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Die Radiogeschichte des Saarlandes nach 1945

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Jacob Roschy
Jacob Roschy
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16.Jul.03 12:22

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Über ein Gebiet, von dem allgemein nicht bekannt ist, dass es in einer entscheidenden Zeitspanne eine eigenständige funkgeschichtliche Entwicklung hatte, wurde bisher kaum etwas berichtet: das Saarland.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges 1945 wurde das heutige Bundesland Saarland wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen und war somit von der deutschen Nachkriegswirtschaft abgetrennt. Mit seiner Rückgliederung an die Bundesrepublik Deutschland 1960 wurde es zum ersten "neuen Bundesland".

Aus rundfunktechnischer Sicht war dies zunächst von großem Vorteil, da die französische Rundfunk- Industrie trotz Krieg und Besatzung offensichtlich weitgehend unbehelligt blieb. Möglicherweise wurde sie von den deutschen Besatzern als kriegsuntauglich angesehen.

Zudem mussten französische Firmen sogenannte "Besatzungsradios" herstellen, d.h. Empfänger mit Firmennamen deutscher Rundfunkhersteller, welche dann als angebliche deutsche Exportgeräte in Drittländer verkauft wurden. - Damit blieb die französische Rundfunk- Industrie natürlich erst recht funktionsfähig. nach 1945 gab es daher weder an Röhren noch an sonstigen Bauteilen Notzustände wie in Deutschland.

Nach dem wirtschaftliche Anschluss des Saarlandes an Frankreich strömten französische Empfänger und Bauteile in das Land.

Am Anfang waren hierunter auch viele, von zweifelhaften "No-Name" Firmen gelieferte Billigempfänger in primitiver, mitunter schon abenteuerlicher Konstruktion. Fast immer waren dies trafolose Allstrom- Geräte für 110 V, welche am 220 V- Netz z. B. über einen zwischen Steckdose und Stecker zu steckenden Vorwiderstand zu betreiben waren. Da alleine für den Heizstrom schon 0,3 A aufzubringen waren, konnte solch ein billig- Kleinempfänger leicht auf einen Verbrauch von über 100 W kommen. In manchen Geräten war dieser Vorwiderstand eingebaut, so dass die kleinen Gehäuse kochend heiß wurden, und, wenn es Holzgehäuse waren, diese an den entsprechenden Stellen verkohlten.

Bald waren diese Schund- Geräte jedoch wieder vom Markt verschwunden und es setzen sich nur solche Geräte durch, die auch den Ansprüchen kritischer Käufer gerecht wurden. Allgemein gab es vernünftige und gebrauchstüchtige Mittelklassen- Qualität, wenngleich auch nicht so aufwendig wie bei manchen deutschen Vorkriegsgeräten, was auch manchmal übertrieben war.

Als Luxus gab es auch Geräte mit mehreren gespreizten Kurzwellen- Bereichen, ggf. mit HF- Vorstufe und / oder aufwendigen NF- Teilen mit Gegenkopplung und klangregelung, manche hatten kräftigere Endstufen mit EL6 oder 6L6 oder auch mit 2 x EL3 bzw. 2 x 6V6 im Gegentakt. Je größer der Aufwand, um so weniger verbreitet waren jedoch solche Luxusgeräte.

Frankreich war eines der Länder, welches sich frühzeitig voll auf die Superhet- Empfangstechnik festgelegt hatte, somit waren fast ausschließlich auch alle im Saarland angebotenen Empfänger Superhets, auch in den billigsten Preisklassen.

die französische Rundfunk- Industrie war nicht wie die deutsche auf wenige bekannte große Marken konzentriert. Es gab mehr oder weniger bekannte Marken wie Celard- Ergos, Coradel, Desmet, Ducretet- Thomson, Fornett, General, Hermes, Lafayette, Le Regional, LMT, Marquett, Minerva (Filiale der österr. Marke), Ondia, Pathe, Philips, Radiola, Radiomuse, Ralsa, Reela, RTA, Schneider Freres, Socradel, Sonora, SNR, SREB, Unic, Vox und noch eine Reihe mehr.

