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grundig: Grundig Stereo-Mixer 422: Pinbelegung

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Klaus Ortwein
Klaus Ortwein
 
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17.Jul.06 13:32

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Liebe Kollegen,
ich hatte am Wochenende ein Verständnisproblem, das mich einige Stunden gekostet hat, da zunächst nicht klar war, ob und was defekt war.
Testaufbau: mehrere Mikrofone als Testobjekte, der StereoMixer als Vorverstärker und ein Graetz Sylvretta als Stereo-Endstufe.
Um es kurz zu machen: keines der Elektret-Mikrofone funktionierte, nur das dynamische GDM310 (mit intergriertem Impedanzwandler, hochohmig auf Pin 3) ergab ein sehr leises Signal - nachdem ich bei ihm einen doppelten Kabelbruch entfernt hatte.
Irgendwann fiel mir dann auf, daß der Signalausgang der Mikrofone auf Pin 1/4 liegt, der Mixer das Signal aber auf 3/5 erwartet.

Wieso will der Grundig-Mixer den linken Kanal auf Pin 3, während zB. ein Grundig Tonband diesen Eingang auf Pin 1 hat?
Nach dem Umlöten der vier Mikrofoneingänge spielte die Anlage dann wie erwartet, wenn auch sehr leise, was aber bei den 2mV (an 39kOhm) Ausgangsspannung gemäß den technischen Daten des Mixers kein Wunder ist.

Gibt es für diese Belegung eine Erklärung, gab es gar gekreuzte DIN-Kabel bzw Adapter??

Bastlergrüße aus Köln

Klaus
Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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17.Jul.06 14:13

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Hallo Herr Ortwein,
ja, es gibt eine Menge Adapter. 1-auf-3-Dreher sind die beliebtesten.
Auch welche mit 220 k-Ohm-Dämpfungswiderstand drin auf 3 und 5 oder auf 1 und 4
Auch als Kupplung-Kupplung-, Stecker-Stecker-, Stecker-Kupplungs-Kombination möglich.
Gekreuzte Diodenleitungen kenne ich nicht. Die 1:1 durchverbundenen haben 4 abgeschirmte Adern und eine gemeinsame Masse. Zum Ummodeln gint es die Adapter ja.
Die Reihenfolge der Pinne kommt dadurch zustande, daß der sogenannte "Zwergstecker", der ursprünglich dreipolig war, bedingt durch "stereo" um zwei weitere Pinne erweitert wurde, die man einfach dazwischensetzte. Dabei legte man die Reihenfolge dem Tonbandgeräte-Radio-Verbindungs-Modell zugrunde, also 1 Aufnahme und 3 Wiedergabe, vom Tonband aus gesehen. 4 ist also Aufnahme (rechts), und 5 Wiedergabe (rechts). Beim Plattenspieler ist's oft - nicht immer - wieder anders, hier ist der dreipolige Zwegstecker mit 1 und 3 für je einen der Stereokanäle ausgelegt.
Beste Grüße,
Ihr K.-H. B.
Urs Gloor
 
 
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17.Jul.06 15:03

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Guten Tag Herr Ortwein

Ja, diese DIN-Mikro-Belegungen haben mich auch schon..
Am heftigsten wird das Rätselraten, wenn zu einem Mixer kein Schema vorhanden ist, wie bei mir im Moment am Uher Stereo 500.
Der Grund für dieses "Chaos" liegt an den unterschiedlichen Mikro-Typen, welche mit der DIN abgedeckt werden sollten:
Es wird zwischen niederohmigen, hochohmigen, symmetrischen, unsymmetrischen, Mono- und Stereomikrofone mit allen Kombinationen unterschieden.
Die Belegung ist daher:

1 4 2 5 3 <- DIN
Code Mic-Typ:
G S L niederohmig, unsymmetrisch
S G M/H mittel-/hochohmig, unsymmetrisch
S S N symmetrisch
H G N HL nieder- und hochohmig
l r G r l SN Stereo, niederohmig, symmetrisch
l r G SM/SH SM/SH - Stereo, mittel-/hochohmig


Da lob ich mir die Klinke (oder XLR) plus ein Umschalter am Mixer (aber der kostet eben).

Alle obigen Belegungen sind einzeln oder kombiniert an Geräten anzutreffen!
Uebrigens ist der linke Kanal auf PIN 3 per Definition der Mono-Kanal.
Leider haben Sie nicht geschrieben, welche Mikros Sie ausprobiert haben (wie ist das mit der Speisung Ihrer Mikros?). Aber ein Grundig GDM314 entspricht zB. der 4.Zeile in der Tabelle, wobei noch Pin 4 mit 1 verbunden ist.
Ich hoffe Ihnen damit helfen zu können.

Beste Grüsse

Urs Gloor

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This article was edited 17.Jul.06 15:47 by Urs Gloor .

Klaus Ortwein
Klaus Ortwein
 
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17.Jul.06 15:46

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4
 
Hallo Herr Gloor,
danke für die Erläuterung und die Tabelle. Das passen ja meine Mikros perfekt in Schema:
das dynamische mit dem niederohmigen Signal auf 3 und dem hochohmigen auf 1 (welches durch diese Belegung auf jeden Fall funktionieren musste) sowie die Elektret-Mikros GCCM 320, GCMS 332 und GCMS 333.
Das 332 hat einen gemeinsamen Stecker für beide Mikros, der auf 1 bzw. 4 belegt ist, die übrigen haben jeweils eigene Stecker, bei denen 1 und 4 gebrückt sind. Die Brücke soll wohl dafür sorgen, daß sie als Einzelmikrofon gesteckt beide Kanäle abdecken und über nur den zugehörigen Adapter als Stereomikros genutzt werden können (in diesem Adapter ist nämlich an den Buchsen nur Pin1 (L) bzw. Pin4 (R) angeschlossen.)

