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Außenkontaktröhren 1935 / 36 Teil II

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Papers » Tubes and valves (history, technique etc.) » Außenkontaktröhren 1935 / 36 Teil II
           
Jacob Roschy
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15.Aug.04 09:11

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Fortsetzung von Teil I

Die Röhren- Neuentwicklungen ab 1935

Zu dem im März 1935 im "Philips- Bulletin 24" vorgestellten Grundstock kamen in der Folgezeit noch weitere Ergänzungstypen hinzu. Diese waren einerseits die Telefunken- Autoradio- "Cu-Bi"- Röhren ab Februar 1936, sowie die Röhren der V- Serie mit nur 50 mA Heizstrom für die Allstromausführungen der Volksempfänger.

 


ABC1, CBC1 und EBC1

Duodioden-Trioden

 

Nachdem schon im August 1931 die US- Type 55 als erste Duodiode-Triode erschien, gibt es mit den Typen ABC1, CBC1 und EBC1 diese Röhrenart nun endlich auch in Europa.

Zuvor gab es hier nur die "Binoden" genannten Verbundröhren mit nur einer Diode, und zwar die Triode-Diode E444S = REN924, sowie die Tetrode-Diode E444 = RENS1254 bzw. deren Gleichstromversionen B2044S = REN1826 und B2044 = RENS1854.

Erste schriftliche Erwähnung:

  • ABC1, CBC1 : März 1935;    [1]
  • EBC1 :           Februar 1936 [2]

Diese Röhren sind technisch gleich, außer den Heizdaten:

  • ABC1 : 4 V / 0,65 A für Wechselstrom;
  • CBC1 : 13V / 0,2 A für Allstrom und Autoradio;
  • EBC1 : 6,3 V / 0,4 A für Autoradio;

 

Der "Röhrenpabst" Ludwig Ratheiser schreibt hierzu :

Duodiode-Triode (Verbundröhre)

Anwendung: Regelspannungserzeugung, Hochfrequenz- und Zwischenfrequenz- Gleichrichtung mit gleichzeitiger Niederfrequenzverstärkung (Transformator-, Drossel- oder Widerstandskopplung). ABC1 für Wechselstromnetzempfänger. CBC1 für Allstrom- bzw. Autoempfänger.

Eigenschaften: Geringe Anheizzeit, Heizleistungsersparnis, kleiner Raumbedarf, zwei getrennte Gleichrichtersysteme ermöglichen Trennung von Empfangsgleichrichtung und Regelspannungserzeugung. Möglichkeit eines verzögerten Regeleinsatzes. Verstärkungseigenschaft des Verstärkersystems fast gleich AC2. Klingsicherer Aufbau.

Aufbau: Indirekt geheizt. Schnellheizkathode mit bifilar gewickeltem Heizfaden. Zwei getrennte Systeme über der gemeinsamen Kathode aufgebaut.

1. Gleichrichtersystem; zwei Anoden D1 und D2 bilden mit dem unteren Teil der Kathode zwei getrennte Gleichrichterstrecken. Beide Anoden an getrennte Sockelkontakte angeschlossen, entsprechen im wesentlichen der Duodiode AB2 (mit Ausnahme der Elektrodenkapazitäten gleiche technische Daten).

2. Eingitter- Verstärkersystem; Steuergitter G1 an Kolbenkappe angeschlossen. Anode zu Sockelkontakt A geführt. Verstärkersystem entspricht in der Wirkungsweise der Röhre AC2.

Beide Systeme sind durch ein mit der Kathode verbundenes Abschirmblech gegeneinander abgeschirmt. Glaskolben außen metallisiert. Metallisierung an besonderem Sockelkontakt M angeschlossen. Domkolben, Außenkontaktsockel (8 polig).

Vorläufertype: REN924 (nur eine Gleichrichterstrecke, Stiftsockel). Stark abweichende technische Daten.

Hinweise für die Verwendung: Für das Gleichrichtersystem gelten die bei der Röhre AB2 angeführten Hinweise, während für das Verstärkersystem die Eigenschaften der Röhre AC2 Gültigkeit haben. Die Röhre ABC1 ist dann zweckmäßig, wenn man zwischen Diode und Endröhre eine entsprechende NF-Verstärkung braucht. Eine solche NF-Verstärkung kann man, auch wenn die Diode an sich in der Lage wäre, die Endröhre auszusteuern, aus zwei Gründen vorsehen. Zunächst ist eine Beschränkung der Aussteuerung der vor die Diode geschalteten ZF- bzw. HF-Verstärkerröhre erwünscht; um die Verzerrungen in dieser Stufe möglichst klein zu halten. Durch eine NF-Verstärkung kann die Vorverstärkung im HF-Teil entsprechend kleiner gewählt werden, und damit wird die vor dem Gleichrichter geschaltete Röhre entsprechend weniger ausgesteuert. Außerdem ist in den Fällen, in denen das Gerät mit Schallplattenanschluss gebaut wird, für diesen Zweck an sich eine besondere NF-Verstärkung notwendig bzw. erwünscht.

In Verbindung mit den in Betracht kommenden Endröhren ergeben sich daraus folgende notwendigen NF-Gitterwechselspannungen für das Steuergitter der ABC1:

 

 

zur vollen Aussteuerung

für 50 mW Sprechleistung

AL1

0,15 V eff.

60 mV eff.

AL2

0.7 V eff.

80 mV eff.

AL4

0,18 V eff.

20 mV eff.

AL5

0,45 V eff.

40 mV eff.

AD1

1,5 V eff.

170 mV eff.

 

  Für die Verwendung der Röhre CBC1 gelten die gleichen Überlegungen wie für die entsprechende Wechselstromröhre ABC1. Es können sowohl für das Verstärkersystem als auch für den Gleichrichterteil die Kurven der Röhre ABC1 bzw. AB2 zugrunde gelegt werden. Da im Gleichstromempfänger die Höchstspannung von 250 V im allgemeinen nicht zur Verfügung steht, sind praktisch in erster Linie die Kenndaten für 200 V Anoden-Spannung maßgebend. Die erzielbare NF-Verstärkung beträgt mit Widerstandskopplung bei einem Außenwiderstand von 0.2 MOhm das 17 - 20fache der Gitterwechselspanunng.




 

AC2, CC2, EC2 und VC1

Einzeltrioden

Nachfolger der früheren Typen E424N, E438 ~ REN904, bzw. deren Gleichstromversionen B2038 ~ REN1821.

Erste schriftliche Erwähnung:

  • AC2, CC2, EC2 : März 1935; [1]
  • VC1 :                  Juli 1935;   [3]

Diese Röhren sind technisch gleich, außer den Heizdaten:

  • AC2 : 4 V / 0,65 A für Wechselstrom;
  • CC2 : 13V / 0,2 A für Allstrom und Autoradio;
  • EC2 : 6,3 V / 0,4 A für Autoradio;
  • VC1 : 55 V / 0,05 A für den Allstrom- Volksempfänger VE301GW


Ludwig Ratheiser schreibt hierzu :

Triode

Anwendung: Empfangsgleichrichtung mit gleichzeitiger Niederfrequenzverstärkung. Niederfrequenzverstärkung (Trafo-, Drossel- oder Widerstandskopplung). Erzeugung der Hilfsschwingung für Mischstufen (Oszillator). AC2 für Wechselstromnetzempfänger; CC2 für Allstrom- bzw. Autoempfänger.

Eigenschaften: Geringe Anheizzeit, äußerst verlustfreier, kapazitätsarmer und klingsicherer Aufbau. Kleine Kolbenabmessungen. Große Steilheit und gute Verstärkereigenschaften.

Aufbau: Indirekt geheizt. Schnellheizkathode mit bifilar gewickeltem Heizfaden, Eingitterverstärkersystem; Steuergitter G1 an Kolbenkappe geführt. Anode an Sockelkontakt A angeschlossen. Glaskolben außen metallisiert. Metallisierung

an besonderem Sockelkontakt M angeschlossen. Domkolben, Außenkontaktsockel (8 polig).

Vorläufertype: REN904 für AC2 bzw. REN1821 für CC2 (Steuergitter an Sockelkontakt angeschlossen, Stiftsockel). Abweichende technische Daten.

Hinweise für die Verwendung: Die Eingitterröhre AC2 kann verwendet werden:

1. In Mischstufen als getrennter Schwingungserzeuger zur Erzeugung der Hilfsschwingung. Als Mischröhre ist dazu die Hexode AH1 zu verwenden.

