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History of the manufacturer  

Gundelach, Emil; Gehlberg /Thüringer Wald

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Name: Gundelach, Emil; Gehlberg /Thüringer Wald    (D)  
Abbreviation: gundelach
Products: Tube manufacturer
Summary:

Aus "Radios von gestern", Seite 222: Gundelach; Deutschland: Fabriziert Gleichrichter- und Kathodenstrahlröhren - auch für andere Marken. Für Hoges, Seibt und Varta z.B. (nur) Gleichrichterröhren. Beispiel BRS5. Die 1852 gegründete Hohlglashütte Emil Gundelach fabriziert gemäss Prospekt aus den 30er Jahren seit 1897 Kathodenstrahl-Röhren, später aber auch Dezimeterröhren etc.

History:

Emil Gundelach, 1821 geboren. 1840 bis 1850 in Stützerbach (Thür.), ab 1852 in Gehlberg Apparatebau (Glasinstrumente und Hohlglas). Geschäftsverbindungen mit Franz Ferdinand Greiner (Glasapparate-Firma).

1888 übernehmen die Söhne Eugen und Max gemeinsam die Firma nach Tod des Vaters. Neben Kathodenstrahlröhren entstehen nach Entdeckung der Röntgenstrahlen ab 1895 auch Ionen-Röntgenröhren.

Gundelach war wohl neben C.H.F. Müller, Hamburg, der bedeutendste Hersteller von Röntgenröhren. Trotz Entwicklung der Röntgenröhren mit Glühkathoden durch Coolidge, konnte Gundelach  noch bis ca. 1925 ein umfangreiches Programm an Ionen-Röntgenröhren verkaufen. Ab 1925 begann man dann auch mit dem Bau von Röntgenröhren auf Glühkathodenbasis.

Später stellte man u.a. auch Kathodenstrahlröhren z. B. für Versuche von Manfred v. Ardenne her.

Firmierung 1936: Emil Gundelach, Hohlglashütte, Glasinstrumenten- und Röntgenröhren-Fabrik, Gehlberg (Thüringer Wald).

Informationen vom Glasmuseum im Thüringer Museumspark

Achtung: Das hat mit der Firma Gundelach nichts zu tun:
Friedrich Wilhelm Gundlach (1912-1994), Sohn eines Konzertpianisten, Berlin studierte ab 1930 Elektrotechnik an der TH Berlin, wurde Assistent im Institut für Hochfrequenztechnik bei Heinrich Fassbender (1884-1970) und promovierte dort 1938. Ihn interessierten Laufzeiterscheinungen der Elektronen in Hochfrequenz-Bauelementen. Er trat 1938 als Laboratoriumsingenieur in die alteingesessene Berliner Firma Julius Pintsch ein und wechselte 1942 zur Pintsch-Tochterfirma Funkstrahl GmbH. Seine "Grundlagen der Höchstfrequenztechnik" von 1949 wie auch das später mitherausgegebene "Taschenbuch für Hochfrequenztechnik" gelten als Standardwerke.


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
37 Netzkippgerät für Oszillographen B-NK KH213  Experimentiergerät zum Betrieb Braun'scher Kathodenstrahlröhren bis zu 180 mm Leuchtschirm... 
37 Gundelach-Oszillograph ONK 1 KH213  Gedacht als Lehrmittel für den Schulgebrauch. Ob größere Stückzahlen in Serie gebaut wurde... 

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

Quelle: Möller; Photozelle, Glimmlampe, Braunsche Röhre; 1937.tbn_d_gundelach_werbung.jpg
Werbung aus "Die Elektronen" Nr.1/1937tbn_gundelach_geschichte_elektronen_h1_1937.png

Forum contributions about this manufacturer/brand
Gundelach, Emil; Gehlberg /Thüringer Wald
Threads: 1 | Posts: 8
Hits: 2613     Replies: 7
Gundelach und DETEX - wie geht das?
Wolfgang Eckardt
19.Aug.17
  1

Gundelach und Detex – wie passt das zusammen?

