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DRADAG - Stilregeln von 1929

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Wolfgang Eckardt
Wolfgang Eckardt
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01.Jul.09 15:11

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Die DRADAG      („Drahtloser Dienst A.G. für Buch und Presse“)

war eine von zwei Gesellschaften, die vom Reichsinnenministerium schon vor der „Rundfunkzeit“ eine Konzession erhielt zur Eröffnung eines regelmäßigen Programmdienstes. Die Dradag war damit verantwortlich für Tagesnachrichten und Darbietungen politischen Inhalts.

Die andere Gesellschaft, die „Deutsche Stunde, Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung mbH“ war zuständig für die musikalischen, wissenschaftlichen und literarischen Beiträge.
 
Das Interessante an diesen Fakten für die heutige Zeit ist aber nun, dass diese DRADAG sich 1929 selbst für ihre Mitarbeiter und Informanten Stilregeln, eine Art „Verhaltenskodex“, erstellte.
Die Einleitung dazu lautet wie folgt, die 19 Paragrafen sind im Anhang zu lesen.
 

Schreibe, wie Du, wenn Du hörst, wünschen wirst, bedient zu werden!

Die Sprache ist Verständigungsmittel, nicht Preisrätsel!

Unser Arbeit wird rascher Klang, nicht bleibendes Schriftbild!

Der Hörer ist nicht Leser, nicht Redakteur, nicht Fachmann!

Der Hörer pfeift auf Amtsdeutsch und Berufsjargon!

Der Hörer ist müde und will leicht verstehen, er hat nur die Ohren zur Verfügung!

Die Hörerschaft setzt sich zusammen aus allen Stämmen, Konfessionen, Ständen, Parteien
und Bildungsschichten!

Das Urteil über die Fassungskraft des Hörers hat sich zu richten nach den naivsten Hörern!
Wer am Wortlaut der Rohdepesche klebt, ist Briefträger, nicht Redakteur!

Nur was man sich selbst völlig klar gemacht hat, kann man einfach und klar wiedergeben!

 
Als Anhang die 19 Paragrafen dieser Stilregeln aus dem "Dradag-Jahresbericht 1928/29".
 
Wenn man dabei bedenkt, dass diese "Spielregeln guten Umgangs" 80 Jahre alt sind .........
 
Viel Freude - auch etwas Nachdenken - beim lesen wünscht

Wolfgang Eckardt

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Cet article a été édité 01.Jul.09 17:28 par Wolfgang Eckardt .

  
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