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Loeschfunkensender im Museum fuer Kommunikation Hamburg

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Hans-Georg Schirmer
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30.Jan.08 17:19

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Hallo allerseits,

wer sich fuer historische Funktechnik interessiert, sei an die Dauerausstellung des Museums fuer Kommunikation in Hamburg verwiesen. Hier ist eine betriebsbereite Telegrafie-Loeschfunkenstation aus der Zeit um 1910 aufgebaut. Es handelt sich um Original Telefunken-Teile von Schiffssstationen, die der verstorbene Hans-Joachim Ellissen mit viel Muehe gesammelt und mit grosser Liebe zum Detail montiert hat. Derzeit zustaendig fuer diese Technik und Ansprechpartner fuer eine Fuehrung ist Herr Jurschek (telefonische Terminabsprache mit ihm erforderlich). Durch ihn hatte ich das Vergnuegen einer kenntnisreichen Erlaeuterung dieser Schaltungstechnik, die ich bisher nur aus knappen Erwaehnungen in der Literatur kannte - und die Freude, einen Loeschfunkensender in Betrieb zu erleben.

Bild 1 zeigt die Gesamtansicht einschliesslich des Detektorempfaengers E5 (links im Bild). Ganz rechts ist zunaechst der 200 Watt Generator zu sehen, der aus 24V Bordnetzspannung (hier durch Netzgeraet ersetzt) eine etwa sinusfoermige Wechselspannung um 220 V mit einstellbarer Frequenz 500 bis 1000 Hz erzeugt. Daneben ist ist die Spule des Resonanzkreises sichtbar (drei Leydener Flaschen als Schwigkreiskapazitaet, verdeckt). Rechts auf der Spule steht die in mehrere Teilstrecken aufgeteilte Loeschfunkenstrecke. Sie arbeitet geraeuschlos, und es sind (zumindest bei Tageslicht) keine Funken sichtbar. Oben an der Wand befindet sich der Antennenkoppler mit Schwenkspule und zuschaltbaren Leydener Flaschen. Der Sender hat eine Reichweite von 200 bis 400 km und kann im Frequenzbereich <500 kHz bis >1 MHz arbeiten. Offen geblieben ist die Frage der Eichung (fernab des Festlandes), man denke beispielsweise an das genaue Einstellen der Notruffrequenz.

Bild 2 zeigt die Gesamtschaltung einschliesslich eines damals vorgeschriebenen Notsenders, hier eines einfachen Lichtbogensenders - mit gegenueber dem Hauptsender verringerter Leistung.

Bild 3 gehoert eigentlich nicht  in diesen Zusammenhang, es zeigt bei dieser Gelegenheit das ebenfalls im Museumsbesitz befindliche, sehr schoene Replikat eines Fritter-Empfaengers von 1910, das nach Absprache mit Herrn Jurschek besichtigt werden kann.

Weiteres ueber das Museum und Kontakte  s. auch unter  http://www.museumsstiftung.de/hamburg/d511_rundgang.asp

Hans-Georg Schirmer

 

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Nikolaus Löwe
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31.Jan.08 10:23

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Verehrter Herr Schirmer,

vielen Dank für diesen guten Tip. Eine komplette "Funkenstation" mit Hilfsaggregaten kann man sonst praktisch nirgends sehen. Die werde ich mir anschauen.

Ist es tatsächlich wahr, daß der Sender betrieben werden kann? Gedämpfte Schwingungen, und dann auch noch im Mittelwellenbereich? Wird das im Verkehr mit einer anderen Station (anderer Bauart) demonstriert, oder nur am Sender selbst?

Viele Grüße,

Nikolaus Löwe

Hans-Georg Schirmer
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31.Jan.08 18:15

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Hallo, Herr Löwe,

nein, die Hochfrequenz wird per "Dummy Load", also an einem Wirkwiderstand "verbraten". Man kann sich aber durch das Aufleuchten einer lose kapazitiv angekoppelten Glimmroehre im Rhythmus der betaetigten Morsetaste von der Abstrahlung überzeugen. Interessant waere noch, wie sich das damals in einem Empfaenger angehoert hatte. Die sinusförmige Generatorfrequenz stellt wohl eine simple Modulation dar ("toenende Funken"), weil spaetestens in der Naehe der Nulldurchgaenge jeses Mal der Funke abreisst ("Loeschfunken") und der Schwingkreis die Schwingungen auf seiner Resonanzfrequenz fortsetzt.  Mit einem Detektor waere ja kein reiner A1 Empfang moeglich gewesen. BFO gab´s noch nicht.

Gruss, HG

This article was edited 31.Jan.08 18:16 by Hans-Georg Schirmer .

  
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