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History of the manufacturer  

Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG; Staßfurt (Staßfurter)

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Name: Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG; Staßfurt (Staßfurter)    (D)  
Abbreviation: stassfurt
Summary:

Früh beginnt die Firma sehr gute Superhets zu entwickeln, doch schmückt sie sich zu unrecht mit «der erste deutsche Superhet» etc. und gerät ab 1932, wo die Superhets auch in Deutschland allgemein aufkommen, gar ins Hintertreffen bezüglich Technik. Man erreicht 1939 nur einen Höchststand von 3.36 % vom deutschen Markt. Imperial und Continental sind wichtige Markennamen von Stassfurt.

1912: Gründung als Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG, Stassfurt;
1932: Stassfurter Rundfunk-Gesellschaft mbH;
1948: Continental-Rundfunk GmbH, Osterode;
1958: Imperial Rundfunk- und Fernsehwerk;
1968: Kuba-Imperial GmbH;
1970: Imperial GmbH Radio Fernsehen Phono.
Radios: 1923 bis 1971.

Founded: 1912
Documents about this manufacturer/brand
  Logos der Fa. Stassfurt. 820 KB
History:

Aus Radiokatalog Band 1:

Diese Firmengeschichte ist im Buch (108 Seiten A5) «Stassfurter Imperial, eine Chronik in Wort und Bild» durch Dipl.-Ing. Conrad H. von Sengbusch [480] festgehalten. Die meisten hier wiedergegebenen Informationen über die Firma stammen aus diesem Buch, das die Firmengeschichte sehr gut, wenn auch etwas tendenziell, nachzeichnet.

Die Rundfunk-Ges. stammt aus der 1912 gegründeten Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG, die zum Konzern der Dessauer Gas-Gesellschaft gehörte. Stassfurt liegt an der Bode in Sachsen. Der Sohn (Wolf, Dipl-Ing., 1900-1976) von Direktor Steindorff durfte sich kurz vor der Rundfunk-Zeit ein Radio-Versuchslaboratorium einrichten. Ab 1923 lässt er Detektorgeräte, Drehkondensatoren und einfache Röhrengeräte fertigen, die Stassfurt in verschiedene Länder exportiert.

1924 entsteht ein 1-Röhren-Audion mit begrenzter Rückkopplung. Es ist durch separate Vor- und NF-Stufen ausbaubar und fällt nicht unter die «Audion-Versuchserlaubnis» der RTV (Reichs-Telegraphen-Verwaltung). 1925 zählt die «Radio-Belegschaft» ca. 15 Personen. Obwohl nicht viel Werbung nachzuweisen ist, zählt die «Radio-Belegschaft» 1927 ca. 400 Beschäftigte und Stassfurt hat 25'000 Empfänger gebaut. Den Hinweis im Zentrum der Firmenschildchen «STLuKw» ersetzt nun ein 6-eckiges Schild mit «Lichtkraft Stassfurt».

Elektrodynamische Lautsprecher mit Chassis aus den USA gibt es ab 1928. Im gleichen Jahr beginnt Stassfurt mit dem Bau von Superhet-Empfängern (Mikrohet, Batteriegerät mit getrennter Abstimmung des Oszillators), die sie ab sofort ununterbrochen in verbesserter Ausführung liefern. Idee und Entwicklung stammen von Georg Nissen aus Wien (ex. Constantinowski).

Obwohl ab 1924 andere Firmen - auch in Deutschland - batteriebetriebene Superhets liefern (Chem.-techn. Industrie Offenbach «Miradyn», Huth «Superhuth I» [639285]), versucht Stassfurt ab 1928 den Umstand zu nutzen, dass andere grosse Firmen (z.B. Telefunken) erst ab 1932 Superhets liefern, was an der Funkausstellung Berlin 1938 den unrichtigen Ausspruch «Der erste deutsche Superhet war ein Stassfurt» zur Folge hat. Trotz wesentlich grösseren Entwicklungsbudgets einiger Firmen schmilzt der klare Vorsprung bei Superhets erst Mitte der 30er Jahre, doch später ist die Firma Stassfurt im Hintertreffen.

Den Vertrieb besorgen bis 1928 vor allem Handelshäuser in Berlin. Ab 1929 führen die wichtigsten Grosshändler die Produkte der Firma und in den grossen Städten (inkl. Paris) existieren eigene Vertretungen. Nun ist der Superhet (Mikrohet W) ein Netzempfänger (wie der Supertefag 1927). Zu neuentwickelten Phonoschränken (Makrophon) gibt es Verstärker (V), die Stassfurt nach der Sprechleistung numeriert.

