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Der Transistor ist 60!

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Gerhard Heigl
Gerhard Heigl
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06.Jan.08 15:19

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Transistor

Vor 60 Jahren wurde dieses Wort aktuell. Mit der Erfindung des Transistors, in Österreich anfangs auch Kristalltriode genannt, begann eine neue Ära der Elektronik. In einigen österreichischen Fachzeitschriften wurden sogar Anleitungen zum Bau eines Transistors veröffentlicht (Das Elektron, 1948 Heft 10). Als Halbleitermaterial für diese Versuchsschaltungen wurde neben Germanium und Silizium auch das altbekannte Bleiglanzkristall der 20er Jahre verwendet. Sogar Ing. Josip Sliskovic ist es nach langwierigen, mühevollen Versuchen gelungen, einen Germaniumtransistor mit 12-facher Verstärkung zu bauen (Das Elektron, 1949 Heft 12). Für den Transistor, 1948 in Amerika erfunden, dauerte es immerhin noch bis 1955/56, bis die österreichischen Radiohersteller diesen auch verwendeten. Diese Verzögerung hatte verschiedene Ursachen. Erstens der Preis. Die wenigen Transistortypen hatten hohe Preise, konnten dadurch mit der Röhre nicht mithalten. Zweitens das begrenzte Einsatzgebiet. Die frühen Transistoren waren nicht HF-tauglich, die Verstärkung eher bescheiden und die Fertigungstoleranzen machten auch zu schaffen. Doch die Entwicklung des Transistors machte rasante Fortschritte. In den 60er Jahren wurde die Röhre immer mehr ins Abseits gedrängt. Wurden Anfangs nur Germaniumtransistoren erzeugt, war die folgende Generation der Siliziumtransistoren deutlich besser, stabiler und vor allem wesentlich billiger. In den 70er Jahren begann der Siegeszug der Integrierten Schaltung kurz IC genannt. In diese Chips sind heute zig, hunderte, ja tausende Transistoren integriert, dies zu einem Preis der oft nur einen Bruchteil des Preises eines einzigen Transistors der 50er Jahre ausmacht. Die heutigen Hi-techgeräte wären ohne Transistor undenkbar. Auch eine weitere Miniaturisierung der Röhre, wie es am Beispiel des Nuvistors passiert ist, hätte diese Entwicklung niemals zugelassen. Der enorme Platz- und Energiebedarf, zum Beispiel in Grossrechner, hätte dies verhindert. Die Rechnerleistung, bzw. Geschwindigkeit der Computer ist auch von der Bauteilgrösse und Leitungslänge zwischen den Bauteilen abhängig. Es ist ein Irrtum zu glauben die Anzahl der integrierten Transistoren, Dioden, Widerstände usw. in einem IC bestimmen dessen Grösse. Die Anzahl der Anschlussbeine bestimmt die Grösse, der Chip selbst ist dagegen winzig. Diese winzigen Chips erzeugen auch Verlustleistung in Form von Wärme. Es ist sehr schwierig, punktförmige Wärmequellen wirkungsvoll zu kühlen. Hier stösst die Miniaturisierung an ihre Grenzen. Da der Mensch mit Erreichtem nie zufrieden ist, wird die Zukunft zeigen, was der Transistor noch alles kann, oder er wird von völlig neuen Erfindungen oder Technologien abgelöst, so wie damals die Röhre.

Anlage: Ein Ausschnitt aus der Funk und Film- Beilage „Hier spricht der Funktechniker“ vom November 1948. In diesem Artikel wird dem Transistor eine Lebensdauer von einigen tausend Stunden zugemutet. Als Einsatzgebiet traute man der Kristalltriode kleine „Personal-Radios“, Hörhilfen, industrielle Kontrollverstärker und elektrische Rechenmaschinen zu.

Siehe auch: Halbleiter und Transistorradios

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This article was edited 09.Jan.08 16:00 by Gerhard Heigl .

  
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