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Der Volksempfänger, Mythos und Wirklichkeit.

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Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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30.Dec.04 22:59

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Wenn Sie an einer weiteren Ansicht zum Volksempfänger interessiert sind,
habe Sie hier Gelegenheit zwei Ansichten zu diesem Thema zu vergleichen.   

Hier gehts los:

http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=37929


Viel Geschichtliches, wenig an Technik!

Viele  Einblicke wünscht Ihnen,

Hans M, Knoll
 

This article was edited 30.Dec.04 23:18 by Hans M. Knoll .

Mike Izycky
Mike Izycky
 
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01.Jan.05 02:16

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Dear Herr Knoll,

May I add my congratulations to you. Please forgive my writing in English, but my German is very poor indeed, and I am yet to make any progress in learning the German language. The title of your article caught my eye as I wrote a very similar article for the British Vintage Wireless Society some four years ago with a similar title; here in England the myths of the VE301x and DKE are sadly well established. After an article I wrote about a visit to München was edited to become nonsense, complete with all the myths I knew to be wrong then added by the magazine editor I complained to the BVWS Committee and wrote a further article which was then published that tried to correct all the myths and lies. The problem is, as I believe Herr Birkner has pointed out, is that if a lie is repeated enough, eventually people accept it as the truth.

I hope that your document receives wider publication; if I spoke German I would happily translate it for you to give it an English-speaking audience.

Once again, congratulations.

Mike.
Wolfgang Holtmann
Wolfgang Holtmann
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01.Jan.05 12:17

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 ... für die wirklich tolle Ausarbeitung, Herr Knoll!

Nicht unerwähnt soll in diesem Zusammenhang der Artikel von Herrn Martin Steyer in der FA bleiben. Gerade die Zeilen über die vermeintliche 'absichtlich' schlechte Qualität der Gemeinschafts Empfänger ist für viele neu.

Hier in NL wurde selbst die Vermutung geäußert, dass die besonders gekennzeichneten Röhren für die VE nur 'halb so stark' waren. (Bild stammt von Paul Heußner)



Das entspricht jedoch nicht den Tatsachen, wäre ja dann für diese Typen eine gesonderte Prüfkarte für die Röhrentester erforderlich gewesen. Ich denke eher, dass diese Kennzeichnung einen Missbrauch der mit wenig (oder vielleicht sogar ohne?) Gewinn produzierten Röhren verhindern sollte. Wollte man wirklich die Fernempfangsleistung der VE verschlechtern, hätte man einfach dünnen Trafodraht für die HF-Spulen nehmen können! 

Ich erkläre mir die hartnäckigen Gerüchte wie folgt:
In Erinnerung ist das Verbot (ab 1939?) über das Abhören von Feindsendern geblieben.



Besonders nach der Wende im WW2 (Stalingrad und Nord-Afrika, 1943) befürchteten die Nazi's, dass ausländische Berichte (z.B. BBC) über die waren Kriegsverhältnisse bei der deutschen Bevölkerung durchdringen könnte. Selbst Störsender wurden dagegen eingesetzt! Ein immer größer werdener Teil der deutschen Radiohörer bekam Zweifel über die reichseigene Berichterstattung. Da wurden mehr und mehr heimlich "Feindsender" abgehört!

Das alles hat jedoch nichts mit der Entstehungsgeschichte (10 Jahre früher!) des VE's zu tun. Man darf auch nicht vergessen, langsam erholte sich das Land von der schweren Wirtschaftskrise. Breitere Bevölkerungsschichten konnten sich 'was besseres' leisten. Man braucht nur die alten Radio-Kataloge aus jener Zeit in die Hand zu nehmen. Geräte mit vielen Röhren und selbst Kurzwellenbereichen wurden angeboten. Zu diesem Zeitpunkt brauchten die Machthaber in Berlin (noch) nichts aus dem Ausland zu befürchten. Wäre das der Fall gewesen, hätte man einfach die Produktion solcher Fernempfänger verbieten können. Das ist aber (glücklicherweise) nicht geschehen. Wie wir aus dem Beitrag von Herrn Knoll entnehmen können, es wurden sogar Vorsatzgeräte zur Empfangsverbesserung des VE's angeboten.

