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Abgleich: Abgleich-Superhet; ZF-Abgleich; Abgleich Geradeaus

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Ottmar Lauth
Ottmar Lauth
 
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01.Aug.03 17:13

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FM - Abgleich ohne Messsender und Instrumente

 

Rauschen ist normalerweise eine Eigenschaft von Empfängern, die nicht unbedingt  als angenehm  betrachtet wird Im folgenden Beispiel wird jedoch deutlich , dass dieses Rauschen auch einen durchaus positiven Aspekt haben kann. Den Text fand ich übrigens ganz am Ende der Abgleichanweisungen des Siemens Spitzensupers " M 7". Es heißt dort:

 

In folgenden Fällen ist  ein Nachgleichen des gesamten UKW- Teiles rein gehörmäßig auf

R a u s c h m a x i m u m  möglich:  

                                                                                                          

1. Wenn auf dem UKW - Bereich ein Rauschen noch hörbar ist und nur eine geringe Unempfindlichkeit  beseitigt werden soll.

 

2,Wenn z.B. durch Auswechseln von Spulen ( aus mechanischen Gründen) bekannt ist, welcher UKW- Kreis nachgeglichen  werden muß.   

 

In den Abgleichanweisungen eines anderen Siemens- Gerätes, nämlich des "H  42", fand sich allerdings der Hinweis, dass vor dem Abgleichen der ZF- Kreise auf  ( Rausch) -Maximum der letzte Kreis zu verstimmen sei, u.z. durch Verstellen des Kerns um ca. 5 - 6  Drehungen.. Später dann  ist dieser Kreis allerdings auf Rauschminimum abzugleichen.

This article was edited 14.Jul.16 19:19 by Ottmar Lauth .

Andreas Steinmetz
 
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02.Aug.03 20:25

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Hallo Ottmar Lauth,

in der Tat geht das meistens recht gut, und so manche Fachleute geben
nur ungern zu, dass sie das oft auch so machen, vor allem, wenn es
schnell gehen soll. Doch man sollte stets Folgendes im Hinterkopf haben:

1. Es sind sowohl FM- als auch AM-Empfaenger mit Rauschen oder mit Fern-
sendern nach Gehoer abgleichbar. Nicht aber Spezialschaltungen und komli-
ziertere Geraete wie Fernseher oder Messegeraete; bei denen richtet man
ohne Messmittel mit Sicherheit grossen Schaden an!
Der Abgleich wird zwar nie so genau wie mit den vorgeschriebenen Messmitteln,
aber andererseits sind kleine Abweichungen praktisch nicht oder nur im
direkten Vergleich zweier gleicher Geraete hoerbar.
Ausserdem darf hier durchaus die Frage gestellt sein, ob ein grosser
apparativer Aufwand ueberhaupt Sinn macht, wenn sich nach kurzer Zeit der
optimale Abgleich infolge instabiler Kreise (schlechte Kreiskapazitaeten,
sich zersetzende Spulenimpraegnierungen usw.) sowieso wieder verstellt hat.

2. Das menschliche Gehoer kann i.a. Pegelunterschiede unter 3 dB schlecht
aufloesen, erst recht beim Rauschen. Deshalb, und weil das Rauschen selten
konstant ist, am besten zuegig das Maximum bzw. Minimum "ausloten".
Oft eignet sich auch das Magische Auge als Abstimmhilfe. Wegen der dazu
erforderlichen hoeheren Feldstaerke muss man dann aber meistens auf
staerkere Sender zurueckgreifen.

3. ZF-Verstaerker kann mann nur dann mit Rauschen/Fernsender erfolgreich
nachtrimmen, wenn die Mehrzahl der Kreise noch richtig eingestellt ist,
also wenn z.B. nur ein Filter erneuert worden ist. Ansonsten trifft man
mit Sicherheit die falsche ZF-Frequenz, und die schoenste Gleichlauf-
rechnung der Konstrukteure und damit die Grenzempfindlichkeit des Geraetes
ist dahin... In solchen Faellen geht kein Weg an einem genauen Messsender
oder Frequenzzaehler vorbei!
Typischer Fehler: Die ZF-Mittenfrequenz erhoeht sich infolge nicht erkannter
Verkleinerung der Kreiskapazitaeten, erschwert durch unsachgemaesses Nach-
gleichen, deutlich, z.B. auf ueber 500 kHz und liegt damit schon im MW-
Bereich. Dreht man nun den Drehko ganz ein (z.B. 530 kHz), dann beginnt ein
wildes Heul- und Quietschkonzert, weil die Empfangsfrequenz direkt und indirekt
(mit der Oszillatorfrequenz entsprechend heruntergemischt) in den ZF-
Verstaerker gelangt.