Zur Speisung der Mikros habe ich ein zentrales Loch in die Mikrofonbuchsen L des Mixers gebohrt und dort mit einem dünnen Federstahldraht die Betriebsspannung von 18V angelegt.

Das GDM 314 ist doch das Mikrofon mit dem Impedanzwandler im Diodenstecker.


Hallo Herr Bradtmöller,
auch Ihnen danke für Ihre Ausführungen zur Entwicklung dieses Systems. Inzwischen verfüge ich auch über ein wildes Sortiment an Adaptern. Interessant ist, daß das seinerzeit wohl "Stand der Technik" war.
Ich habe übrigens gerade im Conrad-Busyness Katalog auch ein gekreuztes 5pol. Diodenkabel entdeckt, wobei aber nicht angegeben wurde, was genau da gekreuzt wird.


Viele Grüsse
Klaus

This article was edited 17.Jul.06 15:48 by Klaus Ortwein .

Klaus Ortwein
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18.Dec.06 12:49

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5

Ich habe von Herrn Salis aus der Schweiz eine interessante Beschreibung aus seiner Praxis erhalten, die er aus Zeitgründen nicht selber hier einfügen konnte:



Ich hatte auch mal so einen Mixer, den ich in den 70er-Jahren mit gutem Erfolg in einem Kabelrundfunkstudio einsetzte.
Was die Mikrophon-Buchse des Grundig 422 betrifft: Diese erwartet das Audiosignal am Pin 3 (Masse = Pin 1). Ich hatte Sennheiser MD421-Mikrophone mit DIN-Stecker 3-polig, die im Original symmetrisch beschaltet waren: Pin 1 = Heiss, Pin 3 = Kalt, Pin 2 = Masse. Um polaritätsrichtige Wiedergabe zu erzielen, musste ich für Betrieb mit dem Grundig 422 den Draht von Pin 1 (Heiss) auf Pin 3 und den Draht von Pin 3 (Kalt) auf Pin 2 (zusammen mit dem dort schon aufgeschalteten Schirm) umlöten.
Die Mikrophon-Buchsen-Beschaltung Pin 3 = (unsymmetrisch) Heiss und Pin 2 = Masse entsprach der Normbeschaltung für niederohmige (ca. 200 Ohm Ausgangsimpedanz) Mikrophone.
Wie Sie richtig bemerkten, waren viele (Heim-) Tonbandgeräte jedoch mit Pin 1 = Heiss (unsymmetrisch) und Pin 2 = Masse beschaltet. Diese Tonbandgeräte erwarteten mittelohmige
(ca. 2000 Ohm Ausgangsimpedanz) Mikrophone. Werden niederohmige Mikrophone verwendet, kann es sein, dass die Verstärkung des im Tonbandgerät eingebauten Vorverstärkers nicht oder nur knapp ausreicht, der Aussteuerungssteller also ganz aufgedreht werden muss und eventuell das Rauschen der Mikrophonvorstufe hörbar wird.
Der Grund dafür, dass Tonbandgeräte mittelohmige Mikrophone erwarteten, war, dass diese eine höhere Ausgangsspannung abliefern und man im Mikrophon-Vorverstärker des Tonbandgerätes eine Transistor- oder Röhrenstufe sparen konnte. Ein weiterer Grund war, dass ein mittelohmiger Mikrophon-Eingang ungefähr einem sog. Diodeneingang entspricht, d.h., man
konnte bei Billig-Tonbandgeräten eine gemeinsame Buchse für den Mikrophon- und Radioanschluss machen.
Mittelohmige, unsymmetrische Mikrophone durften nicht mehr als ein 2 bis 3 Meter Kabel haben, sonst wurde der Klang dumpf.
Für ernsthaftere Tonbandamateure, die sich gute niederohmige Mikrophone (wie z.B. das oben erwähnte MD421N) leisten konnten, wurden Aufwärtstransformatoren (bekanntestes Modell = Sennheiser TM514) verkauft, die unmittelbar vor dem Mikrophoneingang des Tonbandgerätes zu plazieren waren. Zwischen dem symmetrischen, niederohmigen Ausgang des Mikrophons und dem Eingang des Aufwärtstransformators konnte dann mit 2-polig abgeschirmtem Kabel Hunderte Meter weit gefahren werden, ohne dass Höhen-, Brumm- oder HF-Einstrahlungsprobleme auftraten.
Was die niedrige Ausgangsspannung von 2mV des Mixers betrifft: Diese war für den sog. Diodeneingang (Eingang für Radio mit DIN-Buchse für Tonbandgerät) eines Tonbandgerätes bestimmt. Ein solcher Eingang hat ungefähr Mikrophon-Empfindlichkeit.
Wenn Sie diesen Ausgang an einen normalen Verstärker-Eingang mit z.B. Cinch-Buchsen anschliessen wollen, müssen Sie einen Mikrophonvorverstärker zwischenschalten, der das Signal von 2mV auf etwa 300mV verstärkt.

N. Salis

  
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