Daneben gab es auch viele französische "No-Name" Firmen, welche oft völlig anonyme Geräte absetzten. Zu einem Teil war dies mit der Absicht verbunden, Schund zu verkaufen, es gab jedoch auch genügend "No-Name"- Geräte, die durchaus von brauchbarer Qualität waren. Diese stammten meist von Klein- und Kleinstfirmen, die es sich ersparten, ein Firmenlogo am Gerät anzubringen.

Günstig wirkte sich auf die Existenz solcher Kleinstfirmen aus, dass es in Frankreich leistungsfähige Komponentenhersteller gab, welche Transformatoren, Lautsprecher, Skalen + Drehkoeinheiten, Wellenschalter- Einheiten (Tuner) und Bandfilter lieferten. So konnte praktisch jeder Rundfunktechniker sich von einem Möbelschreiner Gehäuse anfertigen lassen und mit den gekauften Komponenten Radios zusammenbauen. Man braucht sich daher nicht darüber zu wundern, Geräte mit gleichen Skalen und sonst völlig unterschiedlicher Bauweise zu finden.

Die meisten französische Firmen belieferten den saarländischen Markt mit französisch beschrifteten Geräteskalen, einige jedoch speziell mit deutscher Beschriftung. Dies geschah in unterschiedlichen Ausführungen:

von Übernahmen original französischer Skalen, auf denen lediglich einige wenige deutsche Stationsnamen wie Saarbrücken, Stuttgart und Frankfurt erschienen und alle sonstigen ausländischen Stationen in französischer Schreibweise belassen waren (Londres, Prague, Le Caire).

bis hin zu komplett deutscher Beschriftung mit der Angabe aller üblichen deutschen Stationen einschließlich deutscher Schreibweise ausländischer Stationsnamen (London, Prag, Kairo), wobei Schreibfehler wie "Abbstimmung, Hambürg" und "Frankfürt" dabei schon mal vorkamen.

In Frankreich war seit den 30er Jahren der Röhrenmarkt aufgeteilt auf Röhren amerikanischer und europäischer Herkunft, wobei letztere zum größten Teil unter Philips- Einfluss standen, zu einem kleineren Teil auch noch unter Tungsram- Einfluss.

Philips war sowohl als eigene Marke wie auch noch mindestens unter den Tarn- Marken Miniwatt, Dario, Miniwatt- Dario und RT vertreten, auch bei Mazda hatte Philips das Sagen. Zudem waren noch Neotron, Radiofotos- Grammont, Tungsram und Visseaux auf dem Markt, wobei nicht bei allen Firmen klar ist, ob diese auch wirklich selbst Röhren herstellten.

Nach 1945 standen an Röhren in Frankreich und somit im Saarland eine Octal- Serie und die rote Außenkontakt- Philips- Serie zur Verfügung. Neuere Entwicklungen gab es nicht, weder die Allglas- 21-er Serie oder gar Miniatur, auch noch nicht einmal Octal-GT- Röhren waren zu haben.

Amerikanische Röhren wurden vor dem Krieg sowohl importiert wie auch in Frankreich selbst unter Lizenz hergestellt, manche Firmen, wie Visseaux und Neotron stellten sogar fast ausschließlich solche typen her. Nach 1945 waren nur noch Eigenproduktionen anzutreffen.

Ein großer Teil der nach 1945 verwendeten französischen Octal- Serie sind "Binnentypen", die selten außerhalb des Landes anzutreffen waren. Es sind Eigenentwicklungen, die zwar allgemein auch als "amerikanisch" bezeichnet wurden, die jedoch von europäischen Typen, meist aus der Roten Serie, abstammten, - hier hatte wohl Philips seine Hand im Spiel und hatte damit zu einem großen Teil auch den bisher konkurrierenden Markt amerikanischer Röhren an sich gezogen.

