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Alte Netzstecker - Zugentlastung

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Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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20.Jul.09 21:14
 
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Über alte Netzstecker gibt es hier eine ausführliche Darstellung.
 
Bei vielen dieser alten Stecker habe ich mich gefragt, wie die Zugentlastung des Kabels bewerkstelligt wurde. Durch Zufall bekam ich einen Stecker, der noch mit Originalkabel versehen war. Im Gegensatz zu vielen anderen Netzkabeln war er offensichtlich noch professionell ausgeführt.
 
Ich gehe davon aus, dass auch vielen anderen Sammlern die genaue Montage nicht bekannt ist und möchte sie im Folgenden beschreiben.
 
Das erste Bild zeigt ein stoffummanteltes Kabel im Rohzustand. Ein Teil der Stoffhülle ist entfernt und die Adern liegen frei.
 
 
Da die Stoffhülle sich weiter aufribbeln würde, muß sie fixiert werden. Das geschah durch umwickeln mit Bindfaden. Ich benutze heute schwarzen Zwirnsfaden, der dem damaligen Faden in der Erscheinung sehr nahe kommt. Man legt eine Schlaufe auf das Kabel, umwickelt das Kabel und zieht das Ende des Fadens durch die Schlaufe. Die Schlaufe wird zugezogen und die Enden abgeschnitten. (Bild 2)
 
 
Als Beispiel habe ich einen Porzellanstecker von FELMAS genommen. Er ist sehr kompakt, einteilig und hat nur ein Loch in der Mitte. (Bild 3)
 
 
Er verfügt über keinen Mechanismus zur Zugentlastung. Außer dem Loch in der Mitte hat der Stecker zwei Nuten (Bild 4,5 , roter Pfeil).
 
 
Das Kabel wird am Ende so umgeschlagen, dass die Zuführung zwischen die Adern zu liegen kommt. (Bild 6)
 
 
Dann wird das Kabel in den Stecker gezogen. Die Adern kommen in den Nuten zu liegen. Das Kabel verzurrt sich selbst im Stecker. (Bild 7).
 
 
Zum Schluss werden die Adern passend gekürzt und an den Steckerstiften verschraubt. Hier nur an einer Seite gezeigt. (Bild 8)
 
 
Voila, das Kabel sitzt mit einfachsten Mitteln fest im Stecker.
 
Nach der Antwort von Herrn Huesken hier noch ein Hinweis: Diese Montage entspricht nicht den heutigen VDE Vorschriften, sondern ist ein Nachempfinden der historischen Methode. Jeder Sammler muß zwischen Sicherheit und Originalität selbst abwägen. Der Betrieb über einen Trenntrafo wird vom Autor empfohlen.
 
Rüdiger Walz

This article was edited 21.Jul.09 22:40 by Rüdiger Walz .

Ralf Huesken
Ralf Huesken
 
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21.Jul.09 18:08

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Hallo zusammen,

sicher eine interessante Art der Steckermontage. Wenn es für den eigenen Gebrauch ist auch ok, nur wenn man die einschlägigen VDE-Bestimmungen betrachtet sicherlich nicht:-) Da ein Schutzleiter ja sowieso nicht vorhanden ist, bei Verwendung in Verbindung mit Allstromgeräten und FI-Schaltern im Haus auch sicherlich nicht ratsam, da ja in früheren Zeiten sowieso alles klassisch genullt war wäre dahergehend äusserst vorsichtig. Sicherlich der Originalität entsprechend nur die Sicherheit geht mir persönlich vor.

MfG.

Ralf Hüsken

This article was edited 21.Jul.09 21:25 by Ralf Huesken .

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
 
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22.Jul.09 14:46

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Herr Walz, Ihre Darstellung ist absolut korrekt. Ich habe sie so oder ähnlich bei verschiedenen unverbastelten Geräten gefunden.

Herr Huesken, was die VDE-Vorschriften anbelangt: diese Stecker waren damals Stand der Technik und entsprachen also den damaligen VDE-Vorschriften. Wenn wir originalgetreu restaurieren, sollten wir es auch wieder so machen (wenn dann noch der alte Stecker dran ist).

Es wäre leichtsinnig, solche Geräte am heutigen Lichtnetz zu betreiben (abgesehen vom nicht in die heutigen Steckdosen passenden Stecker). Da gehört immer ein Trenntrafo davor. Zusätzlich hat der Betrieb nur unter Aufsicht zu erfolgen. Wir können nicht oft genug darauf hinweisen.

HDH

This article was edited 22.Jul.09 15:17 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

Ralf Huesken
Ralf Huesken
 
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23.Jul.09 06:41

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Hallo,

ich möchte die Darstellung von Herrn Walz auch garnicht nicht anzweifeln. Ich Fand es nur eine sehr interesante Art der Steckermontage und bin fasziniert darüber wie früher so etwas möglich gewesen ist. Und natürlich muss/sollte der Originalzustand eines Gerätes, sofern möglich, erhalten bleiben gar keine Frage. Trenntrafobetrieb bzw. sonnstige galvanische Trennung wäre auf jedem Fall zu empfehlen.

MfG.

Ralf Hüsken

  
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