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lcelec: L108; UKW-Mini-Empfänger - Erfahrungsbericht

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Günther Stabe
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19.Apr.10 15:38
 
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Bausatz: FM-Empfänger mit TDA7000
 
Im Rahmen des Projektes „KW-Retro-Radio“ wird die Möglichkeit eines bei Bedarf zu integrierendes Empfangsteils für FM (UKW: 88 … 108 MHz) aufgezeigt.
 
Hierzu wurde bei einem Internet-Auktionshaus nach „TDA7000“ gesucht und eine Reihe von Bausätzen (immer der gleiche, aber zu unterschiedlichen Konditionen) gefunden. Nach wenigen Tagen wechselte einer für ca. € 8,- (incl. Versand) den Besitzer; hier folgt nun meine Erfahrung beim Zusammenbau:
 
Es ist (nur) ein FM-Empfänger, d.h. keine Lautstärkeregelung, keine Verstärkung für Lautsprecherwiedergabe - also genau das richtige Modul für das Retro-Projekt, denn ein Verstärker (hier: LM386) ist dort bereits vorhanden.
 
Die fertig gebohrte Platine (Maße: 58 x 49 mm) mit Bestückungsaufdruck und kurzer Anleitung incl. aller benötigten Bauteile:
(im Bild fehlt noch ein Kondensator mit 330 pF, verblieb zum Zeitpunkt der Aufnahme irrtümlich in der Verpackung…)

Bauteile des L108-FM-Radios 

Ein übersichtlicher Schaltplan, kein Abgleich erforderlich, keine Spezialteile:

Original-Schema L108

 

 

Die Bauanleitung hätte man sich vollständiger gewünscht (s. Hinweise).
 
Die integrierte Schaltung TDA7000 von Philips wurde 1983 vorgestellt und enthält einen Empfänger nach dem Überlagerungs-Prinzip (Superhet[erodyn]) für den Empfang von 1.5 - 110 MHz bei einer sehr niedrigen Zwischenfrequenz von 70 kHz. Daher ist ein damit ausgestattetes UKW-Radio nicht stereo-tauglich, was aber für unser Projekt ohnehin nicht angestrebt wurde. Die NF-Bandbreite beträgt 10 kHz, was ebenfalls völlig ausreicht – der Lautsprecher wäre auch überfordert…
 
Der Vorteil für derart niedrige Zwischenfrequenzen ist aber, dass man ohne Spulen bzw. Bandfilter auskommt. Es werden stattdessen über RC-Tiefpassfilter die nicht gewünschten Empfangs- und Oszillatorfrequenzen ausgesiebt bzw. unterdrückt.
Daher sind in der Bestückung die Kondensatoren mit den Werten 150…330 pF genau so zu setzen, wie aus der Beschreibung zu entnehmen ist. Im Fehlerfall kann nicht der Empfang bzw. die gewünschte Funktion erwartet werden.
 
Die typische Betriebsspannung für die IS TDA7000 liegt bei 4.5 V (z.B. Flachbatterie bzw. 4 x NiCd-Akkus á 1.22 V), wird aber in dieser Schaltung - über einen Längsregler 78L05 – mit 5 V betrieben.
 
In der ersten Stufe war es das Ziel, den FM-Empfänger nicht - wie im Schema vorgesehen -  mit einer Kapazitätsdioden-Abstimmung (mit Potentiometer, das hätte ein weiteres Loch mit zusätzlichem Drehknopf „gekostet“, ausserdem wird ein Empfang nur bis 104 MHz garantiert), sondern mit kapazitiver Abstimmung über den UKW-Teil des Drehko-Pakets (2 x 22 pF) zu betreiben; damit wäre der gesamte Bereich bis 108 MHz gewährleistet.
 
Da im Schema leider nicht die Bauteile-Nummer (C12, R3 usw.) angegeben wurde, sondern nur der Wert (z.B. 22 nF, 22 kOhm), musste das Schema, der Bestückungsaufdruck und das Platinen-Layout (Print) sehr genau angesehen werden, um diejenigen Teile zu identifizieren, die (zunächst) nicht bestückt werden durften.
 