2. Als Empfangsgleichrichter (Gittergleichrichtung) ist sie wohl gut geeignet, wird jedoch heute nur in besonderen Fällen verwendet, weil man mit der Pentode bessere Verstärkung erzielt. Als Gittergleichrichter ist der Aussteuerbereich beschränkt. Im Höchstfalle kann man eine NF-Spannung von 10 bis 14 V eff. im Anodenkreis erzielen. Bei Widerstandskopplung (Ra ca. 50 kOhm) wird es im allgemeinen nur möglich sein, die AL4 in der Endstufe zu verwenden.

Sie erfordert für volle Aussteuerung eine HF-Spg. (30% mod.) von etwa 0,7 V eff. am Steuergitter der AC2, für die Vergleichsleistung von 50 mW eine HF-Spg. von etwa 50 mV eff. Vorteil gegenüber der Diodengleichrichtung ist die Möglichkeit einer Empfindlichkeits- und Trennschärfeerhöhung durch Anwendung der Rückkopplung. Mit Drosselkopplung (L = 3...400 H) kann man etwas größere Verstärkung erzielen. Transformatorkopplung (etwa 1 : 4) gibt den Vorteil einer nachfolgenden Spannungserhöhung. Beide Schaltungsarten haben jedoch gegenüber der Widerstandskopplung an Bedeutung verloren.

3. Als Niederfrequenzverstärker ist die Eingitterröhre AC2 z. B. dort zweckmäßig, wo man in der Endstufe mit einer Endpentode zwar eine gute Verstärkung erhält, diese jedoch für Schallplattenwiedergabe nicht ausreicht. Außerdem kann sie als NF-Vorstufe für die Endtriode AD1 Verwendung finden.

Eine AC2 in Widerstandskopplung (Ra = 0,2 MOhm) gibt bei einfachem Aufbau die notwendige NF-Verstärkung (etwa 20 fach). Bei einer nachfolgenden Endtriode ist die Verwendung der Transformatorkopplung (1 :4) möglich. Widerstandskopplung gibt jedoch eine besonders verzerrungsfreie Schaltung bei sehr einfachem Aufbau.

Bei Verwendung der AC2 als NF-Verstärker kann man als Gitterwechselspannungsbedarf für das Steuergitter der AC2 die für das Verstärkersystem der ABC1 angegebenen Werte zugrunde legen. Die Eingitterröhre CC2 kann gleicher Weise verwendet werden wie die entsprechende Wechselstromtype AC2.


 

AF3, CF3, EF3 und VF3

Regelpentoden

Nachfolger der früheren Typen AF2, E447 = RENS1294 sowie von CF2 und EF2.

Erste schriftliche Erwähnung:

  • AF3, CF3 : März 1935;      [1]
  • EF3 :        Februar 1936   [2]
  • VF3 :        Juni 1937 nach Datumscode auf Röhre*,
  • *siehe auch F

Diese Röhren sind technisch gleich, außer den Heizdaten:

  • AF3 : 4 V / 0,65 A für Wechselstrom;
  • CF3 : 13 V / 0,2 A für Allstrom und Autoradio;
  • EF3 : 6,3 V / 0,24 A für Autoradio, mit "Cu-Bi" - Kupferkatode;
  • VF3 : 55 V / 0,05 A, für Allstrom.
Es war natürlich klar, dass die vorherige AF2, ebenso wie die RENS1294, als Röhren der veralteten Generation durch die AF3 zu ersetzen waren.

Allerdings erfüllten deren neueren Allstrom- und Automobil- Nachfolger CF2 und EF2 auch nicht die Erwartungen, da auch sie nach nur kurzer Zeit durch die Typen CF3 und EF3 ersetzt wurden.

Als Begründung ist lediglich der Hinweis bei der EF3 zu finden :

Die bisherige Regelpentode EF2 ist durch die neue EF3 ersetzt worden, welche den Typen AF3 und CF3 entspricht. Die Kennlinienform dieser Röhre ist in bezug auf Quer- und Brumm-Modulation bedeutend günstiger als die der Vorläufertype; besonders letzteres dürfte für den Autoempfänger zur Ausschaltung der vom Zerhacker und Motor hervorgerufenen Störungen eine willkommene Verbesserung darstellen.

Ludwig Ratheiser schreibt hierzu :

Anwendung: Regelbare Hochfrequenz- oder Zwischenfrequenzverstärkung. AF3 für Wechselstromnetzempfänger; CF3 für Allstrom- bzw. Autoempfänger.

Eigenschaften: Kleine Abmessungen, geringe Anheizzeit, kleine Heizleistung, gut ausgeglichene Regelkurve. Regelmöglichkeit 1 :1000 (Steilheitsänderung). Hoher Innenwiderstand. Kleinste Gitter-Anoden-Kapazität. Regelspannungsbedarf max. 55 V.

Aufbau: Indirekt geheizt. Schnellheizkathode mit bifilar gewickeltem Heizfaden. 3-Gitter-Verstärkersystem; Steuergitter G1 als Regelgitter ausgebildet und an Kolbenkappe geführt. Schirmgitter G2 Bremsgitter G3 und Anode A an Sockelkontakte angeschlossen. Glaskolben außen metallisiert. Metallisierung an besonderem Sockelkontakt M geführt.

Domkolben, Außenkontaktsockel (8polig).

Vorläufertype: RENS1294 für AF3 bzw. RENS1894 für CF3 (Anode an Kolbenkappe angeschlossen. Stiftsockel.) Stark abweichende technische Daten.

Hinweise für die Verwendung: Die Regelpentode AF3 zeichnet sich durch eine sehr kleine Gitter-Anoden-Kapazität aus. Dadurch ermöglicht sie in Verbindung mit dem hohen Innenwiderstand sehr gute Verstärkung, hohe Trennschärfe und gute Regelfähigkeit sowohl für ZF- als auch für HF-Verstärkung, auch im Kurzwellengebiet. Die Regelkurve ist gut ausgebildet und gibt der Röhre äußerst günstige Eigenschaften in bezug auf geringe Verzerrungen (Kreuz- und Brumm-Modulation und Modulationsverzerrung). Zu beachten ist, dass sich durch Veränderung der Schirmgitterspannung eine gewisse Anpassung des Regelspannungsbedarfs erreichen lässt. Während bei 100 V Schirmgitterspannung zur Erzielung einer Steilheitsänderung von etwa 1 : 900 eine Regelspannung von etwa 55 V notwendig ist, genügt bei einer Schirmgitterspannung von 60 V eine Regelspannung von 30 V zur Erzielung einer Steilheitsänderung von 1:800. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass bei Herabsetzen der Schirmgitterspannung die Regelkurve eine stärkere Krümmung erhält, so dass dadurch die Verzerrungen entsprechend ansteigen müssen. Man sollte daher nach Möglichkeit mit einer Schirmgitterspannung von 100 V arbeiten, wenn die notwendige Regelspannung zur Verfügung steht. Aus dem Ia-Ug- Kennlinienfeld ist zu ersehen, dass die Kennlinien bis zu etwa 100 V Anodenspannung fast waagerecht verlaufen, d. h. die Verstärkung von der Anodenspannung ziemlich unabhängig ist. Es ist besonders darauf zu achten, dass die Kapazität zwischen Anoden- und Steuergitter auch durch sorgfältige äußere Abschirmung der entsprechenden Leitungen klein gehalten wird, weil sonst beim Herunterregeln Hochfrequenz über die Gitter-Anoden-Kapazität in den Anodenkreis gelangt und damit die Wirkung der Verstärkungsregelung herabsetzt. An das Gitter der Röhre sollte man, um unzulässige Verzerrungen zu vermeiden, die auf Seite 73 angegebenen Eingangsspannungen (z. B. für 30 V Regelspannung 2 V eff.) nicht überschreiten. Dabei ist besonders zu beachten, dass die zulässigen Eingangsspannungen bei Regelspannungen über 30 V stark abfallen.

Die Schirmgitterspannung muss unbedingt über einen Spannungsteiler zugeführt werden, weil bei Verwendung eines Vorwiderstandes das unzulässig hohe Ansteigen der Schirmgitterspannung durch abnehmenden Schirmgitterstrom der Regelung zu sehr entgegenwirken würde und die Schirmgitterspannung den zulässigen Wert (125V) überschreiten könnte.

Bei höherer Schirmgitterspannung wird die Regelkurve flacher, der Regelspannungsbedarf steigt.