Ab 1930 heissen die Superhets «IMPERIAL» [638968], wobei ab 1933 teilweise auch Geradeaus-Geräte diesen Namen erhalten. 1930 erzielen 4296 verkaufte Empfänger einen deutschen Marktanteil von 0,4 %. Während einigen Jahren sind die Superhets von Stassfurt anderen Supern (z.B. Schackow, Leder & Co., Berlin) meist in verschiedener Hinsicht überlegen und trennen dank Vorstufe (spez. 4-fach Drehko) tatsächlich 9 kHz sehr gut. Musikschränke haben Tradition. Sie sind hier unter Modell-Nummer mit «-Schr.» oder «-Schrank» bezeichnet und enthalten praktisch immer einen integrierten, elektrisch betriebenen Plattenspieler mit Pick-up (el. Tonabnehmer) und oft ein spezielles Lautsprecher-System (z.B. 2 elektrodynamische LS = 2Edy). Diese Tradition beginnt 1929 mit dem «Heim-Makrophon». Als Standmodell erhalten sie hier im Katalog unter «Mat» ein «M» (für Möbel). Nicht ganz konsequent benutzt Stassfurt anfänglich die Röhrenzahl als Modellnummer.

Ab 1929 verwendet die Firma als hinterste Ziffer das Modelljahr und stellt die Anzahl Empfangsröhren (nicht Empfängerröhren) davor. Als Hilfsröhren gelten aber auch z.B. die AB2. Beim 98W, 159W und ab 1939 bezieht das Unternehmen (ausser bei 50GWK, 800WK, MES41WK) alle Röhren mit ein. Leider gelten für das gleiche Gerät unterschiedliche Typenbezeichnungen: im Werk, in den Katalogen und in den Bestückungslisten wie z.B. 1937: 37, LW37, 37LW oder 37WL.

Nach der Teilung des Unternehmens, 1932, entsteht die Stassfurter Rundfunk-Gesellschaft mbH mit ca. 600 Beschäftigten. 1933 übernimmt in Berlin die Firma Klöppel & Bergner den Vertrieb. 16'670 abgesetzte Geräte entsprechen einem Branchen-Anteil von 1,6 %.

1933/34 bietet die Firma mit dem «Imperial 53» (AK1) - mit *Schattenzeiger* als Abstimmhilfe - einen Empfänger mit Kurzwelle an. Statt der üblichen Gegentakt-Endstufe erhält 1934 der «Imperial 64» eine Endröhre LK4200 für 650 V Anodenspannung und eine beleuchtete Linearskala (Gross-Sichtskala). Der «Imperial 55» von 1935 verfügt neben der nun allgemein üblichen Gross-Sichtskala auch über Kurzwelle, einstellbare Fading-Automatik und ein Drehspulinstrument als Abstimmanzeiger.

1936 entsteht an der Löderburger Strasse [?IV-209] ein neues Fabrikgebäude; neu ist auch ein Emblem mit der Inschrift «Stassfurter Imperial» auf ausgebreiteten Adlerschwingen. Die Produktion von Militärausrüstungen beginnt. Es scheint, dass hier wieder einmal Dr. Parkinson (Buch: «Die zehn Gesetze...») Recht hat, wenn er schreibt, dass der Zenith überschritten ist, wenn sich eine Firma beim Neubau ein Denkmal setzt.

Ab 1935, deutlicher ab 1936, produzieren einige Konkurrenten bessere Rundfunk-Super. Der «Imperial 159W» soll ein Spitzengerät darstellen, aber mutmasslich bleibt es beim Mustergerät auf der Funkausstellung 1938. Der Betrieb beschäftigt 850 Personen, 700 davon Frauen. Der Exportanteil beträgt 1939 15 %; der deutsche Absatz erreicht mit der Menge von 55'381 Geräten den Höchststand von 3,36 % Marktanteil. Der 600WK von 1939/40 ist mit Drucktasten zu bedienen.

Ab 1943 gibt es nur noch Kriegsgüterproduktion, ausser dem DKE43. Bei Kriegsende arbeiten 1700 Personen im Stammwerk und 800 in den Verlagerungsbetrieben.

Am 16.12.48 gründet Dipl-Ing. Wolf Steindorff, der ehemalige Direktor der Firma Stassfurt, in Osterode am Harz die Continental-Rundfunk GmbH. Er kann in der Werbung das Logo Stassfurter Imperial verwenden.