Folgendes fiel mir dabei auf:
-Für C18 ist der Wert 10 nF als Kondensator in der Anleitung bezeichnet, im Schema hingegen ist dieser Wert mit 3.3 nF angegeben – wie im übrigen auch in den VALVO-Herstellerunterlagen.
 
-Der Wertaufdruck bei einigen Kondensatoren war z.B. n15 oder 1n8; da hätte ich mir für den Neuling eine zusätzliche Anmerkung gewünscht. Dafür erscheint diese nun hier:
 
n15  = 0,15 nF = 150 pF
1n8  = 1,8 nF
 
Das „n“ symbolisiert hier das gedachte Komma (Komma = deutsch, international: Dezimalpunkt) und gibt den aufgedruckt Wert in nF (nano-Farad) an.
 
Der FM-Empfänger mit beiden Angaben (das Original wurde von mir ergänzt - Irrtum vorbehalten):
 
Schaltplan mit Ergaenzungen
 
Bestückungsaudruck:
 
Platine mit Bestueckungsaufdruck

 

 

Die Bestückung erfolgt im Normalfall so, dass zunächst die flachen, danach stehende Bauteile, die Spulen und zum Schluss erst die Halbleiter eingelötet werden.
 
In unserem Fall beginnen wir mit der IC-Fassung, die vorsichtig und seitenrichtig (Kerbe an der Stirnseite passend zur Markierung auf der Platine) bündig eingesetzt wird.
 
Danach folgt R3 und die Kondensatoren C3 und C5 bis C20; da die Kondensatoren sehr klein und empfindlich sind, muss zum passenden Zurechtbiegen für die weiter stehenden Bohrlöcher (RM = Rastermaß 7.5 mm und mehr) bei jedem Teil jeder Anschlussdraht vorsichtig mit einer kleinen (Flach- bzw. Rund-) Zange so vorgegangen werden wie auf der nachfolgenden Abbildung. Jede Anwendung von Druck oder Zug (also Gewalt) über seine Drähte kann den Kondensator beschädigen und damit unbrauchbar machen. Etwaige Korrosionen an den Drähten kratzen wir mit einem Messer blank, damit es beim Löten einen innigen Kontakt ergibt.

 

 

 

Kondensatoren biegen

 

Als letzter Kondensator wird C4 eingelötet, jedoch ohne die überstehenden Drähte auf der Lötseite zu kappen: wir benötigen diese Anschlüsse für den UKW-Teil des Drehko-Pakets!
 
Loeseite der Platine
 
Foto: bestückte Platine von der Lötseite; an IC-Pin 5 und 6 sind die Drähte von C4 zu sehen.
 
Der beigefügte Wickel aus versilbertem Kupferdraht ist für die beiden Spulen (Empfangs- und Oszillator-Kreis): je 3.5 Windungen auf 5 mm Dorn (z.B. Bohrer).
Vorher muss der Draht gerade ausgerichtet werden; nach Möglichkeit nicht mit den Fingern (Hautfett, Schweiß, Schmutz), sondern mit einer Zange eine Seite festhalten und mit einem sauberen Putzlappen oder Papiertaschentuch den Draht mit unterschiedlichen Schwüngen/Richtungen so lange zwischen dem Zeigefinger und Daumen der anderen Hand durchziehen, bis es ein glatter und gerader Draht ist.
 
Danach werden die beiden Spulen daraus gewickelt und die Anschlussdrähte passend zu den Bohrlöchern ausgerichtet. Damit die Position der beiden Spulen nach dem Einlöten auch "schön" aussieht, sollte eine Spule linkswendig und die andere rechtwendig gewickelt werden.
Alle Windungen sollten den gleichen Abstand von ca. 1 mm haben und nie einander berühren. Korrekturen (auch späterer Feinabgleich) können mit einem angespitzten Zündholz oder einem Zahnstocher erfolgen:
 
Lage der Windungen korrigieren
 
Vor dem Einsetzen des TBA7000 in die Fassung sind die Anschlussbeinchen so anzugleichen (z.B. leichter seitlicher Druck auf einer glatten Fläche), dass diese genau senkrecht und beide Reihen exakt parallel zu einander stehen. Sonst können sich einige oder auch alle verbiegen, weil sie nicht genau über der Öffnung bzw. dem Schlitz standen.
 