4. ZF-Verstaerker mit ueberkritisch gekoppelten Bandfiltern muessen immer
wechselseitig bedaempft/verstimmt oder, wenn die Bandbreite einstellbar
ist, bei minimaler Bandbreite abgeglichen werden. Sonst wird insbesondere
bei behelfmaessigem Abgleich die Durchlasskurve stark unsymmetrisch und/
oder sehr schmal. Ersteres hat starken Klirrfaktor zur Folge, zweiteres
sehr dumpfe Wiedergabe.

5. Nach erfolgreichem ZF-Abgleich ist das Nachstimmen der Vorkreise nicht
mehr schwer, es sei denn, man hat es mit Eingangsbandfiltern zu tun.
Dann gilt sinngemaess wieder das unter Pos. 4. Gesagte. Gut eignen sich
hierzu nicht allzu starke Sender, die in der Naehe der vorgeschriebenen
Abgleichpunkte liegen.

6. Manche Kreise, z.B. ZF-Sperren oder Demodulatorkreise, muessen auf
Minimum abgeglichen werden.

Aufgrund der oben angegebenen und auch weiterer Fehlermoeglichkeiten
(z.B. "Pseudomaxima", falsche Kernstellungen usw.) kann man durchaus
zu der Meinung kommen, dass ein Abgleich nach dem Rauschen bzw. mit
Fernsendern mehr Erfahrung voraussetzt als die von den Herstellern vor-
geschriebenen Methoden mit Messmitteln. Aber gerade in der Hand des Fach-
mannes ist er ein schnelles, wenig aufwendiges Verfahren "fuer unterwegs".
Sonst haette Siemens diese Methoden sicherlich nicht erwaehnt.
Und echte Laien sollten lieber nicht "alle Schrauben schon mal
festdrehen"...



Gruss

Andreas Steinmetz

This article was edited 02.Aug.03 20:28 by Andreas Steinmetz .

Ernst Erb
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10.Jan.04 10:28

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Falls Sie über eine Suchmaschine auf diesen Forums-Beitrag gestossen sind:
Auf den Seiten 381 bis 388 findet man im Buch "Radios von gestern" (Bestellbar direkt bei HEROLD-Oberhaching[A*T]t-online.de )
Als Autor des Buches habe ich jedoch diesen Text ebenfalls unter dem Reiter "Texte" abgelegt mit dem Titel: " Abgleich: Werkzeuge - Arbeisweise - Superhet- und Geradeaus-Empfänger ".
Der Link dazu:
http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=17881

Der Beitrag behandelt folgende Themen (Untertitel):
Werkzeuge und Messeinrichtungen, Abgleichvorbereitung, Arbeitsweise, Abgleichfrequenzen, Skalenumstellung wegen Wellenplanänderung, Falsche Resonanzmaxima, Trennschärfe-Einstellung beim ZF-Abgleich, nicht abgleichbare Kreise, Temperaturausgleichtrimmer, Skalenabstimmung, Justieren von Drehkondensatoren, Eisenkernabstimmung statt Drehko, Abgleich freitragend gewickelter UKW- und KW-Spulen, Lösen beschädigter HF-Eisenkerne, Abgleich des Super (Superhet), Richtige ZF, ZF-Abgleich, Wobbler und Oszilloskop, Oszillatorabgleich, Spiegelfrequenz, Vorkreisabgleich, ZF-Sperrkreis-Abgleich (Sperrkreisabgleich), FM-Abgleich, Abgleich bei Schaltung mit Ratiodetektor, Abgleich der älteren Schaltungen mit Flanken- oder Phasendiskriminator, Weitere Schaltungen für UKW (wie Pendelaudion bzw. UKW-Pendler, z.B. in Dreipunktschaltung), Abgleich des Geradeausempfängers (Geradeaus-Empfänger) über die Pfeiflücke.

2 Textbeispiele:

Abgleich der älteren Schaltungen mit Flanken- oder Phasendiskriminator
Der Abgleich dieser Schaltungen ist gemäss [125] nur mit einem Oszilloskop vorzunehmen, denn aus dem Abgleich nach Gehör oder mit gewöhnlichem Messgerät resultieren unweigerlich Abschneiden eines Seitenbandes und Verzerrungen. Immerhin benötigt dieser Empfänger für UKW einen flachen Bandpass von 150 kHz Breite, um das volle Signal zu erhalten.