Im einzelnen sind es die Typen mit Abstammung:

die Gleichrichterröhre 5Y3GB = indirekt geheizte Version der 5Y3G, = Paralleltype zur 1883,

das Magische Auge 6AF7 von EM4 / EM11,

die Triode- Hexode 6E8 von der ECH11,

die Regelpentode- Duodiode 6H8 von der EBF2,

die Regelpentode 6M7 von der EF9,

sowie, seltener:Die 6M6 von der EL3,

Schon 1937 erschien die Hexode-Triode 6TH8 - eine clevere Idee von Tungsram, indem die ACH1 mit 6,3V- Heizung und Octalsockel versehen wurde und damit gegen die Pentagrid-Converter- Röhre 6A8 konkurrierte, - die aber nach 1945 schon veraltet war.

Von der Octal- Serie waren nach 1945 meist gebräuchlich: 5Y3GB, 6AF7, 6E8, 6H8, 6M7, 6Q7, 6V6, für Allstrom- Serienheizung noch: 25L6 (Endpentode) und 25Z6 (Gleichrichterröhre).

Gängige superhet- Bestückungen waren: 6E8 (Misch), 6M7 (ZF), 6H8 oder 6Q7 (Dem+NF), 6V6 (End), 6AF7 (MA), 5Y3GB (Gr). 6M7 und 6H8 konnten auch in der Funktion vertauscht sein: 6H8 (Z+D), 6M7 (N).

Octal- End- und Gleichrichterröhren gab es nach 1945 nur noch in Glas. Die Vorstufen- Röhren, zuvor oft in Glas- Ausführungen, waren fast nur noch als "Blechröhren" erhältlich, d.h. Glasröhren in einer Aluminium- Blechhülle.

Diese Blechröhren haben zwar für den Röhrensammler alles andere als ein attraktives Aussehen, aber auf keine andere Weise lassen sich mit solch einfachen Mitteln derart betriebssichere Röhren herstellen:

Über den zylindrischen Glaskolben wird einfach eine Blechhaube gestülpt, welche in entsprechende Aussparungen am flachen Sockelboden festgekerbt wird. Man braucht keine Sockel und Kappen anzukitten, welche sich später wieder lösen können, und braucht auch keine metallisierung auf den Glaskolben aufzutragen, die später abbröckelt oder meist bei losem Sockel den Massekontakt verliert und somit die Schaltung zum schwingen, heulen oder brummen veranlasst. Externe Abschirmhauben, wie z.B. bei Glas- Octal- Röhren, entfallen natürlich ebenso.

Aus der Roten Serie waren ganz überwiegend die Typen EBF2, EBL1, ECF1, ECH3, EF9, EL3, EM4 mit der Gleichrichterröhre 1883 vertreten.

Die mit 5 V indirekt geheizte 1883, welche außer dem Sockel völlig identisch ist mit der vorgenannten 5Y3GB, wurde in die Rote Serie aufgenommen, um möglichst einheitlich 5 V als Gleichrichterröhren-Heizspannung beizubehalten.

Für Allstrom- Serienheizung gab's auch noch die Endröhren CBL1 (für 220V-Netze), CBL6 (für 110V-Netze), CL4 (220V), CL6 (110V) und Gleichrichterröhre CY2, die zusammen mit den Vorstufenröhren der Roten Serie betrieben wurden, welche allesamt 0,2 A Heizstrom hatten.

Die normale superhet- Bestückungen war: ECH3 (M), EF9 (Z), EBF2 (D+N), EL3 (E), EM4 (MA) und 1883 (G). EF9 und EBF2 konnten auch in der Funktion vertauscht sein: EBF2 (Z+D), EF9 (N).

Der alternative Spar- Röhrensatz war: ECH3 (M), ECF1 (Z+N), EBL1 (D+E) und 1883 (G). Diesen kann man etwa vergleichen mit dem deutschen Standartsuper- Röhrensatz ECH4, ECH4, EBL1 und AZ1 mit der gleichen Funktionsaufteilung.