Die Regelpentode wird entweder als Eingangsröhre im Geradeausempfänger oder als regelbare ZF-Röhre vor dem Gleichrichter im Überlagerungsempfänger Verwendung finden. Im ersteren Fall ist meist Handregelung vorgesehen, weil man bei selbsttätiger Schwundregelung lieber die schneller regelnde Hexode (AH1) einsetzt. In der ZF-Stufe vor dem Gleichrichter muss darauf geachtet werden, dass Verzerrungen durch unzulässig hohe Gitterwechselspannungen vermieden werden.

Diese Gefahr besteht in erster Linie dann, wenn man eine Endröhre mit kleinerer Eigenverstärkung direkt von der Diode aussteuern möchte. Es ist dann besser zwischen Gleichrichter und Endstufe eine entsprechende NF-Stufe einzusetzen, damit die zur vollen Aussteuerung der Endröhre notwendige Gitterwechselspannung am Gitter der ZF-Röhre nicht zu groß wird. Andererseits soll diese NF-Verstärkung auch nicht zu groß sein, weil sonst die erzielbare Regelspannung beim Empfang schwacher Sender sehr klein ist und ein wirksamer Schwundausgleich erst bei großen Eingangsfeldstärken zu erzielen ist. Schließlich wird die Regelpentode in geringem Umfange als regelbare HF-Vorstufe vor der Mischröhre verwendet.

Die Regelpentode CF3 entspricht vollkommen der Wechselstromröhre AF3. Man muss lediglich bei Verwendung der Röhre im Gleichstromempfänger für 110 V Netzspannung beachten, dass die Verstärkungseigenschaften etwas ungünstiger sind, weil der Innenwiderstand kleiner ist. Durch Veränderung der Schirmgitterspannung kann man eine gewisse Beeinflussung der notwendigen Regelspannung erreichen, z. B. lässt sich bei 220 V Anodenspannung mit 85 V Schirmgitterspannung eine Steilheitsänderung von 1 : 850 mit 40 V Regelspannung, dagegen eine solche von 1 : 800 bei 60 V Schirmgitterspannung mit 30 V Regelspannung erzielen, bei 100 V Anodenspannung und 85 V Schirmgitterspannung 1 : 1000 mit 40 V Regelspannung, bei 60 V Schirmgitterspannung 1 : 650 mit 35 V Regelspannung. In bezug auf Verzerrungen und in bezug auf Verstärkung ist natürlich die höhere Schirmgitterspannung günstiger (siehe AF 3). Die Kennlinien entsprechen vollkommen denen der Röhre AF3.

This article was edited 16.Apr.07 18:49 by Jacob Roschy .

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AF7, CF7, EF7 und VF7

Lineare Hochfrequenz-Pentoden

Nachfolger der früheren Typen E446 = RENS1284 sowie von CF1 und EF1.

Erste schriftliche Erwähnung:

  • AF7, CF7 : März 1935;     [1]
  • EF7 :        Februar 1936; [2]
  • VF7 :        Mai 1937 nach Datumscode auf Röhre

Diese Röhren sind technisch gleich, außer den Heizdaten:

  • AF7 : 4 V / 0,65 A für Wechselstrom;
  • CF7 : 13V / 0,2 A für Allstrom und Autoradio;
  • EF7 : 6,3 V / 0,24 A für Autoradio, mit "Cu-Bi" - Kupferkatode;
  • VF7 : 55 V / 0,05 A, war um 1937 für den Allstrom- Volksempfänger VE301GWn vorgesehen, kam aber erst im VE301DynGW 1938 zum Einsatz.

Hier finden wir die gleiche Situation wie bei den Regelpentoden AF3, CF3 und EF3.
Auch hier war natürlich die RENS1284 längst nicht mehr zeitgemäß und wurde durch die AF7 ersetzt.
Jedoch wurden auch die Typen CF1 und EF1 nach nur einem Jahr bereits wieder ersetzt durch die Typen CF7 und EF7. Hier war jedoch keine Begründung dafür zu finden, vermutlich ist es die gleiche wie bei CF2 und EF2. Demnach waren wohl die Typen CF1, CF2, EF1 und EF2 insgesamt keine ausgereifte Konstruktionen.


Hierzu schreibt Ludwig Ratheiser wieder :

Anwendung: Hochfrequenz- oder Zwischenfrequenzverstärkung,  Empfangsgleichrichtung mit gleichzeitiger Niederfrequenzverstärkung, Niederfrequenzverstärkung. AF7 für Wechselstromnetzempfänger; CF7 für Allstrom- bzw. Autoempfänger.

Eigenschaften: Kleine Abmessungen, geringe Anheizzeit, kleine Heizleistung, hoher Innenwiderstand, kleinste Gitter-Anoden-Kapazität, gute Verstärkungseigenschaften auch für Kurzwellen. Sehr klingsicherer Aufbau.

Aufbau: Indirekt geheizt. Schnellheizkathode mit bifilar gewickeltem Heizfaden, 3-Gitter-Verstärkersystem; Steuergitter G1 an Kolbenkappe angeschlossen. Schirmgitter G2 und Bremsgitter G, an Sockelkontakte angeschlossen. Geschwärzte Anode, an Sockelkontakt A geführt, Glaskolben außen metallisiert. Metallisierung an besonderen Sockelkontakt M angeschlossen, Domkolben, Außenkontaktsockel (8 polig).

Vorläufertype; RENS1284  (Anode an Kolbenkappe angeschlossen, Stiftsockel), stark abweichende technische Daten.

Hinweise für die Verwendung:

1. Für Hoch- und Zwischenfrequenz Verstärkung.
Die Röhre AF7 besitzt alle Eigenschaften für eine vorzügliche Hoch- und Zwischenfrequenzverstärkung sowohl für Rundfunk- als auch für Kurzwellen. Laufzeit- und Wandladungseffekte sind durch Verwendung der Vollanode weitgehend unterdrückt. Der höchst zulässige Aussteuerbereich am Steuergitter ist mit Rücksicht auf Verzerrungen begrenzt und soll für 3 % Modulationsverzerrung einen Wert von etwa 600 mV eff. nicht überschreiten. Bei den hohen Verstärkungsziffern ergibt sich bei diesen Eingangsspannungen eine für alle Fälle ausreichend hohe Anodenwechselspannung. Wegen des hohen Innenwiderstandes kann man den Sperrkreis bzw. das Bandfilter direkt in die Anodenzuleitung legen. Das Bremsgitter wird im allgemeinen direkt mit der Kathode verbunden, um störende Einflüsse auf den Verstärkungsvorgang auszuschalten. Auf sorgfältige äußere Abschirmung zwischen Steuergitter und Anode ist besonders zu achten.

2. Empfangsgleichrichtung mit gleichzeitiger Niederfrequenzverstärkung.
Für diesen Zweck besitzt die AF7 besondere Bedeutung für kleine Empfangsgeräte, weil sie eine gute Gleichrichterverstärkung gibt. Praktisch wird fast ausschließlich Gittergleichrichtung in Betracht kommen, die wegen der guten Rückkopplungseigenschaften besonders zu empfehlen ist. In Verbindung mit der Hochleistungs-Endröhre AL4 kann man unter Benutzung der einfachen und billigen Widerstandskopplung einen sehr leistungsfähigen Empfänger bauen.
Bei Widerstandskopplung beträgt der günstigste Außenwiderstand 0,2 bis 0,3 MOhm. Der Vorwiderstand in der Schirmgitterzuleitung muß entsprechend gewählt werden, damit die Schirmgitterspannung im Verhältnis zur Anodenspannung herabgesetzt wird. Von der Größe dieses Vorwiderstandes ist die an der Anode erzielbare höchste NF-Spannung abhängig.
Sie beträgt z. B. bei einem Außenwiderstand von 0,2 MOhm und 250 V Anodenspannung etwa 15 V eff., wenn man den Schirmgitterwiderstand mit 0,5 MOhm wählt. Bei einem Schirmgitterwiderstand von 1 MOhm sinkt sie auf 10 V eff. Dafür wird die Verstärkung etwas größer. Praktisch bemißt man den Schirmgitter-Vorwiderstand mit Rücksicht auf günstigsten Rückkopplungseinsatz und geringe Brummstörungen.