Bei dem 3-Bein-Regler 78L05 muss vor dem Einsetzen der mittlere Anschluss leicht nach vorn (in Richtung der Rundung des TO-92-Kunststoffgehäuses) gebogen werden, damit die Einsteckposition eindeutig ist:
 
Biegen des Masse-Anschlusses
 
 
In meinem Gerät habe ich an Stelle der Kabelanschlüsse Batterie + , Batterie - , NF-Ausgang und Antenne Lötstifte gesetzt (das mache ich generell so…); damit kann ich Prüfkabel mit Krokodil-Klemmen benutzen.
 
Es werden an die Anschlüsse „Antenne“, (A) = NF-Ausgang, (+) und (-) Batterie Kabel angelötet:
 
·„Antenne“ bis zur Antennenbuchse          11 cm     (extra Buchse)
·(A)  bis zum Umschalter => Verstärker     16 cm     (Lautstärkeregler)
·(+)  bis zum Umschalter => Batterie        17 cm       
·( -)  bis zum Anschluss „-“ der Batterie    12 cm 
  
An den (nicht gekürzten) Drahtenden von C4 werden nun die Anschlüsse zum Drehko vorgenommen:
 
Der an Pin 5 des ICs (große Platinenfläche) befindliche Draht muss – wegen des unterschiedlichen Potentials von (+ 5V) an Pin 5 und (- 9V) an Anschluss „g“ des Drehkos (= Kurzschluss!) über einen zusätzlichen Keramikkondensator von ca. 100 pF (z.B. aus einem nicht vollständig verbrauchten Bausatz des Retro-Radios) an die Anschlüsse „g“ des Drehko-Pakets (s. Bild unten, linke Seite: ein kürzerer und ein längerer Metallstreifen, beide passend biegen und zusammenlöten) gelötet werden.

 

Drehko

Foto: H.-J. Neuhaus; hier im Bild links die beiden unterschiedlich langen Fahnen "g"

 

Das Muster im Test - die gebogenen und verlöteten Anschlüsse "g" sind gut zu erkennen:

bestueckte Platine im Test

 

Nachdem man sich vergewissert hat, dass alle Bauteile richtig bestückt und gut verlötet wurden, sowie der TDA7000 richtig herum in der Fassung steckt und die erforderlichen Anschlüsse erfolgten, kann jetzt ein erster Test mit z.B. einer 9V-Blockbatterie beginnen.
 
       (Stromverbrauch ca. 11 mA; 8 mA für TDA7000 und 3 mA für 78L05)
 
Die Stromaufnahme des 78L05 könnte auch variieren zwischen 0.5 und 6 mA; das hängt vom Hersteller und der Version / Innenschaltung ab.
 
Es müssten beim Drehen des Drehkos einige Sender zu hören sein; dazwischen ein leises Rauschen (kann als „Mute“ über Pin 1 beeinflusst werden – ist hier aber nicht sinnvoll).
Etwaige Störgeräusche („Knattern“) stammen von der Stummschalt-Automatik (Ein-/Aus-Schaltgeräusch); dagegen hilft nur eine bessere Antennenausrichtung bzw. ein längerer Draht. Versuchsweise kann parallel zu C10 (100nF = 0.1µF) am Pin 1 ein zusätzlicher Kondensator mit 50…100 nF gelötet werden.

 
Wenn der Empfangsbereich nicht oder nur teilweise abgedeckt wird, kann man vorsichtig
 
  1. am zugehörigen Trimmer (Rückseite des Drehkos, oberhalb Anschluss „e“) mit einem kleinen Schraubendreher von der Werkeinstellung „eingedreht“ auf „viertel“ oder „halb“ drehen, oder
  2. mit z.B. Zahnstocher/Zündholz der Windungsabstand (Oszillatorspule neben C4) variiert werden: 

Windungsabstand größer = weniger nH (nano-Henry) = höherer Empfangsbereich => max. 108 MHz; Senderbereich wird nach rechts – auf der Skala - gezogen.

 
Je „ausgedrehter“ das Trimmer-Blech (Halbkreis), desto weniger pF (pico-Farad) = höhere Frequenz (in MHz)
 
Windungsabstand kleiner (Vorsicht: kein Kontakt der Windungen untereinander!) = mehr nH = niedrigerer Empfangsbereich <= min. 88 MHz; Senderbereich wird nach links geschoben.
 