Ab Ende 1948 erschienen zögerlich die ersten Geräte mit den Rimlockröhrensätzen UCH41, UAF41, UAF41, UL41, UY41 (für 220V-Netze) oder UY42 (110V) für Allstrom, sowie ECH41, EAF41, EAF41, EL41 und AZ41 für Wechselstrom.

Die Rimlock-E- Serie wurde um 1949 / 1950 ersetzt durch ECH42, EAF42, EAF42, EL41 und GZ40, oder EF41 + EBC41 statt 2 x EAF42.

Mit der GZ40 wurde nun auch in der Rimlockserie 5 V Heizspannung für die Gleichrichterröhre zur Norm, später kam noch die GZ41 hinzu, die den Systemaufbau der 6X4 (=EZ90) und nur die kleinste Kolbengröße der Rimlockserie hatte, wie z.B. EF41.

Als Magisches Auge wurde die EM34 eingesetzt, die Octal- Ausführung der EM4. Hinzu kamen für Allstrom- Betrieb die UAF42 und die UCH42 anstelle der bisherigen 41er Typen.

Alternativ hierzu kam von den Philips- Konkurrenzfirmen die amerikanische Miniatur- Serie auf den Markt, meist mit dem Aufdruck: "Licence RCA", mit den Typen 6BE6 (EK90), 6BA6 (EF93), 6AT6 (EBC90), 6AQ5 (EL90) und 6X5 (EZ90), sowie auch alternative Typen für Allstrom- Serienheizung.

 

Die saarländische Rundfunkgeräteproduktion

Nach 1945 gab es zwei saarländische Firmen, die Rundfunkempfänger hergestellt hatten: Joba-Radio in St. Ingbert und Riweco in Ensheim.

Joba-Radio

war davon der kleinere Betrieb, benannt nach dem Firmeninhaber Josef Bayer mit Sitz in St. Ingbert.

Einen Beitrag über die Firmengeschichte von Joba-Radio finden sie hier  F

 

Riweco

war die zweite und größere Firma in Ensheim (ca. 6 km südlich von St. Ingbert). Da diese eine Filiale der Hauptfirma in Schwenningen / Schwarzwald war, wurde diese in Wolfgang Kulls Buch "Die Firmengeschichte von Kiraco, Riweco und AJA" ausführlich beschrieben. (Schriftenreihe zur Funkgeschichte, Band 9, Verlag Dr. Rüdiger Walz)

Ab Oktober 1948 erschien sogar eine saarländische Zeitschrift für Funktechnik, die sich zunächst "Der Funktechniker", aber nach wenigen Ausgaben "Rundfunk- und Elektrotechnik" nannte. Hieraus stammt ein großer Teil der Texte und Bilder, sofern nicht anders erwähnt.

Allerdings existierte diese Zeitschrift nicht allzu lange, da bis jetzt mehrfach und unabhängig voneinander als letzte Ausgabe die Folge 2 vom 25. Februar 1951 gefunden wurde. Auch schon 1950 erschienen nur die Folgen 1 bis 7, mit fehlender Folge 5. Zum Ende hin wurde der redaktionelle Inhalt immer geringer.

In dem nur 1 Million Einwohner zählenden Saarland konnte wohl kaum eine eigenständige funktechnische Zeitschrift existieren und die Mitarbeiter haben sich wohl schon vor dem Ende der Zeitschrift anderen Beschäftigungen gewidmet. Allerdings kam das Ende wohl unvorhergesehen, da sich in der letzten Ausgabe noch eine Abonnentenwerbung befindet.

This article was edited 12.Oct.03 08:52 by Jacob Roschy .

Olaf Toenne
 
 
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16.Jul.03 20:25

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Hallo Herr Roschy,

auch wenn ich zu diesem speziellen Thema nichts beitragen kann muss ich sagen:

Ein wirklich ausführlicher, fundierter und lesenswerter Bericht!

