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History of the manufacturer  

Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)

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Name: Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)    (D)  
Abbreviation: siemens
Products: Model types Others Tube manufacturer
Summary:

Das aus Siemens, AEG und deren vor allem als Marketing-Firma Telefunken bestehende «Trio» hat 1928 einen maximalen Marktanteil von 36,6%. Obwohl nur ein kleinerer Teil auf die Marke Siemens fallend, baut Siemens in Deutschland vor dem Krieg wegen der Produktion der Telefunken-Modelle absolut und mit Abstand die meisten Rundfunkgeräte.

1847: Gründung als Telegraphen-Bau-Anstalt Siemens & Halske AG, Berlin;
1958: Siemens-Elektrogeräte GmbH, Berlin.
Radios: 1923 bis 1979. Siehe Text Empfängerentwicklung 1929-1934.
 

History:

Aus Radiokatalog Band 1:

Werner Siemens (1816-1892) und Johann Georg Halske gründen 1847 an der Schöneberger Strasse in Berlin die S&H und sind mit ihren Zeiger- und Drucktelegraphen bald führend im Telegraphenbau. Nach einigen Jahren sind S&H auch in Grossbritannien und Russland tätig. Seekabel, Dynanomaschinen, Starkstrom-, Eisenbahn- und Strassenbahntechnik bilden sich zu weiteren Standbeinen. Werner Siemens gelangt 1888 in den Adelsstand (von Siemens). Ein früher Einstieg in die Röntgentechnik und dann auch in die Funktechnik ist erfolgreich; das Unternehmen arbeitet auf dem Gebiet der Funktechnik mit Prof. Ferdinand Braun zusammen. 1903 übernimmt das Unternehmen die Elektrizitäts-AG, vormals Schuckert & Co. und schliesst es mit den Starkstromabteilungen von S&H zur Siemens-Schuckertwerke GmbH zusammen (ab 1927 AG).

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges beschäftigt S&H ca. 23'000 Mitarbeiter. Sitz und Hauptfabrikationsstätte ist dann Berlin-Spandau, an der Nonnendammallee. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges stellt das Unternehmen auch Sender und Empfänger her.

Ab 1919 übernimmt der Sohn, Carl Friedrich von Siemens (1872-1941), den Vorsitz im Aufsichtsrat von S&H. Zu Beginn der Röhrentechnik ist Siemens mit Walter Schottky in Deutschland an vorderster Front und produziert ab 1920 im «Siemens-Osram-Werk» die Telefunken-Röhren. Telefunken gehört vor dem 2. Weltkrieg zu je 50 % Siemens und AEG.

Wie von verschiedenen anderen Firmen, gibt es auch von Siemens einen «D-Zug», der mit dem Messteil Rfms3 sogar vierteilig werden kann. Ein besonderes Gerät bringt Siemens 1929 mit dem Rfe32/Rfe33 (spätere Bezeichnung 40W/134 bzw. 40W/604) heraus. Es bestreicht den Bereich von 200-2000 m ohne Wellenbereichsumschaltung, da mit dem Drehkondensator ein Variometer gekoppelt ist. Spätere Typen rüstet S&H zur Betonung mit einer halbrunden «Riesenskala» aus. Es sind die Typen 21, 31 und 41 von 1930/31 und 32, 33 und 35 von 1931/32 [638756].
 

1933/34 hat Siemens einen Marktanteil von 6,82 % und liegt damit nach Telefunken (17,36 %), SABA (10,85 %) und Mende (10.08 %) an vierter Stelle, gefolgt von Blaupunkt, Nora und Seibt. Die Telefunken-Produktion mit eingerechnet, ist Siemens mit Abstand Marktleader.