Am 27.11.57 entlässt der Konkursverwalter nahezu alle Mitarbeiter. 1958 kauft Gerhard Kubitschek, der Gründer von Kuba-Imperial, die Continental-Rundfunk GmbH und ändert den Namen in Imperial Rundfunk- und Fernsehwerk GmbH. Bald steigt diese Gruppe zum drittgrössten Anbieter von Fernsehgeräten mit 10% Marktanteil auf.

Ab 1.7.66 gehören Kuba/Imperial zum US-Konzern General Electric, später zu AEG-Telefunken. 1972 schliesst die Firma.
 

Staßfurt in Ostdeutschland: Siehe Stern-Radio Staßfurt, VEB, RFT (Ostd.)

Unter russischer Regie erfolgt bis 1947 eine Produktion von Rundfunkgeräten für die UdSSR. Ab 1947 produziert die ab 1949 als VEB Stern-Radio Stassfurt (VEB für «Volks-Eigener Betrieb») bezeichnete Firma Rundfunkgeräte.

1991 heisst das Unternehmen RFT, Rundfunk-Fernseh-Telekommunikation AG. Die RFT-Fernseher - nun mit West-Know-how gebaut - sind ab diesem Zeitpunkt in der ganzen BRD erhältlich [639285].

Produktionsende für Radios ist 1962/63, doch produziert das Werk auch nach der Wende Fernsehgeräte etc.


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
27–30 W4 RE084  Primär-Empfänger; 200-3000 m [560]. 
28–30 Makrophon II (2) [neu] RE144   
34/35 Imperial 44WL AK1   
35/36 Imperial GWL35 CF3  Uhrenskala. 
27–30 Viola [RE064] RE064  Widerstandskopplung . Preis ohne Röhren und Steckspulen. 1929 nur noch 39,50 Mark! 
28/29 L6 [neu]    
29/29 Makrophon III (3) [alt] REN904  siehe auch 1929/30 und spätere. 
28/29 Makrophon II (2) [alt] RE084    
28–31 Mikrohet-Koffer RE074d   
29–31 Makrophon V24 REN1004  24 Watt;Gl.-Rö stimmt?? 
29–31 Makrophon V30 REN1004   
29–31 Viktoria W329 REN904   

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

Scanned von Werbeprospekt der Staßfurter Licht- und Kraftwerke, Staßfurt.tbn_stassfurt_makrophon_1.jpg
Scanned von Werbeprospekt der Staßfurter Licht- und Kraftwerke, Staßfurt.tbn_stassfurt_makrophon_2.png
Stassfurt: Vorführraum für Rundfunkgeräte um etwa 1928.tbn_d_stassfurt_vorfhrraum_ca1928.jpg
Rundfunkjahrbuch 1929tbn_d_stassfurt_1929_adv.jpg
Werbung für Stassfurter Erzeugnissetbn_d_stassfurt_werbung1926.jpg
Werbung für die Funkausstellung 1927tbn_d_stassfurt_werbung1927.jpg
"Moderne" Werbung aus Prospekt von 1937/38tbn_d_stassfurt_aus_prospekt_37_38.jpg
Eines der ersten Bilder von Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG, Stassfurt - Radiobau-.In den Händen der Frauen sind Steilpultchassis Typ K 4 von ca. 1925.tbn_radiobau_1925.jpg
Es sind die ersten Arbeiten an Radioapparate.tbn_d_stassfurt_lichtundkraft_radiobau_manufaktur1924.jpg
Belegschaft der -Staßfurter Rundfunk Gesellschaft m.b.H.- von ca. 1936tbn_belegschaft_staru_ca_1936.jpg
Abgleich- und Prüfkabine von ca. 1938. Hier mit dem Imperial 48 GW und dem Chassis, vollst. vom Imperial 4B.tbn_abgleich_undpruefkabine_1938.jpg
Lager für Lautsprecher - Makrodyn. etwa 1935tbn_d_stassfurt_lautsprecher_makrodyn.jpg

Forum contributions about this manufacturer/brand
Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG; Staßfurt (Staßfurter)
Threads: 4 | Posts: 4
Hits: 1073     Replies: 0
Staßfurt: Fabrikationsprogramm 35/36
Dietmar Rudolph
24.Aug.16
  1

MfG DR

 
Hits: 1435     Replies: 0
Stassfurt: Produktpalette 1934
Dietmar Rudolph
08.Jan.15
  1

Ein originales Prospektblatt von 1934, das die damalige Produktpalette zeigt, hat sich erhalten. Es ist ein Geschenk von Hans Knoll. Ein ehemaliger Lehrer hat diesen Prospekt 1934 im Radio-Geschäft von Herrn Knoll Senior, dem Vater von Hans Knoll, erhalten und sorgfältig aufbewahrt. Über einige Umwege kam der Prospekt dann aus der Erbmasse dieses Lehrers schließlich 2014 in den Besitz von Hans Knoll. Dieser hat ihn mir geschenkt, weil ich mich ausführlicher mit Stassfurt-Radios aus dieser Zeit befaßt habe, sagt er. Herzlichen Dank dafür, lieber Hans!