 

Gruß

Olaf Toenne

Franz-Josef Haffner
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Es gab in den 50ern noch eine weitere saarländische Firma, ansässig in Saarbrücken. Die Firma "Meisterfunk" mit einer recht umfangreichen Produktpalette.

als Beispiel sei dieses Modell aufgeführt mit der Besonderheit eines Fernsehton Empfangteiles ähnlich wie bei Tonfunk. Auch andere Details sind erwähnenswert:

Anfang der 60er wurde die Firma nach Frankreich verlegt und ist dort heute noch existent.

Der Gründer, Herr Eisvogel, hat uns persönlich das umfangreiche Prospektmaterial überreicht. Ein einzelnes noch existierendes Rundfunkgerät aus der "Saarland" - Aera konnte ich in Frankreich ausfindig machen und stehe noch in Verhandlung mit der "Rückführung".

Jacob Roschy
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Im Gegensatz zu Riweco und Joba, welche mir schon seit Jahrzehnten bekannt sind, habe ich über die Existenz von "Meisterfunk" erst in den letzten Jahren erstmals etwas erfahren.

Dagegen ist mir eine weitere Marke "Westfunk" schon lange bekannt, allerdings, ohne genauere Informationen darüber zu haben. Laut Erzählungen soll diese Firma vom Elsass aus den saarländischen Markt beliefert haben. Äußerlich glichen diese Geräte den deutschen Tastenradios der mittleren bis späteren 1950er Jahre, auch die Skalenbeschriftung war komplett deutsch, nur das technische Innenleben war ebenso komplett französisch.

In meinem Reservelager habe ich zwei Geräte dieser Marke, im Zustand "wie gefunden". Wie meine vielen anderen Geräte auch, müssen diese noch erfasst und ins rm.o gestellt werden - an Arbeit für die kommenden Monate und Jahre herrscht also kein Mangel.

Franz-Josef Haffner
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Liebe Saarlandfreunde,

Herr Arpad Roth hat uns soeben den Schaltplan des Riweco W 660 "Saar" in optimaler Qualität zur Verfügung gestellt. Unter vielen anderen Empfängern wartet auch dieses Modell in meinem "Reservelager" auf die Wiederauferstehung. Vielen Dank Herr Roth, und wenn sich noch weitere Riweco Pläne finden dürfen Sie gerne weiter uploaden.

This article was edited 17.Jul.03 22:26 by Franz-Josef Haffner .

Franz-Josef Haffner
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hier hab ich zwei interessante Tabellen über die Produktpalette von Riweco gefunden:

Gruß
Franz-Josef

This article was edited 21.Jul.03 22:21 by Franz-Josef Haffner .

Georg Schön
 
 
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19.Jul.03 09:27

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 Hallo Hr. Haffner,
ich lebte ab 1955 in unmittelbarer Nähe zu Herxheim,
von Riweco habe ich nie gehört. (Hat aber nicht viel zu sagen)
Allerdings produzierte Akkord neben/anstelle (?)
dem Werk in Offenbach/Main in Herxheim zu der Zeit,
und später im benachbarten Landau.
Hat Akkord die Ferigungsstätte von Riweco übernommen?
Viele Grüße,
Georg Schön
Franz-Josef Haffner
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Das ist mir leider nicht bekant, Herr Schön. Die Produktpalette zeigt mal keinerlei Gemeinsamkeiten.

Als Anlage hab ich 2 weitere Riweco Schaltungen von Modellen die in radiomusum.org noch nicht erfasst sind. Deshalb die Positionierung an dieser Stelle.

 

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This article was edited 19.Jul.03 10:56 by Franz-Josef Haffner .

Franz-Josef Haffner
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Dieses frisch restaurierte Gerät ist vielleicht ein typisches Beispiel für den saarländischen Radiomarkt. Produziert in Frankreich mit französischem Innenleben und design, aber mit deutscher Skala und im Saarland verkauft. Hier einige Bilder:

Die Skalen- und Schallwandeinfassung ist übrigends aus lackiertem Blech.

