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Abweichende Heizungsdaten für Philips EF11?

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Forum » Valves / tubes - Semiconductors » VALVES/TUBES / SEMICONDUCTORS in RADIOMUSEUM » Abweichende Heizungsdaten für Philips EF11?
           
Torbjörn Forsman
 
 
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31.Dec.08 22:32

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In einem alten Schiffsempfänger (schwedischer Herstellung, vermutlich Standard Radio, typenbezeichnung unbekannt da Typenschild fehlt) sind die Heizungen von 6 Stahlröhren (dreimal EF11, zweimal ECH11, eine EBF11) samt eine EL2 in Reihe geschaltet. Ausserdem zwei Skalenlampen und einem Konstantstromregler.

Als ich nun mit dem Reparatur des Gerätes begann, prüfte ich die Heizkette durch einschalten an einem Labornetzgerät. Die Heizspannung wurde geregelt so dass der Strom genau 200 mA betrug. Die Spannungen über jede Heizung wurden gemessen, für die meisten Röhren war es, wie erwartet, rund 6,3 V. Aber zwei EF11 von Philips hatten nur 5,2 - 5,5 V. Eine Telefunken EF11 sowohl wie Philips EBF11 und ECH11 waren völlig normal.

Dann prüfte ich die beiden Philips EF11 separat indem die Heizungen mit 6,3 V gespeist wurden. Die Heizstrome einstellte sich auf etwa 215 bzw. 225 mA.

Kan man dieses als normale Fertigungstoleranzen ansehen, oder ist es möglich dass die Philips EF11 eigentlich für 220 mA Heizstrom gefertigt sind?

Henning Oelkers
Henning Oelkers
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01.Jan.09 13:37

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Hallo, Herr Forsmann,

Der erste Buchstabe der Röhrenbezeichnung gibt die Heizung an. "E" steht für 6,3 Volt, Parralelheizung, das haben Sie schon erkannt.

Gewisse Toleranzen bezüglich des Heizstromes sind immer möglich. Wenn ein Konstrukteur eine Röhre für Parralelheizung in einer Schaltung mit Reihenschaltung einbaut, dann sollte die Röhre auch dafür spezifiziert sein. In Fernsehgeräten findet man häufig "P" Röhren ( 300mA Heizstrom ) in Verbindung mit "E" Röhren. Die dort verwendeten Röhrentypen Haben jedoch eine entsprechende Freigabe dafür ) (z.B. EF183 )

Ich halte es für möglich, das entweder Ihre Röhren einen Teilschluss des Heizfadens haben, oder ab Werk schon nicht für Serienheizung gedacht waren.

Mit freundlichen Grüßen,

Henning Oelkers 

Roy Johnson
 
 
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01.Jan.09 15:13

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Ja Herr Oelkers!

Auch, weil das Strom-Spannungs-Verhältnis nicht linear ist, sieht die Spannung "Störung" am konstanten Strom schlechter aus.   Die Ströme sind innerhalb 3% an 6,3V.
 
Maße auf 4 neuen geschachtelten Röhren von um 1942:-
 
                                    0,2A       6,3V
Telefunken A               6,32V   0,199A
                   B               6,02V   0,205A
Valvo A                        6,08V   0,204A
          B                        6,00V   0,206A
 
 
(Also because the voltage-current relationship is non-linear, the voltage “error” at constant current appears worse. The currents are within 3% at 6,3V.
 
Measurements on 4 new boxed valves tubes from about 1942  :-)
 

Mit Freundlichen Grüßen,

Roy Johnson

 

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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01.Jan.09 16:37

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Röhren der Roten E1- Serie (EL2, EF9, ECH3, usw.) wie auch Stahlröhren der E11- Serie (ECH11, EF11, EBF11, usw.) mit 0,2 A Heizstrom sind ausdrücklich auch für Serien-Heizung vorgesehen !

In Serien-Heizkreisen ist es nicht ungewöhnlich, beachtliche Toleranzen der jeweiligen Heizspannung einer Röhre vorzufinden, unabhängig, ob es sich um Heizkreise von C-, E-, H-, P-, oder U- Röhren handelt.

Die Toleranzen, wie sie Herr Forsman bemerkt hat, sind zwar schon sehr groß, aber es wurden ganz sicher keine EF11 für absichtlich 220 mA Heizstrom hergestellt


 

M. f. G. J. R.

Torbjörn Forsman
 
 
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08.Feb.09 11:20

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?  

Vielen dank für Ihre Informationen und Kommentaren!

Ich habe inzwischen die Heizdaten für insgesamt 21 stück rote Röhren und Stahlröhren gemessen. Die Messungen wurden zu Röhren mit 6,3 V / 200 mA Heizung eingeschränkt. Nur gebrauchte Röhren, keine fabrikneue. 11 Stück Philips, 4 Telefunken, und einige Röhren von verschiedene Marken (Marconi, Mullard, Triotron, Tungsram, Valvo)

Spannung war mit einem Fluke 29 series II gemessen, und Strom mit einem Fluke 77.

Abgesehen von die zwei Philips EF11 vom Schiffsempfänger, die von allen anderen abweichen, scheinen die Toleranzen nicht besonders groß zu sein. Bei genau 6,3 V heizspannung hatten die andere 19 Röhren von 189,5 bis 206,7 mA Heizstrom, also eine abweichung von -5,25 bis +3,35 % vom nominellen Wert. Bei genau 200 mA Heizstrom waren die Heizspannungen von 5,96 bis 6,92 V, also von -5,4 bis +9,84 %.

Ich stelle gern die Excel-datei mit den gesamten messdaten zu Verfügung wenn jemand davon interessiert ist.

Mit besten Grüßen

Torbjörn Forsman

This article was edited 08.Feb.09 11:22 by Torbjörn Forsman .

Wolfgang Scharschmidt
Wolfgang Scharschmidt
 
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21.Feb.09 17:43

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 Zu Ursachen dieser Abweichungen findet der interessierte Leser einen Kommentar in der Forumsanfrage zu:  >RE154  (Heizungsdaten)<

  
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