Technisch baugleiche Modelle in anderem Design verkaufen Telefunken, AEG und S&H - wie z.B. 1933/34 den «Telefunken-330-Nauen» bzw. «AEG-303» als «Siemens-36» oder 1934/35 den «Telefunken-332-Meistersuper», einen Super-Reflex, bzw. «AEG-Geatron-34» als «Siemens-37». Zusammen erreicht «das Trio» 1928 einen maximalen Marktanteil von 36,6 %. Das Minimum an Marktanteil findet sich für 1934 mit 18,5 %. Eine Zusammenstellung von baugleichen Geräten zwischen AEG, Siemens und Telefunken findet sich in [638651]. Ca. 1935 übernimmt Siemens-Schuckert (SS) die Nora-Werke und lässt unter Nora weiterbauen. 1937 baut Siemens das «Wernerwerk Arnstadt» in Thüringen und fertigt dort u.a. auch Rundfunkgeräte. 1941 verkauft Siemens ihre Telefunken-Anteile an AEG. 1943 zerstört ein Luftangriff die «Wernerwerke Berlin» und eine Belegschaft von etwa 400 zieht nach Arnstadt. Bei Ende des Krieges beschäftigt Siemens um die 200'000 Personen [DRM93].

Nach dem Krieg lebt der Bau von Rundfunkgeräten in Erlangen (Erl) und Berlin (Bln) schnell wieder auf. Ein Kuriosum bildet ca. 1947 der «Berlin-Stecker»: Dieser runde Stecker für das Lichtnetz enthält zwei Buchsen (T) für einen Kopfhörer sowie eine Buchse (E) für die Erde. Im Gerät befinden sich ein Trennkondensator von 200 pF (1500 V Spannungsfestigkeit und gleichzeitig als Reihen-C verwendet), eine Empfangsspule aus ca. 35 Windungen (22 bzw.24 mm Durchmesser x 5mm mit 0,2 CuLS), ein Sirutor und ein Kondensator von 1nF parallel zum «Telefon». Beim Sirutor - einer Markenbezeichnung von S&H - handelt es sich um einen speziell für HF entwickelten Kupferoxydul-Gleichrichter. Die Eigenkapazität ist trotzdem sehr hoch. Die meisten dieser Geräte sind auf den damaligen Berliner Ortssender (841 kHz) eingestellt, andere zumindest auf Hamburg oder Bremen [638757].
 

1947 realisiert Siemens neue Fertigungsstätten in Heidenheim (Hdn) und Karlsruhe (Khe). Eine Tabelle der Nachkriegsproduktion nach Werk geordnet und eine Firmenkurzgeschichte, beides verfasst von Jürgen Hormuth, findet sich in [639388]. 1949 betreibt Siemens wieder Sendertechnik, Studiobau, Empfängerbau, Antennenbau und die Herstellung der dafür benötigten Messeinrichtungen z.B. Prüfsender, Röhren-Messgeräte, «Multizet»-Instrumente. Dazu kommen elektroakustische Geräte und Anlagen. In Heidenheim entstehen auch Bauelemente wie Kondensatoren und Widerstände. Berlin-Siemensstadt und Werk Karlsruhe ergänzen sich im Rundfunkapparatebau, wobei die Kammermusik-Serie entsteht [664905]. Ab 1952 entwickelt und produziert Siemens Rundfunkgeräte nur noch in Karlsruhe. 1958 konzentriert sie die Radioproduktion durch Gründung der Siemens-Elektrogeräte GmbH in Berlin und baut in Karlsruhe keine Radios mehr. Von 1954 bis 1957/58 entstehen in Karlsruhe auch acht Modelle von Fernsehgeräten.

1966 schliessen sich S&H und die Siemens-Schuckertwerke AG zur Siemens AG zusammen. Ab 1966 gibt es mehr und mehr Geräte von Körting, die der Konzern als Siemens verkauft. Ab Ende der 60er Jahre stellt Siemens die eigene Radioproduktion vollständig ein und verkauft Siemens-Geräte, bis 1979 hauptsächlich von Körting und einige von Blaupunkt hergestellt [6-158]. Siemens beschäftigt Anfang der 70er Jahre in 14 deutschen Zweigniederlassungen mehr als 300'000 Personen und unterhält in 38 Ländern Auslandsgesellschaften. Dennoch: Die Unterhaltungselektronik hat für Siemens praktisch keine Bedeutung mehr.

