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Bezugsquelle für Papier-Kondensatoren, Widerstände

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Markus Frula
Markus Frula
 
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15.Dec.03 19:23

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Hallo,

ich möchte mein Loewe Opta-Röhrenradio reparieren. Nach der Sichtkontrolle mußte ich feststellen, daß diverse Kondensatoren (Elkos) aufgeplatzt sind. (sie sind Schwarz und sind mit Papier umwickelt. Der Aufdruck lautet: 0,05/250V - manche haben zusätzliche auch eine Wechselstromangabe). Auch einige Widerstände sind regelrecht explodiert. Siehe Foto.

Ich möchte die defektem Bauteile austauschen, wo bekomme ich Ersatz? Kann ich statt der Elkos auch Bipolare Kondensatoren z.B. von Conrad verwenden?

Kann ich die Teile ohne weiteres auslöten, oder muß ich damit rechnen, daß sie Gesundheitsschädliche stoffe aussondern, wenn sie warm werden?

Es wäre sehr nett, wenn mich jemand kurz beraten könnte.

Viele Grüße,

Markus

 

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Olaf Toenne
 
 
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15.Dec.03 19:51

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Hallo Herr Frula!

Bei den von ihnen aufgenommenen Kondensatoren handelt es sich nicht um Elektrolytkondensatoren, sondern um Wickelkondensatoren alter Bauart. Diese können nicht! mit sog. "bipolaren" Kondensatoren ersetzt werden. Bipolare Kondensatoren (Elkos) eignen sich zur Übertragung von NF-Signalen, beispielsweise in Frequenzweichen von Lautsprecherboxen. In einem alten Radiogerät haben sie nichts zu suchen! Die verbrannten Widerstände sind problemlos mit heutigen, entspechend belastbaren Metallfilmwiderständen (4-5Watt) zu ersetzen. Wenn Sie bei den Lötarbeiten für eine gute Durchlüftung sorgen, und das Gesicht nicht unmittelbar in die Lötdämpfe halten, so liegt sicher keine Gesundheitsgefährdung vor.

Sie können alle benötigten Bauteile natürlich bei Conrad Elektronic beziehen, dort gibt es auch die nötigen Folienkondensatoren in axialer (liegender) und passender zylindrischer Bauform zu kaufen. Spannungsfestigkeit sollte 630 Volt Gleichspannung betragen. Doch bedenken Sie speziell bei ihrem "durchgebrannten" Widerstand, das der defekt des Bauteiles eine Ursache haben muss. Bevor Sie ersetzen, sollte eine genaue Fehlersuche erfolgen.

Und zuletzt:

In diesen alten Radios kommen Spannungen zwischen 200 und 350Volt zum Einsatz!

Darum nie bei laufendem Gerät in der Schaltung herumfassen, und bedenken, das die Elkos des Netzteiles ihre hohe Spannung noch für mehrere Minuten nach ausschalten behalten können!

 

Gruß

Olaf Toenne

Eilert Menke
 
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16.Dec.03 13:17

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Danke Olaf,

für die gute Beratung! Vielleicht sollte man noch erwähnen, daß der von Herrn Frula als "Minus" gedeutete Strich bzw. Ring auf dem Kondensator dessen Außenkontaktierung bzw. den äußeren Wickel bezeichnet. In NF-Schaltungen beispielsweise ist dessen Beachtung mitunter nicht irrelevant; so sollte die Außenkontaktierung schaltungstechnisch immer "näher" zu Masse liegen als der innere Wickel. Sonst kann es zu Brummeinsteuungen etc. kommen.

E.M.

Olaf Toenne
 
 
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16.Dec.03 19:16

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Hallo und guten Abend Eilert!

Danke für Deinen Tip, diese Detail ist mir beim Verfassen des Post`s leider entgangen.

Bezüglich der Anfrage von Herrn Frula möchte ich nochmal auf das Buch "Radio's der 50' Jahre" von Eike Grund (ISBN 3-8330-0357-x) aufmerksam machen. Ich gebe nur deshalb eine Empfehlung ab, da ich es selber schon mehrfach gelesen habe. Es könnte jemandem wie Herrn Frula wie auch allen anderen Einsteigern eine große Hilfe sein. Die sehr verständliche Schreibweise führt gerade den Anfänger sachte in die Materie ein, ohne ihn gleich mit zu speziellem Fachwissen zu überfordern. Es kann so manche Enttäuschung gerade am beginn eines herrlichen Hobbys verhindern.

Ich möchte keine Schleichwerbung betreiben, da ich mit dem Author in keinerlei geschäftlicher oder familiärer Verbindung stehe. Nur findet man kaum soviel gebündelte Praxis so verständlich aufbereitet wie hier - gerade für den Anfänger.

