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Copyright - wie handhaben und warum?

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Ernst Erb
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01.Apr.08 19:29

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Mir wurde heute aus den USA ein ausgezeichneter Beitrag in Englisch als PDF zugestellt, mit der Frage, wie man das bei uns veröffentlichen kann - oder ob ich das tun würde. Der Beitrag ist digitalisiert, was bedeutet, dass Suchmaschinen indizieren können - auch wenn kopiergeschützt. Umfang ca. 2 MB, was wir unter Texte gut unterbringen können - um dann zum Modell zu verlinken - kein Problem. Nur: Der 26-seitige Fachbeitrag mit interessanten Bildern aus einer Zeitschrift zeigt keinen Hinweis auf eine Genehmigung durch den Copyrightinhaber - und für wen - und ist zudem nicht kopiergeschützt. Das kann nur ein begründetes NEIN ergeben. 
 
Was braucht es, um ein Werk dieser Art veröffentlichen zu dürfen? 
 
1. Bewilligung des Copyright-Inhabers.
Die muss man sich bei der dafür autorisierten, zuständigen Person einholen, wenn es ein grösseres Unternehmen betrifft. Bei einem Verlag kommt es noch auf die Vertragsverhältnisse zwischen Autor und Verlag an, ob eine Anfrage beim Verlag oder eine beim Autor genügt. Gibt aber ein Verlag die Erlaubnis, dann darf man davon ausgehen, dass die Autorenrechte an den Verlag abgetreten wurden. 
 
2. Deutlicher Hinweis auf die Genehmigung.
Dieser muss untrennbar mit dem Dokument verbunden sein, wenn möglich auf jeder Seite. 
Ein Leser muss erkennen können wer das Copyright hat und dass eine Genehmigung vorliegt. 
 
3. Deutlicher Hinweis für wen die Genehmigung erteilt wurde. 
Würde nur die Genehmigung an sich ersichtlich sein, wäre das nahezu wie eine Einladung, das Dokument auf einer eigenen Site zu bringen. Herr Tomkowiak hatte das z.B. hier vorzüglich verwirklicht:
Digitalisiert 03/2003 von Oliver Tomkowiak für www.radiomuseum.org mit freundlicher Genehmigung vom WEKA-Fachzeitschriftenverlag. Die aktuellen Ausgaben der FUNKSCHAU finden Sie im Internet auf www.funkschau.de.
Beide Links lassen sich klicken und mit dem Auswahlwerkzeug kann man keine Texte entnehmen. Die weiteren Seiten sind nicht mit dem Vermerk versehen, weil er wahrscheinlich auch das Auseinandernehmen von Seiten schützte.

4. Schutz des Dokumentes vor dem Herauskopieren von Textteilen.
Das beinhaltet auch das Zerlegen von Seiten. Letzteres vor allem falls der Copyright-Vermerk nicht auf jeder Seite steht. Damit das auch wirkt, verschlüsselt man das Dokument. Es gäbe noch weitergehende Einschränkungen, z.B. kein Ausdruck möglich, doch ist das nur dann nötig, wenn das jemand ausdrücklich verlangt. Martin Renz hat im November 2004 das Vorgehen zum Kopierschutz erklärt. Man findet den Beitrag mit dem Stichwort schnell mit dem SEARCH.

So gesehen, könnte man doch auch einfach den Copyright-Vermerk anbringen und dann das Dokument scannen und als Bild bringen? Ja, kann man, doch ist es dann nicht von Suchmaschinen lesbar und damit indizierbar. Ein solches Dokument wird meist über spezielle Begriffe via Suchmaschinen gefunden und weniger wegen dem Titel.

Schutz kann man aber knacken, was nützt er dann?
Wir haben es mit einem "Gegenstand" zu tun, der nicht uns gehört, den wir aber unter bestimmten Umständen benutzen dürfen. Man kann das mit einem Haus oder einem gemieteten PKW vergleichen: Schliesst man das Mietauto nicht ab und wird es gestohlen, ist man selbst haftbar. Schliesst man es ab, dann bezahlt die Versicherung, obwohl Einbrecher es innert einiger Sekunden öffnen können. Einige Vermieter verlangen in einigen Ländern sogar, dass das Auto in gewissen Gegenden nachts nicht im Freien stehen darf. Bei einer Copyrightverletzung von dritter Seite sind wir dann geschützt, wenn wir das Mögliche getan haben, ansonsten kann es grosse Folgen für uns haben.

