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Messgerät: Welches Messgerät, Messgeräte für Radioreparatur?

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Ralf Kopfstedt
 
 
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 Liebe Radiofreunde,

ich möchte mir ein Multimeter zulegen.

Können Sie mir Tips geben?
Analog oder Digital?
Reicht Spannungsbereich DC/ AC 500 V?
Soll das Gerät Messklemmen haben, oder ist das nicht erforderlich?

Gibt es vielleicht ein besonders geeignetes Gerät? Marke/ Modell.
Gibt es auch Messgeräte mit eingebautem Kapazitätsmesser?

Vielen Dank
Ralf Kopfstedt

EE: Titel für Suchmaschinen ...

This article was edited 14.Jan.04 16:05 by Ernst Erb .

Michael Münch
Michael Münch
 
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Hallo Herr Kopfstedt,

das sind ja eine Menge Fragen, vielleicht kann ich die ein oder andere beantworten. Hauptsächlich zur Frage "anolog oder digital" möchte ich mich äussern.

Digitale Multimeter sind wahre Tausendsassas. Wenn es darum geht, ein Netzteil zu prüfen, Arbeitspunkte von Röhren gleichspannungsmässig zu erfassen, sind es ideale Geräte. Ausserdem bringen sie eine Vielzahl von Funktionen mit, die sehr erstrebenswert sind: Widerstandsmessungen, Kapazitätsmessungen (obwohl: ich finde es praktischer, für Kapazitätsmessungen ein extra Messgerät (natürlich digital) zur Verfügung zu haben), eventuell noch Temperaturmessungen mittels eines internen und externen Fühlers etc.  Der hohe Innenwiderstand bei Spannungsmessungen befähigt Sie, auch an hochohmigen Messpunkten zuverlässige Ergebnisse zu erzielen. Leider haben digitale Messgeräte den Nachteil, dass Sie sich nur für die Aufnahme von Messwerten eignen, die sich während der Messung nicht verändern.

Wollen Sie das Messgerät auch für Abgleichzwecke benutzen, sind Sie dringend auf ein analog anzeigendes Messgerät angewiesen. Prinzip: Sie drehen z.B.an einem Abgleichkern und sehen dabei auf das Zeigerinstrument, das Ihren Aktivitäten "just in time" (so sagt man wohl heute) folgt, um ein Anzeigemaximum oder -minimum an einem Messpunkt einzustellen. Der Zeiger am Instrument zeigt ganz feinfühlig an, was Sie da gerade mit Ihrem Tun bewirken. Ein Digitaldisplay mit vielleicht 1 bis 3 Messzyklen pro Sekunde nimmt Ihnen da alle Feinfühligkeit.

Wunderbar für diesen Zweck sind sogenannte Röhrenvoltmeter geeignet. Diese heissen so, weil sie einen mit Röhren realisierten Messverstärker besitzen, der für äusserste Hochohmigkeit am Messpunkt sorgt und damit auch Messungen an Schwingkreisen zulässt. Ausserdem haben diese Geräte einen sehr grossen Frequenzbereich, innerhalb dessen Sie zuverlässige Wechselspannungsmessungen zulassen. Jetzt kommt was ganz Feines: Röhrenvoltmeter sind recht günstig zu bekommen, zum Beispiel bei ebay. Ich selbst habe ein Gerät der Firma Klein + Hummel namens Teletest RV 12 von 1962 für vielleicht 30 EURO ersteigert, und es funktioniert einwandfrei! Ausserdem passen die Dinger irgendwie zum Umgang mit alten Radios, könnten sie doch selbst fast Sammlerobjekte sein...

Fazit: ich denke, man sollte mehrere Messgeräte haben. Ein niegelnagelneues Digitalmultimeter mit allem Schnickschnack (vielleicht 50 EURO), ein digitales Kapazitätsmessgerät (neu ca 30 EURO), und ein gebrauchtes Röhrenvoltmeter (ebay, mit Glück sehr billig). Dann ist man für die Standardaufgaben für alles gerüstet.

Als Spannungsbereich sollten 500V AC/DC wohl ausreichen, es sei denn, Sie wollten Sendeendstufen mit Röhren bauen.