Tabelle neu - alt

Typenbezeichnungen bei S&H:
Bis zum Jahre 1929/30 erhalten die Rundfunkempfänger (Rfe) eine fortlaufende Typen-Nummer, gefolgt von Zusätzen, wenn es sich um Abwandlungen bestehender Geräte handelt. Leider vergibt Siemens für gewisse Modifikationen auch eine neue Nummer. Rf gefolgt von einem Buchstaben bedeutet:

b = Batterie
e = Empfänger
h = Kopfhörer
l = Lautsprecher
sp = Spule
v = Verstärker
z = Zubehör

Das alte Schema führt bis zur Nummer 39, obwohl grundsätzlich nur 11 Typenlinien entstehen. 1927 kommt mit dem Rfe 16 frühzeitig eine Empfänger-Lautsprecher-Kombination auf den Markt. Ab 1928 (Nr. 24) führt das Unternehmen zusätzlich eine neue Bezeichnung ein.

Ab 1930 besteht die Kennzeichnung aus einer zweistelligen Zahl, deren erste Ziffer der Anzahl Röhren - ohne Gleichrichterröhre - entspricht. Die zweite Ziffer bedeutet die Ausführungsform. Je nach Stromversorgung kommen die Buchstaben W, G oder B dazu. Weist das Gerät einen Lautsprecher auf, zeigt dies ein zweiter Buchstabe L an, wobei dieser bis 1930 vor der Nummer, danach als letzte Kennung erscheint. Einige Modelle, wie den «5-Röhren-Neutro-Empfänger Rfe37», tauft S&H - im erwähnten Fall zu 51G [638650] um.

1935 führt Siemens ein neues Kennzeichnungssystem ein [638541].
 

Siemens in Ostdeutschland:

Das Siemens-Werk Arnstadt arbeitet nach dem Krieg kurzzeitig als Siemens Radio weiter, dann als SAG Isolator. 1945/46 entsteht als erstes Gerät Modell S52W (ex S13), ab 1946 S522W genannt oder mit sowjetischen Oktalröhren als S52WR und 1946-48 als S521WR bezeichnet. Ausserdem gibt es eine Abteilung «Fernsehinstitut Arnstadt», die um die Jahreswende 1947/48 ca. 1000 TV-Geräte für die Sowjetunion baut und wohl an der Entwicklung des «T2 Leningrad» mitwirkt.

Ab Oktober 1948 nennt sich das Unternehmen VEB Fernmeldewerk Arnstadt. Dieser «Volkseigene Betrieb» fertigt nebst Fernsprechwahlämtern etc. bis 1949/50 Rundfunkgeräte in wenigen Modellen. Später heisst der Betrieb VEB Nachrichtenelektronik Arnstadt und nach der Wende Alcatel SEL RFT. Das Werk produziert vor allem Vermittlungszentralen


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
23–25 Rfh2   Doppelkopfhörer, 2× 2000 Ohm. 2x 7600 Wdg. mit Ø 0,05 mm; L: 0,39 H; Z: 4000 Ohm bei 10... 
26/27 Protos Rfl2   Lautsprecher in Holzgeh. oben stark abgeschrägt 
29/30 Rfe32 (40W/134) RENS1204  L+C-Abst. 
32/33 Stuttgart G RENS1819  ist 46GL in Flachgehäuse 
36–38 SEV10W AD1  für DAF1011 etc. Ausgangs-Anschluß-Impedanzen 15 und 200 Ohm.Im WDRG-Handbuch 1936/37 als ... 
37/38 Kammermusik-Schatulle 76W ACH1  Variable Bandbreitenregelung. 2 el.-dyn. Lautsprecher, Durchmesser Tiefton = 25 cm,... 
47–49 SK468W RV12P2000  Khe=1.Gerät v.Karlsruhe 
48/49 Kleinsuper SB380GW VCH11  im Berliner Siemens-Werk hergestellt [FS4804] Mit bes. Vorschalttrafo Betrieb an 110, 125,... 
49/50 Qualitätssuper 50 SH696GW UCH42  Werk Karlsruhe; für UKW: U2GW 
69/70 Turf RK22 AF106  Aufpreis für Netzteil DM 33.- 
69–72 Turnier RK16 Electronic BF185  7 Kurzwellenbereiche, KW-Lupe, LW bis 350 kHz. Parallelgerät zum Blaupunkt Sup... 
26–29 Rfe15(L70B) RE074n  Werbetext: " Siebenröhren-Neutrogerät Rfe15. Dieser Apparat ist ein ausgesprochener Luxuse... 