This article was edited 21.Jul.03 22:24 by Franz-Josef Haffner .

Franz-Josef Haffner
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Schaltung und Lageplan der Ralsa Modelle 250 und 350 liegen mir vor und werden zum Modell geladen sobald dieses angelegt ist.

This article was edited 05.Sep.03 22:49 by Franz-Josef Haffner .

Franz-Josef Haffner
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dieser thread sprengt allmählich den Rahmen. Er dürfte ohne dsl kaum noch lesbar sein. Deshalb hab ich weitere Bilder meiner Saarfranzosen auf diesen link gelegt:

http://www.spickelmir.de/saarfranzosen/saarland.htm

viel Spass beim Anschauen

Gerhard Wild
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28.Jul.03 22:46

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Ein sehr guter Beitrag über die besondere und auch historisch sehr interessante Situation im Nachkriegssaarland.

Ich habe bei Hr. Erb auch schon angeregt die Fa. Joba in die Geräteliste aufzunehmen und könnte auch mit Bildern der Fa. Joba dienen, da sich 4 Geräte, ein Junior, ein Senior, ein Jubilar ohne Tasten und ein Jubilar mit Tasten, in meiner Sammlung befinden. Vielleicht tauchen dann auch irgendwo her mal Schaltpläne der Fa. Joba, die ich schon länger suche, auf.

Einen Desmet 611A mit deutscher Skala und ein vom Gehäuse fast gleicher Stassfurt 60 WK habe ich auch noch in meiner Sammlung. 

Wir sollten diesen Beitrag weiter bearbeiten da sich offensichtlich noch niemand mit diesem Thema so richtig auseinander gesetzt hat.

Gruß

Gerhard Wild 

Franz-Josef Haffner
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29.Jul.03 00:46

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hallo Herr Wild,
auf Ihre Anregung hin hier alle meine Dokumente zu Joba.

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Gerhard Wild
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29.Jul.03 22:59

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Hallo Hr.Haffner

ich habe mich sehr über Ihr Info-Material über Joba gefreut.

Vielleicht hat ja jemand noch die Schaltpläne von den Jubilaren, der eine mit Tasten ist verbastelt und ich hatte ihn nicht richtig zum laufen gebracht, bei dem ohne Tasten der zwar nach minimalreparatur spielt sind aber auf den Kondensatoren die Werte nicht mehr zu erkennen.

Vielen Dank

G.Wild

Ernst Erb
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05.Sep.03 21:53

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   15 Ist ja toll, was da in kurzer Zeit alles zusammen gekommen ist.
Jetzt ist eigentlich Iven Müller als Modell-Admin gefordert ...
Sobald ich seine Daten auf Excel habe, werde ich das hochladen und die Firmen begründen, falls nötig. Ich sollte ja schon lange etwa 750 Firmen ohne erkennbare Produktion laden, doch warte ich damit, bis ich den Entwickler habe.

Eine Bitte an Franz-Josef:
Könntest Du das grosse Schema 750 KB noch rausnehmen - Du bringst es ja dann sicher auf das Modell. Ich mache mir langsam Sorgen um den Speicherplatz, wenn wir so weiter machen. Darum bitte alle sich gegenseitig etwas animieren, nicht verschwenderisch damit umzugehen.

Den ganzen Thread sollten wir tatsächlich wohl mit der zeit auf verschiedene Aufteilen - das können wir aber erst, wenn wir die Firmen angelegt haben, also lassen wir das mal so. 
Franz-Josef Haffner
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11.Oct.03 21:13

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   16 - Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Saarland dem Völkerbund unterstellt. Das Saarland durfte keine eigene Rundfunkgesellschaft besitzen.

- Am 13. Januar 1935 entschieden sich in einer Volksabstimmung 90% der Saarländer für eine Rückgliederung ans Reich, welche dann am 1. März 1935 vollzogen wurde.

