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Blaupunkt 1935/36: Versteilerung der Regelspannung

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Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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16.Jul.17 14:53

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In den (einigen) Blaupunkt-Geräten der Saison 1935/36 wurde die Schwundregelspannung durch eine extra Vertärkung in einer AF7 mit dem Ziel vergrößert, daß sich dadurch eine verbesserte Schwundregelung ergibt.

In einem Sonderdruck für die Geräte 4W65 und 4W95 heißt es dazu folgendes:

(Der komplette Sonderdruck ist bei beiden Modellen hochgeladen.)

Ein Schaltungs-Ausschnitt aus dem "Drei Sparren" Schaltbild für den 4W65, der das veranschaulicht ist als nächstes dargestellt.

Die AF7 hat dabei 2 Funktionen:

  • Verstärken der ZF zur Versteilerung der AGC (rot: ZF-Pfad, rot gestrichelt: AGC).
  • Verstärken der NF (blau: NF-Pfad).

Während die NF in der linken Diode der AB2 demoduliert wird, entsteht die AGC durch Gleichrichtung der verstärkten ZF Spannung in der rechten Diode der AB2. Die Verstärkung ist ca. 5 fach.

Lautstärke mit Doppel-Poti

Auffällig sind die beiden mit "L" bezeichneten Potentiometer, die auf einer gemeinsamen Achse sitzen. Dieses Doppel-Poti ist eine Spezial-Anfertigung und war nur durch Blaupunkt zu beziehen. Deshalb gibt es keine Angaben der Größe, sondern nur eine Sachnummer. 

Am ausgebauten Doppelpoti kann man für jede Bahn 500 kΩ bzw. 1 MΩ messen.  (Es gab wohl 2 Typen von Doppelpotis.) Stellt man den Schleifer in die Mitte, so lassen sich zwischen Anfang und Schleifer bzw. zwischen Schleifer und Ende jeweils ungefähr gleich große Werte ermitteln. Das zeigt also, daß es sich um lineare Potis handelt. (Bei log. Potis wären die Meßwerte sehr unterschiedlich.)

Lineare Potis zur Lautstärke-Regelung?? Macht man eigentlich nicht. Aber hier sind ja zwei davon in Serie geschaltet. Das erste Poti ändert die Lautstärke linear in Abhängigkeit von der Schleiferstellung X. Ebenso das zweite Poti. Aber, da das zweite Poti bereits die Lautstärke mit X berwertet bekommt, hat man hinter dem zweiten Poti eine Berwetung mit X². Das ist dann zwar auch nicht logarithmisch, aber für geringe Lautstärken ergibt sich ein recht ähnlicher Verlauf.

Die Pfade für ZF und NF

Hier interessiert speziell die Stelle, wo die ZF direkt zur AF7 gelangt (ZF-Pfad), während die NF über das erste Poti geführt wird bzw. werden soll (NF-Pfad).

Hier ist im originalen Blaupunkt Schaltbild bzw. der zugehörigen Stückliste (für den 4W65) ein Koppelkondensator für die ZF mit 10 000pF = 10nF angegeben. Und fast alle bekannten Schaltbilder haben diesen Wert übernommen, so auch die "Drei Sparren". Ja, aber kann dieser Wert stimmen?

Wenn man sich mit Schaltbildern für Röhrenradios halbwegs auskennt, so ist bekannt, daß z.B. der Koppel-Kondensator zur Endröhre i.a. einen Wert zwischen 5nF und 20nF hat. Diese Werte sind somit für NF völlig ausreichend. Damit ist aber sofort einsichtig, daß 10nF als Überbrückungs-Weg, wie im Drei-Sparren Plan angegeben nicht stimmen kann. In diesem Fall wäre die Lautstärke-Beeinflussung durch das erste Poti absolut wirkungslos, weil die NF den "bequemeren" Weg über die 10nF nehmen würde.

Tatsächlich findet sich im ART-Schaltbild (aber nur in diesem!) als Überbrückungs-Kondensator 10 pF verzeichnet.

Vergleicht man die Schaltbilder der entsprechenden anderen Blaupunkt-Geräte dieses Jahrgangs mit entsprechender Schaltung, so findet man als Überbrückungs-Kondensatoren an dieser Stelle Werte zwischen 10pF und 25pF.

MfG DR

  
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