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

Quelle: Der Deutsche Rundfunk, Ausgabe 1927tbn_D_Siemens_1927_Anodenbatterie.jpg
SIEMENS Chinatbn_p1230058.jpg
tbn_d_siemens_werbung.jpg
aus dem Illustrierten Beobachter Jan. 1934tbn_d_siemes_34_werbung.jpg
tbn_d_siemens_sigle_35w.jpg
Siemenstbn_d_siemenshalske_50er_logo.jpg
tbn_d_siemensuhalskeberlin_1923_inserat.jpg
Rundfunkjahrbuch 1929tbn_d_siemens_1929_rjadv.jpg
tbn_klangfilmlogo.jpg
tbn_klangfilm_werbetafel.jpg
tbn_bigsiemenscampi.jpg
tbn_simenpros.jpg
tbn_simgros.jpg
tbn_simprosp.jpg
tbn_siemenskatalog02.jpg
tbn_siemenskatalog1928.jpg
tbn_d_simhalske0011.jpg
tbn_d_simhalske0012.jpg
tbn_d_simhalske0014.jpg
Quelle Funkschau 1950 Nr.9tbn_tbn_siemens.jpg
Quelle Funkschau 1950 Nr 16 Seite VItbn_tbn_siemens_1.jpg
Quelle Funkschau Nr.20 Seite IVtbn_tbn_siemens_2.jpg
Quelle Funkschau Nr.24 Seite IVtbn_tbn_siemens_3.jpg
Siemens Rundfunk Einzelteiletbn_d_siemens_hoja_pedido.jpg
Von 46Wtbn_d_siemens_46w_logo.jpg
Werbung in der Zeitschrift "das Elektron" Heft 4, 1959tbn_d_siemens_halske_werbung_1959.jpg
Werbung in der Zeitschrift "das Elektron" Heft 11, 1959tbn_a_siemens_halske_werbung_1959.png
Werbung von Siemens & Halske in der Zeitschrift Funk-Technik Nr. 17 / 1952 / Seite 472tbn_d_siemens_halske_werbung_1952.jpg
Funk-Technik 1955 / Heft 11tbn_d_siemens_werbung_1955.jpg
Funk-Technik 1955 / Heft 17tbn_d_siemens_werbung_1955_1.jpg
Funk-Technik 1957 / Heft 17tbn_siemens_werbung_1957.jpg
tbn_d_siemens_halske_logo.jpg
Elektron 1963 / Heft 9tbn_d_siemens_werbung_1963.jpg
Elektron 1963 / Heft 15/16tbn_d_siemen_halske_werbung_1963.jpg
Werbung für Siemens Selen - Gleichrichter in der Zeitschrift Elektron 1964 - Heft 11/12tbn_d_siemens_werbung_1964.jpg
Werbung in der Zeitschrift Elektron 1964 / Heft 23/24tbn_a_siemens_halske_werbung_1964.jpg
Werbung in der Zeitschrift Elektron 1965 / Heft 7/8tbn_d_siemens_werbung_1965.jpg
Q: Siemens, Produktwerbung 1964tbn_d_siemens_produktwerbung_1964.jpg
Werbung in der Zeitschrift "Bunte Illustrierte", Jahrgang 1955tbn_d_siemens_fernseher_werbung_1955.jpg
Siemens Messgerätekatalog für die Fernmeldetechnik; Ausgabe 1935; Siemens&Halske AG / Wernerwerk Berlin Siemensstadttbn_messgerte.jpg
Werbeblatt Siemens-Schuckert; Siemens Stromrichter mit Gittersteuerung SGO-Nr.4183/12 DIN A4tbn_stromrichter.jpg
Heft "Quecksilberdampf-Gross-Gleichrichter" Erscheinungsjahr 1924; Bestell-Nr. 1507, 39 Seiten Inhalt: Wirkungweise, Beschreibung Gefäße, Herstellung Vakuum, Anlagen, Anwendungen, Wirtschaftlichkeittbn_gross_gleichrichter.jpg
Werbung in der Wochenschrift des Funkwesens, Heft 50, 1928, Seite 16tbn_d_siemens_werbung_1928.jpg
Werbung in der Wochenschrift des Funkwesens, Heft 52, 1928tbn_d_siemens_werbung_1928_1.jpg
Logo in ~ 1924 ( Millivoltmeter).tbn_d_siemens_millivoltmeter_firma_logo.jpg
Annonce im Merian - Heft " Berlin " vom Juli 1989. ( Heft 7 / 42 )tbn_d_siemens_annonce.jpg
Werbetonfilm: Farbige Klänge, erfolgreiche Form - Siemens Rundfunk Nachrichten November 1951 - Sammlung Funkhistorisches Archiv der GFGF e.V.tbn_d_siemens_exportsuper52_werbefilm.jpg
Postkarte: Zum Geburtstag von Werner v. Siemens (USA)tbn_d_siemens_werner_von_siemens.jpg
am 26WLKtbn_d_siemens_26wlk_logo.jpg
Die Sendung, Nr. 35, 1929tbn_d_siemens_werbung_1929.png
Dieses originale Transparent befindet sich im Antikspeicher in Plau am See.tbn_0129.jpg
tbn_d_siemens_halske_rundfunkanlage.jpg
CQ-Mitteilungen 10-1938 Werbungtbn_d_cq_mitteilungen_10_1938_werbung_8.png
Leipziger Messe 1929tbn_siemens_messestand_1929_web.jpg