Aus heutiger Zeit betrachtet, erscheint (nicht nur) das Titelbild reichlich militärisch. Tatsächlich ist es "im Stil der (damaligen) Zeit", wie aus Inseraten auch anderer Radio-Firmen zu erkennen ist.

Leider ist das Format etwas breiter als DIN A4, so daß links die schwarz-weiß gestreifte Fahnenstange beim Scan nicht mehr darauf gepaßt hat.

Die damalige Prodult-Palette ist mit 12 verschiedenen Typen recht umfangreich. In der gezeigten "Parade" sind allerdings nur 3 davon abgebildet.

Links ist noch die vorjährige (1933) Form zu erkennen. Hier ist von der halbkreisförmigen Skala nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen. In dieser Art sind die "besseren" Geräte ausgeführt (Ausnahme 64W), deren Spulen (in bewährter Art) auch noch als Luftspulen (ohne HF-Eisen) ausgeführt sind. Daher haben sie auch eine niedrige ZF Frequenz von 124kHz und benötigen eine gute Vorselektion (mit 4-Gang Drehkondensator) zur Unterdrückung des "Spiegel-Empfangs", woduch sie auf insgesamt 8 Kreise kommen. Die "besseren Geräte" sind also eine Weiterentwicklung der bewährten Geräte aus dem Vorjahr. Hier wurde insbesondere der Schwundausgleich verbessert und die Endstufe verstärkt. Die Anzahl der Röhren ist 6 bzw. 8 Stück (mit Gleichrichter).

In der Mitte und rechts sieht man die "neue" Form mit "Groß-Sicht-Skala", teilweise mit "Flutlicht" beleuchtet. Die Schwingkreise enthalten hier z.T. die damals "neuartigen Eisenspulen D.R.P.a.". Die ZF Frequenz ist bei den Supern dann zu 477kHz gewählt. Durch diese höhere ZF Frequenz verbessert sich die Spiegelselektion so weit, daß (wie später allgemein üblich) nur noch ein einziger Vorkreis notwendig ist. Man kommt nun mit einem 2-Gang Drehkondensator aus. Auch die Zahl der Röhren konnte reduziert werden. Man kommt für einen Super nun mit 4 bzw. 5 Stück aus (mit Gleichrichter).

Die "neuartigen Eisenspulen" stellten damals für die Fertigung sicher ein gewisses Risiko dar, da es noch keine Langzeiterfahrung gab. Stassfurt hat diese Neuerung daher "vorsichtshalber" zunächst bei den einfacheren und preiswerteren Typen eingeführt.

Die Prospektseiten zu den einzelnen Modellen (LW34, 34W, 44W & 44WL & 44GL, 5AW & 5AWL, 53W, 64W, Musikschrank, Musikschrank 2, Makrofon 64, Makrofon 184, Makrodyn-Lautsprecher, KW5) werden jeweils dort hochgeladen.

MfG DR

 
Hits: 1954     Replies: 0
Zuordnung von Modellen Stassfurter und Continental
Hermann Jung
30.Jun.05
  1 Wie aus der ausführlich dokumentierten Firmengeschichte hervorgeht, wurde nach dem Krieg (1948) das Nachfolgeunternehmen in Westdeutschland unter der Firma "Continental - Rundfunk GmbH" weitergeführt, das auch die Marke "Imperial" weiterverwendet hat.

Modelle von eigentlich Continental sind teilweise auch nach 1948 noch hier unter "Stassfurter..." geführt (ausschließlich) oder auch redundant unter "Continental" und "Stassfurter..." (Beispiele: Modelle 61W, 711 oder 6048). Falls wir die doppelten Modelle unter "Stassfurter..." löschen (würde ich vorschlagen) könnte ich evt. nur hier vorhandene Bilder auf die Modelle bei Continental verschieben.

Grüße, Hermann Jung
 
Hits: 2781     Replies: 0
Stassfurter Rundfunk - erweiterte Chronik bis 2003
Iven Müller
05.Aug.03
  1

1912
"STASSFURTER LICHT- UND KRAFTWERKE A.G." neu gegründet.

