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Deutscher Kleinempfänger DKE38; harter Einsatz Rückkoppelung

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K. R.
 
 
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Guten Tag,

habe gerade einen Deutschen Kleinempfänger, DKE38 ("DKE 38" = erste Ausführung mit Entbrummer) bekommen bei dem, trotz sehr guter Empfindlichkeit und normaler Trennschärfe, die Rückkopplung ganz hart einsetzt. Quasi ein/aus Effekt beim DKE, "Deutscher Kleinempfänger". Der Quetscher/Drehko ist in Ordnung. Auch spricht die oben beschriebene Empfindlichkeit ... nicht für defekte Spule/Spulen. Danke für einen kleinen Tipp.

This article was edited 11.May.04 07:42 by Ernst Erb .

Mario Tieke
Mario Tieke
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22.Oct.03 16:50

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Defekt 

Hallo

Wurden alle Kondensatoren geprüft? Kondensator von Anode Triode nach Masse fehlerhaft oder falscher Wert oder Anschlüße von Rückkopplungsspule vertauscht. Betriebsspannungen alle in Ordnung? Zu hohe Antennenspannung beeinflußt auch die Rückkopplung.

Gruß Mario

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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22.Oct.03 20:26

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Hallo Forum.

Frage:

habe gerade einen DKE38 (erste Ausführung mit Entbrummer) bekommen bei dem, trotz sehr guter Empfindlichkeit und normaler Trennschärfe, die Rückkopplung ganz hart einsetzt. Quasi ein/aus Effekt. Der Quetscher/Drehko ist in Ordnung. Auch spricht die oben beschriebene Empfindlichkeit ... nicht für defekte Spule/Spulen. Danke für einen kleinen Tipp.

Antwort von Knoll:

Bei dieser Beobachtung gibt es nach meiner Meinung,

drei Fehlermoeglichkeiten.

Der erste und einfachste aber auch teuerste, die VCL11.

Der zweite: der 100pF am g1 Triode pin 2 hat einen Isolationsfehler der weit unter 2 Mohm liegt.

(Das kann auch Schmutz in/ auf der Fassung sein)

Der dritte die Anodenspannung der Triode zu klein.

Da gibt es mehrere Gruende dafuer. Sie sollte um die 60- 70 Volt liegen Voltmeter 500ohm/ volt im 300Volt Bereich. Orig. Telefunkenwerte aus dem 1938 Werkstattbuch Seite 8.

Begruendung:

Wenn alles stimmt, liegt der Arbeitspunkt der Triode am oberen Ende der Kennlinie bei grossem Strom. Wenn nun die Rueckkopplung (beim Drehen) einsetzt, wird die Hf am g1 gleichgerichtet, und damit der Anodenstrom nach kleineren Werten hin verschoben.

Dadurch nimmt die Steilheit der Triode ab, und die Rueckkopplung wird wieder kleiner. Das setzt sich solange fort, bis trotzt kleinerer Steilheit, die Rueckkopplung voll einsetzt bzw. eingesetzt hat.

Weil die Gleichrichtung stets versucht die Rueckkopplung die Sie ja anziehen, wieder wegzunehmen, geht das ganze "Gummiartig" eben weich!

Wird der Arbeitspunkt nicht geschoben, setzt die RK schlagartig ein.

Das zur Theorie von meiner Seite.

Ob's stimmt? Wir werden es hoeren.

Gruss, Knoll

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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23.Oct.03 09:59

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Ich tippe in erster Linie auf einen Ausfall des 200 pF- Kondensators von der Triodenanode nach Masse. Fehlt dieser Kondensator, dann steht an der Anode erheblich mehr HF- Spannung an als ohne diesen. Dadurch stetzt die Rückkopplung deutlich früher und sehr hart ein.

Der Rückkopplungsdrehkondensator ist übrigens wirklich ein echter Drehkondensator und auf keinen Fall ein "Quetscher" !!!

Quetschkondensatoren gab / gibt es tatsächlich. Bei diesen wird ein C - förmig gebogenes federndes Blech allmählich gegen eine glatte, ebene Gegenelektrode platt gedrückt, also "gequetscht", natürlich mit einer Isolierschicht dazwischen. Als Abgleichtrimmer waren diese weit verbreitet, besonders in französischen Radios.

Mich frustriert es maßlos, wie solche Begriffe bedenkenlos verunstaltet und fehlinterpretiert werden. Es kann doch nicht sein, dass von früheren desinteressierten und liederlichen Rundfunktechnikern* oder von gedankenlosen Laien erfundene Fehlinterpretationen zu Standardbegriffen werden.

*(davon gab es mehr als genug, wie man sieht, wenn man mit deren "Werken" konfrontiert wird)

Natürlich kommt jeder, der sich der Radiotechnik zuwendet, irgendwann mal aus dem "Laienstadium" und erfährt daher zwangsläufig zunächst diese Nonsens- bzw. Laienbegriffe.

Da wir uns mit der Radiotechnik aus persönlicher Zuneigung und nicht als notwendigem Übel befassen, sollten wir auch die richtigen Begriffe und möglichst nicht solche liederlichen und entwertende Verballhornungswörter anwenden.

Ein ähnliches unausrottbares Übel ist die wohl Fehlinterpretationen von Röhren- Sockeln, wenn es tatsächlich um Röhren-Fassungen geht.

Als Sockel wird der untere Teil einer Röhre bezeichnet, welcher mit seinen Kontakten (Stifte, Krallen) die Verbindung zur Schaltung herstellt und die Röhre im Gerät trägt. Der Sockel ist also der "Röhrenfuß".

Die Bauteile, in welche man die Röhren(füße) einsteckt, werden Fassungen und nicht Sockel genannt. Seit es jedoch Röhren gibt, werden gegen jede Logik von vielen Personen, - darunter auch echte Profis, die es wissen müssten - , diese Fassungen fälschlicherweise ebenfalls als Sockel bezeichnet, obwohl diese das Gegenteil davon sind.

Wenn also die "Röhrenfüße" schon Sockel genannt werden, sollte doch klar sein, dass man die "Röhrenschuhe" nicht ebenfalls Sockel nennen kann. Im Schuhgeschäft sagt doch auch niemand : "bitte ein Paar neue Füße".

Immer wieder lese ich, wo jemand "Sockel" sucht und anzunehmen ist, dass tatsächlich Fassungen gemeint sind. Wenn mir der Aufwand nicht zu schade wäre, würde ich gerne alle diesen Leuten ihre "Sockel" zuschicken, damit sie genau das bekommen, was sie wollten.

MfG_JR

This article was edited 23.Oct.03 11:05 by Jacob Roschy .

K. R.
 
 
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26.Oct.03 13:56

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Es war tatsächlich die VCL11, um nicht zu sagen zwei dieser Röhren, die exakt den gleichen Fehler zeigten. Eine dritte, sehr gute, arbeitet bestens. Nun kann ich das Gerät restauriert dem Eigentümer übergeben.

Danke noch mal für ihre Hilfe.   K.R.

This article was edited 11.May.04 07:43 by Ernst Erb .

  
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