Forum contributions about this manufacturer/brand
Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)
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Siemens: Die Empfängerentwicklung zwischen 1929 und 1934
Dietmar Rudolph
31.Oct.18
  1

In "Technikgeschichte" ist ein Beitrag zur Empfängerentwicklung zwischen 1929 und 1934 am Beispiel von Siemens zu finden.

MfG DR

 
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Siemens-Logo
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
19.May.12
  1

Im Zusammenhang mit Siemens-Schweiz habe ich in diesem Thread in Post 8 die Entwicklung des Siemens-Logos aufgezeigt. Da das auch den Mutterkonzern betrifft setze ich hier diesen Link..

HDH

PS: Siemens-intern wird das natürlich nicht als Logo sondern als Firmenmarke bezeichnet. Heute ist "Siemens LOGO" eine kleine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) für einfache Steuerungsaufgaben (ähnlich dem großen Bruder SIMATIC)..

 
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Gebrüder Siemens & Co. ??
Wolfgang Eckardt
09.Feb.11
  1

In Heften des

"Jahrbuch der drahtlosen Telegraphie und Telephonie
Zeitschrift für Hochfrequenztechnik"

Band 24 aus 1924 fand ich Anzeigen der Firma Gebrüder Siemens & Co. 

Allerdings unterschieden sie sich etwas, im Heft 1 ohne Logo, im Heft 2 mit Logo.

Mir ist bekannt, dass der für uns bekannteste Ernst Werner Siemens (ab 1888 von Siemens) noch 3 Brüder hatte und das der Carl Wilhelm Siemens in England wirkte. Aber diese Firmierung "Gebrüder Siemens" ist mir bisher noch nicht bewusst bekannt gewesen. Das Logo in der zweiten Anzeige hat allerdings auch Ähnlichkeit mit der bekannten Firmierung von Siemens & Halske, ist aber ein völlig anderer Zusammenhang.
Wer kann mir gängige Literatur angeben, wo ich genauere Angaben dazu finde, welche Zusammenhänge da bestehen oder kann selbst etwas dazu schreiben? 

Für "Aufklärung" dankt

Wolfgang Eckardt

 

Günther Stabe
09.Feb.11
  2

Das Logo hat große Ähnlichkeit mit dem der Siemens-Schuckertwerke, aus der Zusammenlegung mit Schuckert & Co, Berlin, s. Wikipedia.