Bei Gittergleichrichtung mit Widerstandskopplung (z. B: Ra = 0,2 MOhm, Rg2 = 0,8 MOhm ist ein Aussteuerung der Endröhren AL1, AL4 und AL5 möglich. Am Gitter der AF7 sind dabei folgende HF-Spannungen (30% mod.) erforderlich :

 

zur vollen Aussteuerung

für 50 mW Sprechleistung

AL1

0,3 V eff. HF

80 mV eff. HF

AL4

0,2 V eff. HF

40 mV eff. HF

AL5

0,3 V eff. HF

60 mV eff. HF


Die Anodengleichrichtung  dürfte im allgemeinen nicht in Betracht kommen. Drosselkopplung wird nur dann zulässig, wenn auf die Gleichrichterstufe eine schwächere Endröhre (z. B. AL1) folgt. In Verbindung mit der AL4 würde sich eine zu hohe Niederfrequenzverstärkung ergeben.

Transformatorkopplung ist wegen des hohen Innenwiderstandes der Pentode, der in Verbindung mit dem durch den Transformator erzielbaren kleinen Außenwiderstand   eine ungleichmäßige Verstärkung ergibt, nicht möglich.

Bei Verwendung der CF7 als Empfangsgleichrichter ist darauf zu achten, daß ein Heizfadenende direkt mit dem Minuspol des Netzes verbunden wird (s. CY1).

3. Niederfrequenzverstärkung.
Die Verwendung der AF7 als NF-Verstärker wird sich praktisch auf den Fall beschränken, daß hinter einer Duodiode eine Endröhre mit geringer Verstärkung auszusteuern ist. In diesem Fall muß man, besonders wenn man eine gute Schallplattenwiedergabe erzielen will, für eine entsprechende NF-Verstärkung sorgen.

Es ist jedoch in jedem Fall zu überlegen, ob man nicht mit einer Triode eine ausreichende NF- Verstärkung erhält. Der günstigste Außenwiderstand beträgt 0,2 MOhm, der  Schirmgittervorwiderstand etwa 0,5 MOhm, dabei ergibt sich eine NF - Spannungsverstärkung von etwa 150 fach.




AH1, CH1 und EH1

Regel-Hexoden

Nachfolger der Typen E449 = RENS1234,  bzw. deren Gleichstromversionen B2049 = REN1834.

Erste schriftliche Erwähnung:

  • AH1, CH1, EH1: März 1935; [1]

Diese Röhren sind technisch gleich, außer den Heizdaten:

  • AH1 : 4 V / 0,65 A für Wechselstrom;
  • CH1 : 13V / 0,2 A für Allstrom und Autoradio;
  • EH1 : 6,3 V / 0,4 A für Autoradio;

Dazu Ludwig Ratheiser :

Anwendung:
A. Regelbare Mischstufe in Verbindung mit der Oszillatorröhre AC2.
B. Regelbare Hoch- und Zwischenfrequenzverstärkung.

AH1 für Wechselstromnetzempfänger; CH1 für Allstrom- bzw. Autoempfänger.
Eigenschaften: Geringe Anheizzeit, kleine Heizleistung, vorzügliche Mischeigenschaften, besonders auch für Kurzwellen. Gute Regeleigenschaften. Schnell regelnde HF- oder ZF-Röhre bei großem Aussteuerungsbereich. Regelbereich:

Als Mischröhre 1:300, als Regelröhre 1:1000 (Steilheitsänderung). Regelspannungsbedarf max. 20 V.

Aufbau: Indirekt geheizt. Schnellheizkathode mit bifilar gewickeltem Heizfaden, 4-Gitter-Verstärkungssystem; erstes Steuergitter G1 als Regelgitter ausgebildet und an Kolbenkappe angeschlossen. Zweites und viertes Gitter (G2, G4) als Schirmgitter vorgesehen und an getrennte Sockelkontakte geführt. Drittes Gitter G3 als zweites Steuergitter (Verteilungssteuerung) gebaut und an Sockelkontakt angeschlossen. Anode an Sockelkontakt A geführt. Sorgfältige Abschirmung. Glaskolben außen metallisiert. Metallisierung an besonderen Sockelkontakt M angeschlossen. Domkolben, Außenkontaktsockel (8 polig).

Vorläufertype: RENS1234 bzw. 1834 als Regelröhre, RENS1224 bzw. 1824 als Mischröhre (nicht regelbar), beide Stiftsockel. Stark abweichende technische Daten.

Hinweise für die Verwendung: 

A. Verwendung als Mischröhre. Bei Verwendung der Hexode AH1 als Mischröhre ist der Grundsatz der vollständigen Trennung zwischen Mischteil und Oszillatorteil am vollständigsten durchgeführt. Die Trennung des zweiten Steuergitters vom
Steuergitter der Oszillatorröhre ermöglicht es, dass die Gitterwiderstände für diese beiden Gitter getrennt, und zwar den verschiedenartigen Bedingungen am besten angepasst werden können. Dadurch ist ein äußerst sicheres Arbeiten, insbesondere auch auf dem Kurzwellengebiet gewährleistet. Gegenseitig störende Einflüsse, die zur Frequenzabweichung führen können, sind damit weitgehend unterbunden.

B. Verwendung als Regelröhre. Die Hexode AH1 ist besonders als schnell regelnde HF- oder ZF-Verstärkerröhre vorzüglich geeignet. Sie wird besonders als Eingangsröhre eines Geradeausempfängers verwendet, bei dem man mit einer geringen Regelspannung eine gute und schnelle Verstärkungsregelung erreichen will. Als ZF-Röhre im Überlagerungsempfänger ist es im allgemeinen nicht zweckmäßig, eine Hexode vor dem Gleichrichter zu verwenden, weil diese Stufe nur beschränkt geregelt werden darf . Bei der Röhre AH1 ist es auch nicht mehr wie bei der RENS1234 notwendig, dem zweiten Gitter nur die halbe Regelspannung zu geben. Man kann vielmehr beide Gitter mit der gleichen Regelspannung versorgen. Diese im Interesse eines vereinfachten Schaltungsaufbaues liegende Verbesserung wurde durch eine günstigere Ausbildung der Kennlinie erzielt. Die Verstärkungsregelung geht äußerst rasch vor sich. So kann man bei einer Schirmgitterspannung von 80 V die Steilheit im Verhältnis 1 : 200 durch eine Gittervorspannungsänderung auf —15 V herabsetzen. Wählt man die Schirmgitterspannung mit 100 V, so benötigt man wohl etwas größere Regelspannung, erzielt dadurch, aber bei gleicher zugelassener Verzerrung einen etwas größeren Aussteuerbereich.

Die Hexode CH1 kann in gleicher Weise verwendet werden, wie die entsprechende Wechselstromtype AH1. Bei 200 V Betriebsspannung setzt man, insbesondere wenn ein Anschluss des Gerätes auf 110-Volt-Netze in Betracht kommt, die Betriebsspannung des zweiten Schirmgitters (Ug4) zur Erhöhung des Innenwiderstandes auf 50 V herab. Das erste Schirmgitter erhält eine Spannung von 100 V (Ug2), um eine ausreichende Verstärkung sicherzustellen.






Telefunken CL1- und EL1- neu, VL1 für VE301GW
                      


Erste schriftliche Erwähnung:                                                                                                                   

  • CL1-neu, EL1-neu : Februar 1936; [2]
  • VL1 :                     Juli 1935.        [3]

Diese Röhren sind technisch gleich, außer den Heizdaten:

  • CL1 : 13V / 0,2 A für Allstrom und Autoradio;
  • EL1 : 6,3 V / 0,4 A für Autoradio, mit "Cu-Bi" - Kupferkatode;
  • VL1 : 55 V / 0,05 A, für den Allstrom- Volksempfänger VE301GW, danach im VE301DynGW und anderen Geräten.

Zusammen mit den Autoradio- "Cu-Bi"- Röhren brachte Telefunken verbesserte Versionen der CL1 und EL1, indem deren zulässige Anodenbelastung von 5 auf 8 Watt erhöht wurde, mit einer daraus resultierenden Sprechleistung von 3,6 Watt.

Philips hatte zu dieser Zeit andere Pläne, aus denen im Mai 1936 die EL2 hervorging, mit ebenfalls 8 W Anodenleistung und gleicher Charakteristik wie die EL1, aber nur noch mit dem halben Heizstrom von 0,2 statt zuvor 0,4 A und deutlich kleinerem Kolben. Damit wurde sogleich auch die CL1 überflüssig.

Der bisherige Volksempfänger VE301G nur für Gleichstrom, wurde 1935 abgelöst durch den Allstrom- Volksempfänger VE301GW, für den speziell der Röhrensatz VC1, VL1 und VY1 mit nur 0,05 A Heizstrom entwickelt wurde.

