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Empfänger gespeist mit Antennenenergie von anderen Sendern

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Ernst Erb
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11.Jun.09 10:45

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Herr Hans M. Knoll hat im Beitrag "Detektor-Empfaenger Grundschaltungen und spezielle Technik" die verschiedenen Detektorschaltungen besprochen. Ein sehr empfehlenswerter Text! Dabei konzentrierte er sich auf die Schaltungen, die man für Kristalldetektor-Empfänger verwendete - und erwähnt auch die Arbeit von Berthold Bosch. Im Post 3 hat er netterweise auch auf die Seiten in "Radios von gestern" verwiesen, bzw auf diesen PDF-Text. In diesem Text hatte ich auch die mögliche Verwendung von Antennenenergie - z.B. von UKW-Sendern - erwähnt - und dabei folgendes vorangestellt:

"Die Funkschau weist darauf hin, dass gemäss Postvorschriften in Deutschland die Verwendung von Antennenenergie zu anderen Zwecken als zum Empfang des betreffenden Senders verboten ist!"

Es folgt Schaltungsvorschlag aus der Praxis, bei dem man ohne eigene Stromquelle einen zweistufigen NF-Verstärker einsetzt, doch wäre auch ein Audion und NF-Verstärkung - oder sogar eine Anordnung mit HF-Vorstufe möglich ...

 Sicher wird der Thread von Herrn Knoll noch weiter geführt, weshalb ich hier das Thema "Radioempfang ohne eigene Spannungsquelle" nochmals aufnehme und Sie ermuntere, Versuche in dieser Richtung hier zu beschreiben. Es geht also nicht um regulären Detektorempfang, sondern nur um Umwandlung von Antennenenergie von anderen Sendern zu diesem Zweck, also auch nicht um "Aufzieh-Radios" oder solchen, die Sonnenenergie verwenden.

Angeregt, dieses Thema hier neu aufzunehmen hat mich der Heise-News-Artikel vom 10.6.09, 08:26 mit Titel "Nokia will mit Elektrosmog Mobiltelefone laden", der aufzeigt, dass dieses absurde Tabu gefallen ist. Heise berichtet aus der Online-Ausgabe der "Technology Review" (bsc). Ich zitiere aus Heise:

"Was manchen Zeitgenossen als Elektrosmog Kopfzerbrechen macht, ist für Markku Rouvala von der Forschungsabteilung des finnischen Mobiltelefonkonzerns Rohstoff: Radiowellen von WLANs, Mobilfunkantennen, TV-Sendern und anderen Quellen. Der Prototyp kann aus der Strahlung eine Stromleistung von 50 Milliwatt erzeugen. Ein vollständiges Aufladen dauere zwar sehr lange, aber die Leistung genüge schon für den Standby-Betrieb. "Damit können Sie Ihr Handy im Grunde unbegrenzt im Standby-Modus halten", sagt Rouvala.

Das Gerät funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Kristalldetektor aus den frühen Tagen des Rundfunks oder die bekannten RFID-Etiketten. Die schwingende Magnetfeldkomponente des einlaufenden Radiosignals lässt in der Antennenspule Elektronen oszillieren – es entsteht also ein schwacher Induktionswechselstrom, der in Gleichstrom umgewandelt werden kann. Dafür sind zwei passive Schaltkreise nötig. "Selbst wenn es sich nur um Mikrowatt handelt, lässt sich damit Energie abzapfen. Die gesamte Schaltung darf nur nicht mehr Energie verbrauchen, als empfangen wird", erläutert Rouvala."

TR zeigt, dass die Versuche im britischen Cambridge im Nokia Research Center stattfinden. Da steht auch:

"Um die Leistung zu erhöhen, wandelt das Nokia-Gerät einen größeren Ausschnitt aus dem Radiofrequenzspektrum um. Dazu sei ein Breitband-Empfänger nötig, der Signale mit einer Frequenz zwischen 500 Megahertz und 10 Gigahertz empfängt, sagt Rouvala. In dieser Spanne befinden sich viele mit Radiowellen arbeitende Kommunikationskanäle. ...

Bislang werden solche Technologien zur „Ernte“ der Umgebungsenergie ("Energy-Harvesting) nur in Nischenmärkten genutzt, etwa um drahtlose Sensoren oder RFID-Tags mit Strom zu versorgen.  ...

"50 Milliwatt klingt erst einmal nach einer Menge“, meint auch Harry Ostaffe von der Firma Powercast aus Pittsburgh, die ein System verkauft, um einen Sensor mittels Radiosignal über einen Abstand von 15 Metern aufzuladen. „Andererseits sind Radiowellen überall um uns herum, so dass es funktionieren könnte, wenn sie eine größere Spanne an Frequenzen zusammenbringen.“

Nokia hat bislang kaum Details herausgerückt, doch Markku Rouvala ist zuversichtlich, dass die Technologie „in drei bis vier Jahren“ marktreif sein könnte. Nokia plane allerdings, sie in Kombination mit anderen Energiequellen wie Solarzellen, die ins Handy-Gehäuse eingebettet sind, einzusetzen."


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