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Ersatz für die alten Doppelgitterröhren

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Papers » Tube Radio kits and kits without tubes » Ersatz für die alten Doppelgitterröhren
           
Wolfgang Holtmann
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08.Feb.04 14:21

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Ein Vorschlag um Geld zu sparen

Es hat sich herumgesprochen, dass die originalen Röhrentypen für den RADIOMANN (ausgegeben bis Ende der 50er Jahre) sehr gefragt sind. Dieser Umstand hat den Preis in die Höhe schießen lassen. Dazu kommt noch, dass die gefertigten Stückzahlen rel. gering waren! Und überhaupt, wer kennt denn schon die Bezugsquellen?

Bestimmte Röhren ergeben Empfang bei einer Ub von nur 25-30V
Ganz wichtig bei diesen Überlegungen ist: Wenn wir schon von 'Ersatzröhren' sprechen, darf auf keinen Fall das Erscheinungsbild unseres RADIOMANNES zerstört werden!! Damit fallen Lösungen wie: D-Röhren, Noval-Röhren, oder gar Transistor-Ersatzschaltungen, über Zwischensockel in meinen Augen weg. Es sei denn, man kann sie in den Glaskolben einer alten Batterie-Röhre unterbringen. Ja, solche 'Künstler' gibt es wirklich! Selbst mit Verspiegelung!

Realistischer erscheint mir folgender Vorschlag: Man kann noch rel. günstig die 4 Volt-Triode RE 084 auf den Tauschbörsen der Radiosammler-Vereine kaufen. Gut, bei 12 Volt Batteriespannung tut sich bei dieser Röhre natürlich nicht viel. Erhöht man jedoch die Spannung auf 27 Volt, so haben meine Messungen ergeben, ist gleichwertiger Empfang wie mit einer DM 300(N) zu erzielen. Siehe die abgebildete dynamische Kennlinie.


Diese 27V werden aus einer Reihenschaltung von drei 9V-Batterien gewonnen. Vorteilhaft ist auch hier die angepasste Verdrahtung der Heizbatterie. Gemeint ist, dass der Pluspol der Heizspannungsquelle mit dem Minuspol der Anodenspannungsquelle verbunden ist. Damit erzielt man einen maximal möglichen Spannungsunterschied zwischen dem negativen Fadenende und der Anode. Wir wollen ja kein einziges Volt verschenken! Weitere Änderungen sind nicht erforderlich.

RES 164 in Schirmgitterschaltung

In einem anderen Forum wurde die Vermutung geäußert, dass diese Röhre auch mit Ub = 27 Volt funktionieren müsste. Daraufhin habe ich -mit Erfolg- die untenstehende Empfangsanordnung aufgebaut.


Die abgebildete RES 164 (ohne Seitenschraube, g2 ist am Mittelstift angeschlossen) stammt aus einer Nachkriegsproduktion. Es gab scheinbar damals ein Ersatzbedarf zum Notbetrieb der noch übriggebliebenen Volksempfänger.

Funktionieren die auch in der Sendeschaltung ?

Auch das ist möglich! Allerdings in einer abgeänderten Form, weil der ursprüngliche Vorschlag von Kosmos sehr problematisch ist! Im Beitrag "Sendeversuche mal anders betrachtet" bin ich näher darauf eingegangen.

Äquivalente Röhrentypen dazu
Die in den 20er Jahren viel verwendete RE 084 (Telefunken) hat noch folgende, gleichwertige Schwestern: A 406 oder A 408 (Valvo), A 415 oder A 416 (Philips), LD 410 (Tungsram).

Für die RES 164 (ich hatte keine andere) passt besser die RES 164d zum RADIOMANN. Diese hat einen  4-Stift Sockel, mit g2 an der Seitenschraube. Ebenfalls brauchbar sind die: L 416D/4 (Valvo), B 443S (Philips), PP 416/S (Tungsram).

Man muss nur Glück haben, um noch ein (gebrauchtes) Exemplar mit genügend Emission zu finden. Anderenfalls schalten wir noch eine, oder gar zwei 9 V-Batterien dazu. Hauptsache, wir bleiben im ungefährlichen Spannungsbereich!

This article was edited 20.May.04 23:04 by Wolfgang Holtmann .

