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7-Volt-Heizung

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Peter von Bechen † 15.7.19
Peter von Bechen † 15.7.19
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19.Jan.08 23:06

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Frage an unsere Röhrenspezialisten:
Es gab in den 40er Jahren in den USA Loktal-Röhren, deren Nennspannung für die Heizung lt. Datenbaltt 7 Volt ist. Beispiele: 7B8, 7C5, 7E7, 7L7...
Dann gab es aber auch Typen in der 7-er Reihe, deren Nennspannung mit 6,3 Volt angegeben ist. Beispiele 7E5, 7F8, 7G7, 7H7, 7R7, 7W7, 7X7. (Quelle: Beier Röhrentaschenbuch)
Wie lässt sich das erklären?
Hans-Thomas Schmidt
Hans-Thomas Schmidt
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20.Jan.08 00:33

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Hallo Herr Bechen,

die 7 im US-Röhrenschlüssel weist auf Loktalröhren hin. Die Heizspannung beträgt jedoch 6,3 V.
Ähnliches gilt für die 14er. Das sind 12,6-V-Röhren mit Loktalsockel.

Gruß,  H.-T. Schmidt
Jacob Roschy
Jacob Roschy
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20.Jan.08 09:59

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Hallo Herr v. Bechen,

die Antwort dazu haben Sie teilweise schon mitgeliefert: es kommt auf das Datenbuch an, woraus man diese Angaben bezieht.

Als Sylvania zum Ende der 1930er Jahre diese Loktal-Röhren einführte, wurde als "Alleinstellungsmerkmal" eine "nominale" Heizspannung von 7 V angenommen, obwohl die Heizfäden dieser Röhren genau so konstruiert sind, wie von allen anderen 6,3 V- Röhren.

So, wie die als mittlere Auto- Bordnetzspannung von 6,3 V bei den normalen 6er Röhren in der Bezeichnung eben auf 6 V abgerundet wurde, so hatte Sylvania willkürlich die 6,3 V auf 7 V aufgerundet und damit einen Wert angenommen, der eher schon an der oberen zulässigen Grenze liegt. In Sylvania- Röhrendatenbüchern ist es daher gewöhnungsbedürftig, oben «Heater Voltage "nominal" 7 V» und weiter unten «Operating Voltage 6.3 V» zu lesen, was seit dieser Zeit stets für Verwirrung sorgt und zu beliebiger Interpretation in anderen Datenbüchern führte.

Es ist zu bedauern, dass von den entsprechenden Normungsinstitutionen, z. B. der RMA, dieser Unsinn zugelassen wurde, wo doch in den USA sonst alles über Röhren sehr genau festgelegt wurde, wie z. B. die Formen und Abmessungen der Kolben.

So, wie die «Single Ended» - Röhren mit "S" gekennzeichnet wurden, z. B. 6SK7, hätte man die Loktal-Röhren mit einem eingefügten "L" eindeutig kennzeichnen können. Die Loktal- Version der 6V6 wäre dann zur 6LV6 satt zur 7C5 geworden, wie man auch die 7A7 besser als 6LK7 bezeichnet hätte, als Loktal- Version der 6SK7.

Bei 1,4 V- Batterie- Röhren war zum Glück keine Zahl mehr frei, auf die man hätte aufrunden können, wodurch man zur Vernunft gezwungen wurde und die "1L"- Serie für 1.4 V- Loktal- Batterie- Röhren erfand.


M. f. G. J. R.

Konrad Birkner † 12.08.2014
Konrad Birkner † 12.08.2014
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20.Jan.08 10:55

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General Electric listet in den "Essential Characteristics" fünfzig 7er Typen . Davon weichen nur sieben von den 6,3 V ab, und zwar:

mit 7.0 V (2x3,5 V) die 7AU7,
mit 7,2 V die 7EY6, 7HG8,
mit 7,3 V die 7KY6, 7KZ6,
mit 7,4 V die 7GV7,
und mit 7,6 V die 7GS7 aufgeführt.

