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Fernsehempfänger 'Nordlicht'

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Mario Spitzer
 
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10.Sep.06 13:46

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Fernsehempfänger "Nordlicht"

Via OCR Software aus Radio und Fernsehen 1958.

 

Beim Fernsehempfänger ,,Nordlicht" handelt es sich um ein Tischgerät, das mit 220V Gleich- oder Wechselspannung betrieben werden kann. Es können Fernsehsender im Band I und Band III sowie die Kanäle 1 und 12, die nicht in der CCIR-Norm einbegriffen sind, empfangen werden.
Der Antennenanschluss erfolgt über 240-Ohm-Bandleitung. Für spätere Ausführungen ist vorgesehen, den Antenneneingang von 240 auf 60 Ohm umschaltbar anzuordnen. Außerdem ist ein Anschluss für den Fernbedienungsteil vorhanden, der es gestattet, Lautstärke und Helligkeit zu regeln. An den Seitenwänden sind zwei permanentdynamische Lautsprecher (1,5 W) angeordnet. Der Anschluss eines niederohmigen Außenlautsprechers ist möglich.

Die Empfindlichkeit des Gerätes ist auf allen Kanälen <100 mikroV.


Mechanischer Aufbau
Das aus 1,5-mm-Stahlblech hergestellte und verzinkte, verwindungsfreie Chassis trägt alle Bauteile einschließlich der Bildröhre, die in stabilen verstrebten Halterungen am Kolben und am kegelförmigen Halsfortsatz gelagert ist. Die Ablenkeinheit wird durch ein Messingband in Gummipuffern gehalten und ist leicht auswechselbar. Sämtliche Regler, die zur ständigen Bedienung des Gerätes gehören, sind auf der Frontseite angeordnet. Beim Verwenden der 43-cm-Bildröhre ist lediglich ein Einsatz in den vorderen Haltebügel einzuschrauben und die Konushalterung nach vorn zu setzen.

Kanalwähler
Von der Antenne wird das Signal über L101...112 auf das Gitter der Kaskodestufe gegeben. Da hier die rauscharme Doppeltriode PCC 84 verwendet wurde, ergab sich im Band I eine durchschnittliche Rauschzahl von 5 kTo und im Band III eine solche von 6 kTo.
Über den Widerstand R201 gelangt die verzögerte Regelspannung an die Vorstufe. In der nachfolgenden Mischstufe entsteht die Zwischenfrequenz. Die Oszillatorfrequenz wird im Triodenteil der PCF 82 durch eine kapazitive Dreipunktschaltung erzeugt. Über die Spule L, wird die ZF ausgekoppelt und dem Gitter der EF 80 zugeführt. Der Punkt P ist an der Oberseite des Kanalwählers herausgeführt und ermöglicht die Abnahme der Messspannung für eine Frequenzganguntersuchung der Kaskodestufe.

ZF-Verstärker und Videoendstufe
Der ZF-Verstärker besteht aus drei versetzten Einzelkreisen. Die Ankopplung an die Mischstufe erfolgt über ein abgestimmtes Lambda-Glied, die Kopplung der Stufen durch Bifilarspulen, um ein Zustopfen der Röhren durch Störimpulse zu vermeiden. Die Tontreppe bilden zwi Fallen (Lla, C37 und L2a, C42), die dritte und vierte Falle (L3a, C44 und L4a, C47) dienen zur Herstellung der Nyquistflanke. Zur Demodulation wird eine Germaniumdiode benutzt. Das Videosignal gelangt über L21, die gleichzeitig mit L25 ZF-Reste und deren Oberwellen drosselt, auf das Gitter der Videoendröhre.

Bild 1: Aufbau der Bild-ZF Spulen

Bild 2: Bild-ZF Spulen mit Tonfallen

Bild 3: Ton-ZF Spulen

Im Gitterkreis liegt der Messpunkt Q, der zur Spannungsabnahme für Untersuchungen des ZF-Verstärkers dient. Durch Veränderung des Katodenpotentials mit P5 wird der Kontrast eingestellt. Die Katode der Bildröhre ist kapazitivgalvanisch an die Videoendstufe angekoppelt, so dass die Gleichspannungskomponente des Videosignals mit übertragen und durch die Widerstände R43, R44, R45 und R46 auf etwa 50% reduziert wird. Zur Regelung der Helligkeit greift P6 eine positive Spannung ab, die über R49 dem Wehneltzylinder der Bildröhre zugeführt

Die Fokussierung des Elektronenstrahls erfolgt durch Permanentmagneten.

