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funke: RPG 4/3; Röhrenprüfgerät, fehlende Kontaktfedern

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Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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12.Aug.11 13:55

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Ich hatte geglaubt, dass ich den Umbau und die Restaurierung des Gerätes abgeschlossen hätte und nun damit arbeiten könne. Aber ich hatte Murphy nicht berücksichtigt. Bei der Prüfung eines Postens Wehrmachtsröhren für einen Sammlerfreund erlebte ich eine herbe Überraschung.

Röhren der Typen LG, LD, LV hielten nicht in der Fassung und gaben keinen Kontakt, so als ob die Buchsen zu groß sind. Eine Überprüfung ergab, dass dies alle von Funke selbst hergestellten Fassungen mit 2mm-Buchsen betraf. Es fehlten offenbar die Kontaktfedern.
Im Hauptgerät sind das in der oberen Reihe die Fassungen Nr. 3, 4 und 5, in der 3. Reihe die Fassungen Nr. 12, 13, 14, 15, 16, 17 und 18. Im Deckel betrifft es die Fassungen Nr. 29, 30, 31, 33, 34, 35, 38, 39 und 40.    

Ich erinnerte mich an eine Mail unseres Mitglieds Alfon Meisl, wo er mir Ähnliches von seinem Gerät berichtete. Dort fehlten aber nur einige Federn, bei meinem Gerät fehlen alle Federn bei allen angegebenen Fassungen. Selbst die Schlitze zur Aufnahme der Federn sind nicht vorhanden.

Hier das Bild von Herrn Meisl:

Herr Meisl spricht bei seinem Gerät von Montagsproduktion und nachdem er von meinem erfahren hat meinte er, dass dort offensichtlich öfters Montag gewesen sein muss.

Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass das zufällig passiert ist, das sieht schon nach Methode aus. Die Wehrmacht hätte so ein Gerät  nie abgenommen. Nun wurde mein Gerät aber erst 1946/47 gefertigt. Möglicherweise waren es Engpässe bei der Materialbeschaffung, möglicherweise aber auch die Tatsache, dass die betroffenen Röhrentypen nach dem Krieg keine Rolle  mehr spielten. Die wichtigen P2000 und P800 konnte man ja prüfen, da hier serienmäßige Fassungen verwendet werden. Das aufwändige Schlitzen der Kontaktbuchsen und Einlöten der Federn konnte man sich so ersparen.

Interessant wäre jetzt gewesen, einen Vergleich mit einem Gerät aus Fertigung vor 1945 zu machen. Glücklicherweise hatte mein Sammlerfreund noch einen alten Deckel vom RPG4/3 in seinem Lagerbestand. Schon nach der ersten groben Reinigung zeigte sich, dass dort Kontakte anderer Bauform eingebaut sind. In den Messinghülsen stecken Kelchfedern. Einen Hinweis auf das Fertigungsdatum fand ich leider nicht.

Hier das Bild der betroffenen Fassungen meines Gerätedeckels von 1946/47:

Hier das Bild eines möglicherweise früheren Gerätedeckels:

Bilder vom Hauptgerät erspare ich mir, da sie keine anderen Informationen zeigen.

Eigentümlicherweise hielt eine LS50 in der Fassung im Hauptgerät und liess sich auch prüfen. Eine Inspektion der Fassung mit Lupe zeigte Litzenstücke in den Buchsen Hier hatte sich ein Vorbesitzer offensichtlich zu helfen gewusst. Wie diese Litzenstücke befestigt sind, konnte ich noch nicht feststellen, denn beim Umbau des Gerätes hätten sie eigentlich herausfallen müssen.

Es bleibt jetzt die Frage ob und wie weiter zu verfahren ist.

Die originale Lösung wäre, Schlitze in die Buchsen zu fräsen/sägen und aus Federstahl selbst hergestellte Federn einzusetzen. Dazu muss aber die gesamte Buchsenplatte abgelötet und ausgebaut werden. Vorher muss der davor liegende Netztrafo ausgebaut werden. Die Arbeiten im Deckel würden sich etwas einfacher gestalten, aber immerhin ein enormer Aufwand für sehr selten zu prüfende Röhren. Außerdem müssen die Schlitze so dicht wie möglich unterhalb der Pertinaxplatte angebracht werden, da sie sonst nicht von den Röhrenstiften erreicht werden. Herr Meisl hat hier leidvolle Erfahrungen gemacht.

Eine weitere Möglichkeit wäre bei Bedarf die Litzenlösung wobei das Befestigen der Litzenstückchen zu lösen wäre. Durchschieben und von unten festlöten geht nur bei den Fassungen die nicht vom Trafo verdeckt werden, ansonsten auch Trafo-Ausbau.

Die komfortabelste aber nicht originale Lösung wäre der Einbau von Originalfassungen soweit sie noch zu bekommen sind und von der Größe her passen. Bei einer LS50-Fassung könnte z.B. der Metallkäfig abgeschnitten werden. Ich vermute jedoch, dass es bei einigen Fassungen Probleme gibt und das Ganze schon von den Abmessungen nicht passt. Funke hat sicherlich nicht ohne Grund diese Lösung gewählt. Auch hier müsste der Trafo ausgebaut werden.

Für mein Gerät habe ich mich entschlossen, weil jetzt vorhanden, nur den Deckeleinbau auszutauschen und die Fassungen im Hauptgerät zunächst zu belassen. Bei Bedarf kann ich mich mit der Litzenlösung behelfen.