Das sind aber alles keine Loktals. Die Loktalröhren sind alle mit 6,3 V spezifiziert.

Bei den 14er Typen kam es vor allem auf die 0,15 A an, weil überwiegend in Serienschaltung betrieben.

Nichts gegen Röhrenbücher, aber Herstellerdaten sind da meist verlässlicher.
Und überhaupt halten Röhren viel mehr aus als allgemein angenommen (wenn nicht gerade an der Leistungsgrenze betrieben)...

This article was edited 20.Jan.08 10:57 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

Ernst Erb
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20.Jan.08 11:21

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Was stimmt wohl bei dieser Röhre - selbst Hersteller sind sich nciht einig ob 7.2 oder 8 Volt ?
bitte entsprechende Vermerke auf die Röhrenseite(n) setzen. Danke.

Bei den anderen von Konrad aufgeführten Typen stimmt es auch bei uns - allerdings haben noch viele (die anderen) 6 Volt statt 6.3 in unseren Angaben.

This article was edited 20.Jan.08 11:24 by Ernst Erb .

Peter von Bechen † 15.7.19
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20.Jan.08 11:46

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Hallo miteinander,
ich hatte mir schon so etwas gedacht.
Ich habe hier einen Radione R2-6V mit der Bestückung 7H7, 7S7, 7R7, 7C5 und 7Y4. Alle Heizungen werden mit 6,3 Volt parallel betrieben (auch die 7Y4, die hat als indirekt geheizte Gleichrichterröhre  keinen eigene Wicklung). Ohne Probleme, obwohl für einige der Röhren Heizspannungen von nominal 7 V, für andere 6,3 V angegeben sind.

Gruß an alle und danke für die Infos!
Jacob Roschy
Jacob Roschy
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20.Jan.08 21:03

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 Hallo Herr v. Bechen,

diese seltsame und sehr willkürliche Festlegung auf eine "nominale" Heizspannung von 7 V, aber eine tatsächliche Betriebsspannung (Operating Voltage) von 6,3 V gilt für alle 7er Loktal-Röhren.

Wenn Sie hierzu in verschiedenen Röhrenbüchern unterschiedliche Angaben finden, indem ein Buch als Heizspannung 7 V, ein anderes jedoch 6,3 V angibt, dann liegt das nur an der unterschiedlichen Interpretation der sehr verwirrenden original - Sylvania- Angaben.

In diesem Scan aus "Sylvanias Radio Tubes - Technical MANUAL", Ausgabe 1943, (oben) kann man sowohl unter "Characteristics" wie auch unter "Ratings" als Heizdaten der 7A8 jeweils 7,0 V, 0,16 A erkennen.

Erstaunlicher Weise wird dann jedoch unter "Operating Conditions and Characteristics" 6,3 V, 0,15 A genannt.

Das Gleiche gilt für die 14er Loktal- Serie, deren Röhren eine "nominale" Heizspannung von 14 V und eine tatsächliche Betriebsspannung (Operating Voltage) von 12,6 V haben.


 Vermutlich hat man später die Unlogik dieser verwirrenden Angaben eingesehen, denn im entsprechenden Sylvania- Datenbuch von 1959 gibt es nur noch die Angabe "Heater Characteristics" mit den Werten 6,3 V, 150 mA, den 7 V- Unsinn hat man dann endlich fallen lassen.


 Zu beachten wäre noch, dass andere Röhren, die keine Loktal-Röhren sind, nicht von dieser Willkür-Norm betroffen sind. Hierbei handelt es sich um Röhren für Serienheizung, deren Heizspannung zwischen 6,5 und 7,4 V liegt und somit deren Bezeichnung auf 7 gerundet wurde.

M. f. G. J. R.

This article was edited 20.Jan.08 21:21 by Jacob Roschy .

  
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