1920
Radio-Versuchs - Labor bei der "STASSFURTER LICHT- UNDKRAFTWERKE A.G." (zugehörig zum Konzern der "DCGG:
Deutsche Continental Gas Gesellschaft - Dessau) am Athenslebener
Weg von W. Steindoff eingerichtet.

1923
Aufbau der Radioabteilung in der damaligen "Staßfurter Licht- und Kraftwerke A.G."
Es werden erste Detektorgeräte, Drehkondensatoren und einfache Röhrengeräte produziert.
Gründung der Tischlerei für Radiomöbel - Alfred Diesing, Löderburger Straße 14.

1924
Es entsteht ein - Röhren Audion mit begrenzter Rückkopplung

1925
Die Radio - Belegschaft zählt etwa 15 Personen

1927
Es sind bereits 400 Beschäftigte bei Stassfurt tätig. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Stassfurt bereits 25000 Empfänger hergestellt.
Funkausstellung in Berlin mit:
Netzanschlußgeräte für Heiz- und Anodenstrom, Präzisions - Drehkondensatoren 0 28, Präzisions - Fensterskalen, neue hochwertige Empfängertypen.

1928
Fertigung des Rundfunkgerätes mit dem Namen "Mikrohet".
Erster deutscher Superhet - Empfänger wird von "Staßfurter Licht-
und Kraftwerke AG, Abt. Radiobau, weltweit verkauft.

1929
Alle wichtigen Großhändler führen nun Empfänger von Stassfurt

 

1930 Die Superhet - Geräte erhalten den Namen Imperial. In der Löderburger Straße in Stassfurt entsteht ein neues Werk. Die Produktion von Militärtechnik beginnt.

1931
Trennung "LICHT- UND KRAFT" von Abteilung "Radiobau". Firmierung unter "STASSFURTER RUNDFUNK - GESELLSCHAFT MBH" mit ca. 600 Beschäftigten.

1933
Aufnahme einer zusätzlichen kommerziellen Fertigung als sogenannte "Behördenfertigung" und Produktionsbeginn des Gemeinschaftsempfängers
Typ VE 301.

1934
Gründung der "Staßfurter Rundfunkgesellschaft mbH"
1000 Jahr- Feiern der Stadt Staßfurt.

1935
Ein Großbrand zerstört die Tischlerei Diesing fast vollständig. Es erfolgt ein Neubau auf dem Gelände der ehem. chem. Fabrik von Forster & Grüneberg an der Gänsefurther Straße.

1936
entstanden an der Löderburger Landstraße moderne Fabrikgebäude mit dem neu geschaffenen Firmenzeichen:
"STASSFURTER IMPERIAL" auf ausgebreiteten Adlerschwingen.

1938
Bezug des Verwaltungsgebäudes mit Konstruktionsbüros, Entwicklungslabor usw. und der Produktionshalle 1 (7000 qm
Der Betrieb beschäftigt etwa 850 Personen, davon sind ca. 700 Frauen.

1940/41
Bau und Bezug der Produktionshalle 11 (6000 qm), Mitarbeiter: 1600 Personen.

bis 1942
Qualitätsführer in Deutschland bei Musiktruhen unter dem Markennamen "Imperial"

1943
Es gibt außer dem DKE 38 nur noch Rüstungsproduktion.

1945 Westdeutschland
16.12.1948 Dipl. Ing. Wolf Steindorff, der ehemalige Direktor der Firma Stassfurt gründet in Osterode die Continental - Rundfunk GmbH. Das Firmenlogo der Stassfurt kann weiterhin verwendet werden. 27.11.1957 Die Firma meldet Konkurs an. Nahezu alle Mitarbeiter werden entlassen.

1945 Ostdeutschland
Unter russischer Regie werden Geräte für die UdSSR produziert

01.06.1945
Wiederaufnahme der Rundfunkgeräteproduktion mit 157 Mitarbeitern in ehemaligen Produktionsstätten im Stadtgebiet.

01.08.1945
Herr Bernward Müller wird mit der kommissarischen Leitung der "Staßfurter-Rundfunk-Gesellschaft m.b.H." beauftragt.

18.12.1945
Mit dem Befehl Nr. 75 (Staßfurter Rundfunk) wird durch General Major Kotikow, Herr Bernward Müller als Sequester bestellt.

1946
Beginn der Lehrlingsausbildung mit 9 Lehrlingen (Lehrecke)

1946/48
Der Betrieb gehört zu: INDUSTRIE-WERKE SACHSEN ANHALT.