Diskriminatorabgleich:
Man unterbricht den Oszillator, stellt den Wobbler auf die ZF-Mittenfrequenz von meistens 10,7 MHz und einen Hub von 200 kHz. Das Signal des Wobblers führt man auf das Gitter der Begrenzerröhre (nach der ZF). Ist kein Begrenzer vorhanden, geht man auf das Gitter der letzten ZF-Röhre. Das Signal für das Oszilloskop entnimmt man vor dem Eingang der ersten NF-Röhre und vor dem Lautstärkeregler. Dazwischen, nach dem Diskriminatorkreis, liegt die Diskriminator- bzw. Begrenzerröhre. Symmetrie und Linearität regelt vor allem die primäre Seite; die Zentrizität (Nullausgangsposition) regelt die sekundäre Seite des Diskriminatorkreises. Vorteilhaft arbeitet man mit der doppelten Netzfrequenz für die Triggerung des Oszilloskops.

FM-ZF-Abgleich:
Von der Konstruktion der FM-ZF-Kreise her erreicht man die Breitbandigkeit mit drei verschiedenen Methoden: Parallele Widerstände zu den Kreisen, die die Güte Q verschlechtern, abgestimmte Schmarotzerkreise oder wie bei den TV-Video-ZF eine gegenseitige Verstimmung der Kreise.

Der Abgleich erfolgt wiederum ohne funktionierenden Oszillator. Den Wobbler legt man mit der gleichen Einstellung (Hub kann allerdings von 50-300 kHz verlangt sein) an das Gitter der ersten ZF-Röhre. Das Oszilloskop legt man nun an das Gitter der Diskriminatorröhre. Primär- und Sekundärkreis der letzten ZF-Stufe trimmt man auf maximalen Ausgang. Schmarotzerkreise (tertiary windings), falls vorhanden, sind auf maximale Bandbreite einzustellen, doch nicht so weit, dass die Amplitude rasch absinkt. Nun gibt man das Wobblersignal auf das Gitter der Mischröhre, schwächt das Signal ab und gleicht alle ZF-Stufen zur Mischröhre hin ab.

Begrenzerabgleich:
Der Begrenzer arbeitet wie ein ZF-Verstärker mit kleinem Gewinn. Man bringt ihn auf Resonanz mit der Mittenfrequenz der ZF. Dazu misst man die Spannung des Gitterableitwiderstandes.

FM-HF-Abgleich:
Die Arbeit erfolgt grundsätzlich wie beim normalen HF-Abgleich, doch verwendet man einen Hub von 300 kHz. Wegen verschiedener Konstruktionsprinzipien beim HF-Teil sind die vom Hersteller vorgeschriebenen Abgleichfrequenzen einzuhalten. Das Oszilloskop ist am Begrenzergitter oder am nichtgeerdeten Kathodenwiderstand des Diskriminators anzuschliessen.

Abgleich des Geradeausempfängers
Die Eigenart des rückgekoppelten Bandfilters (z.B. beim Bandfilter-Zweikreiser) besteht in der Dämpfung des Vorkreises bei genauem Gleichlauf durch Entzug von Schwingungsenergie. Verdreht man bei angezogener Rückkopplung den Vorkreis, entfällt der Energieentzug und der Audionkreis erhält weniger Dämpfung - die Ausgangsspannung wächst u.U. durch die zunehmende Schwingneigung, anstatt abzunehmen. Der Vorkreisabgleich ist unsicher, weil im Resonanzmaximum die Lautstärke absinkt und daneben das Pfeifen beginnt. Um gerade dieses auszunutzen, gleicht man den Audionkreis mit dem modulierten Sender auf die Skala ab. Man zieht die Rückkopplung scharf an und stimmt nochmals genau auf den Prüfsender ab. Dann ist die Modulation abzuschalten und das Abgleichelement des Vorkreises langsam durchzudrehen, wobei sich durch den Energieentzug in Resonanznähe eine Pfeiflücke ergibt. Durch Veränderung der Rückkopplung kann man die Pfeiflücke so schmal wie möglich einstellen. Zuletzt gleicht man den ersten Kreis auf diese Pfeiflücke nach, so dass die Kreise im besten Gleichlauf sind.
    
Bei fester Rückkopplung wählt man eine lose Antennenkopplung. Dies bewirkt Schmalbandigkeit. Ist die Skaleneichung in Ordnung, belässt man den Audionkreis. Andernfalls ist der Audionkreis zuerst abzugleichen. Wegen seiner grossen Entdämpfung bestimmt der rückgekoppelte Audionkreis in jedem Fall die Skaleneinteilung. Es geht beim Audionkreis also nur um die Übereinstimmung mit der Skala. Danach stimmt man den Vorkreis auf den Audionkreis ab.

 

This article was edited 10.Jan.04 10:38 by Ernst Erb .

  
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