Emil Gundelach ist bekannt als Glashütte in Gehlberg /Thür. (1852) und dadurch als Hersteller von technischem Glas – Glasapparate und Hohlglas. Seine Söhne Eugen und Max übernahmen 1888 die Firma mit dem alten Namen und wurden dann bekannt durch die Herstellung von Röntgenröhren, gleich nachdem die Röntgenstrahlen entdeckt wurden. Auch für Manfred von Ardenne stellten sie Spezialröhren für dessen Forschungen mit Kathodenstrahlröhren (Fernsehen) her.
Detex – J.  P. Höffner, Berlin - ist hauptsächlich bekannt für Zubehör für Radios wie Sperrkreise oder Skalen u.a. Zubehör mehr.

Soweit alles klar. Nun tauchte aber vor ein paar Wochen ein Modell der Firma DETEX auf, ein Sperrkreis Juwel 36, der auf seiner Bodenplatte eine bisher nicht bekannte Firmierung trägt:

Gundelach & Co., Fabrik für Radiovorsatzgeräte, Gehlberg (Thür. Wald).

Auch ein Briefkopf mit fast gleicher Firmierung ist bekannt im Zusammenhang mit DETEX.

Nun erhebt sich folgende Frage: Haben die Söhne von Emil Gundelach oder vielleicht auch nur einer von ihnen eine „Fabrik für Radiovorsatzgeräte“ gegründet und dort auch produziert, z. B. DETEX-Modelle (und anders?) oder war es nur eine Vertriebsfirma (Verkaufsbüro?)  z. B. für DETEX-Produkte? Aber immerhin heißt es ja „Fabrik für Radiovorsatzgeräte“ und das bedeutet für mich Herstellung und nicht Vertrieb. Gleichzeitig wird ja in dem Firmenkopf ausgesagt, dass auch "Spezialröhren" hergestellt werden - was ja den bisher bekannten Tatsachen entspricht. - Oder wollte man neben der "Spezialröhrenherstellung" auch noch etwas von dem "boomenden Radio-Fieber" profitieren?
Immerhin müsste ja nun bedacht werden, dass dann im Firmenprofil außer "Glasinstrumente und Hohlglas" und Röntgenröhren (Spezialröhren)  auch "Vorsatzgeräte..." entstehen. Oder sollte das als eine weitere Firma „Gundelach & Co." in RM.org eingetragen werden?

Hier gibt es Klärungsbedarf. Meine Anfrage soll nur der Anstoß für eine Diskussion oder auch das Zusammentragen von Fakten sein. Wer hat dazu Unterlagen für die Vervollständigung der spärlichen Faktenlage?

Wolfgang Eckardt

 

Hans-Thomas Schmidt
19.Aug.17
  2

Hallo Wolfgang,

es gibt auf jeden Fall einen engen Zusammenhang. Siehe mal in die RTT1949. Dort sind baugleiche Röhren von DETEX und Gundelach mit unterschiedlichen Typenbezeichnungen gelistet.

Viele Grüße,    Hans-Thomas

Wolfgang Eckardt
20.Aug.17
  3

Hallo Hans-Thomas,

vielen Dank für deine Information. Nun wird die Sache Detex-Gundelach noch etwas spannender und vielleicht noch etwas schwieriger zu entflechten....!

Ich habe mir das RTT1949 vorgenommen. Bei der Auflistung der Firmen auf Seite 128 ist von der Firma Detex nichts zu finden - nur Gundelach (Gdl.). Wenn man sich nun die Mühe macht, in den Tabellen genauer zu suchen, so findet man tatsächlich den Namen Detex bei den Herstellern von Röhren. Ich habe mal Ausschnitte der Seiten 108/109 kopiert und zeige das mal hier:

Es gibt also nach den Angaben im RTT1949 wirklich Kathodenstrahlröhren (5 gefunden), die baugleich mit Gundelach-Typen sind, aber eine andere Bezeichnung tragen. Es sind dies die Röhrentypen

Von diesen Kathodenstrahlröhren habe ich bisher noch nie etwas gehört, und gesehen schon gleich gar nicht! Wenn man das  Inhaltsverzeichnis des im Literaturfinder aufgeführten Heftes aufmerksam durchliest, findet man aber die Namen der oben genannten fünf Detex-Röhren.

Nun kann ich mir nicht vorstellen, dass die Berliner Firma Detex nach Angaben von Gundelach  oder in Lizenz selbst Röhren hergestellt hat. Ich denke doch eher, dass eine Zusammenarbeit der beiden Firmen existierte und die eine Firma von der anderen Produkte vertrieben hat (heute würde man sagen vermarktet)  - die eine Kathodenstrahlröhren, die andere Sperrkreise o.ä.......