Je "eingedrehter" das Trimmer-Blech, desto mehr pF = niedrigere Frequenz in MHz.
 
Modifizierter O-Kreis
 
Der Oszillator-Kreis in der Drehko-Version
 
Die errechnete Induktivität der Oszillatorkreisspule beträgt ca. 130 nH, die der Eingangskreisspule (bei einem Maximum in der Skalenmitte) bei ca. 100 nH.
 
Zum Ausrichten der Antenne für den besten Empfang der Lieblingsstation kann es erforderlich sein, den Draht links / rechts / schräg nach unten / schräg nach oben zu verlegen bzw. auszurichten. Das ist der Grund, dass kommerzielle portable Radios eine Teleskopantenne mit Rast-Gelenk (0-22.5-45-67.5-90° oder stufenlos) haben.
 
Zum Abschluss habe ich die Lötseite noch mit etwas Lötlack versehen; damit ist die Metallfläche weitgehend vor Korrosion geschützt.
 
Die fertig bestückte und geprüfte Platine von oben:
 
 
Bestueckte Platine von oben
 
 
Das Montieren der Platine im KW-Retro-Radio erfolgte mit einer 40 mm langen M3-Schraube und Abstandsröhrchen von gesamt ca. 25 mm Länge. Danach werden die beiden Anschlüsse am Drehko passend zurechtgebogen und erneut verlötet:
 
Einbau des FM_Tuners
 
Da ich immer gern eine Kopfhörerbuchse benutze, muss am Lautsprecherausgang des IC LM386 zusätzlich ein Boucherot-Glied angelötet werden; sonst ergibt es u.U. ein markerschütterndes Rückkopplungspfeifen ab etwa Lautstärkestufe 3! Der Grund ist die lange Leitungsführung des Kopfhörerkabels.
Für den Fall, dass wahlweise eine externe Lautsprecherbox verwendet werden soll (der kleine Einbau-Lautsprecher kann von seiner Bauart her in der kleinen Pappschachtel nur „mickrig“ klingen), wird noch eine Drossel mit Parallel-Widerstand in der Zuleitung fällig. Damit können auch Lautsprecher mit „dicken“ Magneten angeschlossen werden. Ein Test mit einer – zufällig in der Nähe befindlichen – HECO 50W-3-Wege-Box (mindestens 8 Ohm Anschlusswert!) verlief sehr positiv: ein voller Klang, trotz der nur max. 0.5 W Ausgangsleistung!
 
Mit diesen Maßnahmen werden Schwingneigungen fast aller Art  - und damit auch Beschädigungen des LM386 - wirksam unterdrückt.
 
Für die Umschaltung KW – UKW ist ein Kippschalter mit 2 x UM erforderlich: einmal den Signalweg vor dem Lautstärkeregler, zum anderen die Betriebsspannung von 9V bei UKW zusätzlich zur Spannungsversorgung des KW-/Verstärkerteils. Der Stromverbrauch liegt dann – bei FM-Betrieb – bei min. 16 mA.
 
Eine zusätzliche UKW-Antennenbuchse (oder anschraubbare Teleskopantenne) ist ebenfalls erforderlich - obwohl in meinem Versuchsaufbau bereits der kurze Draht zur Buchse für einen ausreichenden Empfang sorgte - und das im Keller!
 
Die Skizze der veränderten bzw. neuen Verdrahtung meines KW-/UKW-Radios mit dem Umschalter AM/FM *. dem Boucherot-Glied (10 Ohm + 100 nF in Serie, parallel zum Lautsprecheranschluss) und der Luftdrossel mit dem Parallel-Widerstand von ca. 10 Ohm (beides nur in Problemfällen erforderlich bzw. experimentell zu prüfen):

 
Verdrahtungsplan
 
 
*) AM = Amplituden-Modulation (von terr. Rundfunksendern auf LW, MW, KW)
    FM = Frequenz-Modulation    (von terr. Rundfunksendern auf UKW)
 
Die Antennenanschlüsse für KW etc. habe ich nicht noch einmal komplett eingezeichnet; hier ging es mir nur um die neuen bzw. erweiternden Verdrahtungshinweise.
 