G.S.


 

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
09.Feb.11
  3

Hallo Herr Eckardt;

als langjährigen Siemensianer kam mir das irgendwie bekannt vor. Das war der Vorgänger von Siemens Plania. Hier finden Sie schon einmal einen kurzen Hinweis. Ich grabe aber weiter in meinen Unterlagen.

Gruß HDH.

Nachtrag: Hier eine kurze Zusammenfassung über SIPLA im Siemens-Archiv.

Wenn noch weitere Informationen gewünscht werden, scanne ich die entsprechenden Seiten aus dem Buch "Siemens 1918-1945" von Wilfried Feldenkirchen.

Wolfgang Eckardt
09.Feb.11
  4

Vielen Dank für die Antworten Herr Haase und Herr Stabe.

Herr Haase ist der Klärung meiner Unklarheiten schon recht nahe gekommen, indem er auf  "Siemens-Plania" hinwies. In der Chronik dort findet man schon einen interessanten Hinweis auf die "Gebrüder Siemens & Co.", der eigentlich meine Kernfrage beantwortet. Wörtlich heißt es dort:

Die Anfänge der Siemens-Planiawerke AG gehen auf das Jahr 1872 zurück. Damals gründeten Werner Siemens und seine Brüder die Firma Gebr. Siemens & Co., die sich mit der Herstellung von Alkoholmessgeräten beschäftigte. 1878 wurde die Fertigung von Kohlestiften für Bogenlampen aufgenommen, 1905 begann man mit der Herstellung von Kohlenstoffelektroden. Zur Nutzung von Synergieeffekten fusionierte das Unternehmen im Jahr 1928 mit der Planiawerke AG in Ratibor/Oberschlesien zur Siemens-Planiawerke AG. Siemens brachte in diese neue Gesellschaft ein neues Graphitierungswerk in Meitingen ein, die Planiawerke ihre Anlage für amorphe Kunstkohlen. In den 1930er Jahren wurden rund zwei Drittel des europäischen Bedarfs an Beleuchtungskohlen und Elektroden von Siemens-Plania gedeckt. Im Jahr 1972 kam es zum Verkauf des Unternehmens, es passte nicht mehr in das Markenkonzept von Siemens.

Die erwähnte Produktion von Kohlestiften dürfte nicht so weit weg sein von den in der Anzeige genannten Silit-Widerständen. (Für die Alkoholmessgeräte trifft das wohl eher nicht zu ......?) 

Falls noch weitere Antworten kommen sollten, lasse ich den Thread als Frage stehen.

W.E,
 

 

 

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
10.Feb.11
  5

Hier nun noch der versprochene Text aus Wilfried Feldenkirchen, Siemens 1918-1945, Seite 378 bis 380.

Anmerkung: Wilfried Feldenkirchen ist der Siemens-Haus-Chronist.

Die Anfänge der Siemens-Planiawerke gehen auf das Jahr 1872 zurück.
Damals gründeten Werner Siemens und seine Brüder die Firma Gebr.
Siemens & Co. (Gesco), die sich mit der Herstellung von Alkoholmeß-
geräten beschäftigte. 1878 wurde die Fertigung von Kohlestiften für Bo-
genlampen aufgenommen. Das Unternehmen gehörte neben dem 1896
gegründeten Plania-Werk in Ratibor (Oberschlesien) zu den ersten
Gesellschaften, die sich mit der Herstellung von künstlichen Kohlen
beschäftigten. 1905 begann die Firma Gebr. Siemens & Co., die 1897
Tochtergesellschaft der in die Rechtsform der Aktiengesellschaft umge-
wandelten Firma Siemens & Halske geworden war, in ihrem 1901 errich-
teten Werk in Lichtenberg mit der Herstellung von Kohlenstoffelek-
troden. Die positive Geschäftsentwicklung erforderte die Erweiterung
der Werke. Bemühungen, zu lockeren oder weitgehenden Absprachen
und Marktregelungen zu kommen, scheiterten vor dem Ersten Weltkrieg
und wurden wegen der steigenden Nachfrage im Ersten Weltkrieg als
nicht erforderlich angesehen.