- Am 4. Dezember 1935 wurde offiziell der Reichssender Saarbrücken als zehnter Sendebetrieb der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft eröffnet.

- Am 17. März 1946 wurde mit Genehmigung der französischen Militärregierung der Sendebetrieb aufgenommen.

- Nach dem 2. Weltkrieg, im Jahre 1947, wurde das Saarland wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen, und 1950 politisch von der Bundesrepublik abgetrennt. Das Saarland wurde autonom und ließ sich außenpolitisch durch Frankreich vertreten.

- Am 18. Juni 1952 wurde ein saarländisches Rundfunkgesetz verabschiedet und am 24. Oktober 1952 die "Saarländische Rundfunk GmbH" gegründet. Diese durfte nun innerhalb des Saarlandes Rundfunksendeanlagen errichten und betreiben. Aus "Radio Saarbrücken" wurde der "Saarländische Rundfunk".

- 1955 sprachen sich in der zweiten Volksabstimmung 67% der Saarländer für eine Rückgliederung an die Bundesrepublik aus.

- Im Oktober 1956 wurden die deutsch-französischen Saarverträge abgeschlossen. Das Saarland wurde am 1. Januar 1957 zehntes Land der Bundesrepublik. Die wirtschaftliche Rückgliederung erfolgte mit Rücksicht auf Frankreich erst am 5. Juli 1959.

- Im November 1956 verabschiedete der saarländische Landtag das Gesetz über den saarländischen Rundfunk. Dieser wurde nun zur "Gemeinnützigen Anstalt des öffentlichen Rechts" und übernahm ab 1. Januar 1957 alle Rechte und Pflichten der früheren GmbH.

- Im Mai 1959 trat der Saarländische Rundfunk der ARD bei.

Michael John
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13.Nov.03 15:47

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Hier noch einige Eckdaten zur Entwicklung des Fernsehens im Saarland:

1951/52:        Planungen für ein Saarländisches Fernsehen begannen

Herbst 1953:   erste Versuchssendungen

24.12.1954:    der Sender "Tele-Saar" beginnt mit der Ausstrahlung seines regelmäßigen Programmes (nur ein Jahr nach Beginn des regelmäßigen Fernsehprogrammes in der BRD!!) über ein vom Deutschen Fernsehen verschiedenes Zeilensystem

31.10.1958:    Außerbetriebsetzung des Senders "Tele-Saar"

 

Zu dieser Zeit waren wegen des unterschiedlichen Zeilensystems sehr viele Multinormgeräte im Saarland vertreten. Diese stammten unter anderem von den Firmen Philips, Radiola und Telemaster (wovon sich einige Geräte in meiner Sammlung befinden).

Wer es sich leisten konnte, kaufte Geräte aus der BRD, wofür es spezielle Multinorm-Konverter gab. Diese Geräte waren jedoch mit hohen Zöllen belegt und nicht jedermann konnte sich damals ein solches Gerät vor der Rückgliederung an die BRD leisten.

Was jedoch interessant ist, wäre rauszufinden, ob die Firma Meisterfunk ähnlich der Firma Tonfunk Fernseher ohne Tonteil baute, da einige Radios nach dem Muster von Tonfunk ebenfalls die Taste FS für den Fernsehton besaßen.

Desweiteren würde mich interessieren, ob die Firmen JOBA und RIWECO im Saarland Fernseher gebaut haben.

Viele Sammlergrüße

Michael John

Jacob Roschy
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10.Dec.14 15:47

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Noch mehr über die saarländische Rundfunkentwicklung findet man auf der Webseite „Saar-Nostalgie“, wenn man dort RADIO / TV  anwählt.

Hier findet man interessante Informationen, wie z. B. die Geschichte des Rundfunks im Saarland, Radio Saarbrücken, Sender Heusweiler, Langwellensender Europe No 1, sowie über saarländische Radio- & Fernsehgeräte.
 

  
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