Bei der Verwendung einer anderen Kopfhörerbuchse – falls überhaupt gewünscht – sind mit einem Multimeter (Durchgangsprüfer bzw. OHM-Bereich) die erforderlichen Verdrahtungen selbst zu ermitteln; Sinn und Zweck ist, bei Bedarf (leiser Empfang, keine Störung der Umgebung usw.) den Einbaulautsprecher abzuschalten und mit einem Stereo-Kopfhörer – wobei die beiden Kapseln , meist 2 x 32 Ohm,  parallel zu 16 Ohm zusammengeschaltet werden – den Sendern zu lauschen.
 
 
KH-Buchsen-Beschaltung
 
Bei einer UKW-Erweiterung und Heimbetrieb bietet es sich an, die Sender über eine separate Box zu hören (min. 8 Ohm). Der Klang ist in jedem Fall besser!
 
Die Luftdrossel mit ca. 8…10 Windungen ist aus 0.8 mm starkem Kupferdraht mit Lackisolierung bei einem Innendurchmesser von ca. 10 mm selbst herzustellen; ersatzweise ginge auch sog. Klingeldraht. Die Länge des Drahtes beträgt ca. 35 cm.
 
Als optimal betrachte ich persönlich die Verwendung von farbigen Litzen für die Verdrahtung, z.B. rot für die (+)-Leitung, schwarz für Masse, blau für die (-)-Leitung, gelb für die Signalwege usw.
Im KW-Retro-Radio ist ausschliesslich rote Litze, daher ist die spätere Identifizierung der Leitungswege schwierig...
 
Das fertige Radio:
 
Die folgenden Fotos zeigen die Innenansicht mit Verdrahtung (die KW-Lupe wurde mit einem gerade vorhandenen UKW-Drehko mit einem Paket angeschlossen, ersatzweise ein Drehko-Paket mit kleinem Drehknopf aus einem zweiten Bausatz) und die Außenansicht.
 
Einige Kabel wurden in Abschnitten von transparenten Trinkhalmen verlegt, um etwas mehr – visuelle – Ordnung hineinzubringen. Die hier in Bild nicht „gebündelten“ Kabel müssen so verlegt werden, da es sonst negative Auswirkungen auf die Funktion der Schaltung hat!

Gut zu erkennen ist auch die Drossel (Spule) an der Kopfhörerbuchse. Zwei Zuleitungen sind auf dem Foto (noch) aus abgeschirmter Leitung - das rührt von meinen Versuchen für eine Fehlersuche bzw. Optimierung.

 

Retroradio innen

 

Ansicht des fertigen Gerätes von aussen mit KW und UKW; es sind bereits einige zusätzliche Buchsen und Umschalter für Erweiterungen montiert:

 
Retroradio aussen
 
Die Löcher wurden mit Lochzange, Stanzeisen oder Holzbohrer (vorsichtig!) erstellt.
Erforderliche Vergrößerung eines Loches erfolgt mit einer kleinen, runden Schlüsselfeile.
Die Beschriftungen nahm ich mit Anreibe-Buchstaben/-Symbolen vor.

Die Schraube für die Fixierung des FM-Moduls stört vielleicht optisch, ist aber für einen robusten Betrieb nicht zu vermeiden.

In den nächsten Beiträgen werden die Versionen mit Kapazitätsdioden-Abstimmung und der Selbstbau (für Fortgeschrittene) beschrieben. 

This article was edited 19.Apr.10 16:22 by Günther Stabe .

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19.Apr.10 15:50

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Sollte jemand den Wunsch verspüren, die Abstimmung mit einer Kapazitätsdiode (wie im Schaltplan des Bausatzes vorgesehen) zu realisieren, sind diese Bauteile - die bisher übrig waren - anstelle der Drehkoanschlüsse gemäß Plan einzulöten:
 
Varicap-Teile
 
Es sei hier angemerkt, dass damit lt. Beschreibung nur der Bereich 88-104 MHz empfangen werden kann. Für die Kapazitätsdiode sind die 5 V Abstimmspannung  nicht ausreichend hoch genug, um die Kapazität weiter zu verringern (wenig Volt=hohe Kapazität in pF, mehr Volt=niedrigere Kapazität).
 