   Die ausgeweiteten Kapazitäten des Industriezweigs überstiegen nach
1918 die Nachfrage ganz erheblich, so daß eine Verbesserung der Er-
tragslage durch eine Reduzierung der Kosten und eine Steigerung der
Erlöse als unerlässlich angesehen wurde. Bei der Gebr. Siemens & Co.
erfolgte im Jahre 1920 der Bau einer neuen, in den zwanziger Jahren
dann zügig ausgebauten Graphitierungslage in Meitingen, wo Strom
billig zur Verfügung stand. Um das Preisniveau zu stabilisieren, wurde
bereits 1919 zwischen der Firma Gebr. Siemens & Co., den Plania-
werken und der Gesellschaft für Teerverwertung in Essen ein Kar-
tell abgeschlossen, das für seine Mitglieder recht erfolgreich arbeitete,
ohne aber die strukturellen Probleme dieses Industriebereichs völlig
lösen zu können.
  Wegen der langfristig als günstig angesehenen Aussichten, der gleich-
zeitig aber noch bestehenden Überkapazitäten mit Preisverfall und der
nach Deutschland drängenden ausländischen Wettbewerber schlossen
sich 1928 die Gebr. Siemens & Co. und die Planiawerke, die seit 1912
mehrheitlich im Besitz der Rütgerswerke AG waren, zur  »Siemens-
Planiawerke AG für Kohlefabrikate« (Sipla) zusammen. Das Aktien-
kapital von 18 Mio. RM befand sich zu zwei Dritteln im Besitz der Sie-
mens & Halske AG., zu einem Drittel in der Hand der Rütgerswerke
AG. Die Werke Lichtenberg, Meitingen und Ratibor wurden in die
neue Gesellschaft eingebracht. Die Rütgerswerke hatten im Einverneh-
men mit Siemens unmittelbar vor der Fusion eine Mehrheitsbeteiligung
an der italienischen Gesellschaft »Elektrocarbonium« in Narni erwor-
ben, die ebenfalls eingebracht wurde.
  Der Zusammenschluß war betriebswirtschaftlich sinnvoll und wirt-
schaftlich erfolgreich, weil er viele Synergieeffekte mit sich brachte. Bis
1928 hatte Ratibor lediglich amorphe Kohlen herstellen können, wäh-
rend eine Anlage für Graphitkohle fehlte. Andererseits besaß die Gebr.
Siemens & Co. zwar eine große, moderne Graphit-Elektrodenfabrik in
Meitingen, hatte aber keine große Leistungsfähigkeit in der Fabrikation
von amorphen Kohlen. Damit ergänzte sich das jeweilige Produktions-
programm.
   Die auch durch die Weltwirtschaftskrise nicht nachhaltig gestörte
 Aufwärtsentwicklung der Sipla, die durch stetige Rationalisierung der
Produktion und Verbesserung der Produkte gefördert wurde, führte
dazu, daß in den dreißiger Jahren rund zwei Drittel des europäischen
Elektrodenbedarfs von der Gesellschaft gedeckt wurden.
  Die Siemens-Planiawerke stellten vor dem Krieg das bedeutendste
europäische Unternehmen für große amorphe Elektroden (Karbid,
Ferrolegierungen, Aluminiumherstellung), Beleuchtungskohlen und
Graphitelektroden dar. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die
Siemens-Planiawerke verstärkt für rüstungswirtschaftllche Aufgaben
herangezogen, ohne aber dem Bedarf voll entsprechen zu können, da sich
der Arbeitskräftemangel auch hier besonders bemerkbar machte.
   Die Siemens-Planiawerke verloren durch die Nachkriegsereignisse ih-
re beiden Hauptfabrikationsstätten in Berlin-Lichtenberg und in Ratibor.
Nur das Werk Meitingen, das für die Graphitierung, also die Veredelung
fertiger Rohelektroden eingerichtet war, blieb erhalten. Das Werk befand
sich allerdings in einer schwierigen Lage, da durch den Verlust des Wer-
kes Lichtenberg keine Rohelektroden für die Graphitierung zur Verfü-
gung standen.