Die VL1 ist also nichts anderes als eine CL1 mit anderem Heizfaden.

Bedenkt man, dass die Röhren CL1 und EL1 nach dem Vorbild der amerikanischen Auto-Endröhre 41 entwickelt wurden, so erscheint es etwas bizarr, dass eine amerikanische Autoradioröhre zur Endröhre des Allstrom- Volksempfängers des "Dritten Reiches" mutierte.





Telefunken- EZ1-neu
                                                  

Erste schriftliche Erwähnung:

    EZ1-neu : Februar 1936; [2]

Auch von der EZ1 brachte Telefunken eine verbesserte Version, die nun mit  max. 2 * 250 V, 60 mA statt mit bisher nur 50 mA belastbar war.


Heizdaten:

EZ1 : 6,3 V / 0,4 A für Autoradio, mit "Cu-Bi" - Kupferkatode;

Philips brachte stattdessen im Mai 1936 die EZ2, ebenfalls für 60 mA, aber deutlich höherer Spannungsfestigkeit bis  2 * 350 V.





VY1 für VE301GW

Erste schriftliche Erwähnung:

  • VY1 : Juli 1935. [3]

Heizdaten:

  • VY1 : 55 V / 0,05 A, für den Allstrom- Volksempfänger VE301GW, danach im VE301DynGW und anderen Geräten.

 Die VY1 wurde speziell für den Allstrom- Volksempfänger VE301GW entwickelt, für 250 V, 60 mA, ohne Paralleltypen zu anderen Serien.


Quellen :

[1] Philips- Bulletin Nr. 24; März 1935

[2] Funkschau Nr. 5; 2. Februar 1936

[3]"Die Sendung" technischer Sonderteil, 15. Folge, 19.7.1935,

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Jacob Roschy
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Die mit dem Kennbuchstaben K versehene 2 Volt- Batterieröhrenserie wird ab 1935 kontinuierlich weiterentwickelt. Sämtliche neuen Typen erscheinen nun im Außenkontaktsockel.

Im Laufe der Jahre werden alle Röhrenarten auch für Batteriebetrieb angeboten, wie sie sonst für Netz- und Autobetrieb üblich waren; so erschien 1938 eine Triode- Hexode KCH1, nachdem sich nun Trioden- Hexoden gegen Oktoden allgemein durchgesetzt hatten.

März 1935 : Soweit bis jetzt bekannt, wurden die beiden ersten Topfsockel- K- Röhren im Philips- Bulletin 24 vom März 1935 vorgestellt:

Das Philips Röhrenprogramm für 1935/36

NEUE 2-VOLT-BATTERIERÖHREN

  • KBC1 Duodiode-Triode
  • KK2 Oktode





KBC1  Duodiode-Triode

März 1935

Parallel zu den Typen ABC1, CBC1 und EBC1  für Netz- und Autoempfänger erschien erstmals diese günstige Kombinationsröhre auch für Batteriebetrieb mit den Vorteilen von Heizstrom- und Platzersparnis.

Der Heizfaden, der ja zugleich die Katode dieser direkt geheizten Röhre darstellt, durchläuft über seine Länge im ersten Teil die erste Diode, größere mittlere Teil ist im Triodensystem, während der letzte Teil die zweite Diode durchläuft. Dies hat den Vorteil, dass über jedem Diodenteil nur wenig Heizspannung abfällt, was günstig für die Gleichrichtung ist.

Ferner liegen beide Dioden jeweils an einem Heizfadenende, womit ein eindeutiges Potential definiert wird. Durch geschickte Schaltungsauslegung kann der Spannungsunterschied von knapp 2 V zum erwünscht verzögerten Einsatz der Regelspannung verwendet werden.

Im Philips- Buch [1] finden wir folgendes über die KBC1 :

Die Röhre KBC1 ist eine direkt geheizte Duodiode- Triode. Die Kombination des Triodensystemes mit zwei Dioden ermöglicht eine für Batteriegeräte sehr wichtige Heizstromersparnis und macht die Anwendung dieser Röhre sowohl in Empfängern mit direkter Verstärkung wie in Überlagerungsempfängern sehr vorteilhaft. Das Triodensystem kann sowohl als Treiberröhre für die B- Verstärkerendröhre KDD1 wie als Vorröhre für die Endpenthode KL4 dienen. Die Diode, die am negativen Ende des Heizfadens gelagert ist, soll als Detektor dienen, während die andere Diode, die sich um das positive Heizfadenende befindet, für verzögerte automatische Lautstärkeregelung Verwendung finden kann. In der Sockelschaltung ist die Diode, die das Heizfadenende f1 umgibt, mit d1, und die Diode, die das Heizfadenende f2 umgibt, mit d2 bezeichnet. Ist z.B. das Heizfadenende f1 positiv, so muss man die Diode d2 als Detektor wählen. Sonst würde man von schwachen Signalen keine Gleichrichtung bekommen. Vorzugsweise wird der Diodenableitwiderstand nicht an den negativen Heizfadenpol, sondern an den positiven Pol geschaltet. Dadurch erzielt man eine bessere Detektorcharakteristik. Die zweite Diode ist etwa 2 Volt negativ in Bezug auf das positive Heizfadenende. Dadurch erzielt man eine Verzögerung von etwa —2 Volt. Wenn man eine größere Verzögerung wünscht, so kann man diese durch eine besondere Schaltung erzielen. Das Diodensystem ist mittels einer Abschirmung vom übrigen Teil getrennt, so dass Rückwirkungen nicht zu befürchten sind.

 




KK2 Oktode

März 1935
Zu den vorhandenen Oktodentypen AK2, CK1 und EK1 für Netz- und Autoempfänger erschien nun auch erstmals eine Oktode für Batteriebetrieb zum Bau betriebssicherer und leistungsfähiger Superhets. Zuvor musste man zur Frequenzumsetzung eine Pentode, z. B. eine KF1, mit separater Oszillatortriode, z. B. eine B228, verwenden.

Im Philips- Buch [1] finden wir folgendes über die KK2 :

Die KK2 ist eine direkt geheizte Oktode, welche als Mischröhre in Überlagerungsempfängern gebraucht werden kann, sowohl für Lang- und Mittelwellen wie auch für Kurzwellen. Infolge der Kombination einer Oszillator- und einer Mischröhre, die denselben Anodenstrom benutzen und zusammen nur einen Heizfaden haben, wurde eine für Batterie-Empfänger bedeutende Stromersparnis erzielt. Der Heizstromverbrauch beträgt nämlich nur 0,13 A, der totale Anodenstromverbrauch für Rundfunkwellen nur 3,5 mA und im Kurz- Wellenbereich (Allwellenempfänger) 4,3 mA.

Mit der KK2 können einwandfreie Superhets für Batteriebetrieb gebaut werden. Sie hat eine für Batterieröhren große Mischsteilheit und einen hohen Innenwiderstand, so dass eine große Mischverstärkung erzielt werden kann. Weiter hat die Röhre die Möglichkeit einer effektiven automatischen Lautstärkeregelung. Um die Mischsteilheit vom Maximum bis auf einen Wert von 0,002 mA/V herabzusetzen, ist eine negative Gitterspannungsänderung von nur -12 V erforderlich.




Wie auch sonst, ging auch hier Tungsram eigene Wege und brachte noch zusätzlich eine KK2 mit 7-Stift- Hexodensockel heraus. Es hätte sich hier angeboten, diese Röhre KK1 zu nennen, analog zu AK1 und AK2, welche elektrisch gleich sind, aber die eine einen Hexodensockel und die andere einen Topfsockel besitzt.

 

 

 

 

 

 

  

 

Topfsockel- K- Röhren nun auch in Deutschland
- Rückschritte im Fortschritt





KF7 und KF8 : Zwei Flop- Röhren

Juli 1935
KF7 Nachfolgtype der RES094

Da Brummstörungen kaum zu vermeiden sind, wenn die Gitterzuleitung neben den Wechselspannung führenden Heizzuleitungen im Sockel verlaufen, führte man mit den Hexodenröhren Ende 1932 erstmals in Europa endlich das Steuergitter oben an einer Kappe heraus, - so, wie man es in Amerika von Anfang machte.

Obwohl die Außenkontaktröhren ab 1934 auch von vorn herein grundsätzlich mit Gitterkappen vorgesehen waren, kehrte man ohne zwingende Not mit den beiden Pentoden KF7 und KF8 zur Unvernunft zurück und verlegte die Anode wieder nach oben.

