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KW verschwindet

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Forum » In General » KW verschwindet
           
Stefan Hammermayer
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11.Dec.19 22:19

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Guten Abend allerseits,

ím November war ich arbeitstechnisch nahe an den Benelux-Ländern unterwegs und konnte es nicht lassen, in NL Holland einige sehr preisgünstige Radios mitzunehmen. Heute Abend nun hatte ich den ersten davon Philips BX 594A von 1949 wieder funktionsfähig und war erschrocken, wie dünn es sendermässig inzwischen sogar auf Kurzwelle geworden ist. Ist nur meine Basteltisch-Probierantenne, 2 Meter Draht einfach aus dem Fenster heraushängend, zu schlecht oder geht es jetzt auch schon mit KW zu Ende? Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht?

Haben wir alle irgendwann bald nur noch stumme Staubfänger herumstehen? Nun gut, das Fass mit Heimsendern etc mache ich jetzt nicht auf, das Thema ist anderweitig genügend ausdiskutiert. Aber ein Radio mit guten KW-Eigenschaften wieder betriebsfähig machen und dann abends auf Sendersuche gehen und hoffen, dass man Sender findet, deren Sprache man verstehen kann ist doch Teil der Altradio-Leidenschaft. Schlimm, wenn dieser Teil entfallen würde... 

 

Radioaktive Grüsse

Stefan

Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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12.Dec.19 10:28

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Guten Tag,
es gibt noch genug Kurzwellensender, zum Beispiel in Frankreich Issoudun*.
Es ist ein begrüßenswerter Effekt, dass die früher sehr überbelegten Frequenzbänder nun für die Länder frei gemacht wurden, die eher auf Kurzwelle als Informationsquelle angewiesen sind. Der Empfang dieser Sender ist nunmehr auch frei von Überlagerungsstörungen, und macht so den Bereich wieder für die Hörer interessanter. Da Europa schon lange nicht mehr zum eigentlichen Verbreitungsgebiet gehört, wird hier der Empfang von Programmen hauptsächlich für andere Zielgebiete empfangbar sein.

*
"Seit 1950 ist die Region um Issoudun von vielen Kurzwellen-Radiosendern besiedelt, die französisches Radio ins Ausland übertragen." Quelle Wikipedia

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This article was edited 12.Dec.19 10:42 by Karl-Heinz Bradtmöller .

Georg Richter
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12.Dec.19 13:05

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Die Fragestellung war "... hoffen, dass man Sender findet, deren Sprache man verstehen kann"
 

Die Deutsche Welle sendet fremdsprachlich mit Richtantennen in das afrikanische Zielgebiet, auch die noch aktive (modernisierte) Sendestelle Nauen.

Ein Lichtblick ist die  Web-Seite von Dr. Hansjoerg Biener

www . biener-media.de/biener-rundfunk.htm

"Internationale (KW) Sendungen in in deutscher Sprache."

Dort wird u.a. "Shortwave Service" in Euskirchen genannt, die in Kall-Krekel einen 1kW Sender vermietet, aber auch Sendezeiten mit 100kW bis 1000kW im russischen Sendezentrum Noratus.

Wenn man die Internetradios aussen vor lässt, bleiben noch stundenweise KW-Sender mit deutschsprachigem Auslandsdient übrig.

Und auch der DARC betreibt stundenweise einen 100 kW Sender.

Ganztägiges deutsches KW-Programm ist leider Fehlanzeige.

Guten Empfang wünscht

GR

This article was edited 12.Dec.19 13:11 by Georg Richter .

Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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13.Dec.19 10:14

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Guten Tag,
animiert durch in  Post 4   von Herrn Lill dankenswerterweise zur Verfügung gestellten Information, konnte ich nach erfolgreichem Empfang des Senders auf 3985 kHz in deutsch für meinen Empfangsbericht sogar eine QSL-Karte erhalten. Diese Art der Programmverbreitung ist eine lobenswerte, ausbaufähige Idee.

Man sollte sich aber auch einmal wieder rückblickend vor Augen halten, dass gerade bei den AM-Bereichen in der Region II (Europa) Kurzwellensender zum Beispiel Radio Bremen, Bayerischer Rundfunk, Süddeutscher Rundfunk, Südwestfunk von den "großen" Stationen wie RTL und BBC London, Radio France oder Radio Schweden mit starkem Sidebandsplash praktisch so stark gestört wurden, dass das wahrlich keinen Spaß beim Zuhören mehr machte, obwohl diese Stationen damals gegenüber Radio Prag heute über Rebroadcast Station Krekel, die Herr Richter freundlicherweise oben schon nannte, mit 10- bis 100-facher Sendeleistungen arbeiteten.

Reichte 1960 ein 50-kW-Kurzwellensender aus, um einen hervorragenden, störungsfreien kontinentübergreifenden Betrieb zu ermöglichen, war dies sogar mit 500 kW der Deutschen Welle in den Achtzigerjahren nicht mehr halbwegs zufriedenstellend möglich, um sich im Wattomanie-Wettrüsten zu behaupten. Um einmal eine Vorstellung von der EMV-Problematik im DW-Sendestandort Wertachtal zu bekommen, möchte ich einen Techniker der DW zitieren, der berichtet, dass zeitweise gleichzeitig etwa 8 Megawatt an Strahlungsleistung von den Antennen abgestrahlt wurden. Man sollte sich also einmal gut überlegen, ob man eine derartige ressourcenfressende Technologie weiter forcieren sollte.