01.07.1948
Umbenennung und Neugründung des Unternehmens als
VEB Stern - Radio Staßfurt.

1948 -1951
Produktion von: "Stern" - Plattenspielerschatullen, Einkreis-Geradeausempfängern 1U11 und Rundfunkgeräten 4U61/62.

01.05.1949
Übergabe einer neuen Lehrwerkstatt

13.10.1949
Eröffnung des 1. Werkskindergartens (,,Zum Kinderland") mit Hort für 40 Kinder in einer Baracke auf dem Betriebsgelände

15.12.1949
Erfüllung des Jahressoll zu 100% mit 26987 Radiogeräten

13.01.1950
Im Betrieb sind 637 Arbeitskräfte beschäftigt.

06.06.1950
Übergabe der Betriebsberufsschule im VEB "Stern - Radio` Staßfurt.

1951
Beginn der Produktion einer Staßfurter Eigenentwicklung des Radiogerätes "Stern 6 E 51" in Halle 1.

06.09.1951
Übergabe einer Empfangs- und Heilstätte Rathmannsdorf Beschallungsanlage an die Tbc - durch die Belegschaft des VEB "Stern - Radio".

05.12.1951
Im VEB - RFT - "Stern - Radio" werden 141 Lehrlinqe ausgebildet.

01 .05.1952
Eröffnung einer Kinderkrippe und einer Kindertagesstätte im Betrieb.

30.06.1952
Das Vorschlags- und Erfindunqswesen im Betrieb wird verbessert.

22.07.1952
II. Delegiertenkonferenz zur Annahme des Kollektivvertrages im Betrieb durchgeführt.

1952 - 1955
Produktion des Gerätes "5 E 63"

01.03.1953
Eröffnung einer Lebensmittelverkaufsstelle (Vst. 111) im Betrieb

18.03.1954
Betriebskollektivvertrag für das Jahr 1954 unterzeichnet

01.06.1954
Produktionsaufnahme von Massenbedarfsgütern wie: Kabelschellen, Klingeltrafos und Schuhspanner

01 .09.1954
VEB "Stern-Radio Staßfurt wird Sieger im überbetrieblichen `Wettbewerb der vier "Stern-Radio-Betriebe.

23.09.1954
Die ersten 500 "Radio-Bastelkästen" verlassen die Lehrwerkstatt (Massenbedarfsgüterproduktion)

02.10.1954
Begutachtung des Messemusters eines neuentwickelten
Fahrradsupers

24.11.1954
Die Betriebszeitung "Im Skalenlicht" erscheint im 1. Jahrgang mit der Nummer 10

12.09.1956
Zeitungsbericht über die Leipziger Herbstmesse mit Vorstellung eines Staßfurter Fernsehgerätes (Laborstadium) und des "Diamant" mit Drucktastenumschaltung und der "Sinfonie".

01.10.1956
Eröffnung der Spezialverkaufsstelle für Staßfurter Rundfunkgeräte in der Karl-Marx-Straße. Die Musikvitrine in "Violetta" kostet 1250,- DM. Teilzahlunq war möglich.

13.12.1956
Der Werkleiter Siegfried Kästner überreicht der Pionierorganisation
der Goetheschule ein Fernsehgerät.

September 1957
Staßfurter Rundfunkbetrieb produziert die ersten Fernsehgeräte vom Typ "Iris 12 A".

19.08.1957
VEB "Stern-Radio" erhält die Wanderfahne des Ministerrates.

03.09.1957
Brand in zwei Lagerbaracken im VEB "Stern-Radio" durch Funkenflug einer Lokomotive.

01.05.1957
Übergabe einer "Zentralen Rundfunk- Fernsehgerätereparaturwerkstatt" am
Schäfereiberg 1.

1958
Gerhard Kubitschek, der Gründer der Kuba Imperial kauft die Continental - Rundfunk GmbH und ändert den Namen in "Imperial Rundfunk und Fernsehwerk GmbH" um 01.07.1966 Die Firma gehört nun zum US Konzern General Electric, später zu AEG - Telefunken -  1972 Die Firma schließt.

Herbst 1960
Umbenennung des Betriebes in: "VEB Fernsehgerätewerke Staßfurt"

10.08.1961
Die "Rote Brigade" richtet an Walter Ulbricht ein Schreiben, in dem sie fordert, den westdeutschen Menschenhändlern einen Riegel vorzuschieben.

06.10.1961
Übergabe einer Produktionshalle (Halle V 48m x 144m) im Betrieb durch den VEB Bau-Union Magdeburg.

