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graetz: 156W; Bandfilter Spulenträger für Filter I und V

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Hans Kamann
Hans Kamann
 
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07.Jul.03 23:18

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Ich habe ein Graetz 156W und hier sind die Bandfilter I und V gebrochen. Wer kann helfen mit Daten über Windungszahlen, Spulenabständen ? Gibt es noch irgendwo Ersatzteile ? Danke im voraus. Habe die Schaltungsausschnitte der Filter dazugelegt.

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Jacob Roschy
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09.Jul.03 09:06

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2

Die Anfertigung im Eigenbau von ZF-Bandfiltern, besonders wie hier für FM, ist m.E. sehr problematisch. Zu viele Faktoren, wie  Koppelfaktor, Durchlassbreite, Kreisgüte, Resonanzfrequenzen, etc. müssen stimmen. Dazu müsste man schon eine Anleitung aus einem schlauen Buch und die darin vorgeschlagenen Einzelteile auch verfügbar haben.

Am ehesten wird daher der Austausch von einem Schlachtgerät Erfolg bringen. Diese Filter sollten mechanisch möglichst ähnlich sein und aus der gleichen Stufe stammen. Der Bandfilter V ist der Ratio-Detektor- Filter und kann nur durch einen solchen wieder ersetzt werden, - dies ist jener zwischen der EABC80 und EF89 bei etwas neueren Geräten als hier. Zu beachten ist, dass die ZF gleich ist, also hier 10,7 MHz, denn es gibt auch solche um 6,5…6,8 MHz, speziell bei Graetz, die auch kaum umtrimmbar sind. Nach dem Einbau ist ein Abgleich der betroffenen Filter, sowohl AM wie auch FM notwendig.

Andreas Steinmetz
 
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10.Jul.03 13:07

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Den Ausfuehrungen des Herrn Roschy kann ich mich nur anschliessen.
Insbesondere die Konstruktion von Ratio-Filtern ist auch bei den Herstellern
nicht immer optimal gelungen (Linearitaetsprobleme), weshalb sich manche auch
noch laenger mit anderen Demodulatoren beschaeftigt haben. Aber schliesslich
wurde der Ratio-Detektor dann doch zum Standard.
Falls die Beschaffung von 156W-Filtern nicht gelingen sollte, wuerde ich es
mal mit denen vom 154W versuchen. Die trifft man haeufiger an. Ob sie mechanisch
exakt passen, weiss ich leider nicht.
Elektrisch muessten sie relativ leicht anzupassen sein; etwas Vorkenntnisse
schaden aber trotzdem nicht. Evtl. erreicht man nicht ganz die Original-
Durchlasskurve, aber das stoert in der Praxis kaum, vor allem, wenn man
bedenkt, dass auch kleinere Abgleichfehler die Durchlasskurve schon
stark veraendern koennen, ohne dass man das irgendwie hoert.
Der Ratio-Detektor (Bandfilter V) duerfte direkt ersetzbar sein, obwohl die
Tertiaer-Spule etwas unterschiedlich angeschlossen ist. Es gibt eine Viel-
zahl von Schaltungsvarianten zum Ratio-Detektor, die sich unter bestimmten
vereinfachenden Annahmen alle in die Grundschaltung ueberfuehren lassen.
Siehe dazu auch den sehr guten Artikel von Herrn Dietmar Rudolph, im
www.radiomuseum.org unter Texte\Apparate\Radios\FM_Demodulatoren,
sowie z.B. Otto Limann: Funktechnik ohne Ballast.
Beim Bandfilter I koennte man die nicht vorhandene Anzapfung nachbilden, indem
man die Kreiskapazitaet von 40pF auf eine Serienschaltung von z.B. 2 x 80 pF
abaendert und dann als Anzapfung den Knotenpunkt zwischen den beiden Kondensatoren
benutzt. Das erspart Umwickelei und bleibt unsichtbar, geht aber nur in solchen
Faellen, wo keine galvanische (DC-) Kopplung besteht! Uebrigens muss man an
dieser Stelle unbedingt mit Anzapfung arbeiten und ggf. auch primaerseitig
den Kreis mit 20 kOhm bedaempfen, denn dieses Geraet hat eine ZF-Stufe mehr
als der 154W und wuerde sonst vermutlich zur Selbsterregung neigen.
Die Gesamtempfindlichkeit des Geraetes koennte man ggf. auch noch durch
abweichende Kapazitaetsaufteilung veraendern. Aber die Serienschaltung sollte
insgesamt immer bei ca. 40 pF bleiben, sonst ist das Geraet nicht abgleichbar.
Uebrigens wuerde ich immer dann, wenn die Kerne nur deutlich von der bisherigen
Stellung abweichend auf Maximum trimmbar sind, zuerst die Kreiskapazitaet grob
anpassen, denn wenn die Kerne einen deutlich anderen Abstand haben als
vorher, dann stimmt die Kopplung und damit die Durchlasskurve nicht mehr. Das
sieht man natuerlich nur am Wobbler, aber die Praxis zeigt, dass man fast immer
auch ohne Wobbler gute Ergebnisse erreicht.
Ich habe ein Schlachtchassis vom 154W uebrig und koennte die Filter zur Verfuegung
stellen.

This article was edited 10.Jul.03 15:43 by Andreas Steinmetz .

Hans Kamann
Hans Kamann
 
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22.Aug.03 08:32

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4

Vielen Dank für die Tips und Hilfestellungen. Besonderen Dank an A.Steinmetz für die Ersatzfilter ! Ich habe mir bei eBay ( wo auch sonst :-) ) einen Signalgenerator aus England besorgt.

 

 

Mit diesem Gerät kann ich sowohl reinen Sinus als auch modulierten Sinus erzeugen. Durch Anlegen von 10.7 MHz an das Gitter der zweiten EF41 war sehr schnell klar, dass die "neuen" Filter ziemlich verstimmt waren. Nur mit so einem Generator findet man überhaupt die optimalen Einstellungen. Nachdem alle Filter incl. Ratiofilter abgeglichen waren war auch endlich das erste UKW Rauschen zu vernehmen. Jetzt noch die Trimmer auf dem Drehko einstellen - Hurra ! das Radio läuft wieder. Jetzt habe ich eine Baustelle weniger und mein privates Museum ein funktionierendes Gerät mehr.

Viele Grüsse

  
rmXorg