Kollege Georg Schön regte an, Fotografien von Kondensatoren und auch Widerständen aus dieser Zeit beizufügen, zur Orientierung gedacht, damit man sich wie hier Herr Frula überhaupt ein Bild machen kann wie so etwas aussieht.

Leider verfüge ich zur Zeit über kein geeignetes Bildmaterial zu diesem Thema. Vielleicht kann der ein oder andere Leser dieses Thread's hier etwas beitragen?

 

Viele Grüße

Olaf

Mario Tieke
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16.Dec.03 23:10

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Hallo

Vieleicht sollte man hier Informationen zu verschiedene passive Bauelemente (Kondensatoren, Widerstände usw.) der Rundfunkempfänger sammeln, um  später unter Texte eine kleine Bauelementekunde mit Bildern zu verfassen. So könnte man auch die Entwicklungsgeschichte der Bauelemente dokumentieren.

Gruß Mario 

Markus Frula
Markus Frula
 
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17.Dec.03 12:39

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Hallo an Alle,

vielen Dank für die vielen antworten. Ich bin meinem Problem tatsächlich ein wenig weitergekommen. Das Buch "Radios der 50er Jahre" habe ich mir besorgt und auch schon regelrecht "verschlungen". Trotzdem habe ich immer noch das Problem der genauen Identifizierung einiger Bauteile. Die Aufdrucke auf den Widerständen sind leider nicht mehr vorhanden, da die Bauteile wie explodiert aussehen. Aus dem Internet - Schaltplan werde ich auch nicht schlau, da die Version so eine schlechte Auflösung hat, daß ich die Bauteilbezeichnungen beim besten Willen nicht entziffern kann.

Bei den geplatzten Wickelkondensatoren habe ich mehr Glück, die Bezeichnung steht ja auf dem aufgeklebten Papierchen. Doch bei der Suche nach Ersatz finde ich bei z.B. Conrad oder Bürklin alles andere nur nichts passendes. Vielleicht stelle ich mich auch nur zu dumm an....

Mein nächster Schritt wäre eine direkte Anfrage bei den Firmen.

viele Grüße und schöne Weihnachtszeit!

Markus

Mario Tieke
Mario Tieke
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17.Dec.03 14:01

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Hallo

Der Betrag zielt auf ein spezielles Gerät, welches im RM enthalten ist, - ich vermute mal "Rheingold 2920T" mit einen unleserlichen Schaltbild.

Bauelementequelle:  www.elektronik-fundgrube.de  aber kein Sortiment nehmen, da darin viele Kondensatoren  mit 100V oder 63V Spannungsfestigkeit enthalten sind. 
 
Gruß Mario

Lutwin Berndt † 5.10.14
Lutwin Berndt † 5.10.14
 
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17.Dec.03 21:56

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Hallo liebe Sammlerfreunde,

auch ich würde es sehr begrüßen, wenn einmal ein solcher Beitrag über Bauelemente geschrieben würde.

Bezüglich der Kondensatoren sollten dabei jedoch nicht nur die Bauarten, wie etwa Wickel-, Roll-, Glimmer-, Keramikkondensatoren, usw. behandelt werden, sondern auch die Verwendung der einzelnen Typen, d.h. hier ihre Funktion in einer Radioschaltung. Zur Erläuterung hier einige Begriffe, die in der Literatur immer wieder auftauchen, aber nicht so ohne weiteres verständlich sind: Antennen-Verkürzungs-C., Anoden-Sieb-C., NF-Gitter-Kopplungs-C., Gegenkopplungs-C. für Baßanhebung, Regelspannungs-Sieb-C., HF-Sieb-C. im Gitterkreis, KW-,MW-,LW-Verkürzer im Oszillator, Leuchtsteuergitter-C., Gleichrichterstrecken-Überbrückungs-C., Schirmgitter-C., usw. Viele dieser Begriffe sucht man vergeblich in den Stichwortverzeichnissen, selbst wenn die Begriffe im dazugehörigen Text gebraucht werden.

Mfg LUB 

P.S. Ich bin regelmäßiger Besucher von RM.org und habe, wohl da ich ein sog. Quereinsteiger bin, schon viele wertvolle Anregungen und Informationen zu unserem schönen Hobby bekommen. Deshalb auch einmal auf diesem Wege herzlichen Dank an den Initiatior des Ganzen, Herrn Ernst Erb, sowie seine zahlreichen Mitstreiter, die sehr viel Erfahrung, Arbeit und Zeit in RM.org investieren.

Herzlichst Ihr Lutwin Berndt 

  
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