Eventuelle Fehler und falsche Formatierungen bitte ich zu entschuldigen. Da habe ich mit dem OCR-Tool von Irfanview gekämpft. Was besseres habe ich leider auf diesem Rechner nicht.

HDH

Wolfgang Eckardt
10.Feb.11
  6

Vielen Dank Herr Haase für Ihre Bemühungen,

damit ist meine Frage zur Firma "Gebrüder Siemens & Co." aber auch restlos beantwortet.

Mit feundlichen Hobbygrüßen

Wolfgang Eckardt 

P.S.: Zu den OCR-Scans:.... wer Schreibfehler findet, darf sie behalten......

 
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Siemens model names
Georg Richter
27.Mar.10
  1

Dear all,

those who are not familiar with Siemens model names should know:

Often to be seen is a (virtual) discrepancy between the registered model name and the model name which is to be seen on the back of the radio.

This is caused by Siemens itself by naming the models different on the back bord and in their official circuit diagrams.

Another reason is a possibly different model name in original advertisements, in professional or trading journals, and in wholesale catalogues.

This mess happens especially if the word "Super" is involved, like "Kleinsuper", "Mittelsuper", "Gross-Super", Luxussuper", "Qualitätssuper", "Exportsuper", "Reflexsuper", "Standardsuper", "Meistersuper".

Be always careful and do not mix up "Exportsuper" with local models.

The word "Batteriesuper" as mentioned with the later small transistorized models is obviously taken from papers of any kind.

So if you have your own "super" model in question it is always worth to search for model name "super", manufacturer "Siemens" and then to click on [ picture galery ] to see if pictures are available, and hopefully a back bord picture with the corresponding model name has been uploaded.

If you was seriously able to identify your model please upload a picture of the back bord if it missing on the model page.

Thanks and best regards,

GR

 
Hits: 5086     Replies: 1
SIEMENS in CHINA
Konrad Birkner † 12.08.2014
26.Jan.04
  1

Am 1.1.1904 eröffnete Siemens ein Technisches Büro in Shanghai, ein  Gemeinschaftsunternehmen mit dem Hamburger Chinahaus Mandl&Co. Ab 1910 war Siemens eigenständig als "Siemens China Electrical Engineering Co.",  später als "Siemens China Co.".

Es war Vertrieb mit Büros und Werkstätten mit einem guten Dutzend deutscher Ingenieure. Dies ging bis zum 1.Weltkrieg, dann waren Lieferungen aus Deutschland nicht mehr möglich. Die Büros in Peking und Shanghai hielten sich mit Lagerverkäufen ,Reparaturen und Verwendung ausländischer Fabrikate über Wasser.

1919 wurden alle Deutschen repatriiert ,das Geschäft lief aber inoffiziell weiter (unter anderem Namen) durch ausländische Mitarbeiter, chinesische Freunde und einige deutsche Ingenieure im chinesischen Staatsdienst.

1921 Neugründung der "Siemens China Co." unter Beteiligung chinesischen Kapitals. Joint Ventures über ein Kraftwerk sowie eine "Scheinproduktion" in China. Geschäft übertraf bald den Vorkriegsstand, dann aber Rückgang durch Bürgerkrieg und Weltwirtschaftskrise. Die Blütezeit 1935-37 endete abrupt durch den japanisch-chinesischen Krieg und den 2.Weltkrieg.

Das in China immer sehr wichtige Firmenlogo ergibt sich aus der phonetischen Kanshi-Schreibweise: Hsi-Men-Tze = Siemens, was durch einen glücklichen Umstand in der Silbenbedeutung: Westen-Tor-Sohn = "Der Sohn, der durch das Tor des Westens hereinkam" hieß. So etwas genoss hohes Ansehen.

Siehe auch: unbekannt: ; 4-Röhren-Empfänger SIEMENS China ?

Mark Hippenstiel
17.Feb.18
  2

Siehe auch Siemens; China.

 
Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)
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