Tonteil
Von der Anode der Videoendröhre wird die Ton-ZF über C51 an die Ton-ZF-Stufe angekoppelt. Diese arbeitet in Begrenzerschaltung. Im nachfolgenden Ratiodetektor erfolgt die Demodulation. Noch vorhandene AM-Reste der Bildmodulation lassen sich mit P9 unterdrücken. Das niederfrequente Signal wird im Triodenteil der PABC 80 und in der PL 84 weiter verstärkt und speist über den Ausgangstrafo zwei 1,5-W-Lautsprecher. Ein Gegenkopplungszweig bringt über Pa eine einstellbare Höhenanhebung.

Regelung
Der Vorteil der getasteten Regelung liegt in der Unabhängigkeit der Regelspannung vom Bildinhalt; ihre Größe wird nur von der Höhe der Synchronisationsimpulse bestimmt.

Die Einspeisung des Videosignals erfolgt an der gemeinsamen Katode der PCL 81. Aus dem Zeilentrafo entnommene und über C54 der Anode zugeführte Impulse öffnen die Röhre im Moment des Impulsdurchgangs. Die Höhe der Impulse bestimmt die Regelspannung, die noch an C16 gesiebt wird. Das Gitter erhält über den Spannungsteiler R54, R55 eine Vorspannung, die so gewählt ist, dass die im Videosignal enthaltenen Synchronisationsimpulse die Ia-Ug-Kennlinie gerade bis zum unteren Knick aussteuern und Störspitzen abgeschnitten werden.

Die beiden ZF-Stufen werden direkt, die HF-Stufe verzögert geregelt; damit unterbleibt bei kleinen Antennenspannungen eine Arbeitspunktverschiebung und störendes Rauschen.

Impulstrennung, Synchronisation, Bildstufe
Von der Videoendstufe gelangt über R74 und C66 das Videosignal zum Impulssieb. Hier werden die Synchronisationsimpulse vom Bildinhalt getrennt und beidseitig beschnitten. Die richtige Phasenlage wird durch nochmalige Verstärkung hergestellt.
Die Vertikalimpulse werden durch die Integrationsglieder R58, R59, R60, C56, C5„ C58 geglättet und synchronisieren unmittelbar den Bildsperrschwinger. Durch das Gegenkopplungsnetzwerk C60, C65, R69 und R66, R67, P13, C63 wird der Sägezahn entzerrt und mit R68, R70, Pi4, C64 die Linearität der oberen Bildkante hergestellt. Über C61 erfolgt die Dunkeltastung der Bildröhre während des Bildrücklaufes.
Die Vertikalablenkspulen sind transformatorisch an die Bildendstufe gekoppelt. Zur Anodenstromversorgung des Sperrschwingers wird die Boosterspannung aus dem Zeilentrafo mit herangezogen.

Zeilenstufe
Die von dem Zeilengenerator über C79, R88, C7j und R87 gelieferten Zeilenimpulse werden in der Phasenvergleichsstufe mit den vom Impulssieb gelieferten Senderimpulsen verglichen. Am Messpunkt 5 entsteht eine Gleichspannung, die von der Phasenlage zwischen Generator- und Synchronimpulsen abhängt. Diese regelt über R90 die Frequenz des Multivibrators. Durch P3 wird dem Gitter eine Gleichspannung zugeführt und damit der Fangbereich eingestellt. C80 und R98 entzerren den Impuls und beeinflussen die Zeilenlinearität; der in der Anode liegende Schwungradkreis L31, C72 stabilisiert die Zeilenfrequenz. Die PL 81 speist den Zeilentrafo mit den erforderlichen Stromimpulsen. In der Spule L34b wird während des Zeilenrücklaufes eine Spannung zur Dunkeltastung der Bildröhre induziert. Um die Zeilenbreite kontinuierlich zu regeln, wird die wirksame Induktivität durch die Parallelspule L32 und die Serienspule L33 verändert. Dadurch werden gleichzeitig Einschwingungen vermieden; den gleichen Zweck erfüllt auch der Widerstand R100 vor der Hochspannungsspule. Die Stromversorgung der Zeilenendstufe erfolgt durch die Boosterdiode.

Bild 4: Hochspannungsteil

Bild 5: Ablenkeinheit


Bild 6: HF Durchlasskurve


Bild 7: ZD-Duchlasskurve

Netzteil
Die Heizfäden sämtlicher Röhren liegen mit einem Heißleiter und einem Vorwiderstand in Reihe und sind sorgfältig verdrosselt und abgeblockt; eine Außnahme bildet die DY 86, die ihre Heizspannung dem Zeilentrafo entnimmt. Um Netzstörungen weitgehend zu unterbinden, sind zwei Drosseln im Eingang angeordnet. Zur Erzeugung der Grundgittervorspannung dient der Widerstand R10

