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Allround Koppelkondensator 150 nF 630 Volt ?

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Heiko Bruntsch
Heiko Bruntsch
 
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10.Dec.03 21:18

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Ich habe eine größere Menge Kondensatoren von 150 nF 630 Volt erworben.
Kann ich diese Kondensatoren als Koppelkondensator in allen üblichen Geräten verwenden
auch wenn der Kapazitätswert vom "eingebauten" abweicht?
Oder sollte ich Ihn nur Einsetzen wenn auch der dazugehörige Gitterwiderstand
(Widerstand vom Gitter zur Kathode) neu berechnet und ausgetauscht wurde.
Wie mir bekannt ist bestimmt der Koppelkondensator zusammen mit dem Gitterwiderstand
ein Hochpaß bildet und die untere Grenzfrequenz bestimmt.
Ein Profi hat einmal geschrieben, dass nur Werte über 220 nF nicht mehr zu empfehlen
sind, da schlechte Anstiegszeiten bzw. träge Verstärker zu befürchten sind.

Vielen Dank für die Antworten, Heiko !

Mario Tieke
Mario Tieke
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11.Dec.03 00:37

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Hallo

Durch die Veränderung des Kapazitätswertes werden die Kennlinien des Verstärkers beeinflußt. Der Entwickler der Schaltung des Gerätes hat sich bei der Auswahl der Bauelement was gedacht bzw. berechnet. Eine Vergrößerung des Wertes muß nicht immer einen Nutzen bringen, da im Verstärker noch andere Bauelemte (Übertrager) enthalten sind, die den Frequenzgang beeinflußen. Mitunter kann aber die Klangregelung dermaßen beeinflußt werden, dass es zu Kopplungen kommen kann. Die Größe der Kondensatoren richten sich auch nach dem Innenwiderstand der zu koppelnden Verstärkerstufen - ein hochohmiger Verstärkereingang braucht keine große Koppelkapazität.  Kondensatoren mit dieser Größe (150nF 630V) sind besser in Abblockschaltung in der Spannungsversorgung der einzelnen Verstärkerstufen geeignet. Zum Abblocken der Regelspannung ist er aber ungeeignet, da dann die Regelung zu träge wird. Als Koppelkondensator inder Misch- u. Oszilatorstufe (ECHxx) führt er zum Totalausfall der kompletten Stufe. Also als Koppelkondensator immer an die Vorgaben (+/- 20%) des Geräteherstellers halten. Das Ändern (verkleinern) der Gitterwiderstände verändert den Eingangswiderstand (niedriger) der Verstärkerstufe, wodurch zum Aussteuern dieser Stufe von der vorhergehenden eine größere Leistung aufgebracht werden muß. Das bedeutet, dass der Verstärker komplett neu berechnet werden muß und notfalls eine zusätzliche Verstärkerstufe nötig ist, um die ursprüngliche Leistung des ganzen Verstärkers zu erreichen. 

Gruß Mario

This article was edited 11.Dec.03 10:53 by Mario Tieke .

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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11.Dec.03 09:40

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Hallo Heiko,

am besten ist der Wert 150nF 630V als Schirmgitter- Bolckkondensator geeignet, wo sonst 47...100 nF eingesetzt wurden. Nicht verwendet darf er jedoch an Schirmgittern von Misch- oder ZF- Röhren (ECHxx, EFxx), wo absichtlich nur kleine Werte von 4,7...10 nF eingesetzt waren, da diese zur Schirmgitter- Neutralisation dienen.

Als Koppelkondensator vor Endröhren kann er noch bedingt verwendbar sein. HiFi- und "Hi-End"- Fans setzen hier oft absichtlich hohe Werte ein, um auf eine möglichst niedere untere Grenzfrequenz zu kommen. Es können dadurch aber unerwünschte Nebebeffekte entstehen, z. B. niederfrequentes Schwingen in Form von Blubbern oder dröhnende Bässe, hier kommt es auf einen Versuch an. Falls der Wert dieses Koppelkondensators ein Teil einer Klangregelung ist, z. B. für die Bassabsenkung, geht es natürlich nicht. Von einem absichtlich niedriger gewählten Gitterwiderstand als Ausgleich möchte ich aus den Gründen, die Mario Tieke schon erwähnt hat, abraten.

Als Bolckkondensator in der Regelspannung wäre er mit 150 nF zu sonst 100 nF nach meiner Meinung noch geeignet, ist aber als 630V- Ausführung schon fast wieder zu schade dafür, hier setze ich nur 50...63 V- Typen ein.

Was es mit den schlechten Anstiegszeiten bzw. trägen Verstärkern auf sich haben soll, ist für mich nicht nachvollziehbar. Da der Koppelkondensator ja nur die Gleichspannung abtrennen soll, kann er theoretisch unendlich groß sein. Hier wurde m. E. etwas fasch verstanden oder es handelt sich um eine Szenen- typische Vodoo- Vorstellung - dort soll es ja angeblich sogar schnelle und langsame Röhren geben.

MfG JR

Dirk Becker
Dirk Becker
 
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12.Dec.03 08:42

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Je größer die Zeitkonstante in der Regelung ist, umso träger reagiert die Regelung, d.h. um so langsamer wird sie (Zeitkonstante tau= RxC). Eine zu langsame Regelung kann aber die Fadingerscheinungen, die auf LM, MW und vor allem Kurzwelle auftreten nicht mehr schnell genug ausregeln.
Daher darf die Regelspannung nicht unendlich "verzögert" werden. Zeitkonstanten von ca. 1MOhm x 0,1uF = 0,1s (z.B. Saba 455Wk) sind durchaus üblich. Dort würden 150nF genauso ihren Dienst tun, deutlich größer sollte der Siebkondensator in der Regelspannungsleitung aber nicht sein.

Gruß

Dirk Becker

This article was edited 12.Dec.03 08:45 by Dirk Becker .

  
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