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loewe-opta: loewe-opta: Loewe Super 32 Restaurationsaspekte

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Hans RODT
Hans RODT
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12.Aug.13 08:47
 
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Restaurationsaspekte Loewe Super 32

Einleitung

Derzeit habe ich mit der Restauration eines Loewe Super 32 begonnen und kann an dieser Stelle über einige eigene Erfahrungen berichten. Vieles wurde bereits in dem exzellenten Restaurationsbericht von Herrn Walz dargestellt, so dass ich mich hier auf Ergänzungen beschränken kann. Auch mein Gerät war für den französischen Sprachraum vorgesehen, die Rückwandbeschriftung war zwar deutsch, die Stationsnamen der Skala aber Französisch und es existierte auch der Importaufkleber. Das Gerät hat die Seriennummer 4828 und wäre dann nach den von Herrn Walz beschriebenen Geräten produziert. Es hat auch zur Stabilisierung die Querstrebe im Gehäuse. Die Röhrenbestückung ist möglicherweise nicht mehr vollständig Original, neben der Mischröhre 2HMD finden sich Röhren von Valvo, Dario und Visseaux. Eine Reihe von Bildern des Geräts wurde zum Modell hochgeladen. Die elektrische Bestückung und die Chassis-Verhältnisse machen einen unangetasteten Eindruck. Das Radio ist relativ selten, verfügt über eine für die damalige Zeit sehr innovative Technik und ein sehr ansprechendes Design. Ein erhöhter Restaurationsaufwand erscheint also gerechtfertigt.

Gehäuse

Das Gehäuse des Radios war durch mehrere nachträglich aufgetragene Lackschichten in keinem ansehnlichen Zustand. Es wurde ähnlich wie bei der Restauration von Herrn Walz vorgegangen. Die Lackschichten wurden unter Schonung der Nussbaummaserung sorgfältig abgetragen. Anschließend Bild 1wurde das Gehäuse mit Schellack behandelt und vorsichtig poliert. Die Restauration mit Schellack ist technisch aufwendig und erfordert viel Zeit. Der anfängliche Glanz ging nach etwa drei Monaten in eine schöne seidige Oberfläche über.

Lautsprecherstoff

Der Originallautsprecherstoff war sehr brüchig und erheblich zerschlissen, so dass eine Erhaltung wie im vorstehenden Bericht beschrieben, nicht mehr möglich war. Ich habe deswegen den Stoff nach Vorlage von nicht belichteten Reststücken bei Frau Corrien Maas (NL) nachweben lassen. Der neue Stoff wurde dann nicht direkt eingeklebt. Im Inneren des Gehäuses war der alte Stoff in eine Vertiefung eingeklebt, die in etwa dem Inneren eines Bilderrahmens entspricht. Eine 4 mm Sperrholzplatte wurde für diese Vertiefung passend zugeschnitten. Dann wurden der Lautsprecheröffnung entsprechende Durchbrüche mit einer Dekupiersäge ausgesägt. Der neue Stoff wurde dann umgeschlagen auf die Rückseite der Ränder der Platte geklebt (Bild 1). Auf Anraten der Weberin wurde zum Kleben lösungsmittelfreier Dispersionskleber verwendet. Die mit dem Stoff  beklebte Platte wurde dann in den „Rahmen“ eingelegt und mit Vierkanthölzern fixiert (Bild 2). Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin,  dass man ohne jeden Aufwand den Lautsprecherstoff herausnehmen kann, sollte doch noch Originalstoff verfügbar sein oder eine Manipulation am Gehäuse nötig sein.

Skala

Bild 2Leider sind die Skalen dieser Geräte, wie von Herrn Walz im Detail beschrieben, erheblich verbleicht. Das gilt auch für das von mir zu restaurierende Radio. Auch bei meinem Gerät sind die Stationsnamen französisch ausgeführt (siehe Bilder bei den dokumentierten Modellen).  Bei der Restauration gerät man, was die Erhaltung der originalen Celluloid-Skala angeht, zwangsläufig in einen Zwiespalt. Auf der einen Seite will man keinesfalls durch einen zu großen Eingriff den historischen Wert des Geräts vermindern, auf der anderen Seite sollte aber auch das Wissen um die Originalfarbe der Skala und die historischen aufgedruckten Stationsnamen bewahrt werden. Es wurde daher versucht, eine Skala herzustellen, so wie sie früher einmal gewesen sein mag. Aus unbelichteten Teilen der Bild 3Skala konnte man die wahrscheinlichen Originalfarben detektieren und aus den verbliebenen Farbschatten mit Hilfe von Fotos und Bildbearbeitung die aufgedruckten Sendernamen wieder ermitteln. Herrn Beyer ist es gelungen, aus diesen Erkenntnissen heraus eine Skala zu entwickeln und herzustellen, die hinsichtlich der Farben und der Sendernamen der ursprünglichen Skala sehr nahe kommen mag (Bild 3). Wie also weiter verfahren ? Mechanisch war die Originalskala noch in sehr guter Verfassung und perfekt mit Hohlnieten befestigt. So etwas durfte nicht angetastet werden. Es wurde daher der folgende Weg gewählt: Die neue Skala wurde auf die Originalskala aufgelegt und durch die Hohlnieten hindurch mit 2 mm Mini-Spreiznieten reversibel befestigt. Das ist machbar, weil der Auftrag der neuen Skala nur etwa 1 mm zusätzlich ausmacht und Bild4die Zeigerfunktion nicht beeinträchtigt (Bild 4). Die darunter liegende Originalskala ist nicht mehr einer direkten Belichtung ausgesetzt und zukünftig vor weiterer Ausbleichung geschützt. Die Skalenbeleuchtung scheint auch durch beide Skalen durch.

Gesamtansicht des Radios Bild 5.

Chassis

Bei der nun anstehenden Restauration der elektrischen Verhältnisse kann ich weitgehend auf die Erfahrungen von Herrn Walz zurückgreifen. Sollten sich dabei interessante Details ergeben, werde ich an dieser Stelle wieder berichten.Bild 5

  
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