12.02.1964
Übergabe eines Sozialgebäudes im FSGW.

16.12.1964
Das Ein - Millionste - Fernsehqerät läuft im FSGW vom Band.

15.01.1966
Übergabe einer neuen Kultur- und Sozialeinrichtung an der Löderburger Straße durch den Werkdirektor Ketscher.

Dezember 1966
Baubeginn für das neue Forschungshochhaus des FSGW.

15.04.1967
Beginn der Serienproduktion des 1. volltransistorisierten tragbaren Fernsehkoffergerätes "K 67".

04.06.1968
Übergabe des Kindergartens des FSGW in der Löderburger Straße.

10.05.1969
Die ersten volltransistorierten Farbfernsehempfänger (,,Color 20") verlassen das Werk.

02.10.1969
Fertigstellung des 1000. Farbfernsehgerätes "Color 20".

19.03.1970
Übergabe einer Kinderkrippe des FSGW in der Gänsefurther Straße.

12.06.1970
Eröffnung einer Kleinfeldsportanlage der BBS des FSGW.

08.12.1970
Eröffnung der HO -Kontaktring - Filiale ,,Funk" in der Straße der DSF

01.01.1971
Der VEB Industrievertrieb Rdf. und Fernsehen übernimmt die Rundfunk-
und Fernsehreparaturwerkstatt am Schäfereiberg

 20.10.1971
Inbetriebnahme eines Selbstbedienungstraktes im VEB FSGW (Kantine in Halle 1)

 08.03.1972
1972 Bau der Traglufthallen im Betriebsgelände

 01.02.1974
Auszeichnung des VEB FSGW mit dem Karl-Marx-Orden.

 13.03.1975
Das 5-millionste Fernsehgerät läuft im FSGW vom Band
Juni 1976 Inbetriebnahme einer Kegelbahn im FSGW

 19.04.1979
Bildung des Kombinates ,,Rundfunk und Fernsehen

 05.05.1980
Übergabe einer Kinderkrippe im Kindergarten des FSGW in der
Berliner Straße (Kapazität: 20 Platze)

 18.11.1980
Verleihung des Ehrennamens ,Friedrich Engels an den Betrieb

20.03.1981
Das FSGW erhält ein Ehrenbanner des ZK der SED für
hervorragende Leistungen im Produktionswettbewerb durch Margot
Honecker überreicht.

10.09.1981
Grundsteinlegung für den Ratiomittelbau im FSGW durch den
Betriebsdirektor Franz Korsch.

 01.01.1984
Der VEB Tonmöbel wird ein Betriebsteil des FSGW ,,Friedrich Engels

 13.05.1985
Das 10-Millionste Fernsehgerät (,,Colormat") läuft vom Band

 05.02.1987
Die Volksstimme berichtet über die Erhöhung des
Automatisierungsgrades im VEB FSGW (Probelauf des
1. Teilabschnittes der automatischen Leiterplattenbestückung)

 04.11.1987
Industrieerprobung einer neuen leistungsstarken Plastspritzmaschine.

04.01.1988
Die Kinderkrippe 1 des VEB FSGW (im Betriebsgelände gelegen) schließt ihre Pforten. Die Kinder werden in der Krippe ,,Gänsefurther Straße" untergebracht und betreut.

08.03.1988
Jede der 2615 Frauen im FSGW erhalt anlaßlich des Frauentages eine rote Nelke.

11.08.1988
Der 8-millionste Schwarzweißfernsehempfänger verlässt das FSGW.

02.02.1989
Auszeichnung des FSGW durch Eintragung in das Ehrenbuch der Bezirksleitung der SED.

16.03.1989
Messegold für den ,,Color 40".

10.05.1989
Eintragung des Kollektivs ,,Elektrische Konstruktion und Geräteentwicklung - 4. Grundkonzeption Farbfernsehempfänger" in das Ehrenbuch der KL der SED.

22.08.1989
Der VEB FSGW wird mit der Wanderfahne des Ministerrates und des Bundesvorstandes des FDGB ausgezeichnet.

Sept. 1989
Übergabe des rekonstruierten Betriebsambulatoriums und einer neuen Bücherei im FSGW durch den Generaldirektor Boegelsack.

Juli1990
Gründung der:
Rundfunk - Fernsehen - Telekommunikation AG Staßfurt

1992
Europapremiere eines Farbfernsehgerätes mit Einchip - Signalverarbeitung

31.08.1993
Beginn der Abrissarbeiten am Lehrlingswohnheim der RFT-AG

21 .02.1995
Auf dem RFT-Betriebsgelände wird aufgeräumt und abgerissen.