Zwar stört hier das Gitter neben den Heizanschlüssen nicht, da es sich ja um Batterieröhren handelt, aber man kann es trotzdem nur als baren Unsinn ansehen, hier wieder zu alten Methoden zurückzukehren, wo man froh sein sollte, dass sie endlich überwunden waren.

Man wird wohl nie mehr erfahren, aus welchem Grund man sich diese Quertreiberei ausgedacht hatte.

Da diese Röhren wohl nur in Deutschland erschienen, gibt es nicht gerade viele Möglichkeiten, wer hier dahinter stehen konnte. Auch dies war ein ähnlicher Flop wie mit den Arcotron- Röhren, wenn auch nicht so sensationell !

Die Geräteindustrie war davon wohl wenig begeistert, da sie speziell für diese Röhren eine andere Leitungsführung und ggf. einen anderen Chassisaufbau hätte wählen müssen, was natürlich völlig unakzeptabel war.

"Der Bastler" schreibt sinngemäß:

Die Pentode KF7 und die Regelpentode KF8 sind tot, bevor sie sich überhaupt richtig eingeführt haben. Sie werden ersetzt durch die Pentode KF4 und die Regelpentode KF3. In den Daten besteht kein Unterschied, jedoch liegt nun der Gitteranschluss oben auf dem Glaskolben der Röhre wie bei fast allen modernen Röhren.

Durch diese Änderung der Sockelschaltung ist es leider nicht möglich, die beiden älteren Typen ohne weiteres durch die neuen zu ersetzen. Vielmehr muss eine Umverdrahtung vorgenommen werden.

Und an anderer Stelle :

Es gibt keine KF7 und keine KF8 mehr. (Sind sie überhaupt da gewesen ?) An ihre Stelle treten die KF4 bzw. KF3.

Nun, so schnelle Weiterentwicklung hatten wir wirklich nicht erwartet - und auch nicht erhofft. Man sagt, die neuen Pentoden glichen sich den Paralleltypen der Netzserien an, z. B. in der Anordnung des Gitteranschlusses oben auf dem Glaskolben der Röhren. Bisher waren wir diese zarte Rücksichtnahme auf die „Batterieleute" zwar nicht gewohnt, aber - umsobesser! Wir nehmen nicht an, dass das Verschwinden der KF7 und KF8 andere Gründe hatte.

Es war wohl kaum eine "zarte Rücksichtnahme auf die Batterieleute", vielmehr sorgte die Geräteindustrie dafür, dass diese Röhren fast noch schneller von der Bildfläche verschwanden, als sie auftauchten. Sie wurden sehr bald durch die Typen KF3 und KF4 ersetzt, zufällig mit gleichen Daten, aber natürlich mit dem Gitter auf der Kappe, wie es sich gehört und wie sie Philips schon von vornherein brachte.

Der Zahlenfolge entsprechend waren KF3 und KF4 offensichtlich zuerst da, woraus dann wohl eigens für den Anodenkappen- Unsinn die Typen KF7 und KF8 gebastelt und zum Glück schnellstens wieder eingestampft wurden.

Die Funkschau Nr. 5 vom 2. Februar 1936 schreibt hierzu:

Bei beiden Pentoden KF3 und KF4 ist das Steuergitter nunmehr ebenfalls am Kolbendom herausgeführt, so dass mit den übrigen Röhrentypen eine Übereinstimmung erzielt worden ist.

 

KB1 : Noch ein Flop
Duodiode direkt geheizt
Juli 1935

  

Da Dioden als Demodulator bzw. HF- Gleichrichter viel linearer sind als Gitter- oder Anodengleichrichter, wurden diese alsbald in allen Empfängern ab der mittleren Preisklasse verwendet.

Nachdem diese sich in Netzempfängern etabliert hatten, war man bestrebt, diese auch in besseren Batterieempfängern einzusetzen.

Einen ersten Versuch in diese Richtung stellte die KB1 dar.

Wie ihre Vorgänger für Netzbetrieb ist auch sie eine Duodiode, wobei eine Diode als Detektor, die andere für automatische Lautstärkeregelung (Schwundregelung) gedacht ist.

Ein großer Nachteil ist jedoch der Spannungsabfall über der Katode, die ja zugleich Heizfaden ist. Da die Heizspannung 2 V beträgt, fallen über jedem Diodensystem 1 V über der Katode ab.

Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorstellen zu können, dass dieser Spannungsabfall zu Verzerrungen führt, wenn die Signalspannung selbst nur in dieser Größe liegt. Der sonstige Vorteil des Dioden- HF- Gleichrichters wird dadurch wieder aufgehoben oder gar gegenüber anderen Schaltungen sogar verschlimmert.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich diese KB1 als Flop erwies und daher bald durch die indirekt geheizte KB2 ersetzt wurde; - und dies, obwohl indirekt geheizte Röhren für Batteriebetrieb nicht erstrebenswert sind.

Wesentlich vorteilhafter ist hier die Verbundröhre KBC1, wo über jedem Diodenteil nur wenig Heizspannung abfällt und sich die NF- Vorstufe schon gleich in der Röhre befindet.

Die Verwendung einer KB1 mit einer zusätzlichen Triode, z. B. einer KC1 bot keinerlei Vorteile gegenüber einer KBC1. Eine solche Kombination war nur teurer, platzsperriger und eindeutig schlechter als eine KBC1.

 

KC1 und KL1 nun auch mit Außenkontaktsockel !

Paralleltypen zu KC1-Stift und KL1-Stift. Diese kamen weiterhin in den VE- und DKE- Modellen zur Anwendung, während die Außenkontakt- Versionen in "zivilen" Geräten zum Einsatz kamen.

KC1 Triode

September 1935
Nachfolgetype der RE034

Ludwig Ratheiser [2] schreibt hierzu :

Anwendung: Empfangsgleichrichtung mit gleichzeitiger Niederfrequenzverstärkung, oder nur NF- Verstärkung (Transformator, Drossel- oder Widerstandskopplung).

Eigenschaften: Geringer Heizstromverbrauch (65 mA), gute Verstärkungseigenschaften auch bei 90 V Anodenspannung.

Aufbau: Direkt geheizt. Eingitterverstärkersystem; Steuergitter G1 und Anode A an Sockelkontakte angeschlossen. Glaskolben mit Innenspiegel. Außenkontaktsockel (8 polig). Sonderausführung mit Stiftsockel (4 polig) für deutschen Volksempfänger VE301B2 (Sockelschaltung wie RE034).

Vorläufertype: RE034 (für 4-Volt-Heizung mit Stiftsockel).

Hinweise für die Verwendung: Für die Empfangsgleichrichtung wird man im allgemeinen der Gittergleichrichtung wegen der bekannten Vorteile den Vorzug geben. Um einen guten Einsatz der Rückkopplung zu erzielen, ist es insbesondere bei Transformatorkopplung zweckmäßig, den Heizfaden durch ein Potentiometer zu überbrücken und den günstigsten Einsatzpunkt versuchsweise einzustellen. Als Gittergleichrichter ist die KC1 besonders wegen ihrer geringen Klinggefahr zu empfehlen.


 



KC1-  und KL1- Topf


KL1  Endpentode

September 1935
Nachfolgetype der RES174d oder RES164

Ludwig Ratheiser [2] schreibt hierzu :

Anwendung: Endröhre mit 1,5 Watt Anodenbelastung für einfache A-Verstärkung oder Gegentakt-A-Schaltung.

Eigenschaften: Endröhre kleiner Sprechleistung (max. etwa 0,4 Watt), aber guter Eigenverstärkung. Geringer Heizstromverbrauch (150 mA).

Aufbau: Direkt geheizt, 3-Gitter-Verstärkersystem; Horizontalaufbau. Steuergitter G1, Schutzgitter G3 und Anode A an Sockelkontakte angeschlossen. Bremsgitter G3 im Innern der Röhre mit Heizfadenmittelpunkt verbunden. Glaskolben mit Innenspiegel, Außenkontaktsockel (8polig), Sonderausführung mit Stiftsockel (5 polig) für deutschen Volksempfänger VE301B2 (Sockelschaltung wie RE134).

Hinweise für die Verwendung: Die Endröhre KL1 ist für kleine Batterie-Empfänger bestimmt, bei denen es in erster Linie auf einen möglichst geringen Heizstromverbrauch ankommt. Sie vermag eine Sprechleistung von 0,2...0,4 Watt abzugeben. Wird eine größere Ausgleichsleistung verlangt, so muss man entweder eine stärkere Endpentode (KL2) oder die Gegentaktendstufe verwenden.