Felix Schaffhauser
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11.Feb.04 13:19

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Wie untenstehendes Diagramm aus eigenen Messungen zeigt, könnte vermutlich auch die RE 134 mit ihrer stärkeren Emission als Audionröhre mit niedrigen Betriebsspannungen für den Radiomann in Frage kommen.

Vielleicht macht jemand einen praktischen Versuch und berichtet über die Ergebnisse.

Felix Schaffhauser

 

Wolfgang Holtmann
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21.Apr.05 16:16

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Seit einigen Jahren werden russische Militärröhren zu Schleuderpreisen auf den Markt geworfen. Die 2 SH 27L (lat.) eignet sich von den elektr. Daten -aber auch von den Ausmaßen her- besonders gut als Ersatz für die Doppelgitterröhren im RADIOMANN.

Das sieht auf den ersten Blick nicht so aus, weil der Inhalt durch eine Aluminiumhülle beschützt wird. Diese gilt es zunächst vorsichtig zu entfernen. Mit einem Filzstift wird auf dem Glaskörper die Lage der beiden Heizanschlüsse markiert.
Dann brauchen wir noch eine Loctal-Fassung und einen 4-Stift Europa-Sockel, um einen Adapter -wie gezeigt- anzufertigen.   

Ich habe verschiedene Konfigurationen mit meinem RADIOMANN und Versuch 74 ausprobiert. Die besten Ergebnisse werden in der Triodenschaltung erzielt! Bei fast gleicher Empfangsleistung gegenüber einer DM300(N), ist der Stromverbrauch sowohl für den Heizfaden, als auch für die Anode viel geringer!

This article was edited 21.Apr.05 16:22 by Wolfgang Holtmann .

Felix Schaffhauser
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22.Apr.05 14:56

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Gratuliere zur Idee, der Ausführung und dem Resultat!
Weil mich ein Ersatz der DM300 seit geraumer Zeit beschäftigt, bin ich auch schon auf die 2SH27L gestossen. Sie eignet sich wirklich vorzüglich, zumal sie ja auch noch äusserst billig zu haben ist. (Pollin ca. 0.26 EUR).
Bezüglich der optimalen Beschaltung bin ich mir noch nicht ganz im klaren. Offenbar brachte bei Ihnen die Schirmgitterschaltung nicht den gewünschten Erfolg! Haben Sie Erfahrung mit der Platzierung des Vorwiderstandes im Heizkreis, bzw. einer Aufteilung auf beide Zweige.
Das Resultat würde mich interessieren. Dies auch im Interesse Vieler, die ev. diese Anordnung als generellen Ersatz alter Raumladeröhren einsetzen möchten. Wie wäre es, diese Röhre mit dem getrennt herausgeführten Bremsgitter als Steuergitter und G2 als Raumladegitter (G1 an f-)zu verwenden, wie Sie das schon mit anderen Röhren probiert haben.
Bin gespannt über Ihre Antwort im Sinne: "Wir experimentieren weiter!"
herzlichst
Felix Schaffhauser
Wolfgang Holtmann
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23.Apr.05 13:03

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Lieber Herr Schaffhauser,
ich freue mich sehr über Ihre prompte Reaktion auf meinen Artikel!
Zunächst möchte ich sagen, die Verwendung der 2 SH 27L im RADIOMANN wurde schon früher, an anderer Stelle, vorgeschlagen. Die Idee ist daher (leider) nicht von mir.

Ihren Vorschlag, diesen Röhrentyp in der Raumladegitterschaltung (analog zur RE074d) mal zu probieren, wie auch in der Schutzgitterschaltung (analog zur DM300(N)) habe ich bereits experimentell ausgeführt.

Dass ich mich für die Triodenschaltung entschieden habe ist begründet in:

n     
gute Empfindlichkeit
n      sehr niedrige Belastung der Anodenbatterie (nur 0,24 mA)
n      keine Aufteilung des Heizvorwiderstandes nötig

Allerdings ist aus nostalgischen Gründen, der Wegfall der Seitenschraube als Nachteil anzusehen.