Falls zusätzlich an die Parallelschaltung eines Drehko-Teils zur Abstimmung gedacht werden sollte: das verschiebt noch einmal den Empfangsbereich nach unten…
 
Die mechanische Kürzung der Achse sollte mit dem Einspannen der Achse in einen Schraubstock und Kürzen mit einer feinen Säge, z.B. Laubsäge, mit Gefühl erfolgen. Die entstandenen Kanten vorsichtig mit einer Schlüsselfeile glätten. Bei der Bearbeitung darf nie Druck oder Zug über die Achse auf den in der Metallabdeckung enthaltenen Schleifer mit der Kohlebahn ausgeübt werden!
 
Ein passender Drehknopf ist nicht im Bausatz enthalten, muss also extra beschafft werden.
 
Im nächsten Beitrag wird der Selbstbau dieses Empfängers vorgestellt. Da der besprochene Bausatz nur noch in begrenzter Menge zur Verfügung stehen dürfte, wäre dieses eine mögliche Alternative. 

This article was edited 19.Apr.10 15:53 by Günther Stabe .

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Wer allerdings die Bauteile für diesen Empfänger ohnehin in der Bastelkiste hat und sich zutraut, diese Schaltung z.B. auf einer Standard-IC-Platine 110 x 50 mm (s. Foto, z.B. Conrad Nr. 527321) aufzubauen, möge es versuchen. Es ist aber nur erfahrenen Personen zu empfehlen. 

Standard-Platine Conrad

 

Zunächst einen Bestückungsplan auf Papier zeichnen, die 2 zusätzlichen Bohrungen für das IC (da DIP18 und nicht DIP16 wie auf der Standard-Platine) und andere Bauteile vorsehen und Absägen (z.B. mit einer Laubsäge und feinem Metallsägeblatt), falls nur der FM-Empfänger aufgebaut werden soll.
Zusätzliche Verbindungen zwischen den Lötstegen (oder Einbau von Lötbrücken) sind allein schon wegen der acht Kondensatoren, die an (+)-Potential gelegt werden müssen, erforderlich.
Alle weiteren Schritte wären dann – ähnlich wie zuvor mit der Drehko-Version – der Test, Feinabgleich und Einbau.
 
Erweiterungen: Lautstärkeregler und Verstärker oder Cinch- / DIN-Buchsen-Ausgang für den Anschluss an einen vorhandenen Verstärker.
 
Wer den UKW-Empfänger mit einem Verstärker für Lautsprecher-Wiedergabe wünscht (also ohne andere Empfangsbereiche), kann das auf der ungekürzten Platine – auf der anderen Hälfte - unterbringen (s. Muster mit dem IC LA4140 im SIL9-Format und 0.5 W Leistung, also mit einer Leistung ähnlich LM386, jedoch anderer Beschaltung). Dann bietet sich die Version mit Varicap-Abstimmung und zwei Reglern (für Senderabstimmung und Lautstärkeregelung) an:
 
Selbstbau_unten
 
 
Selbstbau_oben
 
 
Die verwendete Beschaltung des LA4140 ist im RMOrg-Datenblatt dieses ICs unter „Typische Schaltung“ im Bild 2 zu entnehmen.
 
Wer ein bereits vorhandenes Gehäuse verwenden möchte, sollte rechtzeitig den Innenaufbau überlegen und die Platine entsprechend etwaiger Einschränkungen (Ausschnitte, geringere Länge etc.) vorbereiten. 
 
Der Betrieb sollte mit Mignon- (AA) oder Baby-Zellen (A) erfolgen, denn der Stromverbrauch meines Musters beträgt selbst bei geringer Lautstärke mehr als 25 mA. Auch ein optionales Stecker-Netzteil mit max. 7,5V = Ausgang (Leerlauf) kann benutzt werden.
 
Eine lineare Skala wäre ebenfalls möglich, indem man ein passendes Skalenseilrad oder Schnurscheibe auf der Poti-Achse (für FM-Sendereinstellung) befestigt. Der Seillauf erfolgt über eine Umlenkrolle zurück zum Seilrad; auf dem Seil kann ein festgeklemmter Blechstreifen oder ein passend gebogener Draht als Zeiger dienen.
 