In Verbindung mit der Pentode KF4 und Widerstandskopplung lässt sich ein sehr einfacher, billiger und leistungsfähiger Einkreisempfänger aufbauen.

---> Anmerkung: wenn dem so war, warum hat man die Batterie- VE- und DKE- Modelle dann nicht mit KF4 + KL1 bestückt ?

 

KDD1  Gegentakt-Klasse-B- Doppel-Endtriode und
KC3  Steuerröhre hierzu

Die Röhren KC3 und KDD1 arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie ihre Vorgänger B217 (Treibertriode) und B240 (Endröhre) von 1934 und sind als deren Nachfolger anzusehen.

Neben der Sockelung bestehen wesentliche Unterschiede in den Betriebswerten:

Die B240 leistet 1 W an 150 V, die KDD1 leistet 2 W an 135 V !

Damit hat die KDD1 in etwa die Betriebsdaten wie die amerikanische Type 19 von 1933, die zunächst als Vorbild zur B240 diente !

 




KC3  Triode

September 1935
Nachfolgetype der B217

Im Philips - Buch [1] finden wir folgendes über die KC3 :

Die Röhre KC3 ist eine Treiberröhre für Klasse-B- Endstufen mit Gitterleistungsaufnahme. Die beträchtliche Anodenleistungsabgabe zur Steuerung einer Klasse-B- Endstufe mit Gitterstrom bedingt eine höhere Heizleistung. Die KC3 soll nur als Treiberröhre zur Klasse-B- Endröhre KDD1 angewendet werden. Als Zwischentransformator soll ein solcher mit einem Übersetzungsverhältnis von 2 : (1+1) benutzt werden. Die Empfindlichkeit der KC3 zusammen mit der Klasse-B- Endröhre KDD1 ist so groß, dass es nicht möglich ist, vor dieser Stufe als N.F.- Verstärker oder als Detektor eine KF4 mit der größten damit erreichbaren Verstärkung zu verwenden; der Empfänger würde mikrophonisch sein.

 




KDD1 Klasse-B- Endröhre

September 1935
Nachfolgetype der B240

Über die KDD1 schreibt Philips [1]:

Die Röhre KDD1 besteht aus zwei in einem Glaskolben zusammengebauten Triodensystemen. Sie dient für die Endstufe in Klasse-B- Gegentaktschaltung mit Gitterstrom und gestattet bei Verwendung mit einer geeigneten Treiberröhre eine Ausgangsleistung von 2,2 Watt bei sehr beschränkter Belastung der Anodenbatterie. Sie wurde so ausgebildet, dass die Trioden keine Gittervorspannung benötigen. Deswegen fällt das genaue Einstellen des günstigsten Arbeitspunktes jedes Röhrenteiles fort, und die Gitterspannungsbatterie erübrigt sich. Ohne Gittervorspannung fließt praktisch während der ganzen Periode des Gittersignales Gitterstrom, so dass dadurch das plötzliche Einsetzen des Gitterstromes in der Sekundärwicklung des Steuertransformators vermieden wird. Dieses Einsetzen des Gitterstromes würde eine sehr unangenehme Verzerrung hervorrufen, insbesondere weil höhere Harmonische, die stark hörbar sind, dabei auftreten.

Ohne Steuerspannung an den Gittern ist der Anodenstrom sehr niedrig, nämlich nur 3 mA für beide Trioden zusammen hei 135 V Anodenspannung, und ein beträchtlicher Strom fließt nur dann, wenn ein Signal vorhanden ist. Der Anodenstrombedarf ist in jedem Augenblick ungefähr proportional der Gitterwechselspannung. Auf diese Weise wird selbstverständlich eine bedeutende Stromersparnis möglich, weil im Durchschnitt ein bedeutend geringerer Strom als bei voller Aussteuerung fließt. Außerdem besteht dabei die Möglichkeit, die Anodenbatterie einigermaßen zu schonen, indem man den Empfänger auf geringe Lautstärken einstellt. Wenn der Röhre eine Wechselspannung zugeführt wird, fließen also in beiden Trioden Gitterströme und die Steuerröhre muss imstande sein, an die Endröhre die benötigte Leistung abzugeben. Durch eine geeignete Konstruktion des Gitters wurde die Gitterstromaufnahme desselben herabgesetzt und deswegen konnte die Treiberstufe wirtschaftlicher und empfindlicher werden. Die KDD1 muss über einen geeigneten Transformator mit einem Übersetzungsverhältnis von vorzugsweise 2 : (1+1) an die Treiberröhre gekoppelt werden. Der günstigste Belastungswiderstand beträgt dabei 10.000 Ohm, von Anode zu Anode gerechnet.






KF3  H.F.- Pentode- Selektode

September 1935
Nachfolgetype der KF2

Zur KF3 schreibt Philips [1]:

Die Röhre KF3 ist eine H.F.- Pentode mit veränderlicher Steilheit. Im ganzen Regelbereich hat sie einen günstigen Quermodulationsfaktor. Dies wurde bei einem möglichst geringen Anodenstromverbrauch für den normalen Arbeitspunkt und bei einer niedrigen Regelspannung für den heruntergeregelten Zustand erreicht. Die rasche Regelung der KF3 ist besonders wichtig für Batteriesuperhets mit Kurzwellenbereich; in diesem Bereich empfiehlt es sich, die Oktode nicht zu regeln, und in diesem Falle ist eine effektive automatische Lautstärkeregelung trotzdem mit der KF3 möglich. Die Röhre kommt nur für Hoch- und Zwischenfrequenzverstärkung in Betracht.

Als Hochfrequenzverstärker sind mit dieser Röhre im Kurzwellenbereich ebenfalls hervorragende Leistungen zu erzielen, und zwar nicht nur, weil die geringen Kapazitäten beim Herunterregeln geringe Kapazitätsänderungen aufweisen, sondern auch wegen der hohen Ein- und Ausgangsdämpfungswiderstände und wegen der geringen Anodenrückwirkung. Es empfiehlt sich, besonders im Kurzwellenbereich, die Metallisierung und das Fanggitter durch möglichst kurze und induktionsfreie Leitungen direkt zu erden.





KF4  H.F.- Pentode

September 1935
Nachfolgetype der KF1

Zur KF4 schreibt Philips [1]:

Die KF4 ist eine H.F.- Pentode ohne Regelcharakteristik, die sich sowohl für Hoch- oder Zwischenfrequenzverstärkung wie für Anodengleichrichtung, Gittergleichrichtung und N.F.- Verstärkung mit Widerstandskopplung eignet.

Als N.F.- Verstärker kann sie hinter die indirekt geheizte Duodiode KB2 geschaltet werden und eine Klasse-A- Stufe mit einer Pentode KL4 oder auch mittels eines Transformators eine Klasse-B- Stufe mit z.B. zwei Pentoden KL4 steuern.

Auch als H.F.- Verstärker im Kurzwellenbereich ergibt diese Röhre hervorragende Leistungen, wozu der P- Sockel und das getrennt nach außen geführte Fanggitter wesentlich beitragen. Ferner sind die Ausgangskapazitäten auf ein Mindestmaß herabgesetzt.

This article was edited 16.Apr.07 18:55 by Jacob Roschy .

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KB2
 
Duodiode indirekt geheizt

Februar 1936
Nachfolgetype der direkt geheizten KB1

Zur KB2 schreibt Philips [1]:

Die KB2 ist eine indirekt geheizte Duodiode für Batterieempfänger. Die für die Heizung benötigte Leistung ist sehr gering und beträgt nur etwa 95 mA bei 2 Volt Spannung.

Die indirekt geheizte Kathode bietet die Möglichkeit, in Batterieempfängern verzögerte Lautstärkeregelung anzuwenden und die Verzögerung frei nach den jeweiligen Bedürfnissen zu wählen, indem man einfach der Kathode eine positive Spannung von der Hochspannungsbatterie erteilt. Die Röhre KB2 kann als Detektor vor eine N.F.- Verstärkerröhre, wie die KF4, oder vor eine Treiberröhre, wie die KC3, geschaltet werden oder sich direkt vor einer Endpenthode befinden. Die im letzteren Falle an der Diode benötigten beträchtlichen Signale kann die KB2 ohne weiteres verarbeiten.

 


KL4  Endpentode

Februar 1936
Nachfolge- oder auch Konkurrenztype der KL1. Wesentlicher Unterschied ist die Schirmgitterspannung: KL1 = 100 V, KL4 = 135 V, ein etwas geringerer Steuerspannungsbedarf sowie 10 % mehr Sprechleistung.

In [1] schreibt Philips:

Die KL4 ist eine Endröhre mit verhältnismäßig beschränktem Heizstromverbrauch (0,15 A). Sie ist sehr empfindlich, so dass die zur vollen Aussteuerung benötigte Gitterwechselspannung sehr niedrig ist. Bei einer Anoden- und Schirmgitterspannung von 135 Volt kann die KL4 eine Ausgangsleistung von 0,47 W abgeben, wobei die Verzerrung 11,2 % beträgt. Diese Röhre kann auch vorteilhaft in Gegentaktendstufen ohne Gitterstrom benutzt werden. Die Qualität der Wiedergabe ist dann ausgezeichnet, und die Ausgangsleistung ist bei 135 V Anoden- und Schirmgitterspannung etwa 0,8 Watt.


KC4
  Triode

April 1938
Hauptsächlich Oszillatortriode zur Mischhexode KH1, auch Nachfolgetype der B228

Hierzu schreibt Philips in [1]:

Die Röhre KC4 ist eine Triode, die als Oszillator zu der Mischhexode KH1 vorgesehen wurde. Außerdem kann sie als N.F.- Verstärker benutzt werden. Bei der letzteren Verwendung muss darauf geachtet werden, dass die totale N.F.- Verstärkung, die auf das Gitter dieser Röhre folgt, nicht zu groß ist, weil sonst Mikrophoneffekt auftreten könnte.

 

KH1  Hexode

April 1938
Zu den vorhandenen Hexodentypen AH1, CH1 und EH1 für Netz- und Autoempfänger erschien nun auch erstmals eine Einzel-Hexode für Batteriebetrieb zu den verschiedenartigen Anwendungen, wie nachfolgend von Philips aus [1] erklärt wird:

Die Röhre KH1 ist eine Hexode für Batterieempfänger, die auf drei verschiedene Weisen benutzt werden kann:

1) Als Mischröhre in Kombination mit einer getrennten Schwingröhre, z.B. der KC4, die eigens hierfür konstruiert wurde. Das hochfrequente Signal wird dann an das erste Gitter, das örtlich erzeugte Signal an das dritte Gitter gelegt. Gitter 2 und 4 sind Schirmgitter und werden an eine positive Spannung von 60 V angeschlossen. Das erste Gitter hat eine veränderliche Steigung, so dass eine automatische Lautstärkeregelung bei günstiger Quermodulation möglich ist. Die Mischsteilheit ist für eine Batterieröhre sehr hoch (450 µA/V).

2) Als H.F.- Pentode mit veränderlicher Steilheit in Hochfrequenz- oder Zwischenfrequenzverstärkern. Das zweite und das dritte Gitter werden dann zusammen an eine positive Spannung von 60 V angeschlossen, das vierte Gitter dient als Fanggitter und wird geerdet. Es wird hierbei eine sehr hohe Steilheit (1,4 mA/V) bei niedrigem Stromverbrauch (2,95 mA) erzielt.

3) Als H.F.- Tetrode mit veränderlicher Steilheit in Hoch- oder Zwischenfrequenzverstärkern. Das zweite und das vierte Gitter werden dann zusammen an eine positive Spannung von 60 V angeschlossen, das dritte Gitter wird geerdet. Die Steilheit ist hierbei noch etwas größer als bei der Schaltung als Pentode (1,5 mA/V), der Stromverbrauch etwas geringer (2,8 mA), während die Regelung etwas weniger rasch vor sich geht. Der Innenwiderstand ist aber kleiner.

KCH1  Triode-Hexode

Dezember 1938
Nachfolge- bzw. höherwertige Ersatztype der Oktode KK2.

Erstaunlicherweise wird diese Röhre nur in Philips- Unterlagen wie [1] genannt, nicht aber im telefunkenlastigen Ratheiser- Buch [2] ! Vorausgesetzt, diese Röhre ist nicht nach Redaktionsschluss dieses Buches erschienen, hätte Philips eine Triode-Hexode herausgebracht, die es von Telefunken nicht gibt ! - Fast eine Sensation !

Nachdem Philips über Jahre hinweg Oktoden favorisierte, wurde nun die Flucht nach vorn angetreten und sogar für Batteriebetrieb auf Trioden-Hexoden umgeschwenkt !

Zur KCH1 schreibt Philips in [1]:

Die Röhre KCH1 ist eine Mischröhre für batteriegespeiste Überlagerungsempfänger. Sie besteht aus der Kombination einer Hexode für die Mischung des Eingangssignales mit dem im Empfänger erzeugten Signal und einer Triode zur Erzeugung des letzteren Signals. Es wurde bei der Entwicklung dieser Röhre eine möglichst hohe Mischsteilheit bei mäßigem Heizstrombedarf angestrebt. Vor allem lag die Zielsetzung vor, eine Batteriemischröhre zu schaffen, die im Kurzwellenbereich ein sicheres Arbeiten verbürgt und durch die automatische Lautstärkeregelung in diesem Bereich geregelt werden kann, ohne dass die Störungen durch Nebeneffekte, wie Frequenzverwerfung, zu sehr in den Vordergrund treten. Den Quermodulationseigenschaften wurde in Anbetracht der für Batteriegeräte erforderlichen scharfen Regelung sehr besondere Aufmerksamkeit gewidmet. So ist für eine Regelung der Mischsteilheit von 1 : 100 bei 135 Volt und bei Schirmgitterspeisung über einen Serienwiderstand eine Änderung der Vorspannung von - 0,5 bis nur - 17 Volt erforderlich. Dabei beträgt die Mischsteilheit im ungeregelten Zustand 325 µA/V. Der Hexodenteil der KCH1 ist für den Betrieb mit gleitender Schirmgitterspannung eingerichtet. Dadurch wird der Querstrom des Schirmgitterspannungsteilers gespart und ergibt sich hieraus ein möglichst wirtschaftlicher Betrieb der Röhre. Die totale Belastung der Anodenbatterie beträgt bei einer Batteriespannung von 135 Volt und einem Schirmgittervorwiderstand von 67.000 Ohm nur 5 mA.

 

KL5  Endpentode

Dezember 1938
Diese Röhre stellt einen echten Fortschritt gegenüber älteren K- Endpentoden dar. Ihr Heizstrom wurde gegenüber der KL4 von 0,15 auf 0,1 A verringert, aber gleichzeitig wurde die Sprechleistung von 0,44 auf 0,52 W erhöht !

Hierzu schreibt wieder Philips in [1]:

Die Pentode KL5 ist eine direkt geheizte Endröhre für Batterieempfänger mit einer Heizspannung von 2 Volt.

Sie gestattet eine hohe maximale Ausgangsleistung bei einem geringen Heizstrombedarf. Die Ausgangsleistung beträgt 0,52 Watt bei 133 Volt Anodenspannung, 8,5 mA Anodenstrom und 10% Verzerrung.

Eine wesentliche Verbesserung stellt die Einfügung eines Heizfadendämpfungsglimmers dar: die Röhre hat dadurch eine viel geringere Neigung zum Mikrophoneffekt, so dass die KL5 in dieser Hinsicht äußerst sicher ist. Die Verwendung von zwei Röhren KL5 in Gegentakt gestattet die Erzielung einer für Batteriegeräte verhältnismäßig großen Ausgangsleistung bei mäßiger Verzerrung. Bei der Gegentaktschaltung kommt besonders der geringe Heizstromverbrauch der KL5 vorteilhaft zum Ausdruck. Zwei Röhren KL5 in Gegentakt gestatten bei 135 Volt Anodenspannung eine maximale Ausgangsleistung von etwas mehr als 1 Watt bei einer Verzerrung von rund 7% und einem Heizstromverbrauch von nur 0,2 Ampere. Die Empfindlichkeit der KL5 ist ausreichend groß, um die Aussteuerung durch jede normale N.F.- Röhre oder durch eine als Gittergleichrichter verwendete Pentode zu gestatten.

 

[1] "Daten und Schaltungen moderner ... Röhren", Band 2, Philips, Eindhoven, Holland, 1940.
[2] "Rundfunkröhren - Eigenschaften u. Anwendung" v. Ludwig Ratheiser, Berlin

Fortsetzung in Teil III

This article was edited 16.Jul.05 20:16 by Jacob Roschy .

  
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