HDH

This article was edited 13.Aug.11 07:52 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

Manfred Kröll † 2.9.2013
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Guten Morgen Herr Haase,

sind Sie sich beim Produktionsdatum Ihres Gerätes sicher - und ist Ihr Deckel original?

Nach meinen bisherigen Informationen wurden die RPG 4/3 Typen  von ca 1946 bis zum Erscheinen des W18 mit leerem Gerätedeckel ausgeliefert, und die 500V Prüfspannung war auch nicht mehr vorhanden. Das dazugehörige Loch war zwar noch am Steckfeld vorhanden und auch so beschriftet, jedoch ging dieses ins Leere - es war nicht mehr beschaltet. Auch fehlte bei diesen Typen einer der 4 großen Lastwiderstände.

Ich hatte schon mehrere dieser Nachkriegsproduktionen in Händen - jedoch immer mit einem leeren Deckel und der wegrationalisierten 500V Prüfspannung.

 

Mit freundlichen Grüssen,

Fred

This article was edited 13.Aug.11 12:21 by Manfred Kröll † 2.9.2013 .

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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Hallo Herr Kröll,

bei meinem Gerät sind sowohl alle 4 Hochlastwiderstände als auch die 500 V vorhanden. Die Verdrahtungsfarbe der Heizleitungen ist im Gerät und im Deckel gelb, im zweiten, vermulich älteren Deckel ist sie rot. Ob der Deckel original zum Grundgerät gehört kann ich nicht anders belegen.

Das Fertigungsdatum stammt vom Typenschild. Hier habe ich darüber berichtet.

Ihre Aussage, dass später leere Deckel geliefert wurden, belegt eigentlich meine These. Es wurde später, weil wahrscheinlich das Material fehlte, immer mehr Entbehrliches weggelassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Geräte, die für die Wehrmacht gefertigt wurden, zum Prüfen von Wehrmachtsröhren wegen der fehlenden Kontaktfedern nicht geeignet waren.

In den Nachkriegswirren wird bei Funke auch das Chaos geherrscht haben, so dass man das wohl kaum wird klären können. Der Sinn meines Artikels war eigentlich nur, darauf hinzuweisen, dass es bei den Röhrenfassungskontakten Probleme gibt. Wenn man das weiss, kann man beim Erwerb so eines Gerätes darauf achten und erlebt nicht erst hinterher die Überraschung.

MfG HDH

Manfred Kröll † 2.9.2013
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Hallo Herr Haase,

ich bin ihnen für diesen Artikel insoferne besonders dankbar, da ich seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Deckel mit den Fassungen bin - um diesen als Zusatz für mein Röhrenmessgerät zu adaptieren.

Somit habe ich einen wichtigen Anhaltspunkt worauf ich wirklich achten muss - von dem ich bisher keinesfalls wusste!

Vielen Dank,

Fred

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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16.Aug.11 17:36

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Es kann eigentlich nicht sein, dass Herr Meisl und ich die einzigen Kontaktfedergeschädigten sind. Deshalb hatte ich auf mehr Diskussionsbeiträge gehofft die auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Eine Lösung ist mir noch eingefallen. Wer genügend alte LS50-Fassungen hat, kann dort die Kontakte ausbauen und statt der Hohlniete einbauen. Da die Bohrungen im RPG etwas zu groß sind,sollte man beim Einbau der Kontakte zum Zentrieren eine entsprechende Röhre benutzen. Der Aufwand ist natürlich auch hier beachtlich (alle Drähte ablöten und Trafo ausbauen).

Hier ein Bild der LS50-Fassung sowie einiger Kontakte:

HDH

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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20.Aug.11 08:30

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Von Herrn Michael Niermann erhielt ich folgende Mail:

Ich reparierte vor einigen Monaten einem guten Bekannten zwei Funke
RPG 4/3. Eines 1944 hergestellt, das andere 1946. Auch bei diesem
Gerät von 1946 waren die Kontaktfedern und auch die 500V Wicklung vom
Trafo wegminimiert worden. Ich wollte zum Testen eine LD2 prüfen, ohne
Erfolg.

Sogar die Trafos sind minimal anders gewickelt. Es fiel auf, dass eine
gewöhnliche 6,3V Röhre auf dem 1946er Gerät besser geprüft wurde, als
auf dem von 1944. Messungen ergaben das die 0,5V Wicklung bei dem
1944er Gerät (eine Windung) 0,35V Liefert, beim 1946er Gerät (zwei
Windungen) 0,71V.

Es sind zwar wenig Beiträge zu diesem Thema eingegangen, aber es scheint doch so zu sein, dass bei den Nachkriegsfertigungen des RPG4/3 je nach Materiallage verfahren wurde. Wie die Mail von Herrn Niermann bezüglich der Heizspannung zeigt, wurden aber auch Verbesserungen versucht.

Man sollte beim Kauf eines RPG4/3 also auf das Fertigungsdatum achten.

Und noch ein Hinweis: Oft wird versucht, Prüfergebnisse zu vergleichen. Das ist alles müßig. Die Geräte sind und bleiben Schätzeisen, was in den meisten Fällen aber ausreicht.

HDH

This article was edited 20.Aug.11 09:18 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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31.Aug.11 14:02

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Von Herrn Meisl erhielt ich heute noch folgende Mail:

" hier nochmal ein Bild, wo man die Federn und die „nicht Federn“ besser sieht. Vielleicht wollen Sie das ja noch dazu hochladen. "

Danke Herr Meisl.

HDH

This article was edited 31.Aug.11 16:28 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

  
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