Interessant ist auch, dass Detex einen "Ersten Fernseh-Bauplan" herausgebracht hat mit der Bezeichnung "DETEX-TELEVISUM". Dazu passt dann wohl die Röhre mit dem (fast?) gleichen Namen (=KF235)...? (Oder haben sich hier Schreib- bzw. Übertragungsfehler eingeschlichen?)

Die "Kooperation" der beiden Firmen müsste nun noch genauer untersucht werden, wozu exakte Fakten erforderlich wären - wer hat aber so etwas? Besitzt jemand eine Kathodenstrahlröhre, die so eine DETEX-Bezeichnung trägt?

Wir sehen weiter.....

Wolfgang Eckardt

 

 

 

Wolfgang Eckardt
25.Aug.17
  4

In der Zeitschrift „Radio-Mentor“ habe ich in Heften der Jahrgänge 1937 bis 1940 einiges entdeckt zur Firma Gundelach. Anzeigen in den Heften 02 bis 08 /1937 enthalten im Werbetext noch zusätzlich
Radio und Fernsehmaterial – Vorsatzgeräte und Empfangsverbesserer – Hochfrequenz-Störschutzmittel -

Dieser Text ist in den Anzeigen ab Heft 09/1937 nicht mehr enthalten. Zusätzlich kommt ab Heft 11/1937 der Hinweis auf das Mitteilungsblatt „Die Elektronen“.

Meiner Meinung nach lässt sich daraus eine Verbindung der Firma Gundelach zu anderen Firmen, z.B. Detex erkennen, die offensichtlich ab September 1937 erlischt. Eine Verbindung mit anderen Firmen lässt sich auch erkennen, da das Mitteilungsblatt „Die Elektronen“ außer Gundelach noch die Firmen Budich, Sator-Radio-Vertriebs GmbH Berlin und andere beinhaltet.

Hier bedarf es noch Detail-Recherchen, z.B. auch in „Radio-Mentor“ der Jahrgänge 1936 und 1935, die mir leider nicht zur Verfügung stehen, sowie in den Mitteilungsblättern "Die Elektronen" (ab Jg.1937?).


Bemerkenswert sind auch die Feststellungen zur Firma Detex (J.P. Hoeffener & Co. Berlin), die 1935 und 1938 zur Leipziger Messe als Detex-Radio J.P. Hoeffner & Co., 1937 als Detex-Union GmbH (was ist mit Hoeffener?) immer mit gleicher Adresse in Erscheinung tritt, 1940 aber als J.P. Hoeffener & Co. (was ist mit Detex?)  mit einem Robotophon-Zehnplattenspieler, der in RM.org der Firma Charlottenburger Motoren-Ges. mbH. zugeordnet ist.

So ist also auch bei der Detex ...  nicht alles geklärt:

Es gibt viel zu tun ....

W.E.

Hans-Thomas Schmidt
26.Aug.17
  5

Hallo Wolfgang, liebe Mitleser,

hier habe ich noch ein Puzzleteilchen:

Quelle: Radio Mentor, 1937, Heft 9, Seite 260

Im Jahrgang 1938 habe ich weder Anzeigen noch Berichte zu Detex gefunden.

Grüße,   Hans Thomas Schmidt

 

Hans-Thomas Schmidt
26.Aug.17
  6

Noch ein Puzzleteilchen:

aus Der Radio-Händler, Heft 11, Seite 372, 27. Mai 1936

Viele Grüße,  Hans-Thomas Schmidt

Wolfgang Eckardt
01.Sep.17
  7

Im Juni 1937 erscheint die Nummer 1 eines Heftes "Die Elektronen", Mitteilungsblatt aus den Entwicklungslaboratorien der Firmen:

  • Georg Budich GmbH, Berlin
  • Emil Gundelach. Gehlberg (Thür. Wald)
  • Sator-Radio-Vertriebs-GmbH, Berlin-Halensee (nicht als Firma angelegt in RM.org)
  • Meß-Gerätebau Steinhauser, Herrsching (Obb.) - ab Nr. 6, Jan. 1938 (nicht angelegt als Firma in RM.org)
  • Ernst Grunow,  Kondensatorenbau, München 25 - ab Nr. 8, März 1938.