Obwohl ich diese schrecklichen Jahre nicht bewusst miterlebte (thanks God for that), will ich behaupten, nur ein geringer Prozentzatz der Hörer stimmte auf einen ausländischen Sender ab. Die Begründung ist in den Hörgewohnheiten der Radiobesitzer zu suchen!
Dazu meine eigene Erinnerung als Jugendlicher, aufgewachsen im Rheinland, 50er Jahre: Alle(!) meine Verwandten hatten ihr Radio auf den NWDR, Sender Langenberg abgestimmt! Nur mit bösen Blicken wurde meine Kurbelei an den Geräten gedultet mit den Worten: "Mach' mir ja nicht das Radio kaputt!" 
   

This article was edited 03.Jan.05 09:57 by Wolfgang Holtmann .

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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01.Jan.05 10:57

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Hello Mr. Izycky

Thank you for the statement because the article "VE"

I have a similar problem as you. My knowledge in your language is sufficient to describe: why is it necessary to put a Condenser in the connection between the Ground-terminal and Chassis in an AC/DC Receiver.
Not more!
To give a correct Answer to your statement, I have to use my own language. Sorry for that!

Sie belegen mit Ihrer Antwort, dass Sie nicht nur gewillt sind die Sprachbarriere und Ländergrenzen  zu überwinden, sondern sich auch von der grossen Gemeinde von Sammlern unterscheiden oder es wollen, die vorzugsweise schoene Optik und oder exklusive Technik sammeln.

Sie ordnen sich ein in den engen Kreis  derer, denen an der Historie  von RADIO als Verbindungsglied  zwischen Menschen gelegen ist.

Ein Radio ist eben nicht nur eine Ansammlung von menschlichem Geist und technischem Koennen, es ist ein mächtiges Instrument fuer gute und böse Taten.
Gerade der VE belegt, was damit bewegt oder gesteuert werden kann.
Er ist wie ich meine, eben nicht nur eine Ansammlung von Röhren und sonstigem, sondern ein Mittel der Machtausübung. Sei es in Form von Kultur, Konsum oder Politik.
Warum nun der VE in aller Welt soviel Aufmerksamkeit findet, ist zwar zu beschreiben, aber nicht hier! 

Ich moechte Ihnen ganz herzlich dafür danken, dass Sie dazu Stellung bezogen haben. Als ich sah, eine Antwort von einem mir Unbekannten ist angekommen,  dachte ich: jetzt bekommst du was auf den Kopf.

Rechtzeitig zum neuen Jahr, zudem ich Ihnen meine besten Wuensche uebermitteln möchte, kam diese Ermunterung in dieser Form weiterzumachen.

Es gruesst Sie, Hans M. Knoll  

Peter von Bechen † 15.7.19
Peter von Bechen † 15.7.19
 
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04.Jan.05 16:44

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Hallo Herr Holtmann und alle anderen,
der Hinweis auf den VE-Röhren "Fur V.E. 301, Einzelverkauf unzulässig" wurde angebracht, weil die Röhren für die VE-Bestückung zu einem niedrigeren Preis geliefert werden mussten. Für die Bestückung aller anderen Radios wurde der volle Preis bezahlt. Telefunken und alle anderen Röhrenhersteller wollten schließlich ihr Geschäft nicht kanibalisieren...

Weiter interessante Infos zu diesem Thema in dem Buch
"Volkswagen, Volksempfänger, Volksgemeinschaft" von Wolfgang König, Schöningh Verlag, Paderborn 2004 (ISBN 3-506-71733-2).
Hier wird auch sehr gut dargestellt, dass Radiohersteller und Radiohandel damals alles andere als begeistert vom VE waren. Schließlich wollte man "Markengeräte" mit höherem Preis und größeren Margen verkaufen. Man wollte sogar durchsetzen, dass nur Bedürftige berechtigt sein sollten, einen VE zu kaufen.

Herr Knoll, Ihr Vortrag zum VE in Führt ist wirklich sehr bemerkenswert!
Gruß Peter von Bechen
  
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