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Elektromuseum Erfurt, Pressemitteilung

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Wolfgang Eckardt
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15.Aug.13 15:16

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Nachdem das Thüringer Museum für Elektrotechnik in der Erfurter Schlachthofstraße aufgegeben und im Juli 2012 geschlossen werden musste, kämpfte der bestehende Förderverein um das Überleben dieses Museums, wobei die Kulturverwaltung der Stadt Erfurt jegliche Hilfe bei der dauerhaften Unterbringung der Sammlungen verweigerte.

Der Vorsitzende des Fördervereins Elektromuseum Erfurt e.V., Stefan Hloucal, gab jetzt eine Pressemitteilung bekannt über den gegenwärtigen Stand und die Zukunft dieses technischen Museums.


 Pressemitteilung zum

Thüringer Museum für Elektrotechnik,  Erfurt

 Umzug der Sammlungen in neues Depot abgeschlossen

 Zukunft des Elektromuseums auf dem Erfurter Petersberg

Das Thüringer Museum für Elektrotechnik, das Leitmuseum für die Geschichte der Elektrotechnik in Thüringen, konnte nun den Umzug seiner umfangreichen und überregional bedeutsamen Sammlungen an einen neuen Depotstandort abschließen. Seit 1990 ist das Museum bereits zum 6. Male umgezogen. Die industriegeschichtlich wertvollen Sammlungen und Kulturgut aus der Geschichte der Elektrotechnik und Elektronik Thüringens konnten langfristig in Erfurt gesichert und so der Nachwelt erhalten werden. Vor zwei Jahren hatten die Mitglieder des „Förderverein Elektrotromuseum Erfurt e.V.“ bereits begonnen, die Sammlungen, Archivalien, Maschinen und Ausrüstungen sorgsam zu verpacken und transportfertig zu machen.

Da der Museumsstandort in der Erfurter Schlachthofstraße aufgegeben werden musste, suchte der Verein selbst intensiv nach geeigneter, langfristig gesicherter und bezahlbarer Depotkapazität. Bis zum Oktober 2012 war der Bestand der Sammlungen des Museums extrem gefährdet. Es drohte entweder die Verschrottung bzw. das Verbringen in andere Bundesländer und das Ausland. Erschwerend kam hinzu, dass die Kulturverwaltung der Stadt Erfurt dem Verein jegliche Hilfe bei der dauerhaften Unterbringung der Sammlungen verweigerte. 

Nachdem das Museum im Juli 2012, nach fast 12-jährigem Betrieb, geschlossen werden musste, wurden auch die Ausstellungen abgebaut, die Geräte des Schülerlabors und die Ausstellungsexponate verpackt. Des Weiteren mussten Regalsysteme demontiert und die Archivbibliothek in spezielle Kartons verpackt werden. Ab September 2012 rollten dann wöchentlich LKW-Transporte, zunächst in ein Zwischenlager und ab Ende Oktober dann in eine ehemalige Gepäckhalle am Güterbahnhof. Es bedurfte insgesamt 40 LKW-Ladungen, um den gesamten Umzug zu realisieren. Als das Museum 1998 in die Schlachthofstraße 47 einzog, reichten noch 28 LKW-Ladungen. 

Am Jahresende 2012 wurde zusätzlich eine doppelstöckige Regalanlage in Leipzig abgebaut und mit zwei LKW-Ladungen nach Erfurt transportiert. Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam, schenkte dem Museum fünf nicht mehr benötigte Schieberegalanlagen, die vor kurzem nach Erfurt transportiert wurden. 

Auf den letzten beiden LKW-Ladungen fanden Teile einer ESER Großrechner-Anlage aus den 80er-Jahren Platz. Einige dieser Komponenten gelten in Fachkreisen bereits als ausgestorben. Damit später auch das Umfeld dieser Großrechnerära authentisch gezeigt werden kann, wurden noch Teile der originalen Fußbodenelemente, der Deckenverkleidung sowie der Beleuchtung demontiert und gesichert. 

Es bedarf der besonderen Erwähnung und ausdrücklichen Würdigung, dass sämtliche Arbeiten von engagierten Vereinsmitgliedern unter Einsatz ihrer Körperkräfte und enormem zeitlichen Aufwand, geleistet wurden. Nur gelegentlich wurde fremde Hilfe in Anspruch genommen. 

Ein besonderer Dank gilt der BAC Entsorgungswirtschaft GmbH, die dem Verein eine große Anzahl Euro-Paletten zur Verfügung stellte, ohne die der Umzug unmöglich gewesen wäre. Das „Zughafen-Team“ um den Erfurter Sänger Clueso nahm den Verein freundlicherweise in ihrer Nachbarschaft als Mieter auf. Die Stadtwerke Erfurt GmbH, die E.ON Thüringer Energie AG und die Elektrofirma Weimann aus Kerspleben halfen, einige schwere Exponate aus der Energietechnik zu transportieren. 

Zukünftig sieht der Verein zwei Schwerpunkte seiner Arbeit. Zum Einen müssen nun die Regalsysteme aufgebaut, die Sammlungen ausgepackt, neu geordnet und eingelagert werden. Zum Zweiten wird an einem modernen Ausstellungskonzept gearbeitet, denn die Zukunft für das Leitmuseum für die Geschichte der Elektrotechnik in Thüringen, mit Schülerlabor und Archivbibliothek, wird auf dem Erfurter Petersberg gesehen.  Aus diesem Grunde beteiligen sich Vereinsmitglieder auch im "Verein Kulturquartier Petersberg e. V.". Geplant sind für das Elektromuseum in der ehemaligen Defensionskaserne mindestens 1.000 m² Ausstellungsfläche und ca. 30.000 Besucher im Jahr. Mit dem Thüringer Museum für Elektrotechnik und den vom Kulturquartier Petersberg getragenen jungen Künstlern könnte der Petersberg zu einem attraktiven touristischen Höhepunkt und einer kulturellen Krone Erfurts entwickelt werden.

Stephan Hloucal
Vereinsvorsitzender 
im August 2013


Wolfgang Eckardt
Mitglied des Fördervereins

Nachtrag: Ein interessantes Amateurvideo über den "alten Bestand" des Museums ist bei youtube zu sehen, über die Begleitmusik kann man geteilter Meinung sein.... :

(h-t-t-p://w-w-w.youtube.com/watch?v=CQCoQrNRd7o)

 

This article was edited 16.Aug.13 08:15 by Wolfgang Eckardt .

  
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