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Ersatz der RENS1254 durch AK1

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Thomas Lebeth
Thomas Lebeth
 
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14.Feb.07 21:23

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Mischröhre als Tetrode-Diode 

In vielen Empfängern der Jahre 1933-35 ist die Binode RENS1254 als NF-Vorverstärker mit gleich­zeitiger De­mod­ulation als Ver­bund­röhre ein­ge­setzt. Da die RENS1254 schon sehr selten ist, stellt sich das Problem, diese Röhre möglichst gleich­wertig zu er­setzen. Dafür wurden in der Ver­gan­genheit schon unterschiedlichste Vor­schlä­ge gemacht, die jedoch mit auf­wändigen Umbau­arbeiten ver­bun­den sind. Hier seien drei Beispiele erwähnt:

1) Der Ersatz der RENS1254 durch RENS1264 und AB2 erfordert den Umbau der Röhrenfassung, sowie den zu­sätz­lichen Einbau der Fassung für die AB2, wobei in Summe mehr Heiz­strom benötigt wird.

2) Der Ersatz der RENS1254 durch ABC1 er­fordet ebenfalls den Umbau der Fas­sung, und bringt eine Ver­min­derung der NF-Vorverstärkung (Triode statt Tetrode).

3) Der Ersatz der RENS1254 durch EBF3 oder EBF11 erfordert das Auf­bringen von zusätzlichen Heiz­win­dungen auf dem Trafo (6,3V statt 4V) sowie den Umbau der Röhren­fassung.

Im Folgenden soll ein einfacher Ersatz der RENS1254 durch die AK1 (die noch häufiger ist) beschrieben werden, bei dem lediglich der vorhandene Ka­toden­widerstand der RENS1254 ver­größert werden muss, ohne dass Ar­beiten an anderen Zuleitungen oder der Röhrenfassung anfallen.

Wenn man die Sockelschaltung der beiden Röhren vergleicht, so läßt sich leicht erkennen, dass bei der AK1 lediglich ein Sockelstift mehr vorhanden ist. Dieser Sockelstift führt zur Oszillator­anode (G2) und wird auch nicht benötigt.

 

Bild1: Sockelschaltung der RENS1254

 

Bild2: Sockelschaltung der AK1

Bei beiden Röhren sind die Anschlüsse für Heizung, Katode, G1 und Metalli­sie­rung ident.

Betreibt man nun die AK1 anstelle der RENS1254 so arbeitet das G1 der AK1 als ganz normales Steuergitter, G2 der AK1 ist nicht beschaltet, und übt somit keinerlei Enfluss auf die Funktion aus.

G3 der AK1 arbeitet als Schirmgitter wie das G2 der RENS1254. Schließlich wird das G4 (HF-Ein­gangsgitter der AK1) mit der Anoden­zuleitung der RENS1254 im Apparat verbunden, wobei man hier am besten einen Gitter­clips auflötet. Das G4 der AK1 arbeitet somit als Anode. Das bedeutet, dass K-G1-G3-G4 der AK1 als ganz nor­male Tetrode geschaltet sind.

Interessanter ist nun wie die Gleich­richtung der ZF (Diodenstrecke) zustan­de kommt: Dadurch, dass das G5 der AK1 mit dem G3 direkt verbunden ist, wirkt es ebenfalls als Schirmgitter. Das darauffolgende G6 der AK1 ist als Bremsgitter direkt mit der Katode ver­bunden. In der beschriebenen Be­schal­tung besitzt das G5 genügend Durchgriff durch das als Tetrodenanode arbei­tende G4 der AK1, und führt somit zu ei­nem konstanten Elektronenstrom durch das G4 hindurch. Dieser Elek­tronen­strom kann jedoch nur zum Teil vom G5 abgesaugt werden, da dieses Gitter auch relativ weitmaschig ist, wo­durch sich ein Elektronen­überschuss im Bereich des da­rauf folgenden Brems­gitters G6 einstellt. Die­sen Effekt be­zei­chnet man auch als Ausbildung einer virtuellen Katode. Dies bedeutet, dass das Bremsgitter G6 der AK1 wie eine ganz normale Katode wirkt. Nun liegt jedoch die Anode der AK1 am gleichen Sockelstift wie die Diode der RENS1254, wo­durch sich zwischen dem Brems­gitter G6 der AK1 (virtuelle Katode) und der Anode der AK1 in dieser Betriebsart eine Dio­den­strecke ausbildet.

Dies bedeutet, dass sowohl die Tetroden­funktion als auch die Dioden­strecke der RENS1254 durch die AK1 bereit­gestellt wird.

Bei diesem Umbau ist nun zu beachten, dass der Katodenwiderstand der RENS1254, der meist zwischen 3–5 kW beträgt auf ca. 20–25 kWƒn durch Einfügen eines Serien­wider­standes zu erhöhen ist. Dies ver­hindert einerseits eine Überlastung des G4 der AK1, das ja nun als Anode betrieben wird, und sorgt andererseits für eine ver­gleich­bare Arbeitspunkt­einstellung. Die bes­ten Wie­der­gabe­resultate lassen sich durch Variation die­ses Widerstandes em­pirisch er­mitteln.

Dieser Umbau kann mit vollem Erfolg für jeden Standardsuper mit RENS1254 durchgeführt werden, bei Reflexsupern wo sowohl die ZF- als auch die NF-Verstärkung über die RENS1254 erfolgt, kann sich durch den Umbau ein Schwingen der Schaltung einstellen.

Der Vorteil dieses Ersatzes liegt auch darin, dass die AK1 jederzeit einfach wieder gegen die ursprüngliche RENS1254 getauscht werden kann, wobei man lediglich wieder den zusätzliche Katodenwiderstand und den Gitterclip aus dem Apparat entfernen muss.

Es gab übrigens auch ein serienmäßig produziertes Gerät, wo die ZF-Verstärkung, NF-Vorverstärkung und De­modu­lation in ähnlicher Weise durch eine Mehrgitterröhre erfolgte. Dies war der Telefunken T332WLK Meistersuper, bei dem eine Hexode RENS1234 für diese Funktionen eingesetzt wurde.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der österreichischen Sammlerzeitschrift. Information über die Zeitschrift 'RADIOBOTE' sowie die Bezugsquelle finden sich unter folgendem Link:  Radiobote

This article was edited 14.Feb.07 21:26 by Thomas Lebeth .

  
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