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Lautsprecherstoffe aufbereiten anno 1952

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Eike Grund
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13.Dec.09 17:23

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Hier folgt ein weiterer digitalisierter Beitrag aus der FUNKSCHAU anno 1952 zu einem im rmorg ausgiebig abgehandelten Thema:

Auswechseln von Lautsprecher-Bespannstoffen
Oft ist der Stoff, der zur Bespannung der Schallwand in Empfängern verwendet wurde, unansehnlich geworden. Als besonders störend wird es meist empfunden, daß sich der Ausschnitt für den Lautsprecher dunkel auf dem Stoff abzeichnet. Durch die Membranschwingungen wird die Luft in beiden Richtungen durch das Tuch hindurchgeblasen und die in der Luft enthaltenen Staubpartikel setzen sich dadurch im Stoff fest. Natürlich wird man die Bespannung erneuern, wenn das von dem Kunden gewünscht wird. Es kann jedoch auch der Fall eintreten, daß sich der Stoff aus technischen Gründen nicht lösen läßt, oder daß auf den gleichen Stoff Wert gelegt wird, um den Gehäusestil des Gerätes zu wahren. Zur Reinigung des Stoffes wird zunächst die Schallwand ausgebaut und der Lautsprecher entfernt. Dann versucht man vorsichtig, den Stoff zu lösen. Man geht dabei am besten folgendermaßen vor: mit einem heißen Bügeleisen bestreicht man den Stoff am Rande der Schallwand etwa 5 cm breit. Dadurch erweicht sich der Leim, und der Stoff wird sich in den meisten Fällen glatt ablösen lassen.  
    In der kalten Lösung eines Feinwaschmittels lassen sich auch empfindliche Stoffe durch leichtes Drücken vollständig reinigen. Laufen sie etwas ein, so schadet das nichts, da sie im trockenen Zustand durch Bügeln die alte Größe wiedererhalten. Das Aufbringen geschieht ebenfalls durch Aufbügeln. Die auf der Schallwand verbliebenen Leimreste reichen zur erneuten Befestigung aus.
    In einigen Fällen ist ein Lösen des Stoffes jedoch nicht möglich. Der Leim läßt sich nicht erweichen, oder aber die Abdeckung des Magischen Auges ist in den Stoff eingebördelt. Hier empfiehlt es sich, den Stoff auf der Schallwand zu belassen und mit einer Feinwaschmittellösung und einer weichen Bürste zu behandeln. Anschließend muss er langsam trocknen.
In der beschriebenen Art lassen sich alle Lautsprecherstoffe reinigen, und die Geräte erhalten, besonders wenn auch das Gehäuse aufpoliert wird, wieder ein gutes Aussehen.

(Funkschau1952, Heft12/233)
 

Karl Reiter
Karl Reiter
 
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14.Dec.09 18:11

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So wie oben beschrieben, hatte ich es auch schon gemacht. Leider nicht immer mit Erfolg.

Nachdem sich bei mir am Anfang ein paarmal der schon altersschwache Stoff beim Waschen in einzelne Fäden aufgelöst hat, bin ich dazu übergegangen, zuerst einmal den Rand des Stoffes, der ja doch im eingebauten Zustand meistens unsichtbar bleibt , mit Uhu-Alleskleber am Holz der Schallwand festzukleben. Wenn der Uhu trocken ist , kann man bequem den Stoff mit einer nicht zu harten Bürste bearbeiten , hernach das Waschmittel - ich benutze oft Gardinensalz, das löst auch Zigarretten-Rückstände u.a.  - herausspülen , die ganze Schallwand mit einem saugfähigen Papier oder Lappen vom überschüssigen Wasser befreien und dann trocknen lassen.

Mit dieser Prozedur habe ich schon einige recht desolat aussehende Bespannungen wieder ganz gut hinbekommen.

Karl Reiter

  
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