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Ausblühungen an Dreheko's

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Hans-Peter Dohmen
 
 
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02.Jan.13 11:36

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Hallo,

eine Frage zu Ausblühungen an Drehko's:

Wie bzw. welche (wohl chemischen) Vorgänge entstehen dabei?

In konkreten Fall hat ein Sammlerkollege (Nichtmitglied RM) an einem seit Jahren im nicht geheizten Gartenhaus stehenden Blaupunkt Nizza 3D (Bj.1954) jetzt angefangen das Gerät zu restaurieren. Dabei fand er u.a. den hier abgebeldeten  Drehko so vor:

 

 

 

 

 

 

Nach Ausbau und Reinigung konnte der Drehko wieder hergerichtet werden. Er fragte mich nun ob ich wüsste, wodurch diese Ausblühungen entstanden sind und ob man diese Vorgänge stoppen kann. z.B. durch Aufbringen von Zapponlack, Klarlack o.ä.

 --- In erster Linie sicherlich durch das lange Jahre "herumstehenlassen" des Gerätes in einem nicht geheitzten, der Jahrezeiten ausgesetzten Umgebung (Feucht, Kalt, Temp.-Schwankungen u.s.w) Oxydation  an den Übergängen/Stoßstellen von Aluwand Drehko und Eisen/Stahlchassis

Vielleicht kann einer der Kollegen hier noch weitere Infos geben.

Dank im Voraus

Grüße

Hans-Peter Dohmen, Duisburg

(Da dieses Problem sicherlich bei fast allen Geräten vorkommt, deshalb hier nicht spez. dem Modell zugeordnet)

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Robert Latzel
Robert Latzel
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02.Jan.13 15:10

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Hallo Herr Dohmen,

diese sog. Zinkausblühungen entstehen entweder nur oberflächlich - durch oxydative Vorgänge, die durch Feuchtigkeit, Temperatur und Umgebungssituation (z.B. ein luftsaures Milieu) begünstigt werden,

oder

durch innerkristalline Vorgänge, also von Innen nach Außen.

In letzterem Fall lässt sich dieser Prozess eigentlich nicht stoppen, da man das kristalline Gefüge ja nicht völlig "neutralisieren" "reinigen" oder "konservieren/versiegeln" kann.
Da kann dann m.E. also nur ein Ersatzdrehko gesucht werden. Mal ist das Problem nur in der einzelnen Fertigungspartie, mal nur im einzelnen Objekt, mal aber auch in allen Serien des Drehkoherstellers/Gußteilherstellers gegeben. Eigenartigerweise habe ich aber schon einige Male auch Ausnahmen im positiven Sinne erlebt, weshalb ich der oft gehegten These, daß diese Zinkpest nur und ausschließlich durch innerkristalline Verunreinigungen hervorgerufen werden würde, mit immer mehr Zweifeln begegne.

Im erstgenannten Fall kann man durch Reinigung, Entfernung der Oxydschicht und durch gleich darauf anschließende, innige Benetzung mit Sililkonöl (das Ganze am besten bei auf ca 40°C erwärmtem Objekt) eine erneute Oxydbildung verhindern bzw. deutlich verlangsamen.
Allerdings sollte man da auch die begünstigenden Faktoren gründlich klären, also auch die Belüftung und die Trockenheit der Luft bedenken, die diese Prozesse deutlich verlangsamt.
Was jedoch sehr oft noch wenig bedacht wird: Die ständige Emssion bestimmter, aggressiver Stoffe aus der Umgebung (Kabel und Bauteile, Isolationen, Verklebungen usw.).
Was da aus meiner Erfahrung positiv wirkt: Lüften, auch das Innere des Gerätes, aber mit trockener Luft. Wesentlich mehr bleibt oft leider nicht übrig...

Viel Freude dennoch mit dem Gerät!

R. Latzel

Robert Latzel
Robert Latzel
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03.Jan.13 01:05

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Hallo,

oh, ich habe das falsch gesehen und verstanden - der Drehko ist also aus Aluminium.

Nun, bitte um Verzeihung...

Dennoch - die Agressivität der Emissionen aus der Umgebung, aber auch feuchte Luft können diese Ausblühungen verursachen. 

Die Vorgehensweise gegen derartige Ausblühungen (nach gründlicher Reinigung) ist übrigens ähnlich die der bei Zink:

Innige Benetzung mit Silikonöl.

Die Gefahr, daß wieder Ausblühungen entstehen, ist nicht gering. Insbesondere, bei geringer Lüftung bzw. bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Eine Eloxierung der Aluminiumoberfläche würde das zwar verhindern, aber Aufwand und Nutzen...

R. Latzel

Hans-Peter Dohmen
 
 
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05.Jan.13 22:39

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Hallo Herr Latzel,

Danke für Ihre Hinweise. Da das Gerät jetzt in der Wohnung seinen Platz gefunden hat, werden sich die "Vorgänge" jetzt wohl nicht mehr so schnell zeigen. Vielen  Dank nochmals für Ihre Antwort.

MfG

H.-P. Dohmen

Goetz Linzenmeier
 
 
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08.Jan.13 21:39

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Es gibt auch Märklin Lokomotiven aus den 50ern, die zum Leidwesen der Sammler von der gleichen Zinkpest betroffen sind....

  
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