Das Copyright ändert sich mit der Zeit
Besonders in den letzten vier Jahren wurde das Copyright bei vielen Arten von Unterlagen (Bilder, Texte, Musik etc.) verschärft. So hat ein Verlag möglicherweise 95 Jahre Schutz, da der Verlag ja auch je nach Vertrag die Autoren schützen muss. Seit den Internet-Veröffentlichungen haben die Verleger auch die Verträge mit Autoren ändern müssen, denn Zeitschriften-Verlage sind u.U. interessiert, dass einzelne Veröffentlichungen "herumgereicht" werden, weil sie mit guten Beiträgen für die Zeitschrift werben - doch das bedingt entsprechende Verträge mit den Autoren. Die Schutzzeiten sind je nach Zeitepoche, "Gegenstand" und Kontinent/Land verschieden.

Hingegen hat man die erlaubten Ausnahmen erweitert.
So ist das Kopieren als ganzes Dokument und Abspeichern auf dem EIGENEN PC z.B. in der Schweiz mit dem neuen Urheberrechtsgesetz als Eigengebrauch, voraussichtlich ab 1. Juli 2008 erlaubt, anders als in anderen Ländern. Das Zitierrecht ohne Anfrage, sondern mit Hinweis auf den Urheber ist praktisch immer erlaubt. Eine andere Frage ist der mögliche Umfang ... Das Verbot der Umgehung von technischen Massnahmen zum Schutz von Werken und das Verbot der Entfernung oder Änderung von Informationen für die Wahrnehmung von Rechten ist praktisch überall gegeben. Das Anbieten von Knack-Tools und entsprechenden Dienstleistungen ist neu in der Schweiz strafbar, wenn nicht klar ist, dass es nur für den Eigengebrauch genutzt wird. Schliesslich gibt der Begriff "Fair use" einen gewissen Spielraum, der nicht kurz zu erklären ist, darum der Link.

Unsere Erfahrungen
Besonders auf dem Gebiet der Schaltpläne hatten wir uns z.B. beim Schaltplanservice in Berlin das Einverständnis geholt, für gewisse Werke legt niemand mehr Wert auf Schutz, Schaltplansammlungen fielen z.T. in die Öffentlichkeit, nicht aber z.B. SAMS ab einem gewissen Jahrgang nach 1963. Diese Themen hatten wir ausführlich behandelt, wie auch eBay-Bilder etc.

Leider muss ich z.B. ein Erlebnis mit einem Mitglied schildern.
Es ist Jahre her, da sehe ich einen ausführlichen Forumsbeitrag, der einen ausgezeichneten Eindruck macht. Er hatte eine Qualität, die ich dem Schreiber nicht zutraute. Darauf hin bin ich Googeln gegangen - einfach mit einem Satz (der Satzteil), der selten vorkommt. Siehe da, die Arbeit hatte jemand anders geleistet - kein Hinweis darüber - deshalb ein waschechtes Plagiat! Natürlich habe ich das mit entsprechender Anzeige und Mahnung an den "Schreiber" gelöscht. Das hat nichts zu tun mit Gedanken, die man verschiedenen anderen Publikationen entnimmt (nicht zitiert), um ein Thema abzurunden. Aber auch da empfiehlt es sich, den Ursprung zu erwähnen, wenn das mehr als ein paar Sätze sind.

Vor einigen Tagen hatte ich vor dem Kopieren nicht geschützte Beiträge entdeckt und vorübergehend in einen internen Bereich verlegt bis sie mit Kopierschutz verschlüsselt sind. Bitte helfen Sie aktiv mit, dass wir keine Kopyrightverletzungen begehen. Danke.