Der Skalenweg wäre dann etwa 0,75 (bei 270° Drehwinkel des Potis bzw. der Faktor 0,5 bei einem Drehko ohne Übersetzung)  x  Seilrad-Durchmesser in mm  x  Pi (3,14159…).
 
Beispiel: ein Seilrad von 32 mm Durchmesser ergibt dann 75 mm für eine Skala von 87.5 … 108 MHz.

Das Gehäuse kann ebenfalls ein Selbstbau sein, z.B. ähnlich dem Modell Tivoli (Kloss), ein Kofferradio im Stil der 1960er-Jahre, Kathedral-Form der 1920er-Jahre o.ä.

Der Lautsprecher sollte eine gute Wiedergabequalität haben; dann wird es immer wieder eine Freude an dem selbst gebauten Stück geben!

Zu gegebener Zeit behalte ich mir vor, das eine oder andere Muster an dieser Stelle zu zeigen...

EDIT 22.04.10: als Anlage 2 Fotos mit dem Selbstbau-Radio in einem Gehäuse aus Karton-Resten und einer "Verkleidung" aus dem Verpackungsmaterial ("Banderole") des KW-Retro-Radios - ist doch zu schade zum Wegwerfen... Der Lautsprecherstoff ist aus grobem Leinen (IKEA), getränkt mit Kirschbaum-Beize. Wer Bedarf an diesem authentischen Material hat: bitte melden - Versand per Brief, solange der Vorrat reicht!

G.S.

 

This article was edited 22.Apr.10 12:42 by Günther Stabe .

Günther Stabe
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20.Apr.10 16:52

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Fehlersuche
 
Bei Misserfolg - hier gibt es Hilfe
 
Falls trotz aller Bemühungen das Radio nicht zum Spielen zu bewegen ist, bietet das Radiomuseum.org Hilfe.
 
Schreiben Sie einen Post unter dem Board "Talk, Talk, Talk" (nur für Mitglieder). Hier findet sich immer Hilfe.
 
Voraussetzung ist aber eine - möglichst vollständige - Analyse des Radios gemäß der folgenden Checkliste:
 
o  Welche Spannungsversorgung (Batterien/Akkus/Netzteil) mit ___ Volt
 
o  Welche Stromaufnahme nach dem Einschalten                in ____ mA
 
o  Störgeräusche (Beschreibung / unter welchen Bedingungen)
 
o  Sonstige Auffälligkeiten (Beschreibung)
 
o  Spannungen an den integrierten Schaltkreisen:
 
Gemessene Spannungen an den Anschlüssen vom TDA7000; in der ersten Spalte die Werte bei einer Betriebsspannung von 5 V (78L05), zusätzlich die Werte bei Betrieb mit 5,8V (78L06) bzw. 6 V Speisespannung für alle Komponenten:
 
  1:  3,8 V        5,1 V
  2:  1,4 V        0,9 V
  3:  3,3 V        4,1 V
  4:  4,1 V        4,9 V
  5:  5,0 V        5,8 V = Ub
  6:  5,0 V        5,8 V
  7:  4,3 V        5,2 V
  8:  4,3 V        5,2 V
  9:  3,5 V        4,5 V
10:  3,5 V        4,5 V
11:  3,5 V        4,5 V
12:  4,2 V        5,1 V
13:  1,3 V        1,3 V
14:  1,3 V        1,3 V
15:  4,2 V        5,1 V
16:  0,0 V        0,0 V  =Ground/Masse
17:  3,9 V        4,7 V
18:  4,0 V        4,8 V

Bei der Verwendung von LA4140: (bei LM386 s. KW-Retro-Radio!)
 
1:  0,7 V
2:  2,9 V
3:  2,9 V
4:  3,0 V
5:  0,0 V  = Ground/Masse
6:  2,9 V
7:  6,0 V  = Ub
8:  5,9 V
9:  2,9 V 
 
Die Toleranzen von 3-Bein-Reglern können +/- 5% (oder mehr) Abweichung haben; daher sind die o.g. Werte nur als Anhaltspunkt zu sehen.
 
Falls Sie darüber hinaus gehende Erkenntnisse haben, schreiben Sie diese.

This article was edited 21.Apr.10 11:04 by Günther Stabe .

  
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