In Post 4 habe ich schon darauf hingewiesen.
Diese 8-seitigen Hefte im DIN-A4-Format sind zur Zeit bekannt bis zur Nr. 15 - Dezember 1938. Sie enthalten interessante Details der aufgeführten Firmen, ihrer Entwicklungsarbeiten und Produkte, auch Werbung dieser Firmen.

Da als Versandort Gehlberg (Thür. Wald) genannt ist und ab Nr. 9 (April 1938) die Firma Emil Gundelach an die erste Stelle der aufgezählten Firmen gerückt ist, kann man annehmen, dass auch die Firma Gundelach federführend für den Inhalt und bei der Gestaltung der Hefte wirkte. In den 15 vorliegenden Hefte sind stets weit mehr als 50 % der Seiten mit Produkten und theoretischen Abhandlungen der Firma Gundelach gefüllt. So ist u.a. erkennbar, dass diese Firma neben der Herstellung ihrer Kathodenstrahl- und Fernsehbildröhren auch Bausätze für den Selbstbau von Oszillografen herausgab, in denen Bauelemente der oben genannten Firmen enthalten sind. 

Bisher sind nur die Hefte der beiden ersten Jahrgänge 1937 und 1938 bekannt mit den Nummern 1 bis 15. Besitzt jemand Hefte weiterer Jahrgänge? Sonst könnte fast angenommen werden, dass dieses Heft nur sehr "kurzlebig" war....

Eine Verbindung zur Firma DETEX bzw. DETEX-Union ist in den vorliegenden Heften nicht ersichtlich.

Aus der obigen Anzeige ergibt sich für mich aber eine Frage zu SATOR. Hier im RM.org wird davon ausgegangen, dass das ein Markenname ist und Verbindungen zu Kremenezky und Tungsram werden hergestellt.
Wie steht dies aber dazu, wenn in Gundelachs Anzeigen auf "...hochwertigste Fabrikate der Firmen ... SATOR.." hingewiesen wird? In den Anzeigen steht als Firmierung SATOR-Radio, Berlin-Halensee, Kurfürstendamm 153a, im Kopf der Zeitschrift steht SATOR-Radio-Vertriebs-GmbH, Berlin Halensee .


Weiterhin ist im Heft Nr. 2 der Zeitschrift "Die Elektronen" ein Artikel zu finden von

W. Schick, SATOR-Labor III, dazu ein Schaltbild eines Oszillographen "SATOR G72/1".

Ob das nicht noch einmal neu zu durchdenken ist oder gibt es genauere Fakten zu SATOR - nur Vertrieb (Artikel welcher Hersteller?) oder doch Produzent, wenigstens zeitweise??

Wolfgang Eckardt

 

 

 


 

Wolfgang Eckardt
24.Jan.19
  8

Zu dem Zusammenhang zwischen der Hohlglashütte und Röhrenhersteller Gundelach und Bauelementen mit dem Markennamen DETEX-Radio sind neue Dokumente aufgetaucht.

Aus einem Schreiben der Firma Emil Gundelach & Co.  in Gehlberg (siehe Briefkopf oben) an das Amtsgericht Arnstadt vom 18. Juni 1936 geht hervor: 

"Vom 1.November 1935 wurde der Vertrieb von Radio-Einzelteilen und Fernsehteilen aufgenommen."  
Und weiter: "Ab 1. Mai [1936] ist dieser Vertrieb auf die Firma DETEX-Union, Berlin-Schöneberg, übertragen worden und die Firma Gundelach & Co. wird zur Zeit noch bis zur Erledigung der Aussenstände und Forderungen aufrecht erhalten. Fabrikation hat die Firma nicht betrieben.
Die Bezeichnung DETEX-Gundelach & Co. ist ein Irrtum, da Detex nur ein Warenzeichen ist für die Radioerzeugnisse, die von der Firma vertrieben worden sind."

Damit haben sich die Unklarheiten zum "scheinbaren Hersteller" von DETEX-Erzeugnissen aufgeklärt - Gundelach war nur kuzzeitig Vetreiber dieser DETEX-Produkte. (Siehe die Posts vorher.)

Wolfgang Eckardt

 

 

 

 
Gundelach, Emil; Gehlberg /Thüringer Wald
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