Sie können sich Rat bei Martin Renz holen, wenn Sie nicht wissen wie schützen - und ihm auch Passworte abgeben, damit er wenn nötig agieren kann, wenn Sie das nicht können. 

Ernst Erb
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08.Sep.14 12:27

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Wir tolerieren, dass Mitglieder Bilder, die lediglich zum Verkauf eines Gerätes z.B. bei eBay erscheinen, als Fremdbilder hochladen dürfen, wenn sie die Auktionsnummer und den Verkäufer in der Legende eintragen. Es ist gewünscht, dass wir den Verkäufer vorher anfragen, wenn dies überhaupt möglich ist. Meist ist das nicht der Fall. Bei Anfragen sind die Antworten praktisch immer positiv.

Diese Bilder dienen allen Benutzern gratis, die sich entweder für ein Gerät interessieren oder ihr eigens Gerät über die Bildergalerie finden möchten. Dabei machen die Gäste etwa 95 % aus. Es sind vor allem keine Bilder mit einer gewissen "Schöpfungshöhe", die international nach Gesetz geschützt sind. Gerne versehen wir diese Bilder auch nachträglich mit einer gewünschten Bildlegende oder löschen bei anständiger Aufforderung. Dazu dient vor allem der Fusslink Kontakt.

Trotzdem gibt es vor allem unbeteiligte Spaltpilze, die das Radiomuseum und unsere Politik in anderen Foren schlecht machen. Dies z.T. unwidersprochen und sich gegenseitig aufgeilend. Zumindest ein Teil dieser Personen hat wegen wiederholten Herabsetzungen von anderen Mitgliedern bei uns die Mitgliedschaft seit vielen Jahren verloren und versuchen wo sie können, Rache auszuüben.

Für denkende Leute: Hier wie das manchmal Wikipedia/Wikimedia handhabt - aus Heise News vom 07.09.2014 betreffend Wikimedia Commons und Wikipedia:

Streit und jede Menge Kooperationen

Manchmal eckte die Wikipedia-Community aber auch an. So sorgte eine unfreiwillige Bilderspende 2009 zum Streit mit der Londoner National Portrait Gallery: Das Museum hatte Scans von alten Gemälden auf seine Webseite geladen, die ein Wikimedia-Commons-Aktivist aufgrund des abgelaufenen Urheberrechts der Maler als Allgemeingut betrachtete und kurzerhand bei Wikimedia Commons hochlud – die Wikimedia Foundation stellte sich hinter den Freiwilligen und beließ die Dateien trotz Beschwerde aus London auf den Servern.

In anderen Grenzfällen kam die Wikimedia Foundation allerdings Löschaufforderungen nach. So entfernte sie 59 Bilder von öffentlich ausgestellten Skulpturen des Künstler Claes Oldenburg – gerade die Panoramafreiheit ist international nicht einheitlich geregelt. Die Wikimedia Foundation legt aber Wert darauf, dass sie nur wenige Löschanforderungen bekommt – die Community sortiert Urheberrechtsverstöße rigoros aus.

Commons soll moderner werden

Wie in der Wikipedia gibt es Bemühungen das angestaubte Interface der Wikimedia Commons aufzufrischen und durch neue Funktionen für Gelegenheits- Mitarbeiter weiter zu öffnen. Was in der Wikipedia für anhaltenden Streit sorgt, ist in Wikimedia Commons wurde der umstrittene neue Media Viewer allerdings noch nicht aktiviert.

Die Mobilstrategie der Wikimedia Foundation stößt bei Wikimedia Commons auf Probleme: So musste der mobile Upload von Bilddateien vor kurzem deaktiviert werden, weil zu viele Nutzer Urheberrechtsverletzungen begingen, in dem sie nicht die eigenen Bilder hochluden. 70 bis 80 Prozent der per Smartphone oder Tablet hochgeladenen Bilder mussten anschließend wieder gelöscht werden -- nun sucht die Wikimedia Foundation nach neuen Lösungen, die zu weniger Problemen führen. Das nächste Projekt ist die Integration von Wikidata um die Bildersammlung besser verwalten zu können und eine bessere Suchfunktion zu integrieren. (Torsten Kleinz) / (vza)

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