29.03.1995
Produktionsstart für eine neue TV-Gerätelinie bei RFT
(100-Hertz-Technik).

24.06.1995
Wieder blaue Briefe für Fernsehwerker (1/3 von 556 sind betroffen).

25.06.1995
RFT beginnt mit Produktion eines Mini-Computers.

14.07.1995
RFT führt neues Produktionssystem ein, Hoffnungen ruhen auf "Factory 95".

08.08.1995
Der Abriss geht weiter, auch das Hochhaus ist der Abrissbirne geweiht.

25.08.1995
RFT Spitzenreiter bei Fernseh-Test - Luigi Colani`s neugestaltete Geräteserie auf der Funkausstellung in Berlin

30.01.1996
Für RFT Staßfurt ist die Gesamtvollstreckung beantragt
(Produktionsbereich), Vertrieb bleibt.
Es wird nach Lösungen gesucht.

06.02.1996
Bei RFT geht es weiter. Land und Banken haben Zusagen gemacht.

23.02.1996
Die Abrissbirne trifft Ex RFT -Gebäude. Das Kulturzentrum, das Hochhaus, Produktionshallen und Baracken auf dem RFT-Gelände werden nach Plan entkernt, abgerissen oder gesprengt.
Das ehemalige Verwaltungsgebäude an der Löderburger Straße soll stehen bleiben. Hierfür interessiert sich das Berufsförderungswerk.

01 .03.1996
Die Belegschaft der RFT-E erhält komplett zum 28.02. ihre
Kündigung.


29.03.1996
Demo durch Staßfurt. Landesregierung will RFT retten. (noch knapp 500 Beschäftigte)

08.05.1996
Gesamtvollstreckung RFT-V (Vertrieb und Marketing GmbH) am 01 .05.1996 eröffnet,

nachdem 1995 ein Verlust von 48 Millionen Mark aufgelaufen war.

15.05.1996
Heute fällt ein Wahrzeichen der Stadt. Das Hochhaus des Fernsehgerätewerkes wird um 19.46 Uhr gesprengt.

08.06.1996
RFT- Beteiligung kostete Nord / LB 8 Millionen DM.
Nun müsse die Kooperation mit dem französischen Konzern Thomson den Standort Staßfurt sichern.

03.07.1996
Der Elektro-Konzern sagt kurzfristig ab. Die Thomson-Heirat mit RFT findet nicht statt. RFT setzt alle Hoffnungen auf neue Investoren.

30.08.1996
Zwei Tage CeBIT Home in Hannover - "Weltpremiere von RFT" Der neue Multimedia - Fernseher von RFT Staßfurt vereint ein Stereo - Fernsehgerät und einen vollwertigen Computer mit CD-ROM Laufwerk. Das eingebaute Telefon-Modem erlaubt die Einwahl ins INTERNET.

 

05. 1997

Unter dem Namen RFT Staßfurt Digital Produktions GmbH nimmt der ostdeutsche Fernsehgerätehersteller nächste Woche die Produktion mit 70 bis 90 Mitarbeitern wieder auf. Der Vertrieb wird über 2 300 Fachhändler organisiert. Die Produktpalette soll um Geräte für Multimedia-Lösungen erweitert werden.

 

1998
Technisat hat den ostdeutschen Fernsehgerätehersteller RFT übernommen. Die Übernahme vollzog sich nicht ganz reibungslos. Der Grund: Seit Mitte 1997 hält die RFT Digital GmbH auf Basis eines Mietvertrages auf dem Gelände die Produktion des Ende 1996 Konkurs gegangenen TV-Produzenten aufrecht. Doch im Juni setzte der Sequester Digital den Stuhl vor die Tür und verkaufte das Werk an Technisat.

10.1998
Beim einzigen ostdeutschen Fernsehgerätehersteller, der TechniSat RFT Staßfurt AG, ist die Produktion von Fernsehgeräten wieder angelaufen. Von November an soll die Produktion einer neuentwickelten 100-Hertz-Gerätereihe aufgenommen werden. Derzeit sind bei TechniSat RFT rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Bis Januar soll ihre Zahl auf 100 steigen.

2003
Die Technisat Digital AG produziert in Staßfurt moderne Fernsehgeräte und Zubehör.

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Herzlichen Dank an Günther Mengewein (http://stassfurt.de.vu) . Er war in dem Werk 43 Jahre tätig und hat mir Chronik (ausgearbeitet bis 1996) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

 
Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG; Staßfurt (Staßfurter)
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