nachdem es inzwischen gelungen ist, permanente Magnete mit hoher Feldstärke, Stoßunempfindlichkeit und geringem Gewicht in Deutschland dauerhaft und preiswert herzustellen. In der Tat ergibt der Magnet des Permadola, aus hochprozentigem Kobaltstahl bestehend, die gleiche Feldstärke, mithin auch die gleiche Empfindlichkeit wie ein günstig bemessener Elektromagnet. Schwingspulen- und Membrananordnung sowie Anpassungstransformator konnten unmittelbar dem fremderregten AEG-Typ, dem bewährten „Geadola"-Lautsprecher, entnommen werden. Die Vorzüge des permanent-dynamischen Lautsprechers sind: Fortfall des Netzanschlusses, bei Wechselstromnetzen auch der Gleichrichtung, Vermeidung eines vom Netz herrührenden Brummtons.
 
"Permadola" wird als vollständiger Lautsprecher (Bild 8) unter Anlehnung an die Formen des neuen AEG-Vierröhren-Empfängers „Ultra-Geadem" in einem künstlerisch gestalteten Gehäuse aus dunklem Tenacit hergestellt. Als Einbaulautsprecher findet er in den kombinierten AEG-Empfängern Ultra-Geadem WL" und „Ultra-Geadem GL" Verwendung.
Als dynamischer Lautsprecher mit Fremderregung konnte der AEG-Lautsprecher „Geadola" mit geringfügigen Änderungen in das neue AEG-Rundfunkprogramm übernommen werden.
Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Klebenaht der Membran zu inneren Spannungen Anlass gibt, die leicht Klirrgeräusche und Bildung von Kombinationstönen hervorrufen. Geadola erhält daher, ebenso wie Permadola, eine nahtlos gezogene Membran, die aus einem neuen, in Deutschland bisher noch nicht verwendeten Spezialstoff von besonderer Gleichmäßigkeit besteht und sich durch geringes Gewicht sowie vollkommene Feuchtigkeitssicherheit auszeichnet. Schwingspulendurchmesser und -gewicht konnten gegenüber der vorjährigen Ausführung ohne Nachteile noch weiter verringert werden. Dem verkleinerten Elektromagneten ist das Magnetjoch fest angeschweißt.
Der im Lautsprechergehäuse eingebaute Anpassungstransformator ist umschaltbar für alle gebräuchlichen Endröhren, auch für Schirmgitterröhren mit hohem inneren Widerstand.
"Geadola" wird in einem formschönen Nussbaum-Gehäuse geliefert (Bild 9), das jedem Wohnraum zur Zierde gereicht. Das Geadola-System ist in den neuen AEG-Superhet-Empfängern „Super-Geador WL" und „Super-Geador GL" eingebaut.

Wolfgang Eckardt
 
 
 
 
 
 
 

 

 
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