Unsere Meinung zum „Nordlicht" (Redaktion Radio und Fernsehen 1958)
Nach dem „Weißensee" hatten wir Gelegenheit, einen Fernsehempfänger vom VEB (K) Elbia zu erproben. Zum Gehäuse des „Nordlicht" ist nicht viel zu sagen. Wie wir uns selbst überzeugen konnten, fügt sich das Äußere des Fernsehempfängers leicht in das Bild eines Wohnzimmers ein. Für den verwöhnten Fernsehkunden mag die Vielzahl der Knöpfe „überholt" und erschwerend für die Bedienung wirken. Beim Betrieb des Empfängers fallen zwei Dinge angenehm auf: die automatische Kontrastregelung und die vorzügliche Zeilensynchronisation. Im Bezirk Potsdam blieben beim Empfang des Berliner Senders selbst beim Herausziehen des Antennenstecker Kontrast und Synchronisation des Bildes einwandfrei erhalten. Die Qualität der Wiedergabe wurde lediglich durch das nunmehr stark auftretende Rauschen beeinträchtigt. Sogar im Keller eines Berliner Gebäudes ergaben Versuche mit zwei Meter Bandkabel als Behelfsantenne immer noch ein kontrastreiches, wenn auch verrauschtes Bild. Empfangsversuche in unmittelbarer Nähe starker „Hochfrequenzstörer" überzeugten uns von der Wirksamkeit der Impulsabtrennung und Synchronisationsschaltung.

Es braucht nicht besonders betont zu werden, dass die Bildwiedergabe unter normalen Empfangsbedingungen vorzüglich ist. Die Auflösung beträgt etwa 4,5 MHz, die Gradation des Bildes ist ausgezeichnet. Die Abgleichmöglichkeiten für Bildhöhe und -linearität gestatten ein einwandfreies (einmaliges) Einstellen des Testbildes. Während des Betriebes brauchen lediglich Grundhelligkeit (auf die die Kontrastregelung übrigens fast ohne Einfluss bleibt) und Lautstärke, dem persönlichen Geschmack entsprechend, nachgestellt zu werden. Das Herstellerwerk liefert für diese Zwecke außerdem einen Fernbedienungszusatz, mit dem die beiden erwähnten Funktionen eingestellt werden können.

Unter diesen Umständen erscheint die eingangs gemachte Bemerkung berechtigt, dass die Vielzahl der Knöpfe an der Frontseite des Gerätes nicht notwendig ist. Aus den Kinderjahren des Fernsehens tragen sich eine Reihe Menschen noch mit den falschen Vorstellungen, dass die Bedienung eines Fernsehgerätes ungefähr so viel Kenntnisse verlangt wie die Führung eines Kraftwagens. Eine große Anzahl von Bedienungsgriffen ist nicht dazu geeignet, diese Menschen von ihren falschen Vorstellungen zu befreien und ihnen klarzumachen, dass die meisten Knöpfe ja nur einmal für eine längere Zeit eingestellt zu werden brauchen.

Diese Tatsache sollte der VEB (K) Elbia bei zukünftigen Entwicklungen beachten. Das waagerecht angeordnete Chassis ist nach Abnahme der Bodenplatte und der Rückwand leicht zugänglich. Unserer Meinung nach entspricht der „Nordlicht" (mit 43-cm-Bildröhre) durchaus dem Stand der heutigen Fernsehempfängerentwicklung.

Technische Daten

Netz: 220V
Leistungsaufnahme: 140VA
Sicherung: 1,25A
Zahl der Röhren: 17 (einschließlich Bildröhre)
Röhrenfunktionen:
1 x PCC84 HF-Verstärker
2 x PCF82 1 x Oszillator und Mischstufe; 1 x Impulssieb
4 x EF80 3 x Bild-ZF, 1 X Ton-ZF
1 x PCL81 getastete Regelung, Videoendstufe
1 x PCL82 Bildsperrschwinger, Bildendstufe
1 x EAA91 Phasenvergleich
1 x ECC82 Zeilengenerator
1 x PL81 Zeilenendstufe
1 x PY81 Boosterdiode
1 x DY86 Hochspannungsgleichrichter
1 x PABC80 Tondemodulator, NF-Verstärker
1 x PL84 Tonendstufe
1 x B30M2 Bildröhre bzw. B43M1
1 x Germaniumdiode Bildmodulator
Fokussierung: permanentmagnetisch
Hochspannung: 14kV
Bild ZF: 38,9MHz
Ton ZF: 33,4MHZ und 5,5MHz
Antenneneingang: 240Ohm symmetrisch
Anschluss für zweiten Lautsprecher: 2Ohm
Abmessungen: Breite  530mm, Höhe 485mm, Tiefe 480mm
Gehäuse: Edelholz, hochglanzpoliert

 

       Mario Spitzer für

 

Cet article a été édité 10.Sep.06 15:58 par Mario Spitzer .

  
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