Ebenfalls gute Ergebnisse sind mit der 2 SH 27L in der Schutzgitterschaltung zu erzielen. Die noch anzubringende Seitenschraube wird mit g2 verbunden. Das Bremsgitter wird mit der Anode verbunden und die interne Abschirmung mit Pin 1. Der Heizvorwiderstand an Pin 1 + 8 muss je 18 Ohm betragen. Auch hier ein sehr niedriger Ib, bei gleich guter Empfindlichkeit. 

Wie Sie zu recht angeregt haben: Wir experimentieren weiter!
Hier also Ihr Vorschlag mit der 2 SH 27L als Ersatz für die RE074d, U409D, DG407, d.h. in der Raumladegitterschaltung.

Die 2 SH 27L ist von der Konstruktion her nicht als Raumladegitterröhre gedacht. Daher können wir das heizfadennahe g1 nicht als Raumladegitter benutzen. Es ist zu eng gewickelt und zu dicht am Heizfaden. Nur eine kleine positive Vorspannung wird durch die Aufteilung des Heizvorwiderstandes erzielt. Hierfür wird g1 mit dem pos. Ende verbunden. Die hauptsächliche Saugwirkung auf die Elektronenwolke um den Heizfaden hat das Schirmgitter! Das darauffolgende Bremsgitter hat nun die Funktion des Steuergitters übernommen!

Die angepasste Verdrahtung des Adapters ist obenstehend dargestellt. Die interne Abschirmung wird mit g2 verbunden (experimentell ermittelt). Ein Loch für eine kleine 3mm Schraube wird seitlich angebracht.

  
Kennlinienvergleich

Mit meinem Kennlinienschreiber habe ich von einer gebrauchten RE074d und der 2 SH 27L (in Raumladegitterschaltung) die Anoden- und Raumladegitterströme -als Funktion der Steuergitterspannung- dokumentiert.

Obwohl die Unterschiede beträchtlich sind, ist die Empfangsleistung selbst etwas besser als mit der RE074d! Gegenüber der im vorherigen Posting vorgeschlagenen Triodenschaltung, ist nur ein kleiner Unterschied zum Vorteil der Raumladegitterschaltung festzustellen. Dafür ist jedoch die Gesamtstromaufnahme von der Anodenbatterie auf 1,2 mA gestiegen. Dieser Wert ist übrigens bei der RE074d mit 3,0 mA am höchsten. Das kann man aus den Kurven entnehmen. 

Weitere Erfahrungen und Vorschläge sind (wie immer) herzlich willkommen!

Hinweis:
Man darf die Überschrift "Ersatz für die alten Doppelgitterröhren" nicht falsch interpretieren.
Die hier gemachten Vorschläge beziehen sich nur auf die Anwendung im RADIOMANN!

Ein Ersatz für Doppelgitterröhren mit der 2 SH 27L in der selbstschwingenden Mischstufe (Modulateur-Bigrille), erfordert eine stark abweichende Beschaltung. Siehe hier:
http://www.radiomuseum.org/forum/ersatz_fuer_die_modulateur_bigrille_roehren.html

This article was edited 18.Jan.06 12:36 by Wolfgang Holtmann .

Ernst Erb
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05.Feb.06 22:45

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Die 2SH27L ist die direkte Übersetzung ins Lateinische Alphabet, doch finden sich die Daten bei uns nicht bei der 2SH27L, sondern bei der richtig transponierten Bezeichnung 2j27l. Bei der 2j27l befindet sich nicht nur ein russisches Datenblatt, sondern verschiedene deutschsprachige, damit die " 2SH27L " gut dokumentiert ist. Vielen Dank an Wolfang Holtmann und an die Hochlader dieser Datenblätter. Die Röhre 2SH27L bzw. 2j27l ist auch abgebildet - in verschiedenen Varianten. Hier der direkte Link zur 2SH27L bzw. 2j27l
http://www.radiomuseum.org/tubes/tube_2j27l.html
Peter Kleinert
Peter Kleinert
 
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13.Apr.06 07:39

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 Nun dem kann ich nur beipflichten Ich habe damit die beiden RV12P2000 in meinem VCL 11 Ersatzadapter ersetzt Klappt vorzüglich  mit dieser Röhre nun was immer untergeht ist das die Russen n.1945 im Osten ganze Fabricken demontiert haben und somit auch in der Lage waren alles zu Kopieren.
  
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