Mir ist so wie so nicht klar, warum nicht die Leistungsbegrenzung wie in Region I (Amerika) auf 10 kW auch für Region II (Europa) in Zukunft Gültigkeit haben sollte. Dass ein Betrieb mit 1 kW möglich ist, wie es das obige Beispiel Radio Prag zeigt, wenn man ein bisschen an der Empfangsantennensituation verbessert, ist auch dem Umstand geschuldet, dass derzeit eben nicht zu viele Sender gleichzeitig auf derselben oder im engen Kanalraster als starke Nachbarstationen arbeiten. Die Planungen laufen wieder in dieselbe Richtung wie früher, eine Erhöhung der Sendeleistung auf 10 kW ist in Planung. Diesmal aber nicht aufgrund der starken Nachbarkanalstörungen, sondern aufgrund der um mehrere Zehnerpotenzen angestiegenen Netzstörungen. Dabei wäre es auch durchaus praktikabel, Störgrenzwerte neu festzulegen und auch auf dem Bereich der Reduzierung der Netzstörungen an der Quelle tätig zu werden. Ich glaube, dem könnte jeder Teilnehmer am Forum widerspruchslos zustimmen.

Beste Grüße

K.-H. B.

 

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This article was edited 13.Dec.19 10:15 by Karl-Heinz Bradtmöller .

Wolfgang Lill
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So richtig glücklich war niemand mit dem nur Internetradio aus Prag.

Götz Linss
 
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14.Dec.19 17:27

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Sehr geehrter Herr Bradtmöller,

was verstehen Sie (in ihrem Eintrag) unter Region I und Region II ? Beziehen Sie sich da auf die von der ITU in den "Radio Regulations", deutsch  VO Funk definierten Regionen?

Nach ITU sind (Aufzählung unvollständig):

-  Region 1: Europa, Afrika, Rußland (inklusive asiatische Gebiete) und weitere an Europa angrenzende Länder,

 - Region 2:  Nord- und Südamerika, Grönland und einige Gebiete im östl. Pazifik,

-  Region 3: Asien, Australien, Neuseeland usw.

Grüße G. Linß

 

Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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15.Dec.19 11:10

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Vielen Dank für Hinweis, Herr Linss.
Der Versuch, die genaueren Informationen aus dem Konvolut der allgemein über das Internet zugänglichen Dokumente und Publikationen zu diesem Thema herauszufiltern, brachte vorläufig hier folgendes Ergebnis:

1.43.48.en.102.pdf  Titel: "ITU Radio Regulations 2016"

und:

Hier eine Liste von Radiosendern in den Vereinigten Staaten mit 50 kW Sendeleistung. Das ist die höchste Leistung, die für AM-Stationen in den Vereinigten Staaten zugelassen ist.
Ich hatte noch 10 kW Sendeleistung in Erinnerung. Dies ist dem Umstand gefordert, dass es eine Vielzahl von lokalen Stationen mit relativ geringer Leistung gibt, sogar mit dem für Amerika typischen an Amateurfunk erinnernden Rufzeichen. (KDKA zum Beispiel, die wohl älteste Station. Sendet jetzt auch mit der höheren Leistung.)
Besonderes Interesse finden bei mir die fast bei jeder dieser höherwattigen Stationen fest eingeplanten Leistungsreduzierungen, teilweise sogar noch unter die mir in Erinnerung seinenden 10 kW.
Geradezu vorbildlich auch die aufgezeigte Flexibilität in den verschiedenen angewendeten Methoden, um Nachbar- oder Gleichkanalstörungen weitestgehend zu vermeiden. Umschaltbare Antennen, Wechsel auf Richtantennen, tageslichtzeitabhängige Leistung, kritische Stunden-Leistung, und so weiter und so fort.

"...Energielegende: U = unbegrenzte Zeit, D = Tagesenergie, N = Leistung während der Nachtstunden, CH = kritische Stundenleistung. Klasse A, sofern nicht anders angegeben. Rundstrahlantenne, sofern nicht anders angegeben. Ein Komma nach dem Einschalten zeigt Sonnenuntergang an. Leistung nach Komma gibt die nächtliche Leistungs-Berechtigung an, um Störungen anderer Stationen mit höherer Priorität zu vermeiden. Eine weitere Unterscheidung durch Komma zeigt an, ob es sich um ein Richtantennensystem handelt.

DA bedeutet, dass die Station Richtantennensystem verwendet
DA1 bedeutet, dass immer mit dem gleichen Winkel, Tag und Nacht gesendet wird.
DA2 bedeutet, dass Station zwei verschiedene Abstrahlmuster hat (Schutz unterschiedlicher Stationen), eine für Tag und eine für Nacht.
DAN bedeutet, die Station arbeitet tagsüber mit Rundstrahler (in alle Richtungen gleiche Leistung),
aber nachts mit Richtantenne..."

So etwas sollte zumindest für die Zukunft auch für Region I als leuchtendes Vorbild dienen.

Beste Grüße

K.-H. B.

P.S.:CH="Kritische Stunden"-Leistung bezieht sich auf die "Grauzonenempfangszeiten", bei denen zum Beispiel bei MW der dämpfende Einfluss der D-Schicht verschwindet und der nun möglich werdende hinzutretende Raumwellenanteil über die Reflexionen an F-Schichten eine Überreichweite erzeugen kann. Die Regularien in ITU Zone II während der critical hours (CH), der Stunden vor Sonnenuntergang und nach Sonnenaufgang, können bis zum völligen Sendeverbot reichen.

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This article was edited 19.Dec.19 11:09 by Karl-Heinz Bradtmöller .

  
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