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Besonderheiten beim Abgleich von Philips-Geräten

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Wilfried Haack
 
 
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12.Feb.07 01:33

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Beim  HF Abgleich bei Philips-Geräten von vor 1950 ist eine völlig andere Methode erforderlich als bei den meisten Superhets dieser Zeit.
Die Vorkreis und Oszillatorspulen dieser Geräte sind Luftspulen, die vom Werk fest abgeglichen wurden und nicht mehr verändert werden können. (Erkennbar an den Einschnürungen der Alu-Töpfe). Die Werte dieser Spulen ändern sich also nicht, da es Luftspulen sind die kaum altern.
Man kann also am L-Ende  nur die Oszillatorfrequenz  abgleichen!!!!
Das geschieht mit dem Verkürzungs-Kondensator.

Auch wird bei diesen Philips-Geräten die Scala der Empfängers zum HF-Abgleich nicht benötigt. Der Zeiger wird nach beendetem Abgleich ggf. korrigiert

Der grundsätzliche Vorgang ist folgender:

Der Oszillator wir stillgelegt, z.B. durch Kurzschluß des Oszillator-Drehko(Schiebeko)-Paketes.
Dann wird an die Anode der Mischröhre ein Oszilligraf oder ein Prüfempfänger (zweites Radio) über einen Trennkondensator 47nF angeschlossen.

Nun wird über die Antennbuchse ein Signal von 550 Khz eingespeist und der Senderwahlknopf solange verstellt, bis auf dem Oszi (oder im Prüfempfänger) das Signal erscheint.
Nun darf der Drehko nicht mehr verstellt werden!!

Der Oszi (bzw. Prüfempfänger) wird abgeklemmt und der Oszillator-Kurzschluß entfernt.

Nun wird mit dem Philips-Typischen Wickeltrimmer des entsprechenden Wellenbereiches(hier MW), das eingespeiste Signal im Lautsprecher hörbar gemacht.

Ich löte allerdings in diesem Falle immer den Wickeltrimmer ab und bringe  einen normalen Trimmer an. Wer alles orginalgetreu machen will kann ja den Wert des Trimmers ausmessen und dann den Wickeltrimmer einstellen ( falls es möglich ist). Oft muß man was dazuwickeln. Das soll laut Philips-Vorschrift nicht sein.

Wenn man schon dabei ist, sollte man auf jeden Fall die Fußpunkt-Koppelkondensatoren für das Eingangsbandfilter Kontrollieren. Die Philips-Kondensatoren haben fast immer eine doppelte so große Kapazität erreicht. Dadurch wird die MW- und LW Empfinlichkeit negativ beeinflußt.

Das war der L-Abgleich.
 
Da oft nur der L-Abgleich betroffen ist, kann man jetzt aufhören.

Wer es genau haben will kann aberweiter machen:

Nun wird  ein Signal für das obere Scalenende ( C-Ende) eingespeist. Die Frequenz dieses Signales muß man aus dem Service-Blatt des entsprechenden Gerätes ablesen. Wenn das nicht zur Verfügung steht, muß man die passende Frequenz durch ausprobieren ermitteln. Das ist sehr mühsam!! besser man sucht ein Service-Blatt.
Aber auch wenn man diese Frequenz kennt kommt die große Philips-Hürde:
Die sogenannte 15 Grad-Lehre!!
Noch nie habe ich eine gesehen und noch nie jemanden gefunden der eine gesehen hat.
Vor Jahren habe ich darum ein Exel-Datenblatt geschaffen. Mit diesem Programm habe ich errechnet, daß ein 3,2 mm Bohrer zwischen den Drehko-Anschlag geklemmt werden muß. Dann ergeben sich mit ausreichender Genauigkeit diese 15 Grad.
Man klemmt also diesen Bohrer zwischen Anschlags-Bolzen des Drehkos  und  Anschlags-Winkel an der Drehkoachse fest.

Nun wird mit dem entsprechenden Oszillatortrimmer des Wellenbereiches ( hier MW) Die Oszillatorfrequenz eingestellt.
Dann werden die beiden Trimmer für die Eingangsbandfilterkreise bei der selben Frequen abgeglichen.
 
Nun muß man noch mal das L-Ende abgleichen und dann das C-Ende kontrollieren.

Für den LW-Bereich  gilt die gleiche Vorgehensweise, natürlich mit den entsprechenden Frequenzen und den entsprechenden Abgleichelementen.

Das kling alles sehr kompliziert, ist aber bald erlernt und dann glänzen diese Geräte durch super-Empfindlichkeit!!


Bei KW und speziell bei den Geräten mit Kurzwellen-Bandspreizung kommen noch weitere "Tücken" dazu.
Bei Bedarf kann ich weitere Ratschläge geben.

This article was edited 12.Feb.07 01:37 by Wilfried Haack .

  
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