So kleine analoge Vielfachmessinstrumente aus dem Baumarkt lassen Sie bitte links liegen; für unsere Messungen in Radios an oft recht hochohmigen Messpunkten stellen diese Dinger beinahe einen Kurzschluss dar, und mit Feldeffekttransistoren ausgestattete moderne analoge Instrumente, die in ihren Eigenschaften mit Röhrenvoltmetern zu vergleichen wären, sprengen preislich jeden Hobbyetat.

Viel Wissenswertes zum Thema Werkstatt-Ausstattung und überhaupt nützliche Infos finden Sie auch im Bereich Texte des RM. Hier hat Herr Erb dankenswerterweise ganze Kapitel seines Buches "Radios von gestern" ins Netz gestellt. Im Board "Reparatur innen allgemein"
http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_thread.cfm?board_id=5786
finden Sie das Thema "Fehlersuche und Reparatur von Radios" mit dem Unterthema "Hinweise, Werkzeuge, Apparate"
http://www.radiomuseum.org/forumdata/upload/ACFDIC4hb473%2Epdf
Das wurde vor bald 20 Jahren geschrieben, besitzt aber noch immer uneingeschränkt Gültigkeit, wenn es auch damals noch keine Digital-Multimeter auf dem Markt gab.

Ich wünsche Ihnen die richtigen Entscheidungen!

Gruss - Michael Münch

 

Nachtrag: im oben genannten Board "Reparatur innen allgemein" findet sich nun auch ein aus diesem posting weiterentwickelter Text "Multimeter-Kauf / Messungen an hochohmigen Messpunkten" http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=19556

M.M.

This article was edited 18.Jan.04 16:25 by Michael Münch .

Reinhard Riek
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Natürlich gab es vor 20 Jahren schon digital-Multimeter. Ich denke nur an das G1004.500 vom VEB Funkwerk Erfurt, welches bereits Mitte der 1980er JAhre (also vor weit mehr als 20 Jahren!!) auf dem Markt erschienen ist. Und dieses Gerät war beileibe nicht das einzige seiner Art. Es gab sicher in der alten BRD gleichwertige Geräte - oder etwa nicht? Dann hätte die DDR doch noch den Westen überholt - oder??

Mark Hippenstiel
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Danke Herr Riek für die Richtigstellung. Die Digitaltechnik hielt bereits Mitte/Ende der 1970er Jahre Einzug auch in die Messtechnik.

Ihre Ausführungen zum Thema DDR sind aber hier nicht zielführend und für ein Fachforum auch nicht angebracht - Herr Kopfstedt fragt nach Hilfe bei der Entscheidung über die Anschaffung eines Messgerätes für die Radioreparatur.

Erwähnenswert zum Thema Kapazitätsmessungen wäre aus meiner Sicht noch das Isotest 6 von Gerhard Heigl, mit dem wohl viele Sammler sehr gute Erfahrungen gemacht haben (Homepage von Herrn Heigl, Thread zum Isotest 6, Artikel zur Verwendung PDF). Den aktuellen Stand der Verfügbarkeit müsste bei Herrn Heigl angefragt werden.

Viele Grüsse,
Mark Hippenstiel

Eike Grund
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Hallo Herr Kopfstedt,

“Ohne ein Multimeter, das Gleich- und Wechselspannungen, Ströme und Widerstände misst, geht nichts. Hier sollte man sich nicht an der unteren Preisgrenze orientieren, damit man nicht später einen dringend benötigten Temperaturfühler vermisst. Zum Messen von Kapazitäten eignet sich ein gesondertes Kapazitätsmessgerät besser als ein entsprechend ausgestattetes Multimeter. Man vermeidet häufiges Umstöpseln.“

Ergänzend zum Tipp von Herrn Münch:

“Darüber hinaus kann ein analoges Drehspulinstrument im Bereich 0 bis ca. 150 mA hilfreich sein, um den Verlauf des Anodenstroms während der Einschaltphase  und des Testbetriebs anzuzeigen.“

Zum Abgleich des Ratiodetektors: Ein uA-Meter mit Mittelstellung.  (+/-)

Drehspulinstrumente sind auf Sammlermärkten oft günstig zu haben.

Fangen Sie mit dem Multimeter an, der weitere Bedarf wird sich ergeben.

Gruß, E. Grund

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