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Buch: Volkswagen, Volksempfaenger, Volksgemeinschaft

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Hans-Georg Schirmer
Hans-Georg Schirmer
 
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09.Dec.11 15:24

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Ueber die Rundfunkpolitik des Nazi-Regimes ist bis in die Gegenwart viel geschrieben worden, man denke an Gidi Verheijen, Das Rundfunkgeraet im Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden oder an die Dissertationsschrift von Michael Hensle ueber die "Rundfunkverbrechen" vor nationalsozialistischen Sondergerichten. Ebenso ueber die Gemeinschaftempfaenger, z.B. der kuerzlich erschienene Artikel von Herrn Roschy ueber die wirkliche Qualitaet der Volksempfaenger. 

Seit einiger Zeit bin ich im Besitz des Buches von Wolfgang Koenig, Volkswagen, Volksempfaenger, Volksgemeinschaft. Untertitel: "Volksprodukte" im Dritten Reich: Vom Scheitern einer nationalsozialistischen Konsumgesellschaft. Waehrend das Buch sich insgesamt sicher nicht zum Thema im RM eignet, fand ich das Kapitel "Der Volksempfaenger und seine Brueder: Propagandainstrument und Unterhaltungsmedium" doch so interessant, dass ich dessen Inhalt nachfolgend kurz wiedergeben moechte.

Im genannten Kapitel beschreibt der Verfasser die politischen Hintergruende der Einfuehrung des Volksempfaengers, der Werbung, des Vertriebs und der Preisgestaltung. Der Leser erhaelt einen Eindruck von Kompetenzgerangel und endlosen Kontroversen zwischen den beteiligten Institutionen (den Ministerien fuer Propaganda, Reichspost, Wirtschaft und Finanzen, der Partei, der Industrie und dem Handel). Typisch: Ein Versprechen (der Partei, des Propagandaministeriums) der Bevoelkerung gegenueber (betreffend z.B. Empfangsleistung, den Liefertermin, den Preis) konnte von der Industrie, dem Handel oder der Reichspost nicht eingeloest werden. Es folgten Schuldzuweisungen auf Gegenseitigkeit. Ueber die Verteilung von staatlichen Einnahmen, wie Rundfunkgebuehren, stritten sich die Ministerien. Es geht in diesem Kapitel  wesentlich um das, was der rundfunkinteressierte Buerger nicht erfuhr. Ergaenzend folgen hier noch einige zusammenhanglose  Stichworte zum Inhalt des Kapitels: Empfaengerkonzept, Auslandsempfang, Kaeufer-Zielgruppe (und deren Verfehlung), Kalkulation und Profit, Rundfunkdichte, Umsatzkrise um 1935, Fertigungsrueckgang und gaenzliche Einstellung.  

Ein weiteres, kleineres Kapitel "Der Einheits-Fernsehempfaenger: Gemeinschaftsgeraet fuer einen Zukunftsmarkt" befasst sich in aehnlicher Form mit der Entwicklung des Fernsehens in der Zeit 1933 bis 1945. Beginnend bei den oeffentlichen Fernsehstuben und endend bei dem nicht mehr realisierten Volksfernseher E1, dessen Entwicklung mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt wurde.

Hans-Georg Schirmer      

 

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This article was edited 09.Dec.11 15